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Oeffentliche Aufforderung

3745) Nach erkanntem Concurse über! das Vc.mögen des Georg Horst V. von Groh-Eichen werden dessen Gläubiger aur Anmeldung und Begründung ihrer An­sprüche und Vorzugsrechte auf

Montag btit 30. October c., Vormittag 9 Uhr, bei Meldung Ausschlusses geladen. Im Termin wird die Güte versucht und von

nicht erschienenen oder nicht vertretenen Gläubigern, sowohl was ein Arrange ent als die Beschlüsse über Masseverwaltun- und Veräußerung betrifft, angenominen^ daß sie den Beschlüssen der Mehrheit bcr Erschienenen beigetreten seien.

Grünberg, am 28. August 1871.

Gcoßberzogliches Landgericht Grünberg- Erdmann, Ur. Trapp, Landrichter. Landger.-Assessor.

tieldsorten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 57 </258Vz Pistolen . . 9 3840

doppelte 9 4042 Holl. fl. lOSt. 9 52-54 Ducaten . . 5 3638 20 Frankenst. 9 1718 Engi. Sover. 11 4850 Russ. Imper. 9 3840 Dollar in Gold 2 23-24

Aus Mexico wird der Tod des berühmten Räubers Manuel Lozada, genannt der Tiger von Elica, gemeldet. Lozada war, wie viele andere Persönlichkeiten, die in Mex co eine Rolle gespielt, von indianischer Abkunft. Seine frühe Jugend verlebte er als Maulthiertreiber, schwang sich aber aus dieser demüthlgen Lebens­stellung schon früh zum Haupte einer Räuberbande empor, die der Schrecken Des gebirgigen Bereichs von T pic wurde. Zwei Handelshäuser stritten sich um das Monopol in diesem Theile von Mexico. Jedes nahm eine Räuberbande in f ine Dienste und diese beiden Banden führten nun, der mexikanischen Regierung zum Trotze, Krieg gegen einander und plünderten das Land aus. Schließlich blieb Lozada über (einen Gegner Rejas Sieger und ernannte sich cis Befehlshaber eines Heeres von 10,000 Indianern zum Haupte des Territoriums Tepic. Dc- Tepic von hohrN, fast unzugänglichen Bergen umgeben und faktisch von Mexico getrennt war, und da Lozada dafür sorgte, baß Niemand außer ihm selbst mordete und plünde.te, so wurde Tepic bekannt als der ruhigste und am besten regierte Theil von Mexico, und Kaiser Maximilian ließ sich von Bazaine bestimmen, Lozada zum Grasen von Tepic zn ernennen und zu feinem Freunde zu machen. Als übri­gen« Lozada, der die Ehre annahm, mit gegen die republikanischen Truppen zu Felde zog und gewahrte, daß die Franzosen den Kürzeren zogen, kehrte er in seine Berge zurück, erklärte sich neutral und behauptete bi« zu seinem Tode feine Un- abtzängigkelt gegen die Regierung de« Präsidenten Juarez.

Mainz, 10. September. Herr v. Kettelcr ist von der Fuldaer Eonserenz zurück, um bei der morgen beginnenden Generalversammlung der katholischen Ver­eine nicht zu fehlen. Das Ergebniß jener Conferenzen soll dem Vernehmen nach ein mehr negatives fein, indem direkte Winke aus dem Vatikan die Besorgnisse, welche man dort über die Haltung der deutschen Staaten empfindet, auf den Ep.s- copat iu übertragen suchten.

