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der Vermittelung der englischen Gesandten in Alerandrta gelungen, die noch schwebenden Differenzen zwischen der Pforte und Aegypten beizulegen.
Wien, 21. Juni. Felvzeugmeister v. Gablenz ist gestern Abend von Birlin hierher zuruckgekehrt und hat heute in einer Audienz dem Kaiser ein eigenhändiges Antwortschreiben de« Kaiser» Wilhelm überreicht. Kaiser Wilhelm hat den General mit dem Großkrcuze des rothen Ablerorden» in Brillanten ausgezeichnet.
Versailles, 20. Juni. Sitzung der Nationalversammlung. Berathung über die neu aufzuuehmenve Anleihe. Thier«, die finanzielle Lage darlcgend, giebt fol- gende Daten: Die Kriegskosten belaufen sich auf ungefähr drei Milliarden. Die Bank lieh der Regierung 1330 Millionen. Das Deficit der beiden Budgets von 1870 und 1871 wird 1631 Millionen erreichen, zu deren Bedeckung nur 301 Millionen bereit stehen. Die neuen, wie Thier« constatlrt, au« dem Unglück Frank- reichs hervorgegangenen Lasten werden 436 Millionen betragen, darunter 200 Millionen zu Ämortisationszwecken. Thier« glaubt, daß die vorgeschlagenen neuen Steuern genügen werden, um den Bedürfnissen der Situation, eie wohl eine schwierige, aber keine verzweifelte sei, Rechnung zu tragen. Die Rede Thier«' wurde sehr beifällig ausgenommen und die Sitzung nach derselben aufgehoben.
Paris, 16. Juni. Die „Patrie" enthält folgende Rote: „Die Rückkehr der letzten Gefangenen findet im Augenblick statt. Eine große Anzahl derselben ist in Pari« angekommen. Sie befinden sich in einem Zustande, der allen Claffen Mitleid einflößt. Sie erklären, baß sie in Deutschland mit ebensowenig Rücksicht al« Menschlichkeit behandelt worden sind. Sie wohnten in ungesunden Localen und empfingen nur schlechte Nahrung. Diese Angaben werben nicht allein von unseren Agenten, sondern auch von den Agenten ter fremden Mächte bestätigt. Seit der Unterzeichnung be« definitiven Friedensvertrag« konnten sie Unterstützungen von unserer Regierung empfangen. Ungeachtet ihre« Unglücke« und ihrer Leiden sind sie keinesweg« entmuthigt; ihr moralischer Zustand ist vortrefflich. Man hat die Absicht, aus den zurückgekommenen Soldaten die Leute zu wählen, welche die neuen Genbarmerie-Corp« bitten sollen." So die „Patrie". Von welchen Sol- baten dieselbe jene Angaben erhalten, ist unbekannt. Diejenigen, welche die Armee von Pari« bilden und größtentheil« zurückgekehrte Gefangene sind, besagen Alle, daß sie in Deutschland gut behandelt wurden. Möglich, daß da« bonapartistische Blatt seine Nachrichten ron Joachim und Achilles Murat, den Vettern be« Kaiser«, erhalten hat, welche gerade au« Deutschland angekommen sind, sich in Pari« und Versailles heruwtreiben und furchtbar schimpfen, weil die „Prussiens" die Pläne der Bonaparte nicht begünstigt haben.
Telegraphische Depeschen.
△ Paris, 21. Juni. Die Regierung ordnete an, daß die Absendung von Privatbepeschen nunmehr erfolgen könne. — Die Morgenblätter behaupten, daß die neue Anleihe seit gestern Abend mit >/, Procent Prämie gehandelt werde.
A Paris, 21. Juni. Die Bischöfe von Cambrai und Arras haben an die Assemblee Schreiben gerichtet, worin sie die Bitte aussprechen, daß Frankreich, ein- gedenk seiner Mission, wieder als Protektor der katholischen Kirche auftreten möge. — Londoner Börse flau. ,
△ Paris, 21. Juni. Die erste direkte Depesche, die ben Tclegraphendienst wieder eröffnete, ging von der Regierung au» und ordnete an, daß von heute an alle auf die Anleihe bezüglichen Privatdepeschen zu expediren seien. Die Morgen- blätter behaupten, die Anleihe werde bereit« seit gestern Abend zu «/- Prveent Prämie gehandelt.
A Paris, 21. Juni. Al« Grund der Vertagung der aus letzten Sonntag angesetzten Revue wirb eine Einsprache ber deutschen Regierung betrachtet, welche wegen der vertragswidrigen Truppenzahl, die bei der Parade zur Verwendung kommen sollte, erfolgt sei. — In Marseille wurden compromittirende Schriftstücke der Internationale entdeckt, in Folge dessen Verhaftungen vorgenommen wer- den sind. ______________________
A Cherbourg, 21. Juni. Die gefangenen Insurgenten in der Zahl vor 6300 find in Eherbourg in den zwei Fort« du Hommet, Ile Pelen, und in sechs Ponton« untergebracht. Zwei Schiffe werden eben ausgerüstet, um Gefangene nach Neukaledonien zu bringen.
