Gichmer Anzeiger
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Frcitag den 16. Juni
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sonst gleichen Verhältnissen jedesmal den Vorzug erhalten.
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Prei- ^iecteljährig 1 ft. 12 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.
Zur Zucht taugliche, im Besitz von Privaten befindliche 1—2jährige Bullen und zwar:
a. Wenn dieselben vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15—25 fl.;
b. wenn dieselben vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10—20 fl.
Die besten im Besitze von Gemeinden oder Gemeindebullenhaltern befindlichen, nicht über 3 Jahre alten Zuchtbullen, von 10—15 fl., welche den Bullenhaltern zu Gute kommen sollen.
Rinder von 2—3 Jahren, die entweder sichtbar trächtig sind, oder erst kürzlich gekalbt haben, und zwar:
a. Solche, die vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15—25 fl.. und
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Viehpreisvertheilungen gl faubadj und Vilbel in 1871 betr.
Die diesjährigen Viehpreisvertheilungen werden zu Laubach ain 4. Juli und zu Vilbel am 12. Juli abgehalten werden; es werden auf jeder derselben 500 fl. zu Preisen und Wegvergütungen zur Verwendung kommen. Es können Preise erhalten:
1) Ausgezeichnete Fohlen, mit Ausnahme von Saugfohlen und zwar:
a. Solche, die vom Bewerber aus eigener Stute gezüchtet worden sind, von 15—25 fl.;
b. solche, die vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens 1 Jahr im Besitze desselben sind, von 10—20 fl.
1871.
Den wegen Betheiligung an dem Züricher Scandal verurthcilten französischen Offizieren ist das rciz.nd gelegen? Schloß Uster als Gefängniß angewiesen; diese Annehmlichkeit genügte ihnen aber nicht und sie Ließen sich noch „Gesellschaftsdamen" von Puris kommen; einige schweizer Blätter haben gegen diesen Unfug protestirt und die Herren Franzosen sind nun so naiv, d^n Zeitungen einen öffentlichen Protest zu senden, in welchem sie ihr Erstaunen über die rigorose Auffassung der Sache auesprechen und erklären, daß jene Damen, aus Paris vertrieben, nach französischer Sitte lediglich aus Patriotismus zu ihnen gekommen seien, getrieben „durch den patriotischen Zug des französischen H.rzcnö, welches in allen Zeiten der Grund der edelsten Tyaten gewesen ist."
Aus Oesterreich wird gemeldet: Nach Schluß der Reichsrathssession wird Graf Hohenwart definitiv zum Ministerpräsidenten ernannt werden, und steht sowohl seine Berufung, als die des Dr. Habietinek in's Herrenhaus bevor. Am 7., am Tage des ersten parlamcntarischrn Sieges des Ministeriums, wurde Graf Hohenwart sogleich nach Schluß der Sitzung von der Aristokratie und anderen Persönlichkeiten beglückwünscht. '
Da- „Pesther Amtsblatt" veröffentlicht die Enthebung des Justizministers Horvath und die Ernennung Bitto's.
Ucber die Stimmung in Nom schreibt der römische Correspondcnt der „Pall Mall Gazette : Die schrecklichen Ereignisse in Pari- haben einen schmerzlichen Eindruck in Nom gemacht, was indessen mehr von der Bevölkerung als vom Vatikan gilt, da am Letzteren Orte die Ansicht herrscht, die Reaktion sei unvermerd- lich. Selbst der Tod des Erzbischofs von Paris hat wenig Bewegung unter den Prälaten > cd Hofes gemacht, und die Jesuiten reden von der Sache als einer Züchtigung des Himmels wegen der vom Erzbischöfe beim Eoncil gemachten Opposition. Kurz, man gibt sich im Vatikan der Ueberzeugung hin, daß die Pariser Gräuel der päpstlichen Sache nur nützen können, und aus diesem Grunde sieht man sie nicht mit dem Abscheu an, den man sonst wohl erwarten dürfte. Seit Absendung der Encyclica hat Antonelli keine weiteren politischen Schritte unternommen. Er hält sich an die Maxime Napoleon'- 111.: inertia sapientia. Auf Fragen hinsichtlich seiner Absichten mit Bezug auf Italien antwortet er aus-
Erschetnt täglich, mit Ausnahme MontagS.
Expedition: Lanzleiberg Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsötatt für den Kreis Hießen
Diejenigen Fohlen, von denen durch Bürgermeistereibescheinigung nachgewiesen ist, daß sie bis zum Alter von 2‘lz Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen unter e‘“n ...... “
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Bestellungen etof den Gießener Anzeiger Ä61,6
