Die Arbeiter, darunter auch die älteren, traten
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Europa geändert haben, und zum Verständnisse dieser Folgen reform" demonstrirt, schenkt man dem aufgestellten Entwurf wenig Zerfall. Der-
Machtverhältnisse in
SitQe
ReichSkanzlcramt übermitteln.
Schluß 3 Uhr. Nächste Sitzung morgen Mittag 1 Uhr. Tagesordnung:
sind sie nicht entfernt gelangt."
Man schreibt der „Köln. Ztg." aus Beirut (Türker) vom 28. September: Seit zwei Wochen erfahren die eingeborenen Christen hier, was der Umschwung zu bedeuten hat, der mit Aali Pascha's Ableben und der Ersetzung seines civilr- sationsfreundlichen Ministeriums durch Alttürken eingetreten ist. Kein Tag vev geht, wo sich der Fanatismus der niederen Klaffe der mofilamijchen Bevölkerung nicht Ungebührlichkeiten gegen die Christen der Stabt erlaubt, ohne daß die An- gegriffenen bei dem Gouverneur der Stabt Schutz, die Angreifer Strafe fände«. Den Anfang machte eine Rotte Burschen, die unter der Führung eines früheren Mekkapilgers und jetzigen Zollbeamten, Seid Ramavhan, des Nachts umhcrzogen und harmlose Leute mit Knütteln anfielen, ja, selbst unter dem Vorwande, nach Contrebande zu suchen, in Christenhäuser einbrachen. Dann erfolgten Angriffe sogar bei Hellem Tage, indem am 24. ein angesehener einheimischer Christ von Mohamedanern im Bazar beschimpft und niedergeschlagen wurde, und indem Tags nachher ein anderer Christ im Europäerviertel dieselbe Behandlung erfuhr. Der ganze hiesige Pöbel ist in Aufregung, und der Umstand, daß eine Schaar von Strolchen aus Damaskus, die man für die in Arabien stehende Armee des Sul- tant geworben, gegenwärtig hier die Einschiffung erwartet, verstärkt die Gefahr, die von diesen Fanatikern droht, erheblich. Bei Rauf Pascha, dem Gouverneur ist aber keine Hilfe zu finden, und bas Gericht, an das er die Klagenden verweist, steckt statt der Angreifer die Angegriffenen in's Gefängniß. Das Militär hütet sich weislich, für GiaurS gegen Gläubige einzuschreiten, und der humane Ge- neralgouverneur des Vilajets Syrien, Raschid Pascha, ist nicht hier und wird balv ganz abberufen und, wie es heißt, durch Subi Pascha, einen fanatischen Alttürken, ersetzt werden. Im Hinblick hierauf haben die Consuln sich vorgestern versammelt und energische Vorstellungen an Rauf Pascha, Der den Generalgouverneur vertritt, gerichtet, sowie von ihren Gesandtschaften in Stambul Verhaltungsmaßregeln und Unterstützung ihrer Vorstellungen bei Der Pforte erbeten."
dann zur Besprechung im „Heilig-Geist" zusammen. Heute Abend werden mehrere größere Versammlungen von Arbeitern ftattfinden. Dem Vernehmen nach soll bei Fortdauer des Feierns allgemein jene polizeiliche Vorschrift zur Anwendung gebracht werden, welche jedem Ortsfremden ohne nachweisliche Beschäftigung den Aufenthalt in Der StaDt auf 24 Stunden beschränkt. — 5 Uhr Abends. Die Arbeitseinstellung in Den Mayer'-, Michel-' und Denninger'schen Fabriken ist nicht vollständig. Zwei Werkstätten, die Walker und Falzer, arbeiten weiter. Um 1 Uhr und 4 Uhr wurden von Den Feiernden gewaltthätige Schritte gegen jene versucht, so daß Die Polizei einschreiten mußte. Von zwei verhafteten Tumultuanten wurde Den Händen Der Polizei einer entrissen. Die Polizeimannschaft wurde miß- handelt und machte von Der Waffe Gebrauch. Requirirte Militärpatrouillen vollzogen eine Verhaftung, und halten gegenwärtig noch Die OrDnung in Den Straßen um Die Fabrikgebäude in Der Stadt aufrecht. Die Haltung der Arbeiter ist
Präsidentenwahl.
