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os . 4 * . . (Hess. Volksbl.)

4) .1 Hilft (lut, 14. juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 11. d. M. geruht, den General der In- fanterie, Prinzen Alexander von Hessen, Großherzogliche Hoheit, zum General der Cavallene zu ernennen.

ru 0. Juni. DerWächter" erzählt die nachstehende skandalöse

Geschichte: Gestern kamen heimkehrende Mannschaften vom Regiment Königin Augusta hier durch. Der Grenadier, Reservist Herzog aus Winkelshütten bei Borgholzhausen, sah seine aus der Heimath hergekommenen Verwandten, Schwester, Schwager und deren Kinder auf dem Perron stehen und sprang ohne Erlaubniß aus dem Wagen, um dieselben nach so 'langer Trennung auf Tod und Leben zu begrüßen. Während die Kinder ihrem Onkel das eben mitgebrachte Packetchen überreichten, spreng der Hauptmann v. Falkenstein aus dem Wagen und ohrfeigte den Reservisten zu verschiedenen Malen vor dem gesammten Publikum und in Gegenwart seiner entsetzten Verwandten.

München, 12. Juni. Auf die Beschwerde der Erlanger Altkaiholiken wegen der gegen bre Unterzeichner der Münchener Adresse allgemein ausgesprochenen Exkommunikation hat das erzbischöfliche Generalvicariat zu Bamberg erwidert daß es geneigt sei, anzunehmen, sie hätten bei der Unterzeichnung der Münchener Adresse die Kenntniß des kirchlichen Willens nicht gehabt und seien deshalb für ihre Person der Exkommunikation noch nicht verfallen, daß aber, wenn sie bei ihrem Ungehorsam verharren und sich nicht förmlich unterwerfen, sie als wirklich der Exkommunikation verfallen betrachten werde.

Kaiserslautern, 11. Juni. Gestern wurde hier einem Unterzeichner der Dollinger-Adresse die kirchliche Trauung verweigert. Die Civilehe war der sofort betretene Ausweg.

Berlin, 13. Juni^ Deutscher Reichstag. Um 12'/» Uhr eröffnete Prä- Iven, Dr. Simson die heutige 55. Plenarsitzung mit kurzen geschäftlichen MU- m<.3Cn Wahl von 3 Mitgliedern zur Bundesschulden.Commission ist auf die -ilogg. v. Benda, Dr. Friedenthal und Hagen gefallen.

genehmig/ ^"'Eär-PensionSgesctz wird bei der Schlußabstimmung fast einstimmig

Besonder

2534) Der nach Daubrin Strecke Chaus, fahrbar.

All-Buseck, ^herzoglich

weichend, und selbst die Cardinäle, welche ihn wegen ihrer Schwierigkeiten in diesem Punkte zu Rathe ziehe», erhalten die Antwort, daß er den Gang der Er- eignisse abwarte. So entzieht er sich der Verantwortlichkeit, sich zu einer bestimmten Politik anheischig zu machen. Msgr. Chigi hat in Versailles mittlerweile noch keine Antwort auf das Gesuch um ein französisches Protektorat erhalten und die französische Negierung zeigt in ihren Verhandlungen ein gewisse Wankelmüthigkeit, die übrigens mit ihrem provisorischen Charakter zusammenhängt.

Die gesammte Mannschaft des auf dem Marsfelde d'Annibale bei Rocca dl Papa nächst Rom errichteten Uebungslagers hat den Befehl erhalten, vom 15. d. an in fortwährender Marschbereitschaft zu stehen, um, falls in Rom Unruhen auS- brechen sollten, dahin abgchen zu können.

DerGauloiS" erinnert daran, daß nunmehr, nach geschlossenem Frieden, der Rückkehr der Deutschen nach Frankreich nichts mehr in den Weg gelegt werden kann und daß der Negierung nur mehr kraft des Gesetzes vom 2. December 1849 das Recht zusteht, jeden Ausländer, der die Sicherheit des Staats conspiriren würde, auszuweisen. DerGaulois" fügt hinzu: An uns Franzosen, Kaufleuten, Industriellen rc. ist es, von nun an aufmerksame Pölizei zu üben und nicht mehr in unsere Häuser, Werkstätten, Fabriken Ausländer zuzulassen, welche zunächst einmal unsere Landsleute um einen Theil ihrer Arbeit und ihres Gewinnes bringen, außerdem aber im Innern unseres Landes Regimenter von Spionen bilden, die stets bereit sind, uns zu verkaufen, nachdem sie von unserem Gelde gelebt haben.

DerGrand Orient", die Hauptloge der französischen Freimaurerei, hat nun am 29. Mai an alle Logen Frankreichs ein Circulär erlassen, worin er im Namen des Ordens und auf Grund vielfacher Beschwerden französischer und aus­wärtiger Freimaurer seinen am 29. April schon gegen die communefreundlichen Acte einer Anzahl wirklicher und vorgeblicher Freimaurer erhobenen Protest wieder- holt und verstärkt. Die meisten dieser Demonstranten, versichert der Vorstand des Grand Orient", hätten nicht zu dem Verbände der französischen Freimaurerei gehört. /

Dem Vernehmen nach hat Rußland in Konstantinopel erklären lassen, daß es, nachdem ihm im Schwarzen Meere seine souveränen Befugnisse voll zurück­gegeben worden und es nicht länger unter dem Zwange einer demüthigenden Ver­pflichtung stehe, vollständig bereit sei, sich mit der Pforte über eine Reihe von Beschränkungen zu verständigen, mittels deren jeder Theil dem andern die Bürg­schaft gebe, daß seine Actionsfreiheit nicht aggressiven Zwecken dienen werde, son- dern daß, nachdem das Princip dieser Actionsfreiheit gewahrt worden, der auf­richtige Wunsch vorhanden sei, selbst den Verdacht aggressiver Tendenzen nicht auf. kommen zu lassen.

Darmstadt, 12. Juni. Aus Mannheim wird uns geschrieben, daß nach officiellen Angaben des dortigen Etappencommandos an das städtische Quartieramt der Einmarsch der hessischen Division am 16., 17. und 18. d. M. in Mannheim erfolgt, und zwar werden in der Stadt und Umgebung an genannten Tagen be- quartirt die 4 Jnfanterieregimenter, 2 Jägerbataillone, 6 Batterien, 4MunitwnS- colonnen, 1 Pionniercompagnie, 2 Provtantcolonnen, 6 Feldlazarett, 1 Train- abtheilung mit SanitätSabtheilung und Pferdedepot. Man erwartet in Mannheim an den drei Tagen einen außerordentlichen Menfcheuzufluß, da z. B. jetzt schon in Gasthöfen so zahlreiche Anmeldungen auf Zimmer eingelaufen sind, daß es schwer sein dürfte, in solchen noch Unterkunft zu finden. (Hess. Volksbl.)

Darmstadt, 13. Juni. Die hessischen Bevollmächtigten Oberst und Brigade- commandeur v. Lynker und Oberkriegsrath Niepoth haben sich am Samstag noch­mals zu weiteren Verhandlungen über die Militärconvention nach Berlin begeben.

lassen. Da aber zur Zeit die Eivzellandtage nicht versammelt sind, so trat an die Reichsregierung die Nöthigung heran, den Regierungen, welche das Bedürfnis fühlten, die Mittel vorschußweise zu gewähren. Daß die ganze Kriegscontribution zu Bundeözwecken verwendet wird, halten die verbündeten Regierungen eben nicht für rathsam; sie erachten cs für angezeigt, eine gewisse Summe derselben unter die einzelnen Regierungen zu Gunsten ihrer specieven LandeSzwecke zu vertheilen. Die Regierungen legen ein ganz besonderrS Gewicht darauf, daß alle Klassen des Reservestandes, ohne Scheidung nach Rangstufen, bedacht werden, denn alle Theile des Heeres wetteiferten in Hingebung für'S Vaterland. (Bravo!) Die Reserve- offizierc namentlich befinden sich oft in minder günstiger Vermögenslage, sie ge­hören zum größeren Theile dem Baugewerkstande, dem Handel, der Industrie an, sie wurden alle durch den Krieg für den Augenblick erwerbslos. Ich empfehle Ihnen, behandeln Sie diese Vorlage mit demselben Wohlwollen, welches Sie früher der gleichen Angelegenheit entgegenbrachtcn. Ich erwähne noch, daß ich das Bedürfniß mit der Vorlage nicht für erschöpft halte, aber eben weil einzelne Regierungen dasselbe bestreiten, hat der Gesetzentwurf die gegenwärtige lockerere Fassung erhalten. (Bravo!)

v. Hennig beantragt die Ueberweisung der Vorlage an eine besondere Com- misston von 14 Mitgliedern und zwar in Verbindung mit der anderen Dotations- Vorlage. v. Lenthe dagegen, aus zeitlichen Gründen sowohl, da es wünschens- werth sei, baß das Gesetz in drei Tagen perfect werde, als auch, weil kein inne- rer Zusammenhang zwischen beiden Vorlagen besteht, die eine werde überall mit ungetheilter Freude begrüßt, bei der anderen sei das mindestens zweifelhaft. Dr. Löwe gegen jede Verschleppung der Angelegenheit. Die Abgg. v. Brauchitsch und v. Benda sprechen für, v. Mallinckrodt gegen die Commission. v. Bunsen bedauert, daß bei der ersten Lesung regelmäßig sofort die Commissionsfrage in den Vordergrund trete, während doch die Besprechung über das Princip der Vorlage weit dringender sei. Fürst Bismarck. Die verbündeten Regierungen haben ihre Ansicht über den ursprünglichen Antrag des Vorredners keineswegs geändert, sie halten ihn heute noch für praktisch unausführbar; daß aber irgend etwas in dieser Richtung geschehen müsse, wurde von den Regierungen schon in Versailles, lange vor Berufung des Reichstages, anerkannt. Die Schwierigkeit der Aus- führung verzögerte allein die Vorlage; ich wünsche daher, daß Sie den schleunig, sten Weg zur Erledigung derselben einschlagen. Dr. Völk. Die Herren, welche die Vorlage au eine Commission überweisen wollen, thun es nicht dieses Gesetzes wegen, sondern wegen der Dotationsvorlage für die Generale und ich kann mir wohl einen Zusammenhang zwischen beiden Vorlagen denken, denn beide betreffen Dotationen. Aber hier muß schleunigst geholfen werden und deshalb will ich nicht das Schicksal dieses Gesetzes an das des andern knüpfen. Es ist in der That bedauerlich, daß das Dotationsgesetz für die Generale, das durchaus nicht pressirt, jetzt noch am Schluffe der Session und unter dem Eindrücke der Vorgänge um und her eingebracht wird; ich will es gerade nicht behaupten, aber es könnte doch so scheinen, als sollte das eine Gesetz durch das andere durchgebracht werden Greifen wir nur nicht zu tief in die Milliarden hinein, wir könnten am Ende sonst in die Lage kommen, zwingende Verpflichtungen nicht erfüllen zu können. Ich bitte Sie, verweisen Sie bas Gesetz nicht an eine Commission. Das Haus beschließt dem gemäß.

Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Lesung des Gesetzes, be­treffend die Verleihung von Dotationen in Anerkennung hervorragender, im letzten Kriege erworbener Verdienste. Fürst Bismarck. Die Tendenz beider Gesetze ist übereinstimmend, das eine betrifft eine Unterstützung, das andere einen Act k. Frei- giebigkett, um dessen Gewährung Se. Majestät Ihre Unterstützung erbittet. Es ist ein seltener und mit den conftitutionellen Doktrinen nicht ganz zu vereinbaren- ber Fall, die Person Sr. Maj. des Kaisers hier in die Debatte zu ziehen: ich will dies deshalb auch nur indirekt thun. Stellen Sie sich die Frage, wie die Dinge hätten anders verlaufen können; denken Sie, baß der jetzige Krieg, der wie eine schwarze Wolke ein halbes Jahrhundert lang am Horizont stand, einen weniger entschlossenen Monarchen aus dem mächtigsten der deutschen Throne sand denken Sie, daß der Krieg dann verschoben wurde, bis der Feind Bundesgenossen fand. Wrm verdanken wir, daß die Mittel zum Kriege da waren, daß der Mo­ment, zum Angriff und zur Niederwerfung des Feindes richtig erfaßt und nickt verzögert wurde? Wir verdanken es der Entschlossenheit unseres Monarchen! Und wenn nun der an Jahren und Ehren reiche Monarch, der ohne Zaudern seine ruhmvolle Existenz einsetzte für das Vaterland, wenn er dann aus dem sieare cken Kampfe heimkehrt und fragt: wem verdanken wir den Sieg, den Schutz unserer Landes vor der Verwüstung durch den Feind? ja, wenn darüber hinaus mit Gotte- Hilfe das lang ersehnte Ziel der Einigung Deutschlands erreicht wird, der deutfckc Kaiser wieder aufsteht und zurückkehrt in einer Macht, der größten in ganz Europa FVt ^in Herzensbedurfniß sein, die tapferen Heerführer, die ihm sc getreulich beigestanden in dem großen, schweren Werke, königlich zu belohnen1 Die 2abferfeit als solche ist allerdings nicht zu belohnen, sie ist Gemeingut aller deutfchen Soldaten; aber die Belohnung der intelligenten Heerführer, die den königlichen Willen zur That machten, muß ein Bedürfniß der Dankbarkeit für ten Kaiser sein. Ich will nicht von den Nützlichkeitsgründen sprechen, die für die $orla0e anzufuhren sind; auch bei uns kann jedweder Soldat vermöge der Gleich- heit vor dem Gesetze zu den höchsten Ehrenposten gelangen. Vergessen Sie eimki Augenblick die Stellung eines geldbewilligenden Abgeordneten: geben Sie Sr Ä«>*

Dr. Löwe hält u bei aller Bewunderung der Erfolge de« alorreicken mit den const.tutionellen Grundsätzen nicht -erträglich, ein specrelle- SertrTueK wtnm für den Kaiser zu fordern und zu geben. Die wahre Belohnung der Heer, fuhrer muß in dem Bewußtsein bestehen, baß sie das in ste aeseute Vertrauen Kaiser» bethatigten. Nicht abkaufen soll man diese Ehre. (Oho! rechts.) Außer diesen Prtticipiellen habe er auch noch schwere politische Bedenken; er wolle nichl Dotationen den Ehrgeiz der Soldaten, nicht da« Ueberwiegen des $odgfaa * Ubtt eCn bürgerlichen Staat befördern. Er sei prineipiell gegen die

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Lasker für Ueberweisung an eine Commission. Er bedauere die Auslassung des Abg. Löwe gegen die Vorlage, ohne dieselbe näber 1866 gaben wir die Dotationen als Nationaldank' und nicht ß L k

wurde ein solches Verfahren, selbst von den freieilen k < =.? ? n flnb der Deutung fähig, Geld aber nijt Darum bin tationen alsEhrengaben" zu verkleinern, daß sie diesen Cbar^kter ^?,?' Einzelregterungen zu aber-1 Innung für Tapferkeit zu ertheilen ist das deutsche Ä nie fldgebi^ genug. -