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Verein" gegründet ist und welchen wir der allgemeinen Aufmerksamkeit und Unter­stützung empfehlen möchten.

Das BreslauerKatholische Kirchenblatt" bemerkt zu der bevorstehenden Versammlung der preußischen Bischöfe in Fulda:daß ein gemeinsamer Protest gegen die ministerielle Entscheidung, ein öffentlich Excommunicirter sei noch Mitglied der katholischen Kirche, von Seiten der hochwürdigften Oberhirten, welche der heil. Geist bestellt hat, die Kirche Goltes zu regieren, erhoben werden wird, steht außer Zweifel." DieB. B.-Z." meldet:Unser Correspondent in Rom schreibt uns, daß Fürst Bismarck der römischen Curie die Erklärung habe zugehen lassen, Preußen werde die Wahl eines neuen Papstes nicht anerkennen, falls dieselbe nicht nach den alten Vorschriften erfolge. Die betreffende Note soll dem Cardinal Antonelli am 29. v. M. überreicht sein, wie auch die in Rom erscheinende Capitale" bestätigt."

DemCorresp. v. u. f. D." wird aus Wien geschrieben: Dem Vernehmen nach hat die Pforte, in Erwiderung des vom Fürsten Bismarck an sie gerichteten Ersuchens, im Interesse der Besitzer rumänischer Eisenbahnobligationen kraft ihrer oberherrlichen Autorität die geeigneten Schritte in Bukarest zu thun, jede Ein­mischung ihrerseits abweisen zu müssen geglaubt; sie zweifelt, nach Lage des Pariser Vertrags, an ihrer Berechtigung, auf einen Act der inneren rumänischen Gesetz- gebung und Verwaltung Einfluß zu nehmen. Es scheint indeß, daß sie dabei gleichzeitig den Anschauungen und dem Rathe einer der Vertragsmächte die indeß nicht Oesterreich ist Rechnung getragen hat. Möglicherweise dürste jetzt der Versuch gemacht werden, die sämmtlichen Vertragsmächte zu einer gemeinsamen Vorstellung in Konstantinopel zu bewegen, ein Versuch, welcher freilich wohl mit größeren Chancen die diplomatische Action begonnen hätte.

t In jedem der drei Departements von Elsaß-Lothringen ist mittels Ver­ordnung des Generalgouverneurs vom 7. d. M. ein provisorischer Präfecturrath zur Entscheidung über die Rcclamationen gegen GemeinberathSwahlen errichtet. Ueber den weiteren Jnstanzenzug ist derart entschieden, daß der Rekurs gegen die Entscheidung des Prafecturraths innerhalb der gesetzlichen Frist bei dem General­gouvernement einzureichen ist, während die Behörde, welche an Stelle des früheren Staatsraths darüber zu befinden hat, weiterer Bestimmung Vorbehalten bleibt.

Die Stärke der zur Zeit noch in Frankreich verbliebenen deutschen Occupa- tionstruppen berechnet sich, mit Ausschluß der ebenfalls nach Frankreich beorderten betreffenden Ersatzbataillone, auf 94 preußische, bayerische und sächsische Bataillone, 14 Cavalleriereglmenter, 28 Batterien, 7 Pionnier- und 20 FestungSartillerte- Compagnien, zusammen ca. 80,000 Mann.

Auch in Bordeaux werden die zurückgekehrten Deutschen schlecht behandelt und in der dortigenGironde" öffentlich mit Angabe der Namen und Wohnung denuncirt. Ein Deutscher schreibt aus Lordeaur an einen Stettiner Freund:Wir Deutsche leben hier wie die Verbrecher. Die meisten französischen Bekannten und Geschäftsfreunde wollen nichts mehr von uns wissen. Die hier befindlichen Schweizer, Engländer, Holländer und Russen spielen die Preußenfreffer und Hetzen die Fran­zosen noch mehr gegen uns auf; dieselben möchten die Geschäfte der Deutschen ganz an sich reißen. Die Deutschen dürfen es nicht wagen, an die Börse zu gehen. Wir müssen jetzt alle Geschäfte außer dem Hause durch unsere französischen Commis besorgen lassen. In unseren früheren Pensionen können wir nicht mehr essen. ES ist noch immer kein deutscher Consul hier; das ist doch stark!" In Betreff dieser letzten Thatsache richtet dieN. Stett. Ztg." an das Reichskanzleramt die Frage, ob Vorkehrungen getroffen sind, in Abwesenheit eines ConsularvertreterS die Rechte und die Personen unserer sich in Bordeaux zahlreich aufhaltenden Lands­leute nachdrücklich zu schützen.

Paris-Journal" vom 2. August veröffentlicht das folgende, von derInter­nationalen" ausgegangene Rundschreiben:

Brüder! Zwanzigtausend Helden, welche die ganze Welt von der hundert­jährigen Sclaverei der Priester und des Capitales befreien wollten, seufzen in den Gefängnissen von Versailles oder auf den Schiffen. Brüder! Wir müssen sie nicht beklagen, sondern rächen. Der Kampf der Füsiladen ist zu Ende, aber wir können ihn durch Brandlegung forlsetzen. Alle Schlösser und Monumente mögen als eine Beute der Flammen in Staub sinken und unsere Feinde auf die Weise erkennen lernen, daß wir die echten Söhne Derjenigen sind, welche die Jacquerie gründeten, und Jener, welche im Jahre 1794 ihre Niederlagen und ihr Elend damit rächten, daß sie den Brand in die Provinzen trugen. Die Brandlegung flogt dem Reichen Schrecken ein, weil sie nur Ruinen hinter sich zurückläßt. Legen wir also Feuer an, das unsere Brüder rächen und uns helfen wird, unser Werk zu vollenden. Der Bundesrath."

Die russischeBörsenzeitung" (Birzewija Vjedomosti) schreibt: Falls die Türkei, von Bismarck ermuthigt, Truppen nach Rumänien senden, und Oesterreich Serbien occupiren sollte, würde auch Rußland den 1856 verlorenen moldauischen Bezirk besetzen.

t Berlin, 10. August. Die Ortsbehörden sind unablässig bemüht, durch ihre Organe das Publikum auf die mit dem 1. Januar 1872 bevorstehende neue Maaß- und Gewichtsordnung hinzuweisen. Es ist dringend wünschenswerth, daß sich Ver- käufer wie Käufer damit so bald und so weit als möglich vertraut machen. Schon jetzt sind die Aichämter mit Bestellungen so in Anspruch genommen, daß Alles aufgeboten werden muß, denselben gerecht zu werden; gegen Schluß des Jahres wird die Annahme neuer Aufträge kaum berücksichtigt werden können; wer sich also nicht bei Zeiten versorgt, kann in ganz arge Verlegenheiten gerathen.

Gegen den Strike der Maurer werden von verschiedenen Seiten Bestrebungen versucht. Unter Anderem beabsichtigt ein Unternehmer, Maurer aus Mecklenburg und Holstein heranzuziehen. Er hat mehreren Bau-Unternehmern Vorschläge ge­macht , um sich die Auslagen für die Beförderung der Arbeiter decken zu lassen, scheint aber damit keinen Anklang zu finden.

t Berlin, 10. August. Die nicht unbedeutende Arbeitseinstellung in der nord­deutschen Acttenfabrik für Eisenbahnbedarf hat, wie sich jetzt herausstellt, nicht blos die plötzliche Entlassung eines socialistischen Agitators zur Veranlassung, sondern geht den Weg aller socialdemokratischen Putschereien. Die Strikenden haben gestern der Fabrikdirection ein aus 11 Artikeln bestehendes Ultimatum zugestellt, tn welchem sie Reducirung der Arbeitszeit auf 9 Stunden, Erhöhung des Wochen- lohnes um 6 Pfennige pro Stunde, Abschaffung der Ueberstundenarbeit, Be­schränkung der Rechts der Meister zur Entlassung der Arbeiter, Erlaubniß des' Tabakrauchens bei der Arbeit u. dergl. w. verlangen, wo nicht, Fortdauer des Strikt-. Die Direktion hat das letztere gewählt, unter der Verlautbarung,

sie könne recht gut den Stillstand de- Werkes auf sechs Wochen ertragen. Wie immer, so müssen auch hier die Arbeitslustigen, welche beinahe die größere Mehr« zahl ausmachen, unter dem Terrorismus ihrer Collegen leiden und müssig gehen in einem Augenblick, wo ihnen die günstigste Gelegenheit zu dem so sehr benöthigten Verdienste winkt.

Die neuen Coupons zu den Partial - Obligationen der vormals Herzoglich Nassauischen Staatsanleihe von 1,000,000 fl. d. d. 1. October 1581, Serie I., Nr. 1 bis 8 nebst Talon- werden vom 15. August l. I. ab gegen Rückgabe der alten Coupons - Anweisungen bei dem Bankhause der Herren M. A. von Roth­schild & Söhne zu Frankfurt a. M. ausgereicht werden. Es können diese Coupons auch durch die sämmtlichen Königlichen RegierungS - Hauptkasscn und die König- lichen Bezirks - Hauptkasscn zu Hannover, Lüneburg und Osnabrück bezogen werden.

t Berlin, 10. August. Der Agitation in der Provinz Hannover hat man in Reglerungskreisen seit einiger Zeit eine ernste Aufmerksamkeit zugewandt, denn es ist den Hauptführern der welfijchen Partei, die hauptsächlich aus denjenigen Personen besteht, die während des letzten Krieges in Lotzen internirt waren, sowie aus einigen hervorragenden ehemaligen hessischen Beamten und endlich aus etlichen adeligen Gutsbesitzern, gelungen, in einem großen Theile der althannöverschen Bevölkerung (Landdrostei Hannover und Lüneburg) das Gefühl der Unsicherheit der dermaligen Zustände rege zu machen. Die Leute, die zum großen Theile nur die aus Hietzinger Mitteln gegründete und mit denselben erhalteneHannoversche Landeszeitung" lesen, glauben allen Ernstes an einen Wiederausbruch des Kriegs in nächster Zeit, den Deutschland dann mit Oesterreich und Frankreich gemeinsam zu führen habe und der von dem genannten Blatte Tag für Tag in Aussicht ge- stellt wird. Daher die zahlreichen Desertionen gerade aus jenen LandeStheilen, auf deren Bearbeitung die Thätigkeit der welfifchen Partei gegenwärtig concentrirt ist. Es wird voraussichtlich zur Unterdrückung der sogenannten Wanderversamm­lungen, in welchen die Kräfte der welfifchen Partei, die sich dieDeutsch.Hannoversche Partei" nennt, organisirt werden, in nächster Zeit geschritten werben.

Wie wir hören, werden die Dotationsgelder an die General- und Staats­beamten in der nächsten Woche ausgezahlt werden.General v. Manteuffel hat seine Dotation nicht nur wegen seiner Verdienste im letzten Kriege, sondern auch wegen seiner außerordentlichen Anstrengungen für das Zustandekommen der preußi- scheu Hecresorganisation erhalten. Bekanntlich war der General als Chef des Militärcabinets in den Jahren 1859 bis 1861 ganz besonders thätig für die Durchführung der HeereSreform.

Bremen, 7. August. Am vorigen Sonnabend fand hier wieder einmal eine öffentliche Socialdemokraten-Versammlunz statt. Hauptredner war Hr. Richter aus Hamburg, der sich hier schon einmal hatte vernehmen lassen. Diesmal galt es zunächst eine wie es scheint zur Zeit allen Seelen gemeinsame Parole der Glorification der Pariser Commune, welche der Bourgeoisie und den Ver­saillerOrdnungsbanditen" unter Führung desalten weinerlichen Weibes Thiers" und des bei Wörth davongelaufenen Mac Mahon gegenüber als Engel des Lichts hingestellt wurden. Die Commune, führte der Redner aus, sei nun zwar nieder- geworfen, aber die Arbeiterbewegung beginne erst recht. Den deutschen Arbeitern gebühre die Ehre, sie ins Leben zurückgerufen zu haben; zahllose Strikes brächten der Commune jetzt ihre Todtenopser dar. Diese Strikes hätten einen anderen Charakter als die früheren; die Erbitterung sei gestiegen und sie werbe mehr und mehr steigen, wenn die gestellten Forderungen unerfüllt blieben. Sie glