Telegraphische Depeschen.
Sarmßabt, 21- Marz. Seine Großherzogliche Hoheit Prinz Ludwig werden heute Nachmittag 4 Uhr 45 Minute» hier eintrcffen und von den »er- sch'ebenen Sectionen des Hälf«verein« am Bahnhof empfangen werden.
Frankfurt. Bei der am 17. b. stattgefundenen engeren Wahl zwischen den Canoidaten zum Reichstage v. Rothschild und Sonnemann erhielt der letztere 3718 Stimmen, der erstere 3613 und ist sonach Sonnemann zum Rcichstaasad- geordnetcn für hiesige Stadt erwählt. H
Kastel. General Castelnau wurde von Napoleon nach Saarbrücken ent- sendet, um in seinem Namen Kaiser Wilhelm für Vie aufmerksame Behandlung zu danken, welche man ihm während der Gefangenschafr hat angedeihen lassen Unter den gefangenen französischen Soldaten soll die Agitation zu Gunsten de, Kaisers in letzter Zeit nicht unbedeutende Fortschritte gemacht haben.
Gervi elberg. Am 18. d. verstarb nach 10 tägiger Krankheit Professor G.
schäftigen haben wird, tritt immer von Neuem auf und man nennt bereits fo'-- gende sechs Männer für diese Auszeichnung: Manteuffel, Blumenthal, Gobea, Werder, Hartmann und v. v. Tann. Auf welcher positiven Grundlage dieses Kartengebaude aufgerichiet ist, ist vorläufig nicht adzusehen.
Der „R. A. Z." wird aus Zürich die interessante Thatsache gemeldet, daß der den dortigen Unruhen mehrere junge Engländer die erste Geige spielten und sich in Folge dessen schleunigst entfernt haben.
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9^e'cht haben. Wlit Freuden habe ich erkannt, wie gerade durch diese Zusammenfassung aller deutschen Kräfte, getragen von der allgemeinen Opferwilligkeit und von der hingebenden und unermüdlichen Thätigkeit der Männer, welche der schwierigen Leitung dieses Werkes ihre Kraft und Zeit widmeten, Leistungen möglich geworden sind, die jede Erwartung überstiegen und wesentlich dazu beiae- tragen haben, der Armee, unter den schweren Mühsalen des Krieges, Freudigkeit und Kraft zu erhalten. Die dankbare Erinnerung daran wird in der Armee und der Natron unauslöschlich fortleben. Meinen Dank und Meine Anerkennung kann ich nicht besser bezeugen, als indem Ich Eure Majestät Selbst bitte, sie dem Central-Comite der Vereine in. Meinem Namen auszudrücken."
Die Regierung von Schweben und Norwegen hat den Wunsch ausgesprochen mir dem Deutschen Reich einen Vertrag wegen wechselseitigen Schutzes der Waarenbezeichnungen und Etiketten abzuschließen, und der Bundeskanzler bat na-b^>uch?"0^ M Bundesraths zur Einleitung der dicßfälligen Verhandlungen
Dresden, 20. März. Das „Dresdener Journal" schreibt: Der König von Sachsen wird am 26. d. M. zum Besuch an den kaiserlichen Hof nach Berlin re.sen. Der commandirenve General des sächsischen Armeecorps, Prinz zurückreise'/ ^cr emgetroffen und wird nächsten Mittwoch nach Frankreich
Wien, 20. März. Der erste Generaladjutant des Kaisers, General Graf Bellegarde, reist heute Ab.nv nach Berlin ab. Derselbe ist Ueberbrinaer eines feste"des^KaiserS *d°inM Kaisers Franz Joseph zu dem Geburts-
Berlin, 18. März. Se. Majestät der Kaiser und König hat an I Mai »:4Ä, «..L
deinen tapferen und siegreichen Truppen, welche noch auf m Abschied nehme, d.äugi rö Mich, Ew. Ma.ettät
llütruna freudig Mein Herz die liebreiche Fürsorge und Unter-
Eurer ^Majestät an/ ^imce untcr vem Vorgänge und dem Schutze
des nmpn Tpfh,. & * ^b'^th, aus dem ganzen deutschen Vatrrlanoe während des ganzen Feldzuges zu Tyeil geworden ist das Central-Comit^ der deutschen n K
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erkrankter Kriegs auf dem Gebiete der Humanität vollzogen, als die politische bH’^ ^^rlandes sich noch im Kreise der Wünsche bewegte. Dasselbe hat sich b l Beginn der Feinolel.gkeiten zu einem fest oiganisirten Körper a estal» iet, in welchem die Landes-Vereine fammtlh^r p r gTßl
