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diesen Gewaltthätigleiteu beiwohnte, trat muthig dazwischen und nahm die Deut­schen unter seinen Schutz; 3) an demselben Tage wiederholte sich der nämliche Auftritt in der Rue de Lyon. Der Angeklagte bediente sich einer Pfeife, mit der er den Pöbel herbcirief um ihn dann mit Mort und Geberde aufzureizen; einem der Kläger hat er mit eigener Hand einen Faustschlag vcrfetzt. Dobrowolski wird trotz der pathetischen Dertheibigung seines Advocaten zu zwei Monaten Gefängiuß und in eine Geldbuße von 100 Francs verurtheilt.

Am 30. September geriethen in Chauny (Aisne-Departement) bayerische Soldaten mit den Einwohnern dieser Stadt in Streit. Einer der ersteren wurde erschlagen. In Folge dessen hat der in Chauny commandirende Major durch den Maire bekannt machen lassen, daß die Wachtposten verstärkt und die Patrouillen häufiger auSgesandt würden; jeder Widerstand gegen Militärs, die im Dienste sind, würde mit Waffengewalt bestraft werden; alle Posten und Patrouillen hatten die Gewehre geladen. Wenn weitere Exceffe vorfielen, so würden die Wirths- Häuser, Weinwirthschaften und Kaffeehäuser vor der Polizeistunde geschlossen und die Gesetze über den Belagerungszustand streng angewandt werden.

Thiers- beschäftigt sich in letzter Zeit fast ausschließlich mit militärischen An­gelegenheiten. Es vergeht kein Tag, wo er nicht Generale und andere Offiziere empfangt und die Lager um Paris herum besucht. Sein Zweck dabei ist ein dop­pelter: einerseits will er sich bei der Armee, die bekanntlich von den Bonapartisten stark bearbeitet wird, beliebt machen, und andererseits es ermöglichen, bei Wieder­eröffnung der Kammer mit einer vollständig reorganisirlcn Armee vor dieselbe hin­zutreten und so den Militärentwurf, welchen die Armeecommission derselben aus- gearbeitet hat, mit mehr Erfolg bekämpfen zu können. Bekanntlich besteht aber die Commission auf ihren Ansichten, die sich von denen des Herrn Thiers haupt­sächlich dadurch unterscheiden, daß dieser nichts von der allgemeinen Wehrpflicht wissen und die. Stellvertretung aufrecht erhalten haben will, während die Commis­sion die letztere abgeschafft und die erstere eingeführt haben will. Herr de Chasse- loup-Laubat, der Berichterstatter über den Milttärentwurf, arbeitet sehr eifrig an seinem Berichte und hat der Commission mitgetheilt, daß er ihr denselben in der ersten Versammlung, die nach den Ferien stattfindet, vorlesen wird. Man glaubt, daß die Commission der Kammer den Bericht gegen den 15. Januar vorlegen wird. Von der Commission ist nur ein Mitglied für die Ansichten des Herrn Thiers, nämlich Herr de Barante.

Der Fürst von Montenegro soll, dem Belgrader Vidovdan zufolge, dem Ver­treter Serbiens offen bekannt hoben, er liebe den jungen Fürsten Milan sehr und hoffe, mit demselben vereint die serbische Nation vom türkischen Joche zu befreien.

Die telegraphisch aus Newyork gemeldete Nachricht von der Schwierigkeit, die -wischen Rußland und der Regierung zu Washington durch das Verfahren des russischen Gesandten, Staatörath Katakasy, entstanden ist, bestätigt sich, wird aber durch die Abberufung des Herrn Katakasy ohne Zweifel erledigt werden. Dieser war früher LegationSsecretär in Hannover und gilt für ein Original, mit dem schwer umzugehen war. Er soll hochstehende Personen in Washington wirklich beleidigt haben, und sein dortiges Verbleiben als Gesandter ist unmöglich ge- worben.

