zu erwarten sei, Latz von Norddeutschland Besucher in die Anstalt kommen würden, immerhin könnten Einige aus Süvdeutschland kommen. Das ist mir nun gerade wegen der vielen Anstalten in Süddeuischland sehr zweifelhaft. Speciell für den Staatsdienst vermag des Commissionsgutachten die Anstalt nicht als ein Betz ürfniß anzusehcn, sie hält im Gegentherl eine recht vielseitige Bildung nament- lich der Staatstechniker, sei es auch im Ausland, für räthlich, sie hält nicht ein- mal die Universität für ein dringendes Bedürfnitz, wie viel weniger eine kleine concurrirenve Anstalt. Am wenigsten hält sie für diejenigen Staatsdiener, die überhaupt keine volle wissenschaftliche Bildung nöthig hätten, die Anstalt für ein dringendes Bedü-fniß. Was das Militär betrifft, so glaubt das Gutachten ebenfalls, daß für dieses eine realistische Anstalt über den Realschulen kein dringendes Bedürfnitz sei, weil eineötheils die Realschulen dasjenige leisten, was vaS PortepeefäynvrichSexamen erfordert, und anderntheilS die OsfijierSaspiranten ihre Ausbildung zum Theil auf Kriegs- und Cavettenfchulen suchen werden. Auch von Landwirt h en erwartet das Gutachten keinen bedeutenden Besuch, weil diejenigen Lanowirthe, Vie die höchste Ausbildung suchen, auf die vorzüglichen land- wirthschaftlichen Anstalten, wie z. B. Hohenheim, gehen werden und diejenigen» welche sich mit geringerer Ausbildung begnügen, durch ihre mangelnde Vorbildung in den Lehren der Hilfswissenschaften die Schule wohl mannigfach stören werden. In Bezug auf die übrige Industrie sagt das Gutachten, datz eine höhere wissenschaftliche Bildung für die Mehrzahl der Gewerbe nicht nöthig sei, — so sagt vaS Gutachten, — mehr erforderten die Baugewerbe, noch mehr Jngenieur- wiffenschasten und Maschinenbau; Apotheker habe die Schule nicht zu erwarten. Auch die übrigen chemischen Gewerbe niederer Ordnung, wie Ferber, Gerber, Brauer, Seifensieder rc. suchten selten eine höhere wissenschaftliche Bildung. Es erkennt aber für die Mehrzahl Vieser wie der übrigen Gewerbe gerade die Schule als ein Bedürfnitz an, da die inländischen Anstalten von Bielen den ausländischen vorgezogen würden. Das mag für die Stadt allerdings, wo die Schule sich be- findet, der Fall sein, für Einwohner jeder andern Stadt des Landes ist es jedenfalls gleichgültig, ob sie ihre Söhne in eine Stadt im Lande oder in ein Nachbarland schicken. Manche werden tm Gegentheil einen hohen Werth darauf legen, dasi ihre Söhne durch den Besuch einer Anstalt in anderem Lande einen weiteren Gesichtskreis sich verschaffen.
Hier sagt das Gutachten auch, daß der Schule die Maturitätsprüfung wieder ertheilt werden müsse, oder vielmehr erhalten werden müsse, denn sie rst ihr ja nicht genommen. Dagegen lätzt sich ganz gewiß nichts einwenden, wenn die Schule überhaupt vorher in einem solchen Zustande ist, daß sich überhaupt eine Maturitas auf ihr erreichen läßt. Es verlangt ferner, daß das akademische Triennium für die technischen Fächer aufgehoben werde, sagt jedoch, datz aber auch selbst dann nur ein sehr allmäliges Auskommen der Anstalt zu erwarten sei. Endlich verlangt es, daß die Staatstechniker vor einer Commission, zum Theil aus Lehrern der Anstalt bestehend, geprüft werden sollen. Die Forstleute sollen aus Rücksicht für die Universität, wie cd heißt, dieser verbleiben. Meine Herren, Sie sehen, daß diese Prüfungscommission ein sehr harter Schlag für die Lanvesuniversität sein würde. In B.zug auf den Handel endlich sagt das Gutachten, daß ein Besuch von Kaufleuten sehr wenig in Anschlag zu bringen sein werde, wie denn überhaupt Handelsschulen mit polytechnischen Schulen sehr selten verbunden sind. ES soll aber an der schule einiger Unterricht in kaufmännischen Dingen für Nichtkaufleute ertheilt werden. Das Gutachten führe endlich als Bestrmmungsgründe anderer Art noch an, daß man die Anstalt, da sie einmal da sei, doch nicht könne eingehen lassen, daß für die Lehrkräfte keine andere Verwendung vorhanden sei, daß endlich dem Staate möglicherweise durch einen Vertrag mit der Stadt wegen des Gebäudes schwere Opfer erwachsen würden. Nun, meine Herren, so viel ich weiß, will Niemand die Aufhebung der Schule, wir haben also keine Veranlassung, hierüber zu sprechen. Das Ziel der neuen Anstalt wäre nach dem Gutachten etwa folgendes: Ausbildung von Bauleuten des Hochbaues, sowie des Straßen- und Eisenbahnbaues, von Mechanikern, Chemikern, Landwirthen, und zwar von Allen so weit, daß sie nicht nöthig haben, noch andere Anstalten zu besuchen. Forstleute, Pharmaceuten und Bergleute werden ausgeschlossen, ebenso Kaufleute. Technikern für den Staatsdienst soll der Besuch der Anstalt erleichtert werden durch Prüfung an der Schule selbst. Ueber den eigentlichen Studienplan sagt das Gutachten sehr wenig; es scheint jedoch, als wenn man sich den Kenntnissen der Schüler überall etwas sehr stark anb?que- men wolle, um überhaupt welche zu bekommen, was meiner bescheiven n Meinung nach für da- Gedeihen einer Anstalt nicht gerade am förderlichsten sein möchte. In Bezug auf die Kosten endlich sagt das Gutachten noch, daß man niu)t darauf reflectirrn könne, Berühmtheiten erster Sorte zu berufen, da sie zu kostspielig seien, daß immerhin für erste Hauptlehrer 2000 fl. etwa aufgewandt werden müßten. Ich glaube, meine Herren, daß, wenn wirklich eine Schule gegründet werden soll, die auch Ausländer herbeiziehen soll, ganz andere Beträge als 2000 fl. erforderlich sein werden. Zuletzt beschäftigt sich das Gutachten dann noch mit der Frage, was zu beginnen sei, wenn die Schule eingehe. Da ja aber Niemand Vie Schule eingehen lassen will, so brauchen wir das hier nicht zu untersuchen. Man sollte überhaupt, meine Herren, uns nicht sagen, wie so vielfach gesagt und gedruckt woroen ist, wir wollten die Schule eingchen lassen, wenn wir einer Schule, die zur Zeit ihrer höchsten Blüthe einen Slaatsbritrag von 6400 fl. hatte, jetzt 19,400 fl. bewilligen, einer Schule, die doch eigentlich Alles hat, was sie bedarf, nur unglücklicherweise nicht die genügende Anzahl von Schülern. Wie wollen, meine Herren, die geringen Mittel unseres Landes zweckmäßig verwendet wissen, wir wollen aber nicht die bestehende Bilvungsanstalt, auf der fast alle technischen Fächer höchst befriedigend gelehrt werden und die durch die politischen Berhältn-ffe schor» mannigfach geschädigt ist, zu Grunde richten oder schwer schädigen. Wir werden, wenn das Project der Regierung zur Ausführung kommen sollte, voraus- kchttich zwei hinsiechende Anstalten statt einer blühenden und einer hinstechenden haben. Das Gutachten sagt selbst unverhohlen, daß man des Gedeihens nicht sicher fein könne, es enthält sich aber, zu dem, meiner Meinung nach, einzig per- nünftigen Schluß zu kommen, zu dem nämlich, daß man dadurch, datz man nur rincn sehr geringen Theil der angesorüerten Summe den technischen Fäch.rn an der Universität zuweist, alles Das erreichen kann, was für Vas Land g.wünscht vird und was es erfordert. Meine Herren, stimmen Sie für die Anträge der 'usschußmajorität.
Offenbach, 17. August. Heute Nacht wurden die vier Führer der hiesigen demokratischen Arbeiterpartei in ihren Wohnungen verhaftet. Der Grund
dieser Verhaftungen ist uns bis jetzt noch unbekannt, man sagt, es sei in Folge höherer Ordre von Berlin aus geschehen. (Franks. Z.)
Berlin, 15. Aug. Der heimtückische Uebersall unserer Dragoner in Poligny wird hier sehr ernst genommen, zumal er nur eines Der Symptome jener verbissenen Stimmung ist, die uns in Frankreich so gern wieder an den Leib möchte, wenn es nur ginge, und es dürften darüber Andeutungen nach Versailles gelangt fern, die sich dergleichen Ausschreitungen energisch verbitten. Man schoß bei dieser ver» rätherischen Attaque aus einer ganzen Anzahl von Häusern, an verschiedenen Stellen wurden Waffen gefunden, und wenn Derartiges vorkommt, während die Behörden sich stellen, als ob sie mit uns in Frieden und Freundschaft leben wollten, so ist es entweder Geschehenlaffen aus bösem Willen oder Schwäche und Ungeschick den bösen Absichten des Publikums gegenüber. Können die französischen Präfectcn und Maires vergleichen Schandthaten nicht verhüten, so müssen wir die Sache in die Hand nehmen, und wiederholen sich solche Vorfälle, so kann darüber — wir sprechen hier nicht blos unsere eigene Befürchtung aus — der Krieg wieder ausbrechen. Auf krinen Fall wird man französtscherfeitS daraus eine frühere Räumung Frankreichs von Seiten unserer Truppen erreichen. Wir lassen uns durch Kundgebungen von Haß, welche die Occupation unbehaglich machen, nicht verdrängen. Der rechte Weg zu Zugeständnissen in dieser Richtung, welche über die Bestimmungen des Friedens hinausgehen, wäre ein anderer. Man hätte eine frühere Räumung recht wohl haben können, aber nur gegen Concesstonen von der anderen Seite. Denkt man in Frankreich vor Allem an Beschleunigung des Ab» zugs der Fremden aus dem Lande, zunächst aus den Departements bei Paris, so denkt man in Berlin vor Allem an Erleichterung dec Lage der Industriellen des Elsasses, welche durch die neue Zollgrenze geschaffen sein wird. Will die französische Regierung in jener Hinsicht den Friedensvertrag abgeändert wissen, so muß sie sich bequemen, auch in dieser Hinsicht Zugeständnisse zu machen. Davon aber hat man bis j?tzt in Frankfurt, wo darüber verhandelt werden sollte, nichts bemerk, und bet solcher Unbereitwilligkeit auf jener Seite scheinen weitere Versuche, zu einer Verständigung im beiderseitigen Interesse zu gelangen, diesseits aufgegeben zu sein.
Biedenkopf, 15. August. Die aus 5 Hüttenwerken mit 7 Hochöfen betriebene bedeutende Eisenindustrie im oberen Lahngebiet geht einer entscheidenden Krisis entgegen. Schon seit fast einem halben Menschenalter hofft man auf die Erbauung einer Eisenbahn von Altenhunden nach Marburg. Nachdem schon die hessische Regierung dies Project begünstigt hatte und, wäre das Hinterland nicht annectirt worden, es sicher auch ausgeführt haben würde, nachdem alsdann von dem preußischen Handelsminister wiederholt die Nützlichkeit und Nothwendigkeit der fraglichen Bahn anerkannt und von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft am 20. Februar 1869 einstimmig die Ausführung derselben beschlossen worden war, erscheint es höchst auffallend, daß die genannte Gesellschaft sich jetzt plötzlich weigert, ihren Beschluß auszuführen und andere Projekte ins Auge faßt. Den bindenden Zusicherungen der Gesellschaft gegenüber vermögen wir nicht die Gründe zu erforschen, welche stark genug fein konnten, die Erfüllung so lange gehegter Hoffnungen, die Berücksichtigung so hoch bedeutender Interessen fallen zu lassen, wenn uns auch bekannt ist, wie die lichtscheue Agitation unserer Gegner in Siegen, D llenburg, Wetzlar und Gießen kein Mittel zur Erreichung ihrer selbstsüchtigen Pläne scheut. Die Besitzer der Hüttenwerke haben deshalb den Beschluß gefaßt, im Falle der Nichtausführung unserer Bahn ihre Werke in ein benachbartes Bahngebiet zu verlegen, weil sie den Tag nicht erwarten wollen, an dem sie sich sagen müssen, daß ihr unbegrenztes Vertrauen auf hohe und höchste Versprechungen ihren Ruin herbeigeführt habe. Was dann aber aus dem armen Hinterlande werden soll und werden wird, das kann nur Der beurtheilcn, welcher weiß, daß die genannte Industrie die einzige und letzte HüifSquelle für unfern dürftigen Landstrich ist. Unsere Staatsregierung hat wahrlich die größte Ursache und die heiligste Pflicht, mit allen Kräften dahm zu wirken, daß nicht ein Bezirk, dessen Industrie durch einen bloßen V.rkehrSaufschluß zu hoher Blüthe gebracht werden könnte, daß nicht eine Bevölkerung von über 100,000 Menschen, die zu den biedersten und strebsamsten des Staates gehören, rettungslos dem Untergang preiSgegedLn werde. (Fr.Journ.)
v Saarbrücken, 11. Aug. Vorige Woche ist in dem hiesigen Stadtwalde, Distrikt „Habsterdick", noch die Leiche eines der Braven vom westfälischen Füsilier- regiinent Nr. 39 ausgefunden worden, der vor beinahe Jahresfrist, am 6. August vorigen Jahres, wahrscheinlich daselbst den Heldentod gefunden hat. Nur eint Schichte Laub war über den Todten ausgebreitet, der jetzt an derselben Stelle unter amtlicher Aufsicht dem Schooße der Erde übergeben worden ist, nachdem die nach vorhanden gewesenen Knöpfe mit der Compagnrenummer 7 von den Rrsten des Waffcnrocks losgetrennt worden waren.
Hamburg, 18. August, 2 Uhr 6 Min. Nachm. Großes Feuer bei C. Wörmann und G. W. Benckers.
Gastein, 16. August. Gestern fand bei Kaiser Wilhelm eine zweistündige Hoftafel statt, zu welcher Der Reichskanzler Graf Beust, der Landespräsident von Salzburg Fürst v. Auersperg, Prinz Rohan und Wirklicher Geheimrrath v. Hofmann geladen waren. — Die Großfürstin Helena von Rußland wird heute hier erwartet.
Salzburg, 14. Aug. Ein unverzeihlicher, nur durch die außerordentliche Frequenz während der letzten Tage einigermaßen erklärbarer Act Der Fahrlässigkeit seitens des Posthalters in Werffen (dritte Station von Salzburg) war Ursache einer Unannehmlichkeit, die Dem Kaiser auf Der Fahrt nach Gastein begegnete. Bei dem Pferdewechsel in Werffen bestieg nämlich (in Postillon den Kutschbock des kaiserlichen ReisewagenS, an welchem sich bald die Symptome Der Vollkrunkenheit einstellten. Der Bursche hatte wahrscheinlich das zu erhoffende „Trinkgeld" anti- cipirt und sich über Gebühr gütlich gethan. Genug, der Kaiser, welcher neben dem Grafen Lehnvorff saß, bemerkte diesen Zustand an den höchst bedenklichen Schwankungen des Roffelenkers, die sich alsbald auch dem Wagen mittheilten. Obgleich die Straße dort eben ist uno nirgends an Abgründen vorbeiführt, wie auf der früheren Station, so konnte Vie Trunkenheit des Postillons doch Gefahr herbeiführen, und so blieb nichts Anderes übrig, als ihn auf die Straße abzusetzen — wo man ihn später in einem Graben schlafend auflas — und die Zügel dem kaiserlichen Lakai anzuvertrauen. Der kaiserliche Rcisewagen begegnete der von Gastein gen Salzburg zu fahrenden Post und Der kaiserliche Adjutant forderte Den ConDucteur auf, seinen Postillon abzutreten. Der Convucteur war nicht wenig bestürzt ob dieses Scan'.als, erklärte jedoch, auch für seinen Postillon nicht gutstehen zu können, weil dieser nur ein simpler Bauernbursche sei, Der aushilfsweise für diesen Dienst requirirt wurde, nachdem Die wenigen Postillons durch den massen-
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