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Paris, 19 März, Mittags. Da« „Journal officiel" schreibt: Indem die Negierung einen Zusammenstoß vermeiden wollte, üble sie G.vuld und Zögern (Temporisation) gegen die Aufständischen, welche sie zur Bernunft und Pflicht in, ntctjufuoren hoffte. Das amtliche Blatt berichtet hierauf die gestern stattgehabte.. Ereignisse unt> sagt alsdann: Die von der Position auf dem Montmartre ent- lernten Kanonen sollten in Vie Arsenale gebracht werden, al« die Nationalgarden die Menge aufreizend und mit sich fortreißenv, sich auf die Soldaten warfen uno ihnen Cie Soffen entrissen. Mehrere Bataillone wurden cernirt, andere gezwungen sich zuruckzuzirhen. Sie Erneute war nunmehr Herrin ves Terrains. $er Tag Wofi unter Cer Herrschaft der Unordnung ohne daß die am Morgen einberufene Nalionalgarde in genügender Anzahl erschienen war. um des Abends die Jniur- rectton, welche das Quartier des Generalstabs der Nationalgarde und das Justit.' Ministerium vecupirt hatte, unterdrücken zu können. Man frägt sich staunend was das Ziel der Ucbelwoilenden sein kann, die das Gerücht verbreiten daß die Re
Staatsstreich vorbereite. Dies ist e.ne gehässige Berleumdun Vie Regierung, welche aus einer durch vas allgemeine Stimmrecht gewählten Bersammlang hervorgegangen ist, hat mehrmals erklärt, daß sie Vie Rcvublik gründen wolltt Diejenigen, welche sie Umstürzen wollen,' sind die Männ?r v Unordnung, Meuchelmörder, welche nicht davor zurückschrecken, Schrecken und Tod / m Stad zu säen, die sich nur durch Ruhe, Arbeit und Achtung vor den Gesetzen zu retten vermag. Ihre Berbrechen, wir hoffen es, erregen den aerech. ten Unwillen der Pariser Bevölkerung, welche aufstehen wird, um sie zu züchtig«! wie sie es Verdienern Das „Journal ofsteiel" the.lt weiter mit, daß d e Gene.' rale Leeomte und Thomas ohne Unheil füsilirt und ihre Leichen »erstÜmmUt wurden. Zwei Adiulanlen L-comte's hätte beinahe dasselbe Schicksal ereilt Das „Journal offictel" schließt: Die Bevölkeriing von Paris ist bis jetzt gegen ' die Fordern der Unordnungen nachsichtig gewesen, mag sie endlich begreifen daß MitsLig^mächin'will.'''^'^ 8<3rnÜL'",rmn mu6' mcfcrn * llch nicht zum
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Energie; es hieß, die Armee von Paris reorganistre sich schnell, am 18. solle die Mehrzahl der Regimenter bewaffnet werden. Warum, statt bis dahin zu warten, dcr Ueberfall in der Nacht vom 17. auf den 18. vorgenommen wurde, ist nicht begreiflich; von Aurelles ist in den Depeschen gar nicht die Rede; auck dies muß auffallen. Siebenzehn Abgeordnete von Paris hatten am 17. eine Zusammenkunft, worin sie einen neuen Aufruf an die Vorstädte beschlossen; Schoelcher erließ eine ähnliche Erklärung; aber die Deputirten haben auf dem Montmartre keine Geltung, und die Linientruppen, die erst am 18. Waffen erhalten hatten, ver- mehren durch ihre Fraternisirungen natürlich bei der Nationalgarde von Paris die Unschlüsstgkeit, gegen die Montmarteristen loszuschlagen, da man in diesen Vorgängen den Rückichluß auf den monarchischen Geist auch der bewaffneten Truppen machen muß. Die Depeschen lassen eg fortwährend im Unklaren, ob es blos unbewaffnete Soldaten sind, die fraternisiren, oder ob auch in den Reihen der Bewaffneten bereits Anarchie herrsche. (K.Z.)
Die „Avantgarde" berichtet über die Ereignisse vom 18. März: „Gegen 3 Uhr Morgens marschirten Linientruppen, Jäger zu Fuß, ehemalige Polizeidiener und die sogenannte republikanische Garde nach Montmartre. Um 4 Uhr war die Butte und die Mühle cernirt. Die Polizeidiener, von den Genso'armen begleitet, begaben sich zu den Posten der Rue des Rosiers, wo sich 160 Nativnalgarven befanden. Einige Flintenschüsse wurden gewechselt, aber die Truppen nahmen den Posten. Die Nationalgarde wurde entwaffnet und gefangen genommen. Die Linientruppen nahmen hierauf die Kanonen, und der General Lecomte, welcher die Truppen befehligte, konnte glauben, daß Alles beendet sei. Aber um 5 Uhr wurde der Generalmarsch in Montmartre und in den übrigen Stadttheilen von Paris geschlagen. Die Bataillone marschirten nach den Buttes, deren Zugänge von dec Armee besetzt waren. Auf dem Place Pigalle befand sich ein Jägcrbataillon, dessen Commandant die Nationalgarde aufford^rte, auseinander zu gehen. Diese weigerte sich, und der Eapitan versetzte dem Nationalgardisten, mit welchem er parlamentirte, einen Hieb. Fast im nämlichen Augenblick streckte ihn ein Schuß zu Boden uno Jager streckren die Kolben in die Höhe. Fast überall