LreiS vterttljährig 1 ft. 12 kr. mit Gringerlohn. Durch btf Post bezogen vierteljäbrig f ff. 27 K.
Gitßmer Anzeiger.
Erscheint täglich, mti LuS» nähme Montags
Expedition: Canzleiberg Bit B. Nr. i.
1871.
Beftrlfteeegen auf den GirKeuer Mnzoiger
Ab^E^w^ den Anzeiger bet der Expedition adbolen lassen, erhalten denselben für den Monat December zu 20 kr
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.
Rr, 290. Witttvoch den 13. December
Amtlicher T h e i l.
Gießen, den 5. December 1871.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. Zn Verhinderung des Kreisraths: Kekul 6, Kreisassessor.
Bekanntmachung.
Der landwirthschaftliche Bezirksverein für den Kreis Gießen wird
, . K . s. <.■ Donnerstag den 14. d. MtS., Vormittags 10 Ubr
t>> dem Lafö Ebel dahier eine Generalversammlung halten, zu welcher alle Mitglieder des Vereins und nll» k q k . r
die Herren Ortsvorstände und Lehrer eingeladen werden. 8 < t t is und alle Freunde der Landwirthschaft, insbesondere
1) Wahl eines ersten Directors des Bezirksvereins. a®eövr^nun6-
3) Neuwahl des Ausschusses für die Jahre 1872, 1873 und 1874.
3) Vortrag des Herrn Pfarrer vr. Müller in Watzenborn über die Winterthätigkeit unserer Landleute.
Gichen^den°4?Dettm/er 187L Ruttershausen über die Pflege und den Nutzen des Obstbaues.
In Erledigung der Stelle eines ersten Direktors des landwirtschaftlichen Bczirksvereins • ______ Haverkorn.
Bekanntmachung.
Betreffend: Wahl des Gemeinderaths zu Rödqen.
.a-vowi 6r(Ln9e” hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß dem Großherzoglichen Bürgermeister Jndertbal r- tv m •
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ift mCrr(.njC.2:-ltrd *um 0r°8en Verdienste angerechnet werden muß,
Dieser Standpunkt ist aber der de» Staatsinteresse«, da« Staatsinteresse Wie er auch über eine künftig^ Sftvan»e°kenk!n man
^,r‘ ble f^Ounigt Herstellung de« j-rrütletcn staatlichen Organismus unter für den Augenblick vor Allem des Friedens bedarf 9'und daü ,« 'bA^ Mitwirkung aller Kräfte, aller Parteien. Es erforvert eben deshalb die Der- vermeiden hat, wa« >u einem erneuten Eonlliet mitV r? ^7® ,U Mdn wü,^8ierUn9,fra9t' Wt'4i 6it SJ)Qr‘,ien en,,n,ti£n Unt iUm ®Ür8‘r,rk8e r®rn,Xi6bS Ausbrüche des Grolls, die R. Sicherheit'Frankreich-"ges^rde'°
Daß dieser Standpunkt nicht auf lange Zeit sestgehalten werden kann in da« eines Mitbürgers' "Ob d7ft'miKen Erma^nu'nik!?« bs7° i8^“1*81 [tln' ®<e tinem Lande, wo Alle« mit Leidenschaft eine definitive Entscheidung fordert, ist beeist allerdings sehr die Frage Immerhin können mir
niWl ja .« ist sehr zweifethaft, ob es Herrn Thiers gelingen wird, den geg.n-ier, was in'feinen Kräften ^eh.,.h7?wird! um Lss"^»7r^uL Dml
, ,^iers vor der Nationalversammlung. war.igen, von allen Parteien bekämpften, Zustand auch nur noch auf kur« Monate
Thicr« blickt in seiner Botschaft auf die bisherigen Leistungen seiner Regie- bin aufrecht zu erhalten; daß er aber bi« jetzt aufrecht erhalten iS ba- iS A,rm einer Befriedigung zurück, Re dem Beobachter der französischen Zustände Thier«' Verdienst. Und ebenso muß man anerkennen, daß die Fortschritte' die oII"t’1"0* ubMrieben und seltsam erscheint, die aber nichtsdestoweniger nicht ganz Frankreich auf dem Wege zur Wiederherstellung geordneter Zustände gemacht' bat unberechtigt ist. Thier« ist in diesem Augenblick in Frankreich der Vertreter der lediglich der Aufrechterhaltung de« Status auo verdankt werden. ** ® '
S3ern.U”?' 7' Ordnung, des Staaisgedanken«; was ihm feindlich gegen- Allerdings sind diese Fortschritte bei Weitem nicht so groß, als Herr Thier« fibh 'rA'»86'T V6n ’7"7U'D<7 7" Partei-Egoismus, der von fiebcrhaster st- in seiner Botschaft darzustellen sucht. Die materielle Ordnung ist nach Nieder- Leidenschaft getrieben nicht da« Wohl de« Ganz.n >m Auge hat, sondern nur «"fung des Cowmunistenausstand« hergestellt worden, die Auflösung der National- daraus ausgeht, die allgemeine Auflösung und Verwirrung zum eigenen Vortheil ßarte bat zu keinen Ruhestörungen Veranlassung gegeben, die Steuern laufen
auSjunutzen. Mag die Selbstsucht sich in das Lilienbanner, in die Trikolore oder regelmäßig ein, die Generalräthe haben in ihrer Mehrzahl sich nicht um Dinar
die blulrothe Fahne Hullen, sie bleibt Selbstsucht. Mag jede Partei, mag jeder gekümmert, die sie nichts angingen. Aber die eigentlich organisatorischen Arbeiten Prätendent von seinem Retterberuf schwatzen, so viel er will, jeder d.nkt dabei doch sind kaum vorbereitet. Ueber die Heeresfrage laufen die Ansichten in den ma7
nur an sich und seine Sache. Gewiß sind der Graf von Chamborb, die Orleans, gebenden Kreisen noch immer Wei, auseinander; auch für die Reorganisation de«
Gambe,ta, selbst Napoleon von ihrem Retlerb-ruf persönlich überzeugt; aber ihre Unterrichts ist ein fester Boden bi« jetzt noch keineswegs gewonnen9; und so auf Ueberzcugung ist nicht« weiter, al« eine der Selbstsucht entsprungene Selbst- °Ürn Gebieten. Und wa« noch schlimmer ist: e« ist nicht gelungen, die öffentliche tauschung. Sie alle glauben da«, wa« ihnen nützlich ist, und um sich vor sich Meinung für diese Fragen zu begeistern, zu erwärmen. Selbstwar di° Hesser7n selbst und vor Frankreich zu rechtfertigen, hüllen sie sich in den Mantel patriotischer Zeitungen bringen, geht selten über wohlgemeinte Ermahnungen und aAtrmein Hingebung, erklären sie sich ein Jeder für den Vertreter de« einzigen Princip«, gehaltene Betrachtungen hinaus. Von dem Wehen eines wirlich reformatorischen w'lches den Staat retten und wiederherstellen könne. Sie täuschen zuerst sich, um Geiste« ist aber nicht der leiseste Hauch zu spüren. Wie wenia im Volke da« Re. dann mi, gutem Gewissen die Uebrigen täuschen zu können. Sie werden zu Fa- dmsniß nach Reformen lebendig Ist, ergibt sich schon einfach daraus, daß, als man natikern ihrer Ansichten und Wunsche, um nicht vor ihrem eigenen Gewissen als st» »ach einem Retter in der Roth umfchaute, das allgemeine Vertrauen Jitrtn ©tttuß« dastehcn zu müssen: da« ist ein psychologischer Prozeß, der sich tausend- Thiers als den Mann der Lage bezeichnete. Und Herr Tbier« ist das a'erade mal in der Geschichte wiederholt hat. Gegcntheil eines Reformators! 9 P ® r De
Es wäre lächerlich, wenn man Thiers von diesem Egoismus freifprechen Thier« hat kenn auch feine Aufgabe durchau« nicht im großen Stvlc auf. wollte; er ist selbstsüchtig und selbstgefällig, wie alle französischen Staatsmänner, g-faßt. Die Franzosen bedürfen der Ruhe und einer kräftigen wohlwollenden Ver. »der er ist zugleich leidenschaftlicher, warm suhlender Patriot, und er sucht sich Wallung; halten wir die Ruhe aufrichtig, und stellen wir die alte bewährte Ver
ke« Vertrauens der Nation würdig zu beweisen, welche« ihn zu seiner hohen Stelle waltung, mit einigen Flittern umsäumt, wieder Herl —nach diele« GrundkaN tza,
berufen hat; er hat e« über sich vermocht, seine Parteianstchten vor den Pflichten, gebandelt, und bei diesem Verfahren hat er erreicht, wa« unter den aea,denen die feine Stellung ihm auferlegt, zurucktreten zu lassen; und da« Verdienst dieser Umstanden eben möglich war, und wa« ein anderer Staatsmann in derselben
Haftung kann dadurch nicht vermindert werden, daß ja in der That auch sein schwerlich erreicht haben würde. tn *
eigene« Interesse ihn daraus hinwie«, nach einem Standpunkt außerhalb des Partei- getriebes zu suchen.


