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7 Berlin, 16. September. Die Vorbereitungen zur Wiener Weltausstellung (>at m den Kreisen unserer Industriellen jetzt ernsthaft den Gedanken angeregt, nun ebenfalls eine Weltausstellung in Berlin zu veranstalten. Wie es heißt, sind bereits ^te städtischen Behörden und der preußische Handelsminister für dies hochwicbtiae ’Drnif’ft npttinnnrn iinb rniiirtAt ««4, ____ ...... L ®
Bis zuki Jahre 1867 konnten, dem in Geltung gewesenen preußischen Kriegsdienstgesetze von 1814 gemäß, die Einjährig.Freiwilligen nach dem einen
Biebrich, 12. September. Herzog Adolph von Nassau hat in Berückstch. tigung der gesteigerten Lebensbedürfnisse seinen sämmtlichen Beamten und Dienern
Die entschiedene Haltung der bayerischen Regierung gegenüber der klerikalen Partei erhält von hier aus oie kräftigste Unterstützung. Auf die Ultramontanen Bayerns waren schon seit langer 3eit die Hoffnungen unserer Clerikalen gesetzt; die Niederlage der bayerischen „Patrioten" muß natürlich die entschiedenste Rückwirkung üben auf die Haltung unftrer specifischen Katholiken. In richtiger Würdigung dieser Verhältnisse waren schon seit Monaten alle Hebel von hier aus in Bewegung gesetzt worden, um den Streit zwischen Staat und Kirche in Bayern Zum Austrage zu bringen. Nun dies geschehen, wird der Kampf gegen unsere Centrumsfraktion und deren Anhang mit größerem Erfolg und ohne erhebliche Schwierigkeiten weiter geführt und beendigt werden können. Unsere Katholiken haben also auf dem Felde der auswärtigen Politik jedenfalls harte Schläge er-
Die unglückliche Affaire, betreffend die Einkerkerung des Dr. Johann Jacoby ^o?b"^"rch den General Vogel v. Falckenstein, welche ersteren in ungerecht- -ft Ö a viele Tage seiner Freiheit, letzteren aber seine Popularität kostete, uoch lmmer Gegenstand forenstschen Interesses. Wegen Beleidigung des Generals *• 8 n*nR£“ bekanntlich der Dr. Gustav Rasch und die Redact,on des
'^"Uner Bokskn-Couners' in erster Instanz von der Preßdeputation des hiesigen Stadtgerichts verurtherlt worden. Die Sache ist hiermit indeß noch nicht abge- t^an, sondern wird am 19. d. vor den Schranken des Kammergerichts zum Austrage kommen. * 8
eigne sich besonders das 10-Guldenstück, dessen Hälfte nur eine zur Aushilfe dienende Münze abgebe, die nur in geringen Summen zu emittiren fein würde, wegen ihrer verhältnißmäßig starken Abnutzung nach den mit den halben Sou- tiereignS und 10°Frankenstücken gemachten bekannten Erfahrungen. Für das Guldensystem spricht sodann noch nachdrücklichst der entschiedene Vorzug, welchen man demselben in Süddeutschland und am Rhein zuerkennt. Dasselbe würde bei den dortigen Bevölkerungen gewiß viel lieber gesehen werden, als die Rechnungseinheit dss DrittelthalerS, und die einzigen Handelskammern in Deutschland, welche es bisher für angezeigt gehalten haben, sich eingehender über die Münzsrage öffentlich auszusprechen, die Leipziger und die Kölner, empfehlen beide dringend das System der Gologulven zum Werthe von 20 Silbergroschen jetziger Währung.