A Genf, 21. Juni. Die Behörde hat den französischen Präfekten Janvier de la Motte, aus Grund neuer ron der französischen Regierung eingesandten Beweisstücke, wiederum verhaften lassen.
A Constantinopel, 20. Juni. Der Sultan verweigerte die Entgegennahme der Ernennung Trieoupi«' zum Gesandten Griechenlands bei der Pforte, weil derselbe den Aufstand in Creta als damaliger Minister de» Aeußern in Griechenland offen unterstützte.
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Local-Notiz.
Gießen, 22. Juni. Unsere Uhren in der Stadt befinden sich mitunter in einem solchen desolaten Zustande, daß eS manchmal besser wäre, man besäße gar keine. Bald schlägt die Uhr richtig, dann zeigt der Zeiger 2 Stunden früher oder später, bald zeigt die Uhr richtig, dann schlägt sie veikehrt, wie erst heute Morgen die RathhauSuhr, wo eS ein wahrer Jammer war, dieselbe anzuhören.
Ioh. Lasp. Lavater's Christliches Hausbuch.
Neue Volks-Ausgabe. Als durchaus zeitgemäß erscheint uns die Herausgabe einer Volks-Ausgabe des bekannten „Christlichen Hausbuchs" von dem Altvater der protestantischen Gebetkunst, Ioh. Casp. Lavater, welche soeben im Verlage von E. Etöckhardt in Stuttgart erscheint. (Lieferung 1 ist bereits ausgegeben, Lieferung 2 verläßt demnächst die Presse.) Die durchaus würdige Ausstattung in schöner großer Schrift auf dauerhaftem, weißem Papier, macht den Preis von 5 Sgr. 18 kr. für's Heft zu einem sehr billigen, und wollen wir das „Christliche Hausbuch" um so mehr zur Anschaffung empfehlen, als die Schönheit der darin enthaltenen Gebete eine längst anerkannte ist. Ganz besonders machen wir auf die sehr schöne, große Stahlstichprämie „Der Segen Gottes" aufmerksam, welche (nach einem Oelgemälde von Böttcher) einen Werth von mindestens 2 Thlr. repräsentirend, den Subscribenten zum Preise von nur 7Vz Sgr- 27 kr. nachgeliefert wird.
Üorsenuacbricbten.
21. Juni 1871.
Preuss. 41/2 O y Oblig. 96 Fraukf. 3^2% Obi. 823/q Nasa. 47z °, o Obi. 95s/b Kurhess. 4% „ 86 7< Gr. Hess. 5% Obi. 102 » n 4% n 923/. n n 3V20/0 „ -
Bayer. 5°/0 n IOOV2 „ 41/2% 1jährige 97 ‘/2 „ 40/g 1jährige 9O3/8
Würtemb. 4^2 % Obi. 961/« Baden 472% Obi. 0. E. L. 96 7a Oesterr. Silberrente 5 674
„ Papierrente 481/8
„ 6% M. atenerf. —
Amerik. Bonds 1881r 99
„ „ 1882r 96V2
„ „ 1885r 96 V6
„ „ 1887r 963/s
Spanier, neuest. 3% 31%
Actien.
Frankf. Bank 1375/g
Frankf. Vereins-Kasse 109 Darmst. Bankaot. 3597z Wien Bankactien 7417z Galizien 2397z
Actien.
Oest. Creditact. 278 5O/o östr. F. St. E. B. 4013/4 Lombard. Bahn 167 Ludwigsh.-Bexbarh 181
Maxbahn 1247<
Bayer. Ostbahn 131 ,
Hess. Ludwigsb.-Aot. 154
Rhein-Nahebahn-Act. 347z
Oberhessen „ 74 7<
Prioritäten.
30/g öster. Stab.-Prior. 57 7a
30/0 öst. s. Lombard 73 74
3% Livorneser 32
5% Toscaner 511 2
5% Elisabcth.-Prior. 787z
do. II. Emiss. 79
Änlelieuelooee.
Kurh. 40 Thlr. Loose 657z
Nassau 25 fl. 387z
40/g bayr. Präm.-Anl. 1097s
Ansbacher 7 fl. 12
40/g badische Loose 107%
Badische fl. 35 Loose 647<
Oestr. fl. 250 v. 1854 75 1858r Prioritätsloose 1607z 1860r Loose 817/s 1864r n 121
Braunschweiger 187g
Stadt Florenz 823/4
Weeli#ei.
Amsterdam k. S. 99 '/s
Augsburg k. S. 997g
Berlin k. 8. 1053/<
Bremen k. S. 967g
Brüssel k. S. 937/8
Hamburg k. S. 877/g
Leipzig k. S. 104/z
London k. S. 1193/s
Lyon k. S. —
Paris k. 3. 947g
Wien k. S. 953/4
ditto m. S. —
ditto 1. S. —
Disoonto 372% 0.
Geldsorten.
