Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 27 fr.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
Expedition : C anz leib erg eit B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
Nr. LS Mittwoch Den 22. Februar 1871.
werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Eanzleiberg B-1, als auck Bestellungen auf ven wienetier T hei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
Abonnenten welcbe den Anzeiger bei der Expedition «bbolen lasten, erhalten denselben für die Monate Februar und März 1871 zu 40 fr.
Amtlicher L h e i l.
_ Bekanntma d) u ii g.
Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 15. Decembcr v. ). bringen wir hiermit weiter zur iicnntniß der Betheiligten, daß die nächste» Prüfungen in folgender Weise vorgcnommcn werden: 1
Montan den^LV. Marz d. I.
für Liesemqm Angehörigen des Großhcrzoglhums, welche im Jahre I^H^geboren sind.
Dienstag Marz d. I.
für dieseniqen Angehörigen des Großbcrzogthums, welche ini Jahre L852 geboren lind.
Donnerstag den 23. März d.
für diejenigen Angehörigen des Grohherzogthums, welche in den Jahren 1853 und >854 geboren, sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, welche nach §. 20. der Militär-Ersaß-Instruction im Großherzvgthum gestellungspflichtig sind.
Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr in dem „großen Saale dco Rachhauses" dahier.
Darmstadt, den 7." Februar 1871. Großherzvglicke Prüfungs-Eommissio» für einjährig Freiwillige.
Pabst. Strecke r.
Gießen, den 19. Februar 1871.
Betreffend: Sterblichkeitsstatistik. , _ , -
Das Großhkrzostllchc Kreis-Medicinal-Amt Gtcßcii I.
(Ui die Aerzle der Stadt Gießen.
Mit Hinweisung auf die von Grvßhcrzoglichcr Ober-Medicinal-Direettv» in Darmstadt, Amtsblatt Jir. 17 d. d. 18. Tcbr. 1868, bezüglich der von den Acrzten bei Todesfällen anspchellenden Todcöselleine», erlassenen Bestimikln^g«,, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß Sie dicse Lodcsscheiue genau »ach dem voracschriebcnen Formulare mit bestimmter Angabe der Todesursache und der Nummer des von dem internationalen Congreste für Statistik ui Wien im e>ct)r 1857 festacstellten Schema auszustellcn haben, indem nach einer uns vom evangelische» Pfarr-Amte Gießen d. d. 16. Fcbr. 1871 gemachten Mit- tbetiuna von nun an alle nicht in dieser Form von de» Acrzten ausgcfcrtigtcn Todesscheine diesen zur Rcctificatiou zurückgegebcn werden.
' ö D r. Stammler.
P v 1 itis d» e r X h e i 1.
Um wie viel wehr mußte das
wußte als ein störender Ton unterdrückt werden.
Die Engländer Haden es
Fall zu vermeiden, ist, bei Zeiten daran zu denken.
sonders der guten Pariser in dieser Hinsicht eher wieder in der zunehmenden Phase sich nun einmal in den Kops gesetzt, daß sie die Schiedsrichter der WUt sind.
begriffen ist. Die Deutschen, welche sich im Vaterlande oder in Nordamerika eine
21. Februar.
Don der Ansicht ausgehend, daß die großen politischen und nationalen Erfolge, welche in Consequenz des gegenwärtigm siegreichen Krieges gegen Frankreich und der Herstellung eines gemeinsamen deutschen Reiches sich nothmcndig heraus- stellen werden, in erster Reihe der deutschen Industrie und dem deutschen Handel zu Gute kommen, ist iS in Anregung gebracht, daß dem entsprechend denn auch der deutsche Handels- und Gewerbcstand in ganz besonderer Weise seinen Dank gegen Diejenigen bekunde, welche ihx Leben eingesetzt haben, um uns die reichen Güter, die der jetzt bevorstehende Frieden verspricht, zu gewinnen, mit einem Worte eine große gemeinsame Jnvalidenstiftung des deutschen Hanvelsstondes zu begründen, durch welche unabhängig von der zu gewährenden staatlichen Unterstützung überall da noch noch Maßgabe der indiv duell hervortretenden Bedürfnisse geholfen werden soll, wo nach den strengen Normen des Gesetzes den so viilfachen Anforderungen und der mannigfach wechselnden Roth des einzelnen Lebens nicht genügt wer-
Heimstätte gründen können, werden wohl daran tbun, denn mit der Gemüthlich- keit zwischen Deutschen und Franzosen ist es auf Jahre, vielleicht auf Jahrzehnte aus. Es versteht sich übrigens von selbst, daß man in Versailles nicht den cm» gebildeten Werth des Verlustes oder die goldenen Hoffnungen, wilche vor dem Frieden die Fremde versprach, buchen, sondern nur das, was wirklich und nachweisbar zerstört oder verdorben wurde, wird in Rechnung gezogen werden können. Leider sind in diesem Eapitel die lächerlichsten Ansprüche auf Entschädigungen bereits da und dort laut geworden. (K. Z.)
Die Times widmet Garibaldi bei seinem Abgang von frero KriegStheater
eine Abschiedsrede: „Exil Garibaldi! Eine der Episoden des traurigen Drama'S des siebenmonatlichen Krieges ist ausgefpielt und auf keine Weise die lustigste Episode. Der Held von Eaprera kehrt zurück zu seiner Heimathsir.sel, kein schlechterer Mann als tr war, aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht weiser, wie zuvor. An Garibaldi's Kopf und Herzen ist weder etwas zu vererben noch zu bessern." An den trugi-komischen AuSgang ter aaribaldifcken Episode knüpft die Times folgende Betrachtung.- „Welchen neuin Impuls der öffentlichen Meinung auch die denkwürdige Krisis geben mag, welche das Land eben übersteht, so ist doch auginscheinlich, daß für den Augenblick |ür externe Parteigängern und unbedenkliche Gewalt kein Raum gelassen ist. Frankreich kommt wieder zu sich nach ...... Selbst der einheimische
tu Schweiz hätten ein Richt, die Erstattung dieser Kostin zunächst von Deutschland zu fordern; Deutschland könne dieselben dann immerhin Frankreich in Rechnung stellen. Wie sehr oft in jüngster Zeit, nimmt die Times auch bei dieser Gelegenheit in ihren Schlußfolgerungen einen sehr hohen Ton gegen Dcutsckland an: „Als eine ter ersten unter den neutralen Mächten sind wir verpflichtit, dafür zu sorgen, daß die Freiheit und daö Recht der Neutralen nicht ungehöriger Weise verkürzt werden. . . . Wir hoffen, daß cü nicht dazu kommen wird, daß wir K- mal- förmlich angerufen werden, die Entschädigungsfvrderungen der Schweiz oder Belgiens in Erwägung zu nehmen, aber die beste Weise, einen solchen möglichen
den kann.
Der Ausschuß des deutschen Handelstages hot in seiner jüngsten Sitzung, in welcher die Herren Delbrück und Liebermann aus Berlin, Hertel aus Augsburg, MoSle aus Bremen, Stahlberg aus Stettin, Dr. Weigel aus Kassel, Dr. Meyer aus Breslau, Reinke aus Altona, Soetbeer aus Homburg, Wesenfild aus „ ..
Elberfeld, ^uckschwerdt aus Magdeburg, Witte aus Rostock, Stephan aus Königs- einem Wuthonfalle, ter es vollkommen crschoplt Han .
berg anwesend wann, |id> auch mit der Banksrogr beschäftigt. Der Ausschuß Fanatismus ist gegenwärtig ein storenkes Element. Auch Gau betta s liriegsruf bcsüiwoitet • 1) die Erhebung der preußischen Bank zur Eeniralbanl ces keuschen mußte als ein stvrenver Tcn unlcrkruclt werben. Um w e viel mehr mußte tat Ruchs unv di/ Erneuerung r.fp. Mvbificaiivn ehre« Privilegs, 2) die Anv.bnung Gefasel eines fremden Fanaüker« unerträgkech fein, der m>t Frankreich^ankte, weil der Errichtung von Emlösungsstcllen für di. Banknoten Seetcn« aller deutschen es anrcrS ist, al» das Frankreich feiner eigenen thorichten Einbildung. Au einer Reitflbönftn an einem Orte, an welchem sich eine Filiale oder Cvnimaudilr der anderen stelle stellt die Times Betrachtungen o>, über den Tdcil der von Frank- preußischen Bank kcfinbet, die jedoch in di.ftm Fall zur Annahme jener Privat- reich zu tragenden K.i.gSkvsten, welchen k.e Unterhaltung der intern,rten franzo- bankuo.en ve.pstich.et sein müsse, 3) wird empfohlen, daß künstig di. Errichtung,sischen Soldaten .n den zentralen Land^rn verursacht, ^ud ^haupttt, Lelgunund neuer Pl.vat-Zettelbankcn nur im Wege der RcichSgesetzgebung erfolgen duife. Das mossenbAt vorliegende Material über die Bankfrage soll gesichtet, den Handelskammern zur Kenntniß gebracht und donn die Frage über die Normativbistimmungen wegen der Privotnoten-Emisflon weiter erörtert werden.
Die Interessen der aus Paris, Lille, Marseille K. rertriebenen Deutschen werden bei der großen Abrechnung der Kriegführenden zur Sprache kommen, daran dürfte kaum zu zweifeln sein. Die Presse ist bisher in diesem Punkte gewiß nur der schwache Ausdruck der öffentlichen Meinung in Deutschland gewesen. In- d.ß wird leider wohl noch lange nicht an die Rückkehr unserer Landsleute in ihre früheren Geschäftskreise zu denken sein, da die Erbitterung der Franzosen und b<-