t Berlin, 18. October. Der Kronprinz des deutschen Reiches, welcher berufen ist, dermaleinst die deutschen Reiche unter seinem Scepter zu vereinigen, feiert heute seinen einundvierzigsten Geburtstag. Daß der Kronprinz ein sicherer Hort der deutschen Einheit fein wird, dafür bürgt uns sein ächt deutscher L>inn und fein erprobter siegreicher Degen; hoffen wir aber auch, daß er die deutsche Freiheit unter seinen Schutz nimmt, Denn die Gefahren, von Denen Das deutsche Reich unter Dem Nachfolger Des gegenwärtigen Kaisers bedroht sein wird, Der PanslaviSmns und Der SocialiSmuS, können nur durch eine Das gesammte Volk befriedigende, wahrhaft freie Politik überwunden werden. Kronprinz Friedrich Wilhelm hat schon so ost Proben schönster Bürgertugend abgelegt und wir Dürfen daher Die Ueberzeugung hegen, Daß er schon jetzt Darauf sinnt, Den Ausbau des Deutschen Reichs auch nach Der freiheitlichen Richtung hin zu fördern.
Im Laufe Des Sommers 1871 kam von russischer Seite Die Nachricht nach Berlin, es feien auf Der Halbinsel Buzatfchi an Der Ostküste Des kaspischen MeereS mächtige Guanolager aufgefunDen. Auf Grund Der von allerhöchster stelle erteilten Concession ist im Nachsommer D. I. von einem Berliner Consortium eine wissenschaftliche Expedition zur Untersuchung Dieses im allgemeinen Interesse sehr wichtigen Fundes ausgerüstet, und haben die Dazu aufgefordcrten Herren Prof. Stobmann aus Halle und Prof. Orth aus Berlin im Laufe Der Monate August und September eine RecognoScirung an Ort und Stelle ausgeführt. Das Resultat ist leider ein ungünstiges gewesen, es hat kein Guano nachgewiesen werden
Kassel, 18. October. Der Kronprinz und die Kronprinzessin haben, in dankbarer Anerkennung Der herzlichen Gesinnungen, welche Amerika Den deutscher. Kriegern in wirksamster Weise bethätigt und in lebhafter Thcilnahme für Die vom Unglück betroffenen Bewohner von Chicago, für Die Abgebrannten dieser Stadt einen Beitrag von 500 Thalern bewilligt.
Kassel, 19. October. Nach einer Uebereinkunft Der beteiligten Bahn- Direktionen soll vorläufig keine Fahrplanänderung in Der mitteldeutschen Route eintreten. Dagegen soll Der Localverkehr abgeändert werden.
Mainz, 16. October. Nachdem Die vor etwa einer Woche begehrte Erhöhung Der Löhne um ein Viertheil unD Abkürzung der Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich von der Betriebsverwaltung Der hessischen Ludwigsbadn Dem Arbeiterpersonal nicht zugestanden worden, stellten heute Die Arbeiter Der Maschincn-Central- werkstätte, Der Wagenreparaturanstall, sowie die Lohnarbeiter in sämmtlichen Güter- hallen Dieser Bahn jede Arbeit ein. Zm Auftrag Der Verwaltung bewilligte bei den sofort eröffneten Verhandlungen der Obermaschinenmeister Thomas die verlangte Abkürzung der täglichen Arbeitszeit auf 10 Stunden und statt Der geforderten Lohnerhöhung von 25 pCt. eine solche von 15 pCt. Dieses Anerbieten fand jedoch keine Annahme, und Die gegen 1000 Köpfe zählende Arbeiterschaar sah gegen Abend jede weitere Verhandlung abgebrochen, indem Die Verwaltung, welche überdieß Die besondere Berücksichtigung fleißiger und besonders brauchbarer Arbeiter in Aussicht gestellt hatte, das Angebot des Obermaschinenmeisters als ihr Ultimatum erklärte. An Uebertreibungen Seitens Der Arbeiter hat es nicht ge-
selbe Grunv Der vornehmlich gegen Den Franc als Münzeinheit spricht, spricht auch gegen Die Mark unD ebenso wollen Die Abweichungen vom Decimalsystem und die verblümte Beibehaltung Der Thalerwährung wenig gefallen. Die Stuttgarter Handelskammer empfiehlt ebenfalls Den Goldgulden = 20 Sgr. als Münzeinheit und Die Ausprägung einer Goldmünze im Werthe von 62/3 Thlr. — 25 Frcs., mit Ausschluß von Goldmünzen von 5 und 10 Thalern. Man hofft, daß auf dieser Basis sich ein annehmbarer Compromiß erzielen lasse.
