Telegraphische Depeschen.
militärische Nachricht.
Die Beschießung der Befestigungen
v. P o d b i e l S k y.
Versailles,
ift, dort hat er erkennen gelernt, welche Hülfe er an den sonst so verhaßten Preußen gefunden hat. Jeder von unseren Soldaten achtet, ehrt die Pickelhaube, und der Verkehr zwischen den Bayern und Preußen ist inniger, al- der Leute unt» sich. Der Preuße giebt dem Bayer sein letzte- Stückchen Brod, ehe er selber ißt. Kurz und gut, darüber mag man zu Hause ruhig sein: in dem Waffenrock ist Deutschland einig, aber iw Fracke hat der Schneider wohl noch zu arbeiten!"
Berlin, <3. Jan. D r Staot-anzetger vom 12. Januar bestätigt die Er- nennung di- General- v. Manteuffel zum Commandirenden der Oft Armer Der „Kreuzzeitung" zufolge ist General v. Manteuffel mit seinem gesummten Stabe bereit- über Versailles hinan- nach seinem ueuen Bestimmungsort ab- gegangen. w
Nachdem die an der belgischen Grenze gelegenen französischen Festungen von Thionville bi- Meztere- und Rocroy von den deutschen Truppen genommen und besetzt worden, kommt nun die Reihe an Longwy, und ist nach dem „Mili- tärwochenblatt* der bisherige (5hef des Generalstabes des 13. Armeecorps, Oberst von Krrnski, beauftragt worden, da- Cvmmando der Belagerung-truppen vor dieser Festung zu übernehmen.
Paris, 7. Jan. Trvchu hat an die Bevölkerung folgenden Aufruf gc- richtet :
Brüssel, 11 Jan. Die „Jndependance" ersähet aus Bordeaux Folgend,-: „Gamb.tta erließ ein neues (Sircular an die Präfecten über die dcceetirtc Auflösung der Generalräthe in allen Departements. Gambetta empfiehlt den Prä- fecten in Berücksichtigung der von Generalrathen mehrfach eingegangenen Proteste, das Budget |ür 1871 möglichst genau nach den von den Generalrathen für 1870 angenommenen Voranschlagungen aufzustellen. Er fügt hinzu, später werde alles nach den, Gutachten der Generalräthe eingerichtet werden. Die Präfccten sollen die Evnstituirung neuer Departementalcommissionen betreiben. Das „Lütticher Journal" berichtet, daß an der Grenze sehr häufig Franzosen sestgenommen und dann internirt werden."
Bordcnnz', l l.Jan. General Chanzy veröffentlicht einen amtlichen Bericht au- Ve Mans: „Die Armeen des Prinzen Friedrich Karl und des Großherzog von Mecklenburg verdoppelten heute ihre Anstrengungen im Angriffe auf die Linie des L'Huisne und die östlich von Le Mans gelegene Stellung. Unsere allseits gedrängten Colonn'n mußten sich auf ihre von vorn herein zngewiesene Stellun' ßrn zuruckzuhen. Das Gefecht war ungemein heftig in Montfort, Champagne, Parigne, L'Eoeqne, Juppilles, Change, sowie an verschiedenen anderen Puncten. Die Brigade Ribil räumte nach lebhaftem, heftigem Widerstande von mehr als 6 Stunden ein von ihr besetztes Dorf, welches der Feind seit der Nacht besetzt hält. Wir erlitten deute sehr empfindliche Verluste. Uns gegenüber stand besonders diejenige preuß'sche Bcigade, zu der das 33. Fusilicrregiment gehört, da- Oberst Rvthmaler befehligt."
General von Schmidt fand bei Chapillo 2‘/a Meile westlich le Mans eint feindliche Division in Barry. Sofort energisch angegriffen ging diese in regelloser Flucht auf Laval zurück, über 400 Gefangene in unseren Händen laffenv. Diesseitiger Verlust an Todten und Verwundeten bestand nur in 1 Offizier und 19 Mann.
Lager von Conlie wurde nach wenig Schießen beseht und große Vorräthe an Waffen, Munition und Proviant erbeutet.
4- Berlin, 15. Jan. Die Mächte haben sich geeinigt: über die Bestimmungen, welche die Neutralisation des Pontus ersetzen sollen, über Garantieen wegen oer Donauschifffahrt und endlich über ein Principienprotocoll, daß ein Ver- ^«"0 nicht zu existiren aufhört. Die Konferenz wird
.©ffteieffe
Versailles, 14. erfolgten heftige Ausfälle
14. ein Detachement unter General v. Ranzau in Bria re von größeren fefnb* lichen ,'Abtheilungen angegriffen wurde, jedoch unter geringem eigenen Verluste sich durchschlugen.
Versailles, 15. Jan. Da- Feuer der Forts Issy, Vanvres und Monl- rouge hat am 14. fast gänzlich geschwiegen. Die Beschüßung der Befestigungen und der Stadt wird ununterbrochen fortgesetzt. Diesseitiger Verlust ganz unbedeutend. M rt h h • C 1 A f K
Ian. In der Nacht vom 13. zum 14. aus Paris gegen die Positionen der Garde bei Lo Bourgcl und Drancy, des 11. Corps bei Meudon und des 2. bayerischen CorpS bei Clamart, welche überall siegreich zurück^ geschlagen wurden. Der Rückzug des Feindes an einzelnen Stellen war fluchtartig. von Podbiclky.
von Podbielsky.
Brevilliors, 15. Im. Der Feind griff mich heute mit anscheinend 4 (Sorp« von Chngoy bi» Montbölmrd lebhaft, befonder» mit Artillerie, an. Aus alle» Punkten ist der Angriff zurüdgeschlagen und meine Posttionen auf keiner Stelle durchbrochen. Diesseitige Berlnste zwischen 300 und 400 Munn Der JTampf dauerte von Morgen» halb 9 Uhr bi» Abend» halb (> Uhr.
von Werder.
, △ l4. Jan. Der „Courrier de l'Ouest" bestätigt heute die
gestrige Meldung, daß der Großherzog von Mecklenburg in nördlicher Richtung operire. Von dem Haupteorps des Generals Chanzy weiß man seit vorgestern 7"ht u^tö. Aus Laval wird berichtet, daß 15—20,000 Mann Franzosen dort eingetroffen. Der Municipalrath ist heute in Berathung, welche Haltung er bei Annäherung des Feindes einzunehmen habe. — Das „Journal d'Alencon" meldet, Detachements sich ohne Schwertstreich gefangen gaben.
△ Jrii(fcl, 13. Jan. Das „Echo du Parlament" theilt mit: Ballonbries lähefreoacteurs des Journal „DebatS" Molinari an Brüsseler Freunde: Wir find endlich am Anfang des Endes. Verschwunden sind endlich Illusionen, sobald unsere Lebensmittel zur Neige. Bevölkerung will das leider noch nicht glauben. Entweder werden wir bombardirt von den Preußen oder guillotinirt von den Rothen. Welcher Trost!
Einem F.ldpostbrtefe, den ein bayerischer Soldat aus Orleans vom 24. Der.! Beaumont wurde nach leichtem Straßengefechte besetzt, 40 Munitionswaaen an die „N Nach,." sandte, entnimmt die „K. Z." folgenden interessanten Passusgenommen und etwa 1000 Gefangene gemacht. Ferner wird gemeldet, daß am „Ofl scheint m r geradezu unmöglich, daß deutsche Väter zu Hause — es hat ja <A ------4 m
Jali jeder bavi'iilche Familienvater, auch aus der Reihe der llltramontanen, einen Sohn oder Verwandten tm Felde — das Band zerreißen werden, welches ihre Söhne im heiß n, blutig n Kampfe geknüpft haben. Aber Ihre Beforgniß betreffs der Gesinnung unserer braven Bauernbnrsche ist unbegründet; wenn Sie dieselben einmal |eb<n würden, diese stämmigen Bursche, umtobt von Tod und Verderben in der bri^rn Schlacht: sie beten nicht, sie fluehen nicht, aber eine Frage hat let'er aus den L ppen: „Kommen die Preußens Wo bleiben (le? * Dort, wo Jenrr geistliche E ust >ß aufhört, dessen Bann ost in der Heimath schwer auf ihm lag, wo er allein dast'bt und auf seinen Verstand und sein Urtheil angewiesen
In demselben Augenblicke, in welchem der Feind seine EinschüchterungS- Anstrengungen verdoppelt, sucht man die Bürger von Paris durch Betrug und S-rleumvun,, im ja sühnn. Wan ,ni6braud)t unser- L-iv-n und unf.rr Opfer i» kürzester ^-tt"i^e"Är^0en"v»HIv flOVn dir Verthridipung. Nicht» wird im Stande sein, .in» die Waffen au» der runa^, (ijnöibfaX» ?u Frankreich rhi t -in- letzte Aufforde.