1 - 9)anJer Korrespondenten englischer Blätter wissen manches Belustigende über t>te Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten zu erzählen, in welchen der Haß gegen Preußen tm Allgemeinen und gegen Bismarck insbesondere Befriedigung sucht, und Manche, färeibt der Berichterstatter der „Daily News", waren nicht wenig empfindlich darüber, daß General v. Manteuffel von Thiers zu Tische geladen worden war. Dae war nicht anders zu erwarten, und die Sache wäre überhaupt nicht der Ec- wahnung werth, wenn sie es nicht des Grundes wegen wäre, der die Pariser zu- kfct doch mit der Einladung ausgesöhnt hat. Sie erinnerten sich plötzlich, daß ©enerfll v. Manteuffel beim Fürsten Bismarck nicht gut angeschrieben stehe, ja, stellenweise za seinen Gegnern gehöre, und da sie Niemanden so gründlich hassen, al< Bismarck, so suchen sie ihren Groll auszulassen, indem sie dem General Man- teuffel einige Höflichkeit erweisen. Hat man je solche Kinder gesehen, roie tiefe 3>arifer? E« ist eine ter spaßhaftesten Sceneri, sie auf Bismarck schießen in sehen. Allenthalben in Pari« gibt er Schießbuden, und bei den zahlreichen Tanrlokalen im Serien befindet sich regelmäßig eine solche Bude. Die Lieblingsscheibe ist ein ritnirt Stück weißer Pappe mit einem Bilde Bismaeck's im Centrum. Es scheint unendlich wohl zu thun, durch den Kopf des deutschen Staatsmannes So “iel Befriedigung gewährt ihnen dieses Spiel, daß sie zum Der- tbun des Budenbesttzers viel öfter schießen, als sie es sonst
.Gleich unfein .elne 3üee' cinim ^"gnügen sich hinzugeben, das ®ei e dnenbeim Kegelfpiel kann man sich in dieser Garr catÜ? de« ®Jnufe 6,to^ren- $£r fl6ni8 -st -Is eine gräuliche Übrigen a-be a zurechtgeschnitzt. Welche Lust ihn niederzuwerfen! Die
Jahren, zur Landwehr übertreten, wo sie in der Regel als Offiziere verwandt worden sind. Neuerdings sind, wie officiös gemeldet, wird, Gesuche, welche die gleiche Vergünstigung nach Beendigung des jüngsten Krieges zum Zweck hatten, mit Rücksicht auf das Neichskriegsgefetz vom 9. November 1867 uM^ven Art. 59 der Reichsverfaffung zurückgewiesen worben, so daß fortan auch Me Einjährig- Freiwilligen erst nach sieben Jahren zur Landwehr übertreten können.
Nachdem es eine Zeit lang den Anschein gehabt hatte, daß die Münzfrage in der bevorstehenden Session der Reichstages noch nicht vorkommen, sondern erst tm Frühling nächsten Jahres eine Vorlage hierüber seitens des Reichskanzleramtcs dem Bundcsrathe zugehen werbe, weil die Angelegenheit bis zum October nicht Sehörig könne vorbereitet werden, soll man seit einigen Tagen im preußischen Finanzministerium und im Bundeskanzleramte ernstlich mit dem Gedanken umgehen, nun doch die Münzfrage ohne allen Verzug zum Abschluß zu bringen. Die in Folge ver französischen Kriegscontributionszahlungen eingetretenen eigcnthümlichen Erscheinungen des Contantenmarktes möchten vor allem dazu beigetragen haben, Viesen Entschluß zu fördern, dessen Verwirklichung überall mit großer Freudigkeit begrüßt werden muß. In Frankfurt klagt dec Hanbelsstand über die durch lieber- fülle an silbern.n Fünffrankenstücken, welche von der preußischen Bank zurückgewiesen werden, entstandene Verlegenheit, und aus Hamburg vernimmt man eben so starke Klagen über die anhaltende und steigende Verteuerung der preußischen Tyaler gegen Hamburger Banco, welche für viele Geschäftsbeziehungen Verlust und Unzuträglichketten herbeiführt und deren Ursache man dort vornehmlich in der Ststi- rung der ThalerauSmünzungen in Berlin sucht. Hiermit hängt zusammen, daß
auch in Berlin der ^)reis des Silbers in Barren ober fremden Münzsorten auf den
unerhört niedrigen Stand von 29 Thlr. 13 Sgr. per Pfund gefallen ist. Und
doch kann man eigentlich nicht von einem Sinken des Werthes des Silbers reden,
da gleichzeitig der Cours der Napoleonsd'ors auf den eben so auffällig niedrigen ©tnnt> von 9 fl. 14 fr. gefallen ist. Wie man sich diese Vorgänge auch erklären wag, klar und nicht zu bezweifeln ist, daß ein Hinausschieben ver Münzreform bis Zum März oder April nächsten Jahres lästig und störend empfunden werden müßte, und daß eben deshalb die Erledigung dieser so schwierigen Reform gerade jetzt am leichtesten sich wird herbeiführen lassen. Jedermann sehnt sich danach, daß der Ungewißheit baldigst ein Ende gemacht werde. Während aber in oen maßgebenden Berliner Regierungskreisen darüber Einverständniß herrschen soll, daß das künftige allgemeine deutsche Münzsystem die reine Goldwährung und konsequente Decimaltqcilung als Grundlagen erhalte, hat man dem Vernehmen nach wegen t>er anzunehmenden Rechnungseinheit zu einem festen Entschlüsse noch nicht gelangen können. Da jedenfalls an die betreffenden Münz- und Werthverhältniffe ange» knüpft werden soll, so bietet sich die Wahl zwischen dem Thaler eingetheilt in 100 Kreuzer mit 5- und 10-Thalerstücken in Gold, oder dem österreichischen Gulden (20.Groschenstück) eingetheilt in 100 Kreuzer, von denen also 5 ben Werth eines jetzigen Sildergroschens haben, mit 5- und 10-Guldenstücken in Gold, ober dem Dnttelthaler oder der Mark, eingetheilt in 100 Pfennige, mit 10- und 20-Mark- flucfen in Gold. Die Beibehaltung des ThalerS hat wohl die geringste Aussicht. Die beiden letzterwähnten Modalitäten kommen aber wesentlich auf das Nämliche hinaus. Für das Drittelthalerstück wird geltend gemacht, daß sich damit der Silbergroschen am einfachsten verbinde, wie auch die einstweilige Beibehaltung des Th^rs als des Dreifachen im gewöhnlichen Verkehr, während die Verteidiger brö Guldensystems darauf Hinweisen, daß es offenbar paffend erscheine, die künftige
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t Berlin,15. September. Daß im Justizministerium ein Gesetzentwurf, betrcffvnD t)te Einführung der obligatorischen Civilehe au-gearbeitet wird und dem nächsten Reichstage vorgelegt werden soll, wird uns bestätigt. — ES ist dies immer- bin als ein großer Fortschritt auf der Bahn unserer Gesetzgebung anzusehen, und toir wollen das dankbar acceptiren. Zu wünschen wäre nur, daß auch oie Einführung der konfessionslosen Schule, des konfessionslosen Friedhofes, die Trennung d" Schule von der Kirche noch von der Bundesregierung in's Auge gefaßt, und die darauf bezüglichen Gesetze dem Reichstage recht bald würden vorgelegt werden. Hoffentlich wird der Reichstag nach dieser Richtung hin eine gewisse Pression auszuüben verstehen; es kostet bas ja keinerlei Opfer und verletzt ja eigentlich auch nur die Interessen der Centrumsfraktion. — Die Willfährigkeit der Volksvertretung na$ oben wirb dadurch mchl adgefchwächt, außerdem könnte es dazu dienen, dem Ansehen des Reichstages bei den Massen wieder etwas aufzuhelfen.
Bon der Abschaffung der Cautionen und der Zeitungsstcuer ist leider nicht die Rebe gewesen; man hält in den Regierungskreisen ben hierauf gerichteten Wunsch der Volksvertretung nicht gerade für so dringend, baß man Demselben sofort Rechnung tragen müßte.
Darmstadt, 15. Septems Der ^weck der bet-oröebenden Reite de« r, a-wonnen und erübrigt nur noch, die zum «einigen de« Unternehmen- Herzog« ist nicht nur ein Besuch der ® 6' unumgänglich notwendige Protection de« Reichskanzler« auSzuioirken.