15. Juni.
Das „Frankfurter Journal" schreibt: Während wir von Tag zu Tag vergebens darauf gewartet und jetzt die Hoffnung nahezu aufgegrbtn haben, daß die bayerische Negierung durch energische Schritte gegen die Verkünder des Unfehlbar- keitsdogmas ihr Wort wahr machen werde, haben die in München versammelt gewesenen katholischen Gelehrten den in sie gesetzten Erwartungen reichlich ent- sprechen und ein große-, zeitgemäßes Wort über die römischen Anmaßungen zu reden gewagt. Wir muthen diesen Männern, die in ihren kirchlichen Anschauungen alt geworden sind, nicht zu, daß sie in jedem Stücke den freieren religiösen Begriffen unserer Zeit Rechnung tragen sollen, wissen uch die Berechtigung einer konservativen Richtung vollkommen zu würdigen. Wenn die von ihmn erlassene Erklärung es also vermeidet, den Bruch mit dcr katholischen Kirche als solcher offen zu proclamiren, so verstehen wir das nicht nur, sondern wir müssen es sogar anerkennen. Höchst erfreulich und anerkennen-werth ist es nun aber, daß (L den Muth gefunden haben, auf den eigentlichen Krebsschaden, auf die Wurzel des Uebel- mit klaren Worten hinzuweisen. Los von Rom! das ist die Losung, auf welche die Erklärung in ihrem wesentlichsten Theile hinau-läust. Die Gründung von Nationalkirchen, zu welcher Frankreich schon einmal einen Anlauf genommen, welche der edle Wessenberg erstrebte, sie ist jetzt auch von der Blüthe der deutschen katholisch.theologischen Wissenschaft, voran ein solcher Alles überragender Name wie Döllinger, auf die Fahne geschrieben worden. Da- ist der springende Punkt, um den es sich handelt. Mit dem Katholicismus können Eultur, Fortschritt und nationale Entwicklung sich vertragen — mit Nom nicht. Wir dürfen hoffen, daß diese Ueberzeugung, bisher schon von der großen Mehrzahl aller gebildeten deutschen Katholiken gctheilt, jetzt auch unter die Massen der katholischen Bevölkerung dringen, und daß die Nachwirkung unsere- nationalen Aufschwunges ihr kräftig zu Hilfe kommen werde. Freilich ist e-, wenn die hiermit eingelettcte Bewegung eine nachhaltige sein soll, auch durchaus nothwendig, daß jetzt die Regierungen ihre Pflicht thun und offene Stellung nehmen. Kein Interesse ist zur Zeit wich- figer und drängender, als daß der Staat die altkatholische Bewegung sanctionire und ihr, wo e- nöthig ist, zu Hilfe komme.
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b. solche, die vom Bewerber angekauft, aufgezogen und mindestens ein halbem Jahr im Besitze desselben sind, von 10—20 fl.
Das schönste Rind erhält außerdem ein Halsband mit Glocke.
5) Ausgezeichnet schöne Schafböcke bis zu 10 fl. — Bezüglich dieser muß das Schurgewicht von letzter Schur angegeben werden; auch wird bei der Prämiirung Rücksicht daraus genommen, ob die Böcke Reinvieh oder Schmiervieb sind und bei sonst gleichen Verhältnissen dem Reinvieh der Vorzug gegeben werden.
6) Zuchtschwcine reiner englischer oder englischer Bastardracen jeden Geschlechtes und mindestens y2 Jahr alt, die aus dem Bewerber eigenthümlich gehöriger Zuchtsau gezogen sind, von 5—10 fl.
Es kann nur wirklich preiswürdiges Vieh prämlirt werden. Eigenthümcrn von solchem, denen wegen zu starker Concurrenz eine Prämie nicht zuerkannt werden konnte, erhalten auf Verlangen, wenn sie 2 Stunden und weiter hergekommen sind, eine Wegenlschädigung von 24 kr. für einen Bullen und von 12 kr. für ein Fohlen, ein Rind, einen Bock oder ein Loos von mehreren Böcken, und ein Schwein oder ein Loos von mehreren Schweinen für jede Stunde Wegentfernung.
Die Musterung des Viehes beginnt Vormittags 8 Uhr.
Alle Bewerber haben Bescheinigungen (auf stempelfrciem Papier) darüber beizubri- gen, daß das zur Preisbewcrbung vorgeführte Thier den in der pos. 1 bis 6 incl. angegebenen Anforderungen entspricht, widrigenfalls sie bei der Prämiirung nicht berücksichtigt werden können. Die Preisbewerbung ist für alle Kreise der Provinz Oberhessen frei und an keinen Bezirk gebunden. — Thiere, welche bei einer früheren Preisvertheilung bereits einen Preis erhalten haben, können auf einen weiteren Preis nicht mehr Anspruch machen.
Sämmtliches vorgeführte Rindvieh wird durch die betr. Experten in 3 Abtheilungen aufgestellt werden; diese sind:
l. Schweizer, Englische und größere Niederung^schläge,
II. Vogelsberger Vieh und
III. Kreuzungsvieh.
Die einer Abtheilung angehörigen Thiere concurriren unter sich um Prämien, und es bleibt den Experten überlassen, die vorräthigen Mittel auf die einzelnen Abteilungen je nach dem Maße der Beschickung und der Zahl der preiswürdigen Thiere zu vertheilcn; ein erster Preis aber soll in jede Abtheilung fallen, insofern em wirklich preiswürdiges Thier in derselben vorgeführt ist; die Abtheilung, in die die Glocke mit Halsband entfällt, wird bei der Verkeilung der Preise zuerst vorgeführt.
Die Experten werden vom Ausschuß des Provinzialvereins ernannt, und zwar drei für Prämiirung von Fohlen, Schafböcken und Schweinen, drei für die von Bullen und drei für die von Rindern.
In der Regel sollen zu Prämien für Fohlen, Schafböcke und Schweine 150 fl., für Bullen 150 fl. und für Rinder 200 fl. verwendet werden; Ausnahmen hiervon sind den Experten nach dem Maße der Beschickung der einzelnen Abtheilungen gestattet, und Ueberschüsse aus einer Kategorie können in die anderen übertragen werden.
Indem der Unterzeichnete Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, ladet er zugleich die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft, zu zahlreicher Theilnahme an dieser Preisvertheilung ein. Wesentlich könnte das Interesse an derselben erhöht werden, wenn, unabhängig von der Preisvertheilung, schönes Vieh und interessante Gegenstände der landwirthschaftlichen Industrie zur Ansicht ausgestellt würden.
Laubach, den 1. Mai 1871. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen:
, Otto, Graf zu Zolins-Lau bach.
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