Pr. Cassen-Sch. 1 447/s-457<
Sachs. „ —
Div. Cassen-A. —
Pr. Friedrdor 9 58—59
Pistolen . . 9 43—46
„ doppelte 9 44—46 Holl. fl. 10SL 9 54—56 Ducaten . . 5 35—36 20 Fr^nkenst. 9 24—25 Engi. Sover. 11 55—56 Russ. Imper. 9 45—48
Dollar in Gold 2 27—28
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachungen. Waisen«Berpflegungsgelder vom ersten halben Jahre 1871.
2589) Die Pfleger von Waisen werden an die Ausstellung der Quittungen von obenbemerktem Zeitraum erinnert.
Gießen, den 14. Juni 1871.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt._____________
Oeffentliche Aufforderung.
2663) Nach erkanntem Concurse über das Vermögen des Ludwig Alb ach von Harbach werden dessen Gläubiger zur Anmeldung und Begründung ihrer Ansprüche und Vorzugsrechte auf
Mittwoch den 2. August l. I., Vormittags?) Uhr, bei Meidung Ausschlusses geladen. Im Termin wird die Güte versucht und von nicht erscheinenden oder nicht vertretenen Gläubigern, sowohl was ein Arrangement als die Beschlüsse über Massevcrwaltung und Veräußerung betrifft, angenommen werden, daß sie den Beschlüssen der Mehrheit der Erschienenen beigetreten seien.
Grünberg, am 2. Juni 1871.
Großherzoglichcs Landgericht Grünberg. Erdmann, Or. Trapp, Landrichter. Landger-Assessor.
Versteigerungen.
2265) Wir lassen
Dienstag den 27. Juni, Nachmittags 4 Uhr, bei unserer Spinnerei die Gras- und Klee- Erndte meistbietend versteigern.
Gallische W 0 l l e n s p t n n e r e t.
Holzversteiqerung in den Domanialwaldungen der Öberförfterei Nieder-Ohmen.
Mittwoch den
t
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District Tränkkopf auf der alten Gießener
am
Donnerstag
wald
e
Vicinalweg von Lumda nach Weiters-
dem
auf
Hüter.
Buchen Eichen Birken Aspen Nadelholz
34
8
27
78
42
60
52
68
8 Uhr
n.
57
3
Scheidh. S 57 16 8 128
Neitzh.
Wellen.
15200
3200 meist Durchforstungsreiser,
6700 \
260 Stecken
Neish.
Wellen.
12900 /
300 meist Durchforstungsreiser, 1700)
580 Stecken.
Zusammenkunft Morgens Hain am District Heegbusch.
Scheidh.
S
- 100
28 (
32 i
60
187
11.
21
Prügelh. e ck
Prügelh. e ck
Buchen . Eichen ’ Aspen
Nadelholz
Das in den Districten Groberg, Dingerwald, Winkclrain, Buchwaldskopf, Heiligenberg, Kaspershaag, Gciselstrauch, Birkwald, Sauplatz, Streithainskopf und Igelshain zerstreut sitzende wenige Holz kann nicht vorgezeigt werden, weßhalb ^tcigUeb- haber es vorher ansehen wollen.
Grünberg, den 21. Juni 1871.
Großherzogliche Oberförstern Nieder-Olmstn.
2664) Es werden versteigert: , , c _
' ‘ 28. d. Mts. in den Districten Tränkkopf, Brandholz und Hammers
loch bei Lumda: Stockh.
und Hinterer Zipfen Stockh.
Zusammenkunft Morgens 8. Uhr Straße bei Weitershain.
den 29. d. Mts. in den Districten Heegbusch, Tummelberg, Llchter- bei Atzenhain:
2656) Freitag den 23. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, werden oberhalb des Main Weser-Bahnhofs 400 Stück Eichen-, sowie 200 Stück Kiefern Ausschuß - Schwellen , welche meistens zu Nutzholz verwendbar sind, gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden.
A. Bauer.
Feilgebotenes.
2545) Zur Illumination empfehlen Stearinkerzen von
20 kr. pr. Pfund an
I. A- Busch Söhne.
Blumensträuße sind am Samstag Nachmittag an meinem Stand auf dem Lindenplatz und Sonntag in meiner Wohnung bei Herrn I. Rothenberger zu haben Ioh Schäfer,
(2675) Gemüsehändler.
2666) Gut gebrannte Nuffensteine sind zu haben bei E- Eich en berg.
Fußboden-Anstrich.
Ausibodenlack, sofort trocknend, Lciuolsiccatif zum Einölen, Oclfarbcn, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstreichen und Wlchsen der Fußböden, empfiehlt Emil Fischbach,
(2497) Selterswcg-
Neue Matjes-.yärinqc empfehlen I- A. Busch Söhne. (2371) 2644) Oberndorfer Dickwurzpflanzen, sowie alle Arten Gemüsepflanzen, pr. 100 Stück zu 2 u. 3 kr., bei E. Pietsch II., Nahrungsberg-
Milchverkauf.
2220) In dem früher Loo s scheu Höfchen, Neustadt Lit. D. Nr. 219, ist zu jeder Tageszeit frifebe Milch, Nahm uud Dick- milcb zu habe».


