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Gießener

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hieben

Nr. 243

Samstag den 21. October

1871

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20. October.

SÄÄ??Ä.. b" Publikum abgelassen werden.

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In allen übrigen Be

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Man würde den Geist und die Ueberlieferung der römisch-katholischen Kirche unentgeltliche Lieseruna d,^° ^°"r fln b" Publikum

»erkennen, wenn man glauben wollte, daß die obersten Leiter derselben st» durch .iebunaen fint t.f hi ,tcr ®®rnulare !»*» nicht statt. In allen übrigen Be- den Widerstand eine« Thciles ihrer Angehörigen gegen die Beschlüsse des letzten ü? Drucksachen gelt n Sendungen dieselben Bestimmungen Anwendung, welche Conci s und durck den Noroann brr ______ ... m.. . ' . 1

Preis vierteljährig 1 fl. 12 ft.

Hiit Bringerlohn. Durch die Bost bezogen vierteliährig

1 27 K.

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Erscheint täglich, mit Stuf, nähme Montags.

Expedition: Canzleiberg 2it. B. Nr. 1.

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den Widerstand eines Theiles ihrer Angehörigen gegen ... vto

GonciU und durch den Vorgang der baycrischen Regierung, welche den Gegnern des UnfehlbarkettSdogma s rhren Schutz zugesichert hat, von der Verfolgung ihrer Ziele abyalten lassen wurden. Zunächst kam es dem Papste nur darauf an, sich vom Concil die Formel, die feinem Absolutismus für die kirchlichen Angelegen- Heiken und für die von ihm angestrebte Suprematie der Kirche über weltliche Dinge sichern sollte, zuerkennen zu lassen. Wenn er auch im Spätsommer den ermüdeten Concilsvatern eine Pause gönnen wollte, so hatte er doch een Plan, die Väter im Lause des Winters wieder zusammen zu berufen und ihnen die indessen von den Commissionen geförderten Vorarbeiten und DecretSentwürfe vorzulegen. Der im Juli auegebrochene deutsch-französische Krieg beschleunigte zwar den Schluß des Concils, und die Schlacht von Sedan hatte für den Papst die Folge, daß er sich in den Vatican zurückziehen mußte. Jene Vorarbeiten für die Zukunft sind jedoch deshalb nicht m's Stockcn gerathcn, und man denkt in Rom müder daran, ein ökumenisches Concil zur Berathung und Sanction derselben einzuberufcn. So wird der klerikalen, in diesen Angelegenheiten meistens gutunterrichteten,Köln. Volkszeitung" von Rom aus auf das Bestimmteste versichert, daß man im Vatican, wo die Arbeiten des Concils fortwährend noch einzelne dazu berufene Prälaten beschäftigen, neuerdings die Frage nach der Fortsetzung und Wiederaufnahme der Verhandlungen und Sitzungen wieder ernstlich in's Auge gefaßt habe. Dies könne mdcß nicht in Rom geschehen. Man schwanke noch, wohin man das Concil be­rufen soll. Die bedeutsamsten und für das christliche Leben folgenschwersten Fra- gen, z. B. über die Reorganisation des Ordens- und Weltclerus, über kirchliche Genossenschaften und Bruderschaften, über das Misstonswesen, über die Stellung der Kirche dem modernen Staate und den modernen Ideen gegenüber, über die Erziehung dcr christlichen Jugend rc., alle diese Fragen seien noch nicht verhandelt worden, und doch bildeten sie mit andenn die Hauptaufgabe, welche das Concil löfen follte. Alle diefe Punkte blieben in's llngemiffe hiuausgefchobcn, wenn die Vertagung des Concils perennirend werden sollte. Damit wäre aber der wesent­liche Zweck dcr zusammenberufenen Kirchenversammlung nicht erreicht, wären die großen Abstchten, welche der Papst bei der Convocativn hatte, und die Hoffnun gen, welche die Kirche auf das Concil setzte, zu nicht geringem Theile vereitelt. Das wolle aber der Papst nicht. Darum habe er die Vorarbeiten ununterbrochen fortsetzen lassen, darum bilde die Frage, wie es zu ermöglichen sei, die Väter zur Fortsetzung der Sitzungen zu versammeln, nicht die geringste unter seinen Sorgen.

t Aus den Kreisen des Publikums ist wiederholt dcr Wunsch ausgesprochen worden, die Correspondenzkarten bei der Versendung durch die Post auch als For- mular zu Drucksachen benutzen zu dürfen, die gedruckte Annonce rc. würde auf der Rückseite der Karte angebracht werden. Nachdem über den Gegenstand eine Verständigung mit den süddeutschen Postverwaltungen, sowie mit dcr österreichischen und luxemburgischen Postverwaltung stattgefunden hat, hat jetzt das Gencralpost- amt bestimmt, baß eine derartige Verwendung der Correspondenzkarte von jetzt ab sowohl im internen Verkehr als auch im Wechselverkehr unter folgenden Bedin­gungen zulässig sein soll: 1) die Mittheilungen müssen auf der Rückseite der Corre- sponvenzkarte durch Druck, Litographie oder sonst auf mechanilchem Wege herge- stellt fein; sic dürfen keine weitergehenden schriftlichen Einschaltungen oder Zusätze enthalten, als nach dem Reglement bei Drucksachen, bezw. offenen Karten, welche Krgen die ermäßigte Taxe befördert werden sollen, überhaupt gestattet sind; 2) dac yorto von Va Silbergroschen bezw. 1 Kreuzer muß in gleicher Weise, wie bei den sonstigen Drucksachen, ich Voraus entrichtet werden, thunlichst unter Verwendung »on Freimarken; 3) Formulare zu Correspondenzkarten, welche demnächst als Druck­sachen zur Versendung gelangen sollen, können in Quantitäten von je 5 Stück

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Affeld, am 14. October 1871. Großherzogliches Kreisamt Alsfeld.

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9inn,f,LT? k Bunde-rathe gefaßten Beschluß sind die Senkungen in Ä 1 <. b°«°rst°h-nden Volkszählung als Sendungen in gemcinlchast.

lichen Zollangelegenheiten anzusehcn, und ist daher die Portofreiheit dieser Sen- fctn 8,ßlmmun6(n über die Portofreiheit in gemeinschaftlichen Zoll- angelcgenheitcn zu beurtheilen. Nach einer Verfügung des Gcncralvostdircctor» ommen demnach bei der Volkszählung folgende Grundsätze zur Anwendung- nn hV,, Schriftwechsel zwischen den Behörden und Beamten des früheren norddeutschen Bundes einerseits und den Behörden und Beamten in Bayern ^eklbr nn7.nr ü"b Suvh-ssen anderseits ist im Bricfpost. wie im Fghrpostt n n rcrickieden?" Schriftwechsel zwischen den Behörden und Be-

, r ba^K 6tflakn 0,8 ehemaligen norddeutschen Bundes ist gleicher- weise portofrei; 3) der amtliche Schriftwechsel zwischen den Behördrn und Beamten bc^lben" ®,afltt8 de« früheren norddeutschen Bundes ist portopflichtig. .. . ® e portofreien Sendungen müssen zur Begründung der Portofreiheit mit der äußeren BezeichnungZollvireinssache" «ersehen werden.

Ueber den Umfang der Goldvorräthe, in deren Besitz die Reichsfinanzver. b-d befindet, enthalten die dem Mllnzgefctzentwurfe beigegcbenen Motive einige Andeutungen. Zunächst wird constatirt, daß die französische Regierung nicht unerhebliche Summen in Gold gezahlt habe, wie neulich bemerkt, 109 Million«, Addern,Heils aber, heißt cs weiter, fehlte es für die Einziehung der in M T1 in Zahlung gegebenen Londoner Wechsel so sehr

Krill« auk r>,»'an^ < ba6, blc Reichsverwaltung, um nicht eine gefahrdrohende w mat C J genöthigt war, durch Bezüge von

Gold den Wechselmarke zu erleichtern. Nun beliefen sich die von Frankreich in Z 82/8'in" ffl»8rhn reV^t4fe ÜUf ?' ^2,350,000 Franc«. Wenn davon üb» fion L ^°'d eingelost worden sind, so ergibt sich ein Goldvorrath von ub r 600 Millionen Francs, also ein Minimum von 160 Millionen Thaler, eine vvn^Gowmü^ ^ d" von der Reichsregierung in Aussicht genommenen Prägung von Cioldmunzen vollkommen hmrelcht.

normirf be< »Men ist auf 401,000 Mann

o. ' ... °.nb,889 Mann auf das in Elsaß-Lothringen garnisonircnde fünfte w JTe" 3rrthuml,cherwcise ist hieraus die durch mehrere Blätter Ä es ie ,5'889 Mann sollten im Herbst des nächsten

«nut ,,aUa b? Mannschaften des -neuen Reichslantes ausgehoben werden: in Wahrheit ist aber nur die Aushebung der Rekruten aus den Jahrgängen von 1851 und I8o2 angeordnct, was ungefähr 8000 Mann ergeben mag.

Nach neuestem Bericht hat dcr Gemeinverath von Wien sich bezüglich seiner Haltung gegenüber den Altkatholiken nicht einschüchtern lassen, wie gemeldet wurde, sondern beschlossen, den früheren Beschluß, die Salvator-Capelle den Alllatboltkcn zu überlassen, trotz der Einsprache des Eonststoriums und ohne den Eonflict mit letzterem zu scheuen, zur sofortigen Ausführung zu bringt«.

Die neueste amerikanische Post, welche bis zum 3. October reicht, meldet die bereits durch das Kabel bekannte Nachricht, daß dcr Mapor Hall wegcn Eriminal- verbrcchcns belang, und auf dcn folgenden Tag vorgeladen wurde Jniwischen fahrt dieNcwyork Times" mit der Veröffentlichung ihrer Enthüllungen fort und sagt, daß nach mäßiger Schätzung über 600 Personen jährlich aus den städtischen Steuern für Dienste bezahlt worden seien, die sic nie geleistet hätten, während eine mindestens ebenso große Anzahl unerhörte Gehälter für Dienste bezogen habe, ür welche sie vollständig incompctcn« gewesen kurzum, dcr ganze Schwindel habe der Stad,kaffe jährlich 1,250,000 Dollar» gekostet. °

3n dem von dem Co»,ul de» deutschen Reiches in Tientsin erstatteten neue-

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Best-Wmqen a»f den Gieße,isr Änzeig«'

Abonnenterr, welcke den Anzeiger bet der Expedition abholm lassen, erhalten denselben für das IV. Quartal 1871 zu 1 fl Brodpreise vom 21. bis 27. October 1871, nach eigener Erklärung der Bäcker:

4 Pfund gemischtes Brod 22 kr. 2 Pfund gemischtes Brov 11 kr. 4 Pfund Roggcnbrod 19 fr. 2 Pfund Roggenbrod 9% fr.