Ausgabe 
20.6.1871
 
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aus angesehen, die absolute Berechtigung deraltkatholischen

en miniature mit sich führte, die Eckart'schr Fabrik mit einem ganzen Arsenal von Pflügen,-u. s. w. ihr Gewerk wenigstens unter einen Hüten gebracht

Lorbeer- liebens­bereiten.

der Kirchen in den bereiten, und hierin lischen Standtpunkt Bewegung.

landwirtbschaftlicher Maschinen Maschinen, die Hutmacher, die hatten u. A.

So groß der Andrang

Versammlung folgende Ansprache an Se. Majestät:

Allerburchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser! Eure Kaiserliche Majestät bringen an der Spitze des siegreichen Heeres dem deutschen Vaterlande die Palme des Friedens entgegen. Wir preisen Gott den Herrn, der Eurer Kaiserlichen Majestät schwere W.ge behütete, und all' die Heidenhcrzcn, die aus ihn vertrauten im Kampf zur Abwehr wider seinen übermüthigen Feind, stärkte zum Siege. Die Fürsten und Völker Deutschlands haben Eurer Kaiserlichen Majestät den Tribut des Dankes im freien Entgegenkommen gezollt. Vorüber ist mit Eurer Majestät Kaiserthum die kaiserlose Zelt; das mawtige Fürstenhaus der Hobenzollcrn beginnt die neue Aera der deutschen Kaiser. Wir, die Bürgerschaft Eurer Kaiserlichen Majestät Haupt- und Residenzstadt, tragen die heilige Pflicht, in der Eintracht, Liebe und Hingebung Eurer Kaiserlichen Majestät und dero angestammten Thron dir Quelle vielhundertjähriger Wohlfahrt und großer Errungenschaften zu sehen. Den Fürsten Deutschlands und den übrigen großen Führern der Helden, unseren Brüdern im heiligen Kampfe für Deutschlands Ehre und Recht bringen wir im Fcstschmuck unserer Stadt Anerkennung, Ehre, Ruhm und Dankbarkeit entgegen. Den Mahnen der verstorbenen Helden bleibt in der Geschichte Deutschlands un- auslöschlicher Nachruhm gesichert. Die Thränen, welche die Opfer des KriegeS in vollen Strömen den Augen ihrer Angehörigen entpreffen, sie werden von Negern das Vaterlanvsgesühl befruchten, sie werden sich verwandeln in Thränen der Weh- muth und tröstlicher Teilnahme aller deutschen Herzen auf dem weiten Erden- runde, sich verwandeln, so hoffen wir, in Thränen der Freude über das für Deutschland errungene Glück, fortan unter den Segnungen des Friedens, der Wohlfahrt aller Menschen zu dienen, wachsame Hüter unserer von Gott geschaffenen, einem raubsüchtigen Feinde wieder abgewonnenen Grenzen, werden wir allen Nach- barvölkern gute Nachbarn sein und mit ihnen den der Menschheit würdigen Kampf kämpfen, nach Ebenbürtigkeit in Wissenschaft, Kunst und Industrie zur Wohlfahrt Aller. Das walte Gott. Gott segne Eure Majestät zum Wohle des Vaterlande- und zum Wohle aller Bürger desselben!

Seine Majestät, sichtlich gerührt, erwiederte Folgendes: Ich spreche Ihnen zunächst meinen Dank aus für das, was Sie hier gesagt haben und speciell für mich und für die Armee. Wir haben so Großes erlebt, daß wir wissen, wem wir es zu verdanken haben. Aber daß der Himmel uns die Kraft und die Ausdauer gegeben, die Wohlthaten des nun folgenden Friedens als Ausbeute des Erlebten zu benutzen, dessen wollen wir stets eingedenk bleiben und Alles das, was mein theures Volk erlebt hat, die Schätze und Güter, die wir jetzt erst recht kennen lernen, die wir verdanken der Treue draußen und daheim, die wollen wir als lheures Gut für unser Zuluwt bewahren. Ich muß der Stabt Berlin schon jetzt meinen Dank für den unbegreiflich wunderschönen und unvergeßlich festlichen Em­pfang sagen, natürlich nicht für mich, sondern für mein Heer.

