Bulgarien gefaßt machen.
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Kriegsnachrichte
Verlustliste.
1. Netter * Regiment.
Gefecht bei Chaumont am 6. Januar Gardechcvauxleger Johannes Dietrich von der L.ibfchw.,
Gefecht bei Bannes am 7. Januar 1871.
Gefreiter Math. Seb. Mergel, 4. Schw., aus Klein-Krotzenburg, tobt;
Garoechev. Ph. Herm. Bogt, 4. Schw., aus Lich, vermiet.
Putrou llengtfecht bei Sennely am 8. Jan. 1871.
Chevauxleger Anion Mayer, v. 0. Leibschwadron, aus Darmstadt, vermißt.
PalrouiUengcfecht bei Sully am 9. Jan. 1871.
3"bs Groß aus U.berach, I. v., Schuß durch die linke Seite, dajelast;
Chevauxleger Joh. Georg Dotzcrd, v. d. 4. Schwadron, aus Stockhausen, öinuifet.
2. Reirer-Regiment.
Patrouillengkfecht bei Briare nach Ouzouer am 9. Jan.
Corpora! Casp. Joh. Joc. Gresser aus Heppenheim, 1. v., Schuß durch die rechte Hand, liegt in Orleans;
Chevauxleger (einj. Frc.w.) Carl Jordis aus Darmstadt, schwer verw., Schuß durch die Brust uno an dessen Folgen in der Nacht vom 9. auf 10. Jan. gestorben.
Gefecht bei Ouzouer am 10. Jan. 1871.
Chevauxleger Wilh. P.tec MuU r aus Bingenheim, 4. Schw., vermißt;
Chevauxleger Peter Herge aus Schn»pp-nhausen, 4. Schw., vermißt.
Corporul J.coo J der aus Nieder-E chvach, 4. Schw., l. v., Prellschuß am r. Bein, befind^ sich bei der Schwadron.
2. Infanterie-Regiment.
Patrouillengefeat bei Briare am 7. Jan. 1871.
Corpora! Wilh. EU.r von der 3. Compagnie, aus Dorn-Dürkheim, schwer v., Schuß in die Brust, liegt im Laz. Briare.
Chevauxleger Sevast. Maurer, v. d. 4. Schwadron, aus Schwabsburg, l. t., Schuß in den Oberschenkel und in linke Schulter, liegt im Lazarett) Orleans:
1. Jäger-Butaillon (3. Compagnie). Gefecht bei Bannes am 7. Iin. 1871.
Gardejägcr Seb. Greb von Raemuht, schwer verw., Schaß durch den Hals, im Laz. Orleans;
„ Jacob Koch aus Nieder-Klingen, l. v., Schuß durch den l. Fuß, liegt Dd|elbll;
1871.
aus Groß-Lüder, im fönifll. p-euß. jtreis Fulca, l. v. durch Prelljchuß am r. Unterfc^cnfel, bifxneet sich bei feiner Schwadron.
„ 3uq. Knell aus Frankenhaufcn, l. Bayonnetstich, befindet sich bei brr Compagnie;
Corpora! Hrr.n. Botz aus Selln od, vermißt;
Gardejag r Conrad Kale fleisch, aus Unt r-Svrg, vermißt;
„ Heiniich Diegel aus G-oß Kurven, vermißt.
3. Jdsanterie-Neg MiNt.
Gefecht bei Jedes am 10. Jan. 1871.
Gefreiter Joh. Lönenhaupt von der 2. (Souip., aus Groß-Rohrheirn, todi, Schub durch den Kopf.
Darmstadt, 18. Jan. Das gestern ausgegcbene Regierungsblatt Nr 2 enthatt:
I. Großhe.zvgliches Edikt, die Mitglieder des StaatSrathS für 1871 betreff nd:
jMle uufcrrorbinlliche Mttglud-r des StaatSrathS für das Jahr 1871 sind berufen: 1) der rouflicbe G>heimrraia Dr. Rinck Freiherr von Starck; 2) der Praukent .er ÜDer.hiT.c nal - Dmctcn Dr. (»olv.uann; 3) der Präsident des Doe.Ciniiilor u . 0 .fl.igirr; 4) der Präsiden, des Hv'gerichts der Provinz Starkrn- bur9 Or. Jlr>i; 5) der £ necier des Ooerappcllat ons- und EassationSgerichis Eleve,»..rnio Dr. wuUr.; 6| cer Min tirrialraty S»l -ermacher; 7J der Mini- neruli.tü A.e. err von Siodeufie.n; 8) der OoeroppeUa,ii>n0. und EassativnS- 0 rid>,e> alb Dr. H.llwg.v«; 9J ter M nisterialrath Fächer.
