Ausgabe 
14.5.1871
 
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Prri» UerteljLhrig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.

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Erscheint täglich, mit Aus­nahme Montags.

Expedition: Lanzleiberg

Ltt. B- Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Sieben.

Nr. 112. " Sonntag den 14 Mai 1871.

"7T75 ßllxAxxai* SBS***^ »<**£*> werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzletberg B. 1, als auär

(X68f* vCit bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postbotm entgegen genommen.

Amt kicher T h e i l.

Gießen, am 10. Mai 1871.

Betreffend: Die Volkszählung im Königreich Großbritannien. . 4 r

Das Grotz herzogliche Krersomt G letzen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Alt-Buseck, Beuern, BurkhaidSsclden, Dors-Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Gießen, Hattenrod, Heuchelheim, Holzheim, Klein-Linden, Leihgestern, Lollar, Ober-Hörgern, Reiskirchen, Trohe und Watzenborn.

Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Verfügung vom 4. v. Mts. (Nr. 86 des Anzeigers) binnen drei Tagen.

v. Starck.

Gefundene Gegen st nrr de:

Ein Regenschirm (bei Bäcker Busch stehen geblieben), ein Maßstob, ein Messer mit 4 Klingen, ein goldener Ohrring, ein dreiklingiges Federmesser und ein Super- dividE^^G^Mhüme^erden ^aufgef^orde?/,^*^fid)°binnen^en*et 311 melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später .®un13.^0^1371.weröen versteigert werden. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen.

Nover. ____

Politischer T h e i l.

Ein französischer Städtebund.

Es klingt wie eine Mahr aus alter Zeit, wenn man vernimmt, daß diej Städte eines Landes sich zusammenthun, nicht um sich über städtische Angelegen­heiten zu berathen, sondern um einen Bund gegen die Regierung zu bilden und, wenn das Glück gut ist, ihrem Bunde die Hegemonie im Staate in die Hände zu spielen. So geschah es wohl im Mittelalter und so geschieht es im modernen Frankreich, in dem Frankreich Ludwig- XIV. und der Napoleoniden, in dem Frank­reich der Präfecten und des Herrn Thiers.

Es ist nach Bordeaux eine Versammlung von Delegirten der größeren Städte zusammenberufen worden, angeblich zum Zweck der Anbahnung einer Versöhnung. Aber es ist unzweifelhaft, daß die Versammlung der Delegirten nicht die Absicht hat, sich mit einer Rolle zu begnügen, wie sie die bisherigen machtlosen Vermittler gespielt haben, die, in Versailles und Paris mit Achselzucken abgewiesen, sich mit dem Bewußtsein trösteten, wenigstens das Ihrige gethan zu haben, um dem blu­tigen Bürgerkriege ein Ende zu machen: sie wollen vielmehr offenbar als eine dritte Macht in den Kampf eingreifen, den Kämpfenden ihre Bedingungen auf- erlegen und ihre Ideen in der Neugestaltung Frankreichs zur Geltung bringen. Sie wollen vermitteln, um zu herrschen.

So faßt man in Versailles die Sachlage auf, und ist daher zu den kräftig- sten und schnellsten Gegenmaßregeln entschlossen. Regierung und Nationalversamm­lung stehen in dieser Angelegenheit auf demselben Standpunkte: sie betrachten das Vorgehen der Städte als einen Versuch, eine andere Versammlung über die Na­tionalversammlung zu stellen. Daß die Delegirten zunächst nur zu einer privaten Besprechung eingeladen werden, vermag nicht die Besorgniß zu vermindern. Sie werden den privaten Character, sobald sie sich erst einmal constituirt haben, schnell genug mit einem officiellen vertauschen, zumal wenn, wie es heißt, Gambetta hinter dem ganzen Unternehmen steckt, der nicht der Mann darnach ist, eine Versammlung zu theoretischen Erörterungen über Gemeindefreiheit oder zu harmlosen 23er- söhnungsversuchen zusammen zu rufen.

Daß es auf ein Gegenparlament abgesehen ist, unterliegt also keinem Zweifel. Die Regierung des Herrn Thiers soll beseitigt werden; die Versailler Versammlung soll sich die Bedingungen des Friedens mit Paris von den städtischen Delegirten dictiren lassen und sodann zur Selbstauflösung gezwungen oder gesprengt werden. Kein Wunder daher, wenn die Nationalversammlung der Regierung zu- rust: principiis obsta, und wenn die Negierung die Besorgnisse der Versammlung für durchaus gerechtfertigt erklärt und ihrerseits die größte Energie in dem Vor­gehen gegen den neu erstandenen Gegner verspricht.

Und die Regierung hat alle Ursache, auf ihrer Hut zu sein. So lange Paris isolirt ist, kann sie mit einiger Sicherheit darauf rechnen, in nicht allzu ferner Zett die materielle Ordnung im Lande vorläufig wenigstens wieder herzu' stellen. Denn Paris, mag es sich auch mit der äußersten Hartnäckigkeit verthei- bigen, muß endlich doch einmal fallen, wenn anders die Negierung sich auf die Treue ihrer Truppen verlassen kann, was der Fall zu sein scheint. Jetzt ober wird von den Provinzen aus der lange vorbereitete und lange gefürchtete Versuch, Paris aus seiner Jsolirung zu befreien, ernstlich in Angriff genommen: gelingt der Versuch, so steht die Negierung ^nicht mehr der Hauptstadt allein, sondern dem halben Lande gegenüber. Nun meinen wir allerdings keineswegs, daß die Muni- cipalitäten der großen Städte für die radikalen Tollheiten eines Felix Pyat oder Delescluze schwärmen. Aber mit den kommunalen Tendenzen, die der Pariser Bewegung zu Grunde liegen, sind sie offenbar vollkommen einverstanden. Sie

wollen das Gemeindeprincip gegen die centralistischen, das republikanische Princip gegen die monarchischen Bestrebungen der Nationalversammlung vertheioigen: und das glauben sie nur durch ein Bündniß mit Paris zu vermögen.

Diese Wendung der Dinge ist durch die Fehler der Negierung verschuldet worden: sie hat die Entwaffnung von Paris gehindert, sie hat die Nepubllkancr höchst unbesonnener Weise gegen sie erbittert, und ihr Gemeindegesetz, wclche- PariS isoliren sollte, ist so engherzig, so wenig den Grundsätzen der Selbstver­waltung entsprechend, daß gerade durch dasselbe die großen Städte zur Partei­nahme für Paris getrieben worden sind.

Nun kann man aber überzeugt sein, daß es den Führern der städtischen Be­wegung in Wirklichkeit um nichts weniger als um das Princip der Gemeindefret- Helt zu thun ist. Gambetta ist ein ebenso starrer und fanatischer Centralist wie Thiers. Er benutzt das populäre Schlagwort offenbar nur, um die öffentliche Meinung durch dasselbe für sich zu gewinnen. Gelingt es ihm, die Nationalver­sammlung zu beseitigen, so beherrscht er mit seinem Anhang Frankreich, und seine Stütze kann und wird er dann nirgendswo anders suchen als in Paris. Es wird ihm natürlich gar nicht in den Sinn kommen, Paris in eine unabhängige mit den übrigen Städten durch ein völkerrechtliches Bündniß verknüpfte Freistadt zu verwandeln, sondern Paris wird das legitime Centrum der einzigen und unheil­baren Republik fein, und feine Präfecten würden mit der Gemeindefreiheit nicht anders verfahren, wie ihrer Zeit die Napoleonischen Präfecten.

Die Städte mögen sich einbilden, dem Princip der Communalfreiheit und der Deccntralisation zu dienen: in der That vertreten sie das revolutionäre Princip der bestehenden, aus dem Willen des Landes hervorgegongenen Regierung gegen­über. Das revolutionäre Princip wird aber, namentlich in Frankreich, mag es ursprünglich auch aus Verwirklichung des Föderalismus in seiner lockersten Gestalt ausgehen, im Lause der Ereignisse immer wieder zu der schroffsten Centralisation als der Quelle seiner Macht zurückkehren. Sollte es derstädtischen" Versamm­lung zu Bordeaux gelingen, diebäuerische" Versammlung zu Versailles zu spren­gen, wie will sie ihre Herrschaft anders als mit brutalster Gewalt, d. h. durch rücksichtsloseste Anwendung des CentralisationSprincips, behaupten?

Was in der gegen die Versailler gerichteten Bewegung Berechtigtes liegt, kann und wird durch weitere revolutionäre Erhebungen nicht zur Geltung kommen. Die Städtefrciheit würde bald genug als unvereinbar mit dem Princip der Au- torität, das kein revolutionärer Machthaber aufgeben darf, über Bord, geworfen werden, und Nichts würde von allen den unklaren Bestrebungen, denen man gegen­wärtig die Parteischlagwörter entnommen hat, übrig bleiben, als eine Verschärfung des socialen Gegensatzes zwischen Stadt und Land, zwischen städtischem und däucr- lichem Proletariat. Und mit dieser Wendung würde Niemand mehr zufrieden sein, als der gesellschaflsrettende BonapartismuS.

Die Negierung ist also vollkommen im Recht, wenn sie gegen das Attentat von Bordeaux entschieden auftritt. Was sie und die Nationalversammlung auch gefehlt haben mag, ihr gewaltsamer Sturz würde nur ein weiterer Schritt in dem Auflösungsprozeß der französischen Gesellschaft fein. Wenn überhaupt, ist eine Besserung der französischen Zustände nur möglich, wenn man sich von dem gegen- wärtig gewonnenen gesetzlichen Boden nicht entfernt. Eine siegreiche Revolution würde den Untergang des Staates oder die Wiederkehr des härtesten Despotismus zur Folge haben.

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