Darmstadt, 11. October. Seine Königliche Hoheit der Grcßherzog haben Allergnädigst geruht: am 29. September den Gymnasiallehramts-Accessisten Dr. Ludwig Tex.or aus Steinfurth, im Kreise Friedberg, zum Lehrer an dem Gym- nafium zu Darmstadt zu ernennen; am 2. October den Privatdocenten Dr. Wil- Helm Weiffenbach zum außerordentlichen Professor bei d.er theologischen Facuttät der Landesuniversität zu ernennen.

Darmstadt, 11. October. Das König!. Sächsische Finanzministerium hat am 30. August nachstehende Verordnung, dre Anberaumung eines Präclusivtermins für die Gültigkeit der ältrien, aus der Creirung vom Jahre 1855 herrührendcn Königl. Sächsischen Cassenbivets betreffend erlassen:

das Präsidium um die Ermächtigung, den angemeldeten Rednern, ohne Rücksicht auf die Ordnung der Meldung, chas Wort geben zu dürfen, damit die Redner aus den verschiedenen Theilen Deutschlands zur Aussprache kämen, und die Ver­sammlung erklärte sich damit einverstanden. Die eigentliche Debatte eröffnete Prof. Köllner aus Gießen, indem er sich zwar mit dem Referenten einverstanden erklärte, aber zur Ergänzung auf die Hoffnung und Pflicht hinwies, was an uns sei, auch für die Heilung des tiefsten Risses zu wirken, der durch das deutsche Volk gehe, zur Einigung mit den katholischen Brüdern. Habe ein bekannter Bischof gesagt: das deutsche Volk habe durch die Reformation das Gewissen verloren, so müsse ausgesprochen werden, daß die evangelische Lehre im KatholiciSmuS mitliege, daß nur Vieles dort anders gestellt sei und mit anderen Namen bezeichnet werde, daß der ganze Unterschied nur darin liege, daß die römische Hierarchie noch die Menschensatzungen" habe, freilich nicht zum Vortheile der evangelischen Wahrheit und des frommen Lebens; daß aber das Edelste in der katholischen Kirche nur Das sei, was sie mit der evangelischen Kirche gemeinsam habe, und daß dieses Bewußtsein geweckt und gestärkt werden müsse. Metz aus Freiburg freut sich dieser Anerkennung des Evangelischen im Katholicismus, mit Zustimmung zu den Refe- rot.n. Beyschlag sieht die Aufgabe des Kirchentags in der besseren Organisation der evangelischen Kirche mit dem Gemeindeprincip, wogegen sich aber viele laute Stimmen, wie es fasten die Mehrheit, energisch erklärten. Schlottmann erklärte die von Dr. Köllner angeregte Frage für äußerst wichtig und will Entfernung der Jesuiten aus dem deutschen Reiche. Nachdem noch Eberhard und Wilhelm Baur aus Hamburg mehr paränetisch über die Zustände und Forderungen des christlichen Lebens gesprochen, erging sich ein Pfarrer Johann aus Friedberg in so heftigen Diatriben gegen jede Führung des Krieges, daß der allgemeine Ruf Schluß" idn zum Verlassen der Rednerbühne zwang. Um 12 Uhr erschien der Kaiser der Kanzel gegenüber und blieb fast zwei Stunden anwesend. Nach dem Schluffe M1 ersten Referates forderte daher der Präsident die Versammlung auf, zu singen:Gott schütze auf seinen Wegen den Kaiser und sein Haus", worauf die Verhandlungen ihren Fortgang nahmen.

Berlin, 11. October, lieber den Verlauf der hier eröffneten Verhandlungen in der elsässischen Zollfrage ist Bestimmtes heute noch nicht zu meld n; doch steht so viel fest, baß eine Erledigung der noch schwebenden Streitpunkte, welche sich namentlich auf das finanzielle Gebiet beziehen, gestern noch nicht erreicht war. Wie wir erfahren, hat gestern ein Ministerconserl stattg-funden, in welchem alle die Fragen einer definitiven Entscheidung vorlagen, welche Angelegenheiten betreffen, die dem Reichstage zur Beschlußfassung vorliegen werden. In erster Linie kam Die geschäftliche Behandlung des Mtlitäretats in Betracht.