Die Angelegenheit Der Gotthardtbahn wird, wie auch Die Thronrede bereitbemerkt, Den Reichstag demnächst beschäftigen. Dem Bundesrathe ist Die betreffende Vorlage bereits zugegangen, welche die Höhe Der geforDerten Subvention feststcllt, indem sie auf Die bisherige Entwicklung Der ganzen Frage, auf Die einzelnen Summen Der Beisteuern und auf Die noch erübrigenden Gelder hinweist. Auch für Elsaß-Lothringen wirD in Dem Entwürfe eine Beisteuer zu Der Gotthardtbahn be-
Drohend. .
f Berlin, 17. Oktober. Da Der Münzreform-Entwurf in Den Kreisen Des Bundesraths Durchaus keine günstige Aufnahme gefunden, so Dürfte jedenfalls seine Annahme nur mit wesentlichen Abänderungen ftattfinden. Noch mehr gilt dies vom Reichstage und Die süddeutschen Mitglieder Desselben erheben noch viel bedeutenderen Widerspruch als Die aus Dem Norden. Sämmtliche hessi.'che Handels- kammrrn haben sich inzwischen in einer Collectiv-Eingabe an Die hessi-che Regierung unD Den bleibenden Ausschuß des deutschen Handelstages gegen Die Schaffung Der Stücke ä 5 unD 10 Thaler, beziehungsweise gegen Die Rechnungseinheit von 10 Silbergr. unD für Die Ausprägung einer ReichsgolDmünze im Werthe von 25 Francs als Dem Zehnfachen Der Rechnungseinheit von 20 Sgr. = 1 österreich. S lbergulDen ausgesprochen. Ebenso hat sich Die Stuttgarter Handelskammer gegen den Berliner Entwurf mehrfach ausgesprochen. Abgesehen von Moritz Mohl, Der mit größtem Fanatismus sein Steckenpferd — Die Acceptirung Des Francsystems — reitet unD in langatbmigen Artikeln Die „Gefahren einer verfehlten Münz-
ansprucht. _ ,
t Berlin, 18. Oktober. Deutscher Reichstag. 4. Sitzung. NachDem IN der gestrigen (Dritten) Adendsitzung Das Haus wieDerum nicht beschlußfähig war, eröffnet Präsident Dr. Simson Die heutige Sitzung um 21/* Uhr. Am Tische Des Bundesraths befinden sich Die Herren v. Friesen unD -Senator Krüger. Die Bänke ocS Hauses sind etwas zahlreicher besetzt unD ergiebt Der nach ErleDigung ver- schiiDener Urlaubgesuche angestellte Namensaufruf Die Anwesenheit von 201 Mitgliedern, so daß Der Reichstag heute beschlußfähig ist.
Auf Der Tagesordnung steht Die Beschlußfassung über Die Frage, an welchem Tage Die Präsidentenwahl stattfinden soll. Der Präsident erklärt, daß Die Wahl in Der nächsten Sitzung ftattfinden werde, und bringt hieraus Diejenigen Urlaubsgesuche zur Kcnntniß DcS HauscS, über welche dasselbe Beschluß zu fassen hat, Da sie Die Dauer von acht Tagen übersteigen. Abgelehnt werden die mit Dringenden Geschäften morivirten Urlaubsgesuche der Abgg. Graf Schaffgotsch, SeinSheim, Dr. Becker (Dortmund) und Ulrich. — Weiter theilt Der Präsident mit, Daß noch acht Mandate für den Reichstag erledigt sind, sowie Daß für zwölf Ersatzwahlen und für sieben beanstandete Mandate Die Wahlprüfungen vorzunehmen sinD.
Minister Delbrück hat sich bereit erklärt, alle auf Den Etat bezüglichen An- fragen sofort zu beantworten; Das PräsiDium wird Die bezüglichen Anfragen Dem
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jrorDen. .
London, 1 ßllllNNUN^ Cl
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fehlt. In einigen Werkstätten hatte man die EingangSthüren gegen weniger Standhafte förmlich verbarrikadirt. Auch Versuche zur Störung des Bahnbetriebs kamen vor, indem man die Bedienung Der Drehscheiben und Der Gasbeleuchtungsanstalt Der Bahn und des Bahnhofes unter Drohungen an Der Ausführung ihrer Ob- ..... ............. o—-- ,.....
liegenheiten zu hindern suchte. Die Bctriebsinspection suspendirte gegen Abendskönncn. Somit ist auch (abgesehen vom Fischguano, Der sämmtliche Freikarten für Arbeiter, Deren ungefähr 150 nicht auf Die gewöhnlich^ winncn sein würde) auf einen Ersatz für Den neuen schon auf Die Rergc glyenven Weise nach Hause kamen. Aus guter Quelle erfahren wir von weiter beabsich-! Peruguano nicht zu rechnen. „ t
tigten Arbeitseinstellungen, namentlich in Den LeDer- und den Möbelfabriken. Das, Gravenhage, 17. October. Das Volk zertrümmerte die Scheiden Der Woy- Arbeitspersonal Der Schulischen Maschinenfabrik strikt auch. nung van Boffe's, des Colonicenministers; die Garnison ist consignirt und et |tno
Mainz, 17. Oktober. Eine abermalige beDeutenDe Arbeitseinstellung ist;strenge Maßregeln zur WieDerherstellung Der Ordnung ergriffen.