Berlin, 6. September. Dem Vernehmen nach soll der aus den französischen KriegscontrivutioilSgeldern zu bildende ReiLsschatz von 40 Mill. Thalern die Be­zeichnungReichskriegsfonds" erhalten. ' Es liegt die Absicht vor, in dem über Gründung dieses Reichskriegsionds handelnden Gesetze die Bestimmung zu treffen: daß die Disposition über Dtefin Fonds dem Deutschen Kaiser zusteht, die verwen­deten Summen aber der nachträglichen Genehmigung des Reichstags unterliegen, wie es auch zulässig ist, die Genehmigung des Reichstags vor der Verwendung einzuholen. Dem Reichskanzler soll die Verwaltung dieses Reichskciegsfonds über­wiesen werden, während die Reichs chuldencommission die Eontrole ausübt. Die ganze Summe von 40 Mill. Thalern soll stets in baarem Gelde ober in Barren niedergelegt sein. Der BundeSrath dürfte bet seinem in nächster Zeit erfolgen­den Zusammentritt sich bereit« mit der entsprechenden Vorlage zu befassen haben.

t Berlin, 9. September. Der Entgleisung des Militärzuges, welche am 15. August auf der Ostbahn, unweit Bialosliwe stattgefunden, ist, wie die Unter­suchung ergeben hat, durch eine in der Ausführung begriffene Reparatur d s Schienengrsträngcs veranlaßt worden. Es liegt fomtt unzweifelhaft eine Nach­lässigkeit des Bahnmeisters refp. der betreffenden Beamten, welche Die vorschnfts- mäßigen Haltsignale nicht in dem ordnungsgerecht n Abstande von der unfahr- _Laren Stelle errichtet hatten. In Folge der Zug-Entgleisung hat leider ein Soldat 0tT~TT3löpvui.yv ruo v.__>.öv>t «änil mii» .... »ittv

Quetschung des Unterle beS erlitten. Gegen die Eifenbahnbeamten, welchen nach der geführten Voruntersuchung ein Verschulden bei dem Unfälle zur Last fällt, ist, wie derDeutsche Reichs-Anzeiger" versichert, die gerichtliche Untersuchung im Gange. Auch hat der Handelsminister sich veranlaßt gesunden, die Functions- enthebung, beziehungsweise Dienstkündigung des Lokomotivführers und der Bremser des Zuges anzuordnen.

Am Freitag Mittag langte auf der Anhalter Bahn hierfelbst wieder ein für die Generalkriegskaffe bestimmter Theil der KriegScontribution in einer Höhe von 44 Millionen Francs in Go'.d von Straßburg hier ein. Der Transport war von zwei Ministerialbeamterr begleitet und auf drei Wagen verladen. Das Gold war in Beutln verpackt, wog 286 Gentner und wurde auf Rollwagen zur Stadt befördert.

Kassel, 7. September. Von Beamten aus Kaffel nimmt Herr v. Möller nach derMarb. Ztg." u. A. den Regierungsrath Metz mit sich nach Straßburg.

Leipzig, 5. September. Vor etwa sechs Wochen meldete sich Liebknecht, der als hcffilwer Staatsbürger in Sachsen weder städtisches, noch staatliches Bürger- recht auszuüben, wohl aber für Stadt Leipzig und Staat Sachfen die vollen Steuern zu zahlen hat, zum Eintritt in den Leipziger Bürger- und sächsischen ,.Unterthanen"-Verband. Er erfüllte die nöthigen Förmlichkeiten und wartete das Resultat ab. Am 29. August auf die Leipziger Polizei geladen, bekam er nach Meldung desVolksstaat" den Bescheid mitgetheilt:

Die k. Kreisdinction habe Bedenken tragen müssen, dem Schriftsteller Lieb- knecht die nachgesuchte Aufnahme in den sächsischen Untertbanenoerbanb zu ertheffen Rach § 7 des Gesetzes über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit, in Verbindung mit §. 3 des Gesetz'- über die Freizügig­keit vom 1. Nov. 1867 fet nämlich die Aufnahme denjenigen Personen zu ver­sagen, welche nach Den LandcSgesitzen Aufenthaltsbeschränkungen Durch die Polizei-

behörden unterworfen werden können. Dies gelte nach Der Verordnung des t Ministeriums des Innern vom 4. Rov. 1870 namentlich dann, wenn die be« treffende Person eine Strafe verbüßt hat und feit der Verbüßung noch nicht ei, Jahr verflossen ist. Da nun Liebknecht nach Ausweis der Acten eine ihm wegen staatsgefährlicher Schmähungen rechtskräftig zuerkannte Gefängnißstrafe von 4 Wochen erst im Januar dieses Jahres verbüßt habe und mithin feit dieser Zest noch kein Jahr verflossen fet, so ergebe sich hieraus von selbst, daß die k. Kreis, dircction nicht in der Lage sei, dem gestellten Gesuche zu entsprechen."

Nürnberg, 7. September. Unsere Stadt war gestern Abend der Schauplatz beklagenswerther Exceffe. Ein aus mehreren hundert Personen bestehender Haufen durchzog nach 9 Uhr eine Anzahl Straßen, indem tr Die Fenster Der daselbst wohnenden Metzger und Backer mit Steinen bewarf. Es bedurfte des energische Einschreitens der Militärmacht, um Dem Tumulte ein Ende zu wachen. M-Hrfachr Verhaftungen wurden vorgenommen; auch sollen Verwundungen vo-gefallen sein.

(Rurnb. K.)

München, 7. Sept, lieber den Vorfall mit dem Bischof von Passau bringt dieDonauzeitung", das Leiborgan des Bischofs, folgende Version. Sie erzählt, Der Bischof habe bei der Vorstellung des Domkapitels in Gegenwart des Regie« rungspräsidenten bei diesem über die Kirchenfrage und dieAngriffe auf die katho« lische Religion" bitter Klage geführt. Der Regierungspräsident habe diese Aeuße« rungcn nicht länger anhören wollen, sondern, da der Bischof nicht aufhörte, sich aus Dem Saale entfernt. Der Bischof aber sei Dem Präsidenten auch auf Der Straße nicht von der Serie gewichen unD habe laut gerufen: er weiche nur der Gewalt. Erst vor Der Thüre des Gasthauses, wo Herr v. Lipowski fein Absteige« quartier batte, habe Der Bischof seinen Rückweg angetretenunter lautem Jammer* unDwehklagend" über eine Dera.tige Behandlung.Er werde so habe der Bischof Dir zahlreich versammelten Volksmenge zugerufen lieber das Leben lassen, als Die gegenwärtigen Angriffe auf Den Altar und Den Damit unvermeid­lichen Sturz des bayerischen Thrones stillschweigend hinnehmen."

Stuttgart, 11. September. Der deutsche Kaiser sowie Der Großherzoq und die Großherzogin von Baden kommen heute zum Geburtstage Der Königin Olga (zugleich Namenstag des Kaisers von Rußland) nach Friedrichshafen, wo ein ge« metnschafllich s Mittagsmahl stattfindet. Die Königin Der Niederlande und Prinz Alexander der Niederlande sind in Friedrichshafen eingetroffen.

Madrid, 7. September. Der König hat gestern die Sehenswürdigkeitell von Valencia und die Hafenstadt Grao in Augenschein genommen und besuchte im Laufe des Abends nicht weniger als drei Theater, so daß zwischen diesen fein Eoncurrenzneid entstehen kann. Ueberall wurde er außerordentlich herzlich begrüßt. Heute Morgen reist er nach Tortosa, Der aiten romantischen Festung am Ebro, ah.

Der Eorrefpondencia zufolge soll die Kaiserin Eugenie am 14. d. in Lissa­bon einirtffen und von Dort nach MadnD kommen. Ihr Aufenthalt in Spanien bei ihrer Mutter würde etwa sechs Wochen Dauern.

Von Den Mitgliedern der JnternaNonale sind, dem Vernchmen nach, 21 ver­haftet unv 8 ausgewi'sen worden.

Madrid, 3. September. Laut officieller Meldung aus San Sebastian ist in der Nacht vom 1. auf den 2. September Don Luis Gonzalez Bravo, letzter Premierminister Der Königin Isabella, zu Biarritz plötzlich gestorben.

Wechsel.

953/4

Oberhessen

787s

1003/4

Spanier, neuest. 3% 32

1864r

133

Börseimachrichten.