in den Blattern angedeutet wurde ioncLn 6 i Samihe in , wie Die bezüglichen Unterhandlungen sind bereits angeknüpft. ' 1
schätzen, batz der Fürst die beiden Linien der obe bU^en Menbabnae^tt/?. e« , Nürnberg, 15 geptembee. Nach den gepflogenen Erhebungen betrug der ih«r ganzen Ausdehnung nach tn Augenschein nehmen will ^-nbahngesellschast 6« d. M. stattgehabten Epceffe 620 fl.; es wurde
negmen will. bas Eigenthum von 62 Metzgern und Backern mehr oder minder beschädigt. Seiten«
f Berlin, 15. September. Der heutige Reichsanzeiger beschäftigt sich wieder einmal mit den in letzter Zeit so zahlreich vorgekommenen Eifenbahnunfällen, und iw«» in Form eine« Erlasse«, welchen der Handelsminister, Graf v. Jtzenplitz, an sammtltche kontgl. Eifenbahn-Directionen gerichtet hat. Der Minister erwägt darin, alle die verschiedenen MilberungSgründe, welche in Folge der Nachwirkungen de« ^neges den Direktionen zu Gute kommen, er gelangt indeß zu dem Schluß, daß voraus kein Anlaß zu einer nachsichtigen Beurtheilung vorkommender Verstöße gegen Die Bestimmungen über die Sicherheit de« Betriebes gefunden werden könne. Ich bezeichne es daher" — heißt es wörtlich weiter — „nochmals als unerläßlich, mit äußerster Strenge gegen Schuldige einzufchreiten, und alle Kräfte auszubieten, um volle Herrschaft auch über die ungewöhnlichen Verhältnisse zu gewinnen. Die« wiederholt emzuschärsen, giebt mir Cer augenblicklich beginnende Rück- ie°n«p°rt der 2. und 22. Division Veranlassung. Ich erwarte, daß bte Königliche Eisenbahn-Direction e« sich zur Ehrenpflicht machen wird, bei diesen Transporten in Bezug auf Pünktlichkeit und Sicherheit der Beförderung ebenso, wie bei allen fahrplanmäßigen Zügen die peinlichste Sorgfalt uuszuüben unt Ca« nachgeordnete Beamtenpersonal zur gewissenhaftesten Erfüllung der Beruf«, schien mit allem Nachdruck anzuhalten. Bei allseitig pflichttreuer Achtsamkeit
T Berlin, 15. September. Berlin lst seit gestern in großer Aufregung über eine schreckliche Katastrophe, zu welcher Der jetzt hier florirenbe Hansschwlnbel Die unmittelbarste Veranlassung gegeben. Bei dem Ausbau eines Ladens in einem ^aufe des Kopnicker-Vicrtels hatte man trotz Der laut werdenven Bedenken und • Vn* Einspruchs der Baupolizei mit unglaublicher Leichtfertigkeit die Traamauer im Keller derart geschwächt, daß sie die Last der drei Stockwerke zu tragen nicht mcbrjm Stande war. Gestern Mittag stürzte nun plötzlich das ganze Gebäude in sich zusammen, rrß die Balkenlagen aller vier Stockwerke mit sich fort und begrub sammtliche Insassen unter einem fürchterlichen Chaos von Trümmerhaufen, pie hiesigen Blätter sind angefüllt mit Beschreibungen des Schreckensbildes, wel- fyti die Unglücksstätte, wo unter geborstenen Balken und zerbröckelten Mauern zahlreiche Verwundete schmachteten, darbot. Bis jetzt zahlt man vier Leichen.
tjoerhn, 16. September. In Karlsruhe haben sämmtliche Ministerien eine Erhöhung der Beamtengehalte um 25 Procent beantragt, und doch sind in öaDen t>ie Gehalte schon höher als in Preußen; möchte nicht auch unsere Re- S"rung sich dazu entschließen, die Gehalte aller Angestellten, wenn nicht um 33V., lo doch um 25 Procent zu erhöhen. Unter 25 Thlr. monatlich sollte in oer $bat feiner Der Staatsbeamten gestellt fein, auch bei Communallehrern und Unteroffizieren mußte das Der niedrigste Satz sein. — Gleichwohl fürchten wir, daß QU? die nächste LandtagSsesston noch vorübergehen wird, ohne daß eine Besserstellung unferer Beamten erreicht wird. Es scheint überhaupt, als ob man sich Dafür ent- fcbieDen hatte, die Entwickelung der socialen Frage ganz ruhig abzuwarten. Möchte man nur nicht überrascht werden.
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