Die erste Garde-Infanteriedivision stand im ersten Treffen dicht an die Chaussee herangezogen, die zweite Garde-Infanteriedivision im zweiten, die Garde- Eavalleriebivision und die Corpsartillerie im dritten Treffen. Die vierte Garde- Jnsanteriebrigade wurde flankirt von dem combinirten Bataillon der deutschen Armee und dem Bataillon der König-grenadiere Nr. 7. Mit enthusiastischem Hurrahruf, der sich theils au- dem Publikum herübrrwälzte, zum Theil von den Truppen zurückgegeben wurde, ritt der Kaiser im Gefolge der Equipagen und der Suite die Aufstellung ab, während die erste Garde-Infanteriebrigadr zum Einzüge aufmarschirte. Um 12 Uhr fetzte sich der Siegerzug in Bewegung. Vorauf ritt der Polizeipräsident von Berlin mit einer Abthellung Schutzleute; ihnen folgte Feldmarschall Graf Wrangel mit dem österreichischen Feldmarschall-Lteutenant Gab-

wollen, und innerhalb derselben verlangen sie die Mitwirkung der Laien bei derl Gestaltung des kirchlichen Lebens.

Heil, Kaiser Wilhelm, dir i« Siegeskranze, Wie keiner noch geschmückt, ein Hcldenhaopt, Heim führst Du Deutschlands Heer, vom Waffentanze So glorreich, wie'- der Kühnste nicht geglaubt. Du bringst zurück in der Trophäen Glanze Die Lande, einst dem deutschen Reich geraubt. Durch dich geführt, errangen Deutschlands Söhne Germania uns in ihrer alten Schöne.

Nun grüßt der Jubel dich von Millionen, Aus deutscher Brust, aus Ost, West, Süd und Nord Schlägl- deutsche Herz, doch unter allen Zonen Treu seine warmen HeimathSpulse fort.

O, daß ihr Schatten Dich noch lange labe, Dein Samann-mühen reiche Ernte habe. Se. Majestät erwiederte huldvollst, nachdem er den darqereichten

Berlin, 16. Juni.

i Das Siegesfest in Berlin.

kronz entgegengenommen und über den Degenknopf gehangen:Es ist zu würdig von Ihnen, meine Damen, mir einen so schönen Empfang zu Doch es sind noch viele Andere, die diesen Dank so recht eigentlich verdienen. Im Namen derselben danke ich Ihnen aus'S herzlichste."

Am andern Ende des Pariser Platzes unter einem prachtvollen Baldachin empfingen den Kaiser sämmtliche städtische Beamte. In Stellvertretung des noch immer leidenden Oberbürgermeisters Seydel richtete der Bürgermeister Heevemann von Berlin al- Sprecher einer Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten-

Das sprüchw'örtliche Wetterglück der preußischen Könige bewährte sich auch heute bei dem ersten Siegeszuge des deutschen Kaisers. So trüb und grau der Himmel bisher behangen war, so freundlich und fast zu intensiv lächelte heute die Frühlingssonne auf die in Festesschmuck glänzende Kaiserstadt herunter. Schon gleich nach Tagesgrauen wurde es in allen StaNttheilen lebendig, schleunigst wur­den die Fahnen und Wimpel aufgehißt, wo noch ein Hau- nicht den grünen Laub­schmuck trug, der diesmal fast durchgängig das Festkleid abgab, regten sich fleißige Hände, um das Fehlende nachzuholen blieb kein Haus zurück in dem Will­kommen für die zu den Penaten zurückkehrenden Sieger.

Um 6 Uhr Morgens füllte sich schon der Straßenzug, der zu der via triumphalis in gewaltiger Ausdehnung führte; um 7 Uhr fanden sich bereits die ersten Gäste auf den Tribünen ein, um 8 Uhr begann Der Aufzug der Gewerke, die in Der bereits mitgetheilten Reihenfolge ihre Plätze einnahmen. Besonderes Aufsehen erregte unter Dem Zuge die Fischerinnung, deren sämmtliche Mitglieder 'm Matrosenanzuge mit schwarz-weißen Schärpen und kunstvollen Emblemen ein* hermarschirten. Nicht minder auffällig waren die Maurer, sämmtlich in Schurz­fellen, die Führer mit den traditionellen Bärenmützen; die Stcinsetzer mit ihren Nichtlatten tu den deutschen Farben, die Lehmann'sche Plüschfabnk, welche fast sämmtliche Werkzeugmaschinen ......

, .. _ auf der weiten Strecke auch war, trotz der massen­

haften bis auf Den letzten Platz gefüllten Tribünen die Ordnung blieb Überall gewahrt; auf den Straßenstrecken, wo die Gewerke nicht die Chaine hielten, waren Bürgerconstabler postirt, oben am Kreuzberge hatten Die Turner die Wacht über­nommen. Die Circulation blieb überall ungehindert, dank der räumlichen Aus- dehnung der Siegesstraße, die auch denen, welche Den im letzten Augenblick riefen? hoch geschraubten Anforderungen der Tribünenbauer nicht genügen konnten, überall den freien Blick auf den stolzen SiegeSzug gewährte.

Mit der gewohnten Präcision, durch welche die preußischen Herrscher das fast vergessene Sprüchwort:Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige", wahr machen, erschien Kaiser Wilhelm, avistrt von 5 sechsspännigen Equipagen, welche die Kaiserin, die Königin Wittwe, die Kronprinzessin, Die Prinzessin Karl, Fried­lich Karl, Alexandrine von Mecklenburg und oie faiserlichen Gästinnen trugen, denen sich 4 vierspännige Equipagen anschlossen, gefolgt von einer glänzenden Suite, Punkt 11 Uhr auf Der Hohe de- Tempelhofer Feldes, wo die Truppen auf Der linken Seite Der Chaussee nach der vom General Moltke entworfenen Ordre De balaille Stellung genommen hatten.

Das Ziel Der Bildung von Nationalkirchen ist erreichbar, wenn Der Aufruf den gewünschten Anklang und Wiederhall in der katholischen Bevölkerung findet; ob dies der Fall fein wirb, muß sich bald zeigen. Auch würde Die Entwickelung von Nationalkirchen an sich mit Der Aufrechterhaltung des römischen Primats nicht in unbedingtem Widerspruch stehen, aber in ihrem Verlauf, bei Der Schroffheit Der römischen Anschauungen doch möglicherweise zu einer völligen Lösung von Rom führen, zu der ja auch die Annexion Roms durch Italien mit unwiderstehlicher Gewalt hindrangt. Den Ereignissen in Italien gegenüber ist es doppelte Pflicht einzelnen Ländern, sich auf ein selbstständiges Dasein vorzu- liegt Die hohe Bedeutung und, auch vom strenggläubig katho-

Das durch die Reden gewaltsam gestaute Hurrah Der versammelten Menge brach nun von Neuem durch und pflanzte sich fort bis zur Blücherstaiue, wo die Damen des kaiserlichen Hauses Halt gemacht hatten und wo Se. Majestät Der Kaiser mit Der Suite Ausstellung nahm, um Die Truppen defiliren zu lassen. Der Vorbeimarsch in Compagniefront und Escadronsfront nahm volle 3 Stunden in Anspruch; Den Anblick von Dem Platze Des Kaiser- wird keiner vergessen; die ent­husiastischen Ausrufe des auf den Tribünen dicht placirten Publikums, die bunten Uniformen der als nächstes Aun'torium postirten Offiziere, den martialischen Aus- druck Der in streng felddienstmäßiger Ausrüstung und Doch mit strammster Haltung, als gelte nach langer FriedenSruhe eine FriedensparaDe daher marschirenden Truppen, zu photographiren, ist unsere Feder zu schwach; wir überlass n die- dem Historiker, Mit bcsonDerer Auszeichnung empfangen wurde da- combivirle Jnsanterirbataillon das Garde-Füsilierregiment, die Lieblinge der Berliner, die sogen. Maikäfer, welche neben mehreren wunderbar erhaltenen Marketenderinnen drei niedliche Regiments­jungen mit sich führten, die combinirte Schwadron und die von den Franzosen so sehr gefürchteten Ulan-. Se. Majestät ries mehrere Krieger, die sich besonders durch Ordensdecorationen auszeichneten, au- den Reihen zu sich heran und unter­hielt sich kurze Zeit auf das leutseligste mit ihnen.

Bald "ach Beendigung des Vorbeimarsch^- begann der Schlußaet Der heu­tigen Feier, die Enthüllung des Denkmals Sr. Majestät De- Königs Friedrich Wilhelm im Lustgarten. Die Feier hatte einen fast ausschließlich militärischen Charakter, nur das auf den Tribünen, vor und auf Dem Dom und vor dem Mu­seum versammelte Publikum, sowie Die Deputationen der städtischen Behörden sprachen für die Anwesenheit Der Bürgerschaft, Denn Die sich herandrängende Volks- menge blieb Durch Dm Militair-Chaine im weiten Kreise abgcsperrt. Der statt­liche, au- allen Theilen Der deutschen Armee zusammengesetzte Zug von Trägern eroberter französischer Adler und Fahnen, welcher vor dem Denkmal mit der Front ucn, sämmt- nach Der von dem königlichen Schlosse her ihren Segen spendenden Germania

Ein feierlicher, ergreifender Moment folgte nun. Sämmtliche Tambour- und Hornisten der etngezogcnen Corps gaben da- Signal -um Gebet und nachdem

blauem Besatz und blauem Kov EUl^er Lunika, Aufstellung genommen batte, legte nach dem Erscheinen De-Kaiser- auf Dem Platze

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lenz und einem russischen General. Diese sowohl, wie die nachfolgende glänzende Suite, unter Der sich Die verdientesten Namen des letzten Feldzuges befanden, mit Kränzen und Blumen fast überladen. Nach kurzem Abstand folgten sämmtlich zu Pferde die Generalgouverneure Feldmarfchall Herwarth v. Bittenfeld, General Vogel v. Falkenstein, General v. Bonin, Generallieutenant v. Rosenberg-GruSzcyn-ki und Der sächsische Generallieutenant v. Fabrice, Dann Der sächsische Kronprinz, Die commandirenden Generale der Armee, die Oberbefehlshaber der Armee und unmittel, var vor dem Kaiser Fürst BlSmarck, der Chef des Generalstabs Der Armee, Ge- neral v. Moltke zum ersten Mal mit Dem ihm heute verliehenen Marfchallstab, der K"fg-minifter v. Roon, seit heute zum Grafen ernannt. Wir fügen hier sofort t FrieDrich Karl zu Ehren dc- heutigen Tages zum Chef Des

N en Oarde-DragonerregimentS und General v. Manteuffel zum Ritter vom hohen Orden zum Schwarzen Adler ernannt ist.

mit dem der Kaiser auf dem Wege vom Tempelhofer Felde bis läfct ö<r Thor und von Da wieDer bis zum Lustgarten empfangen wurde,

des Entferntesten, wiedergeben; man muß diesem Ausbruch

am $Rrinh,nh b"S^wohnt habcn, um ihn ganz mitzuempfinden. Als Se. Maj laLS .r . h,8" ^Ore °n'ang", w°« schon lange vorher durch einen sich *1? Hurrahrus und durch da« Geläute aller Glocken er k-mn oerllumm 'e u Musik vor den Magistrat-,ribünen die National,

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