Berlin, 11. October. Der wirkliche geheime Oberregierungsrath Hartwig ist zum Vorsitzenden des Aufsichtsratheö der deutschen Eisenbahnbaugesellschaft er­wählt. DieKreuzzeitung" dementirt die Mittheilung der Journale, General v. Alvensleben sei zum Gouverneur von Berlin designirt.

Hanau, 9. October. Der Strike der Cigarren-Arbeitcr, welcher ein volles Vierteljahr gedauert, hat nun endlich seinen Abschluß gefunden und sämmtliche Arbeiter haben die Arbeit wieder ausgenommen. (H. M.-Z )

Stuttgart, 11. October. Genera! v. Obernitz ist zum Commandanten der 14. Division mit dem Sitze in Düsseldorf ernannt. Die Ernennung eines preu­ßischen Generals zum Commandanten des württembcrgifchen Corps ist bevor­stehend.

Hannover, 10. October. D'e leidige Celler Denkmals-Affaire soll, wie dem Hb. Corresp." aus dem Hannover'schen berichtet wird, auf dem Punkte sein, end­lich ihren Abschluß zu finden. ES will nämlich der MilitärfiScuS die Proceßkosten übernehmen, den streitigen Platz zur Ausstellung des Denkmals einräumen und die Kosten der Wiederaufrichtung tragen. Dagegen soll das zur Erinnerung an die bei Langensalza gefallenen Cellenscr bestimmte Denkmal eine Erweiterung erfahren und zugleich mit als für die in dem letzten Kriege gegen Frankreich Gefallenen in zweckentsprechender Weise hergerichtet werden.

Blätter.

Im Uebrigen lassen wir die Hunde bellen, und die Preußen

beriefen ein Meeting zum Zweck der Unterstützung der HülsSbedürstigen von Chicago.

schimpfen, wen sie woll.n, und kümmern uns wider um das eine noch um das andere, womit wir uns für heute Hrn. Majunke bestens empfehlen."

Kehl, 9. October. Fast sämmtliche Eigenthümer der durch die Beschießung beschädigten und abgebrannten Häuser haben gestern die durch die Abschätzung fest­gesetzte Entschädigung vollständig ausbezahlt erhalten. (Bad. Ldsztg.)

Nom, 8. October. D-e hiesige theologische Facultät ist aufgelöst worden.

Paris, 12. Oktober. Soweit die Generalrathswablen bekannt sind, werden 541 Nachwahlen erforderlich. Zehn Procent der Gewählten gehören der bona- partistischen Partei an. "

London, 9. October. Das Befinden der Königin ist entschieden besser, sie macht täglich eine oder zwei Spazierfahrten, meist in der Begleitung der Prin­zessin von Wales. Nachdem Prinz Arthur, der dritte Schn der Königin, aus Schloß Balmvrat angekommen ist, befinden sich sämmtliche Mitglieder der könig­lichen Familie in den schottischen Hochlanden.

London, 12. October. General v. Blumenthal hat sich nach Schloß Bal­moral zur Lton gin begeben. Der amerikanische Gesandte und der Lordmayor

Zu weiterer Ausführung der Vorschriften im §. 13 des Gesetzes vom 2. März 1867 (Seite 55 des Gesetz- und Verordnungsblattes vorn Jahre 1867) wird, wegen gänzlicher Einziehung und Vernichtung der älteren, nach den Bc- stimmungen des Gesetze« vom 6. September 1855 (Seite 527 fg. des Gesetz- und Verordnungsblattes vom Jahre 1855) creirten Cassenbillcts, für deren Umtausch gegen neue Caffenbillets, der Creation vom Jahre 1867 durch die Verordnung vom 12. Juli 1870 (Seite 240 des Gesetz- und Verordnungsblattes vom Jahre 1870) beieils eine zwölfmonatige, mit dem 31. August gegenwärtigen Jahres zu Ende gehende Frist nachgelassen worden ist, hiermit Folgendes verordnet:

Der Umtausch der vorgedachten älteren Caffenbillets der Creation vom Jahre 1855 bei der Finanzhauptkaffe zu Dresden und der Lotterie - Darlehnskaffe zu Leipzig bleibt nach Ablauf jener zwölfmonatigen Frist lediglich noch bis mit dem 30. December 1871 gestattet. Von diesem Zeitpunkte ab sind alle dis dahin nicht umgetauscht.n derartigen Caffendillers als gänzlich werthlos zu betrachten, und cs kann weder eine nachträgliche Umtauschung derselben, noch die Berufung auf die RechtSwohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand dagegen stattfinden. Dresden, am 30. August 1871. Finanz - Ministerium, gcz. Frhr. v. Friesen, v. Brück.

Darmstadt, 11. October. Für den im hlesigen Polytechnikum beginnenden Jahreecurs habrn sich oereits 170 Studirende angemeldet.

Berlin, io. October. Heute wurde dahier Der evangelische Kirchentag er­öffnet. Von namhaften Persönltchkeiten sind zugegen (außer den Berlinern) die preußischen Generalsuperintendenten Möller von Magdeburg, Schulze u. s. w., von den Universitäten Hoffmann und Scheurl und Ebrard von Erlangen, Jacobi, Schlott­mann, Beyschlag von Halle, Köllner von Gießen, Christlieb von Bonn u. s. w. Die Verhandlungen wurden Vormittags in der Garnisonkirche eingeleitct durch den Staatsminister a. D. v. Bethmann-Hollweg als Alterspräsidentin, der dann

Aus Bahern, 10. October. Während der jüngsten Kalholikenversammlung in Mainz scheint man sich in einer geheimen Sitzung mit der radikalen katholischen Presse in Bayern, vorab mitVolksbote" undVaterland", sehr eingehend, unv zwar in einer für Die genannten Blatter nichts weniger als schmeichelhaften Weise, beschäftigt zu haben. Es soll sogar ein in Mainz anwesender Redacteur eines anderen bayerischen Blattes gegen seine Collcgen vomVolksboten" undVater­land" einoffenes Mißtrauensvotum" beantragt, und Hr. Majunke, der Redacteur Der BerlinerGermania", u. A. geäußert haben, daßdie katholischen preußischen Blätter nicht m chr cxistiren können, wenn man solche Dinge in den katholischen bayerischen Blättern lese , wie sieVaterland" undVolksbote" bringen." Für diese Aeußcrung wird Hrn. Majunke im Sigl'schenVaterland" eine äußerst Drastische Abfertigung zu Theil, der wir folgende charakteristische Sätze ent­nehmen :

-,Mit einer preußischen Butterbemme läßt sich das kernhaste katholische bayerische Volk nicht abfinden; dies müssen wir biffer wissen als Hr. Majunke. Des Schwatzens dürfte es jetzt einmal genug fein; es wäre besser gewesen, die in Mainz Versammelten hätten ihre Geldbeutel aufgethan zur Unterstützung Der guten Prisse, als ihre Mäuler zur Verdammung gerade Der muthtgsten unv energischsten

mit vier Vicepräsidenten mit Dem Vorsitz betraut wurde. Zuerst folgte die Be­handlung Der Frage:WaS haben wir zu thun, damit unserem Volke ein geist­liches Erbe aus den großen Jahren 1870 und 1871 verbleibe?" Referent Ahl- felD aus Leipzig empfahl als Hauptsache das treue Festhalten am Evangelium, wobei ev Die historischen Ereignisse unD Zustände sehr im Einzelnen beleuchtete,! dis zur socialen Frage. Aehnlich sprach Der (Korreferent, Garnisonprediger Frommelt au^ J^erlin, Der in Den Ereign.ff.n Die Hand Gottes pries, zur Erkenntniß uuse-! ter Sünde, an Dem was Rom ans Frankreich gemacht habe, und an dem Gerichte über Das ganze französische Volk. Auf Antrag v. Bethmann-Hollweg wurde den v ___

Referenten Der Dank der Versammlung votirt. Darauf brachten Drei schweizerische!Eine Depesche DerTimes aus Paris meldet: Die französische Regierung schlägt Geistliche Grüße und baten um die Fürbitte Der Deutschen Gläubigen. Dann batjDie Erhöhung der Ernfuhrzölle auf englische Baumwolle, Leinsamen und Gewebe

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