nach gestern unD heute fortgesetzten resultatlosen Verbandlungen heute Mittag zur! Versailles, 19. October. Man signalisirt von London aus eine lLoaUt Ausführung gekommen. Gegen 500 Mann von den in Den geDerfabrifen von leer Bouapartisten und der Internationalen. — ThierS will Bankoillet - Coupon Mayer, Michel und Denninger beschäftigten Arbeitern verließen Die Werkstätten!zu 5 unD zu 10 Franken auSgebcn.
4361) Nachdem d» des«rsllhr''tll Gietzen mit bieiem u Huss Mumibung bis eine Vereinbarung fle die Letztere gegen Ab fit die bevorzugten i und alsbald, die unt in drei Terminen al'zir Um etwaige unbefani Christian Jugha ikittung der Acieneinü Ansprüche io gcwiü dir hier an:umelden und t: gegen die erwähnte i bringen, als sonst die 1 bestätigt und vollzogen
Gießen, den 9. Ccto Großberzoaliches
Stadtrichter.
Tas Schult Nachlaß des < von Garbem
^effeiltliche A 4229) Nachdem die tchsüekmnten Gläubig « Nachlasses des (?
Garbenteich bebui 'Glichen Concurses g, Ltrnen getroffen, wtr: ,Eiger desselben unt ^enemncht biemit m JBiJfli ihre Mtr
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fl,n Etlichen C°nsul-r.Jahr-Sb-richt- kommt folgende b-achtenswerth-Stelle vor : in und außerhalb der Stadt Es ist zu hoffen, Daß die neugegrünüete deutsche Bank denjenigen Continental- Dann lur Besprechung im „He aelDverkehr, welcher bisher in Den Händen Des Pariser Comptoirs d'EScompte war, , an sich ziehen, erweitern und in Dieser Weise etwas Raum für direkte ®dc- . beziehunaen schaffen wird. Frankreichs politische Lage und national-oconomischer ' Schwächezustand lassen für uns sicher Manches gelingen, was noch vor Zahrcn unerreichbar schien. Besonders beachtenSwerth erscheint Das Verhaltniß, in welches sich Die Deutschen Geschäftsleute mit Der chinesischen Geschäftswelt gesetzt haben. ■ Der Chinese gibt Den Deutschen überhaupt Den Beinamen lao-shch. Dies soll beifeen, Daß sie verträglich, nicht ungebührlich sind und man mit ihnen im Ge- schäftSverkehre gut auskomme. Deut'che Segelschiffe haben zur Befrachtung unter den Chinesen stets Den Vorzug vor Denen anDerer Nationen, namentlich vor englischen Segelschiffen, unD deutsche Kaufleute finden mit ihren Maaren noch Abnahme, wenn für Engländer keine Aussicht mehr ist. Dagegen geht Den Chinesen Der Begriff unserer staatlichen Machtstellung fast ganz ab; sie halten uns für em Harm- loses Kaufmannsoolk, Denn sie haben von ur.fi weder Kriegsschiffe, »och Dampfer __ es sind überhaupt wohl nur zwei deutsche Dampfer in den chinesischen und japanischen Meeren —, noch überhaupt etwas vor Augen, was ihnen gefahrl'ch erscheint. Ihr Verständniß geht noch nicht über den Bereich ihrer äußeren Wa^r- nehmungen hinaus, und Die, wenn auch zahlreichen, doch neben den eng iscyen, amerikanischen, auch französischen Dampfern, unstattlich erscheinenden Segelschiffe, von Denen Die Deutsche Flagge weht, bestärken sie in Der vorher geschilDerten Auffassung. Die großen Ereignisse Des letzten Jahres haben auf Die Vorstellung Der Chinesen, weder Der Kaufleute noch Der Mandarine, so gewaltig gewirkt, wie man es in Europa vielleicht glauben mag. So begierig auch Die Nachrichten von ihnen verschlungen wurden, um so mehr, als es sich um französische Niederlagen handelte, so betrachten sie die Erfolge doch mehr als glücklich ausgeführte Handstreiche, und etwa in Dem Lichte, in welchem sie Die Erfolge Der chinesischen Rebellen und Deren Eroberung großer Länderstrecken ansehen. Zu einer Anschauung, Daß sich Die
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