VaO« wird"nie c»!tuliren^'^ 'Patrlot^mu«! Der Gouverneur von widrigenfall» die Conferenz ohne Frankreich "rbffntt wird. ' ' '
,förl ,\L 3an- „Dic >"r «allon ^»g't offene (lorrespondenz Hava» inittlerweilc keinen andere» Bevollmächtiaten ernennen Die <5onf°ren» aber kann Är ä’ ~»sä »?;«’" ***** «..««***
z hä 'S", “«.’ä “ss;
die Jlirebe verließ; auch in den Jardln du Luxembourg fiel eine Bombe. Unweit die Hosvitäler iu hirinirpn < r £ruuer e mcyr ausyore, iyr rxeuer aus
Stadttheile raumen ihre Behausungen und beziehen außerhalb der Schußlinien liegende leer stehende Häuser. Das Entlassungsgesuch Delescluze's ist angenommen. Sicherem Vernehmen nach haben Die Deutschen eine Tranchee vor den Forts Nogent und Ro-ny errichtet. Diese Tranchee — sagt die Eorrespondenz HavaS — ist nicht von der Art, wie die Franzosen sie anlrgen, sondern es erlaubt ihre vervollkommnete Methode den Deutschen, die erste Parallelle ohne ernstliche Der- lüste zu eröffnen. Die Eorrespondenz meldet weiter: BlanquiS, Flourens und Millieres und andere bet der Affaire am 31. October Betheiligtc sollten Anfangs dem Aisisenhofe überwiesen weiden: man glaubt aber, dieselben werden jetzt vor ein Kriegsgericht gestellt. Eine am 7. Januar angestellte Recognoöcirung läßt glauben, der Feind habe eine neue Batterie im Parke St. Eloud demaSkirt, doch tbut das feindliche Feuer den Wallen wenig Schaden. Dasselbe ist besonvers stark auf da- Fort Montrouge gerichtet und wird von diesem aus den größten Stücken erwidert. Oificiell wird mitgetheilt, daß seit mehreren Tagen in gewissen (Hub« wiederholentlich öffentliche Drohungen und Beleidigungen gegen die Regierung vorgekommen. Ein Anschlag fordert die Bürger zum Bürgerkriege auf. Diese Versuche haben den Unwillen der Bevölkerung erregt und konnten nicht ungestraft bleiben. Die hauptsächlichsten Rädelsführer sind verhaftet und werden vor ein Kriegsgericht gestellt.
ken 15. Jan. Von den in der Verfolgung der geschlagenen Armee des Generals Chanzy befindlichen Colonnen gehen folgende Meldungen über den 14. ein:
Allgemein e r Anzeiger.
Besondere Bekanntmachungen.
Betreffend: Die ReictiStagüwnNlen.
v,r, Bez»q emf da» Aadschreibe» Großh. 'KreiSaint voi» 9. d. Mts. in Nr. 10 des Anzeigers wird hierdurch jur öffentlichen ffenntnifi aebrallit
5 fit obigen Mahl von Donnersta., de» 19. I. Mts. an bis zum Do.merstaAen 28 7 Mts' Abends zu
crifin"bChi a«?kT? »"d -'kachricht, das, bei der demnächst stattfiudeudcn Wahl die Stadt Kiesten in folgende Wahlbezirke zerfällt nämlich-
L tets 5L S: ......... sfitt «wW b
u vuiimnioirarp Steuer. u u Rlcker. „ Schulhaus m der
Schul straße.