11. September 1871.

steuerf. 1881r IOO1/4 1882r 95 1885r 95i/2 1887r 96

41/2% 1jährige 99>/8

40/g 1jährige 93i/2 Wurtemb. z1/2 °/o Obi. 983/4 Raden 4i/20/0 Obi. c. E. L. 99 Oesterr. Silberrente 57/2

Papierrente 49

n 5% M. Amerik. Bonds

Aetien.

Oest. Creditact. 2821/2 5°/g östr. F. St. E. B. 363

Lombard. Bahn 183

Ludwigsh.-Sexbach 189

Maxbahn 1333/4

Bayer. Ostbahn 134

Hess. Ludwigsb.-Act. 157

Rhein-Nahebahn-Aot. 43

n 4% n » 31/2% , Bayer. 5«/g

Aetlen.

Frankf. Bank 140

Frankf. Vereins-Kasse 110

Darmst. Bankaat, 392

Wien Bankaotien 743

Galizien 2461/4

Braunschweiger 187g Stadt Florenz 833/4

Preuss. 41/2 °/g Oblig. 991/2

Frankf. 3V2% Obi. B3»/8 Nass. 41/2% Obi. 971/2

Kurhess. 4iJ/'q 92 Gr. Hess. 50/0 Obi. 1031/4

Prioritäten.

3°/o öster. Stsb.-Prior. 58i/g 3°/o öst. s. Lombard 753/8 3O/o Livorneser 345/e 5% Tosoaner 523/4

5% Elisabcth.-Prior. 791/2 do. II. Emiss. 837g

Anlehensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 67 Nassau 25 fl. 411/4 40/g bayr. Präm.-Anl. 113 Ansbacher 7 fl. 1 l5/s 40/g badische Loose 11O3/4 Badische fl. 35 Loose 70 Oestr. fl. 250 v. 1854 753'4 1858r Prioritätsloose 179i/2 1860r Loose 85

Amsterdam k. 8. 98i/2

Augsburg

k. 8. 993/4

Berlin

k. S. 105

Bremen

k. 8. 957g

Brüssel

k. 8. 927g

Hamburg

k. 8. 861/2

Leipzig

k. 8. 105

London

k. 8. 116

Lyon

k. 8.

Paris

k. 8. 91

Wien

k. 8. 98

ditto

m. 8.

ditto

1. 8. -

Diskonto

3V8% G.

Mligemetnee Anzeiger

Besondere Bekanntmachnngen.

3760) Da mit Beginn des Jahres 1872 die Gültigkeit der seitherigen Maaße, Gewichte nnd Waagen im öffentlichen Verkehr aufhört und von diesem Zeitpunkte an hierbei nur Maaße, Gewichte und Waagen, welche nach Maß­gabe der Eichordnung vom 16. Juli 1869 geeicht sind, zur Anwendung kommen dürfen, so möchte es räthllch erscheinen, die verschiedenen neu oder umzueichenden Maaße, Gewichte und Waagen baldmöglichst zur Eichung zu bringen, da sonst in den letzten Tagen vor Jahresschlnß durch Arbeitsuberbäusung des Eichmeisters lästige Verzögerungen entstehen Dürften.

Ich bringe hiermit zugleich zur Kenntuiß der Interessenten, daß die Eichung gewöhnlicher Längen-, sowie der Hohl- und Flüssigkeitsmaaße (mit Ausnahme der.F-ässer) und Der gewöhnlichen Waagen und Gewichte dem Uhrmacher ^ynevrtd) Baumann dahier, die Eichung der sog. Präcisions-Maaße, Ge­wichte und Waagen dagegen dem Mechanikus F. W. v. Gehren dahier

übertragen ist und sich die resp. Eichlocale bis auf Weiteres in deren Woh- , inungen befinden.

Gießen, den 4. September 1871.

Der Vorstand des Eichamts Gießen.

Wießell, Bauaccesfist.

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Lorin im hi-ß»'" wtrbeü1 q Gießen, den Großherzofllnt

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326

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