und ungeachtet der Anstrengungen der Generale weigerten sich die Soldaten, zu schießen. Um 7V2 Uhr waren die Nationalgarden ihrerseits vor dem Wachtposten der Rue des Rosiers ange ommen. Die Polizeidiener wollten Widerstand leisten. Ein Nalionalgaroist »hielt einen Schuß in die Hüfte und ein anderer eine Kugel in den Leib. Die Nationalgarde war aber bald Herr des Wachtpostens. Alle, welche ihn besetzt hielten, wurden zu Gefangenen gemacht. Die Buttes wurden hierauf cernirt. Dec General Lecomre und sein ganzer Generalstab wurden zu Gefangenen aemacht. Dreseloen übergaben ihre Degen, und man führte sie nach dem Chateau Rouge, einem Tanzlocale. Um 9y2 Uhr war Alles so ziemlich beendet. Nationalgarden und L-oldaten fraternisirten." Eine zweite Ausgabe der „Avantgarde" meldet: „Erschießung der Generale Clement Thomas und Lecomte. Gegen 3 Uhr Nach- mihag« imroe der General Thomas, der in Civilkleiduug war, in der Nähe der Buttes Montmartre erkannt. Sofort verhaftet, wurde er nach dem Chateau Rouge gebracht. Eine Stunde spater wurde er nach einem summarischen Urtheil mit dem General Lecomte in einem an die Buttes stoßenden Garten erschossen. In der Nahe der Gemeindeschule des dritten Arrondissements hat man drei Leichen, die eines Generalstabs-Capitäns, eines Jägers und eines Artilleristen gefunden." ., jPer Allg. Zig." wirb üoer die Pensionsanspluche der Invaliden uno ihrer H'nterbliebenen geschrieben: Von 15,000 Todten haben ziemlich viele Witt- wen und Waisen hinterlassen, die zu versorgen sind. Die Writ ve des Lanbwehc- manneS erhalt 50Thlr. jährlicher Pension, für jedes Kind 30Thlr. bis zum 15 Lebensiahre. OffizierSwittwen erhalten 200 bis 400 Thlr., jedes Kind 40 und 50 Thlr. Erwerbsunfähige Mannschaften erhalten ihre Penston. Dem invaliden Lieutenant stehen 240 Thlr. zu; verlor er ein Glied, erhält er 420 Thlr., verlor er zwei GUeber, 620 Thlr., und das steigt in den höchsten Graden bis zu 2400, 2600 und 2800 Thlr. Da diese Männer übrigens gesund, meist in den besten Jaörcn steyen, so wird die Pension eine geraume Zeit an sie bezahlt werden muffen.
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Di- Nachricht, daß sich der Reichstag auch mit der Dotationsfrage zu de- Cassation ^^Frakttur^Michslaas^^ Abgeordnetenkreisen ist die ofhaen haben tntrh ~..c ---- . .. - " tm'ti !t- ^eicystagswahl wahrscheinlich, weil n cht NJchtränsifb
' Wählerliste für die Bayern aufgelegt worden ist und diese b i dem gerinnen «timmenunterschttde den Ausschlag zu Gunsten Rolhschild's hätten geben können , ^Berlin, 21. Marz. Der Kaiser eröffnete im Weißen Saale um lübr den Reichstag. Die Umgebung des Schlosses ist mit dichten volksmaffen gefüllt Der Kaiser ward bet der Anfahrt enthusiastisch begrüßt. Im Weißen Saatt war neben dem Throne eine Tribüne für die Kaiserin, die Kronprinzessin und die Prin- zessinnen hergertchtet Die Gesammltribünen über dem Eingänge waren dem ci le' matisch n Corps reservttt, welches vollzählig anwesend war. Die Zuhörervlätie waren überfüllt, im Saale etwa 400 Personen: ReichstaaSmitalied/r Staatsbeamte, General-lät und Geistlichkeit. ^-'chStagSmttglieder, höchste Bald nach 1 Uhr trat in den Saal der Kaileriua ein Tii. (äacj.
purtteife, »ann Graf Moltke mit dem Reichsfchw-rt, w Peuker mit dem Reichs" m mi fÜCm ®ccphr' ber Oberstkämmerer Graf Rl'dern mit der Krone
Graf Wrangel, geleitet von den Generalen v. Kameke und v. Podbielskv das Relchspanier tragend. Die Insignien escortirten zwei Offiziere der Garde du Corns Es folgte der Kaiser in großer Generaluniform, der Kronprinz, die Gr^herroac von Baden, Weimar, Mecklenburg, Oldenburg, die Herzoge von Meining n" Alt n bürg und die übrigen anwe enden regierenden Fürsten, dann die um.fi - ' EPS
ein dreifaches Lebehoch. Der Kaiser verneigt sich dankend Tli, „
Prmzen stellen sich rechts, der Bundesrath links vom ThroV Der Ka^ « becedte« Hauptes die Thronrede. Nachdem die Throniede verlern maf„rr, °"''^"^behoch. Graf Bismarck Proc.an.irte hierauf dw SefsiL
.et, in welchem die Landes-Vereine sämmtlicherdetLn" Maaten SSÄ fld. S f»"r Rückzugsbewegung innegehalten und ziehen
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