Ii. 't'.t unr oaedung, Cie Ausführung der Gewerbe - Ordnung vom 21 3uni lb69 in den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen betreffend. ‘I
Für die nach den früheren Grundsätzen zu behandelnden Pensionen sind für 100 fl. Naturalien 115 fl. zu vergüten; sodann beträgt der na» der Verordnung vom 13. Oktober 1840 und dem Tarif vom 22. September 1868, ,u leistende Zusatz für Holz von 100 fl. Pension 1 fl. 7 fr.
IV. Bekanntmachung Großherzogtichen Kriegsministeriums, die Freiherrlich von Weyherische Eleonorenstiftung betreffend.
Aus der Freiherrlich von Wephrnfchen Eleonorenstiftung ist eine Pension (u vergeben. Es werden daher alle Diejenigen, weiche auf Grund der Aller- vöchsten Verordnung vom 19. Januar 1848 (Regierungsblatt Nr. 3) um t>,efe Pension nachfuchen wollen und nicht bereits früher um eine solche eingekommen ■ine, aufgesordert, innerhalb 4 Wochen von dem Erscheinen der gegenwärtigen Bekanntmachung im Regirrungsblatte an, ihre Gesuche bei dem Kriegsministerium einzugeben.
V. Bekanntmachung, die Verkündigung gerichtlicher Anzeigen in der Provinz Rheinhessen btlrrff.nc. 1 Ii.
Großherzogliches Bezirksgericht Alzey hat in feiner Generalversammlung 8. Decemder v. I. in Gemäßheit der Allerhöchsten Verordnung vom 12. Z'nuar 1852 die „Wormser Zeitung" als dasjenige in der Provinz Rheinhessen erscheinende Zeitungsblatt bezeichnet, durch welches die in dem Bezirke des ge- nannten Gerichts nothwendig werdenden, im Art. 1 der gedachten Verordnung ausgeführten gerichtlichen Anzeigen für die Dauer des Jahres 1871 zu verkünden sind, und hat dieser Beschluß die nach Art 2 der erwähnten Verordnung erforderliche Genehmigung des Grvßperzoglichen Ministers der Justiz erlang,.
VI. Concurrenzerösfnung: Erledigt sind: die evangelische Pfarr- stelle zu Lindenfels, im Dekanate Lindenfels, mit einem Gehalte von 1072 fl. 20 fr.; die vierte evangelische Schulstelle zu Arheilgen, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalte von 300 fl. excl. des May'jchen Legats und einer Vergütung von 40 fl. für Heizung des Schullokais; die erste evangelische Gemeinvisvulstelle zu Schorn heim, im Kreise Oppenheim, mit einem Gehalte von 445 fl. 37 fr., wo- ucn vorerst 75 fl. abzugeden sind; die dritte evangelische Schulstelle zu König, im Kreise Neustadt, mit einem Gehalt von 300 fl.; das Präfentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg zu; die evangelische Schulstelle zu Pieitersheim, im Kreise Alzey, mit welcher ein Gehalt von 300 fl. nebfl einer Vergütung von 30 fl für Heizung des Schullokais verbunden ist; die evangelische Schulstelle zu Waschenbach, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalt non 300 fl. 4 fr. nebst 11 fl. für Heizung de« Schullokais, excl. des May'tchen Legats; die fünfte evangelische Schulstelle zu Pfungstadt, im Kreise Darmstadt, mit einem Gehalt von 300 fl. '
VII. Gestorben: am 18. November 1870 der evang. Schullehrer Balz zu Heppenheim; am 1. December der pensionirte Schullehrer Bonn zu Burkhards; ■ am 4. December der evang. Pfarrer Stock zu Seligenstadt.
I , , ehrerbietiger Zustimmung und freudigem Danke begrüßen wir die ierhebenden Worte Ew. Majestät, welche, durchwebt van
Nachdem durch Artikel 80 der Verfassung des deutschen Bunde« die am 21. J ini 1869 für den Norddeutschen Bund erlassene Gewerbe-Ordnung mit dem 1. Januar 1871 auch in den südlich des Mains gelegenen Theilen des Groß- herzogtbums eingefuhrt worden ist, wird die zur Ausführung derselben erlassene Verordnung vom 1. November 1869 — Regierungsblatt Nr. 53 — mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner königlichen Hoheit des Großh.rzoas auf diese Landes- theile ausgedehnt.
III. Bekanntmachung Großherzoglicher Oberrechnungskammer, die Vergütung für die in 1871 in Geld zu berichtigenden BesolvungS- und Pensions- Naturalien betreffend.
Auf den in 1870 auf den Frachtmärkten zu Mainz vorgekommenen Frucht- verkäufen, welche nach der Verordnung vom 10. December 1857 der vorgenannten Vergütung zur Grundlage dienen, ergeben sich als Durchschnittspreise eines Malters von:
8251 Malter Waizen . . . 12 fl. 11 kr.
31392 „ Korn ... 9 fl. 45 kr.
87 „ Gerste ... 7 fl. 44 kr.
776 „ Hafer ... 5 fl 49 kr.,
woraus sich der Werth von 100 fl. Naturalien auf 2ü9 fl. 1 kr. berechnet. In den Städten Darmstadt und Gießen, aus welchen nach der vorerwähnten Verordnung die Fruchtverkäufe gleichfalls zu berücksichtigen sind, wurden in 1870 feine Fruchte zu Markt gebracht. Hiernach kommen für 1871 hinsichtlich der- l'N'gen Besoldungen und Pensionen, auf welche die ungezogene Verordnung An- wendung findet, die Beträge von resp. 175 fl., 150 fl. und 125 fl. in Berechnung.
von Florenz, noch Herr Paul de Cassagnac sind daselbst gesehen worden. Der Kaiser hat ouch keinen Crebit in Frankfurt eröffnet und niemals englische Bank- billetS, die er von London bezogen haben sollte, ausgegeben.
Aus Konstantinopil wird unterm 14. telegravhirt: Das Regierungsorgan „Haik" sagt Angesichts der Conferenz: Rußlands Verlangen sei billig und könne die Türkei nie gefährden, weil die türkische Flotte der russischen stets gewachsen sein würde. Die Conferenz werde außer der Donaufrage keine andere berühren.
Die bulgarische Kirchenfrage macht noch immer viel von sich reden. Nachdem es evident wurde, daß die Zusammenberufung eines ökumenischen Gönnte doch im Werke sei, überreichte die bulgarische gemischte Commission, welche seit Jahr und Tag in Konstantinopel tagt, einen sehr energischen Protest dem Großoezler mit der entschiedenen Erklärung, sich keinem Concilsbeschlusse unterwerfen zu wollen. Erstens, sagen die Delegirten, sind nie Conctte zur Erlebt- gung von Fragen, die rein administrativer Natur sind, zusammengetreten; es waren im Ganzen 7 solcher Lersammlungen (in den Jahren 325 und 783) die aber insgesammt sich mit Definirung von Dogmen befaßten, nie aber mit Verwaltungsgegcnständen. Sodann wird dem Coucil sicher der Patriarch präsidiren, uno da dasselbe zum größten Theile aus griechischen Prälaten besteht, uns terrorisiren. Selbst die paar slaviichen Bischöfe, die anwesend sein werben, werben aus Furcht, Beranlassung zu einem Schisma zu geben, nicht für unsere gerechte Sache stimmen können. »Die bulgarische Kirchenfrage lst für unsere Nation durch den bekannten kaiserl. Ferman definitiv und unveränderlich gelöst, und wir werden nie zugeben, daß wer immer uns die durch jenen Act zuruckge- gebknen Rechte wieder raube." Das ist wohl eine enlschiebcne Sprache, die auf die Enischtießungen der Pforte einen gewissen Einfluß oueüben cüifte. Wahr- schein.ich wird trotz ter russischen Bemühungen ras Concil nicht zu Stande kommen; sollte dies aber doch geschehe, |o kann man sich auf ernste Unruhen in
f Telegraphische Depeschen.
+ Berlin, 19. Jan. Der Aorcß-Entwurf des preußischen Abgeordnetenhauses lautet:
Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser! Allergnädigster König und Herr!
Ew. Majestät Allerhöchste Botschaft, welche dem deutschen Volke die Erneuerung und Uebernabme der deutschen Kaiserwürde vcrkündet, hat das preußische Abgeordnetenhcius fr urig begrüßt, voll Dank gegen Gottes gnädige Führung, welche Ew. Majestät die Wieberhersiellung des Deutschen Reiches beschieden hat.
Auf den Ruf Ew. Majestät werden sich bald die Abgeordneten Deutschlands im Reichstage versammeln. Wir halten fest an der Hoffnung, daß auch die V.r- irehr des Stammes, dessen Södne, dem patriotischen Rufe ihres Königs folgend, in Besiegung des Feindes wetteiferten mit den übrigen deutschen Stämmen an Anstrengung und Tapferkeit, uns nicht fehlen werben bei der friedlichen Arbeit des Nat onal-ParlamentS.
Als Frucht uno Preis des gewaltigen, an den edtlsten Opfern reichen Krieges, der unter Ew. Majeflät ruhmvoller Führung mit Niederwerfung und Erschöpfung des Feindes menschlicher Voraussicht nach feinem Ende nahet, ist unserem Vater- lande, nach mächtigem Ringen und Kämpfen der ganzen Geneiation, die politische Einheit und die einer großen Nation würdige Stellung zu Theil geworden.
Nicht Deutschland hat den Kamps gesucht; ihm ist es nicht zu thun um Demuthrgung seines besiegten Nachbars; Deutschland wird jederzeit bereit sein die Waffen nieterzulegen, sobald ihm durch den Wiedererwerb in Zeiten der Un- einigkeit und Schwäche verlorener Grenzlande mit natürlich und künstlichen Boll- we ken Schutz vor erneuerten Angriffen geährt ist. Gesichert gegen Frankreich, wird Deutschland die beste Bürgschaft bilden für einen dauernden europäischen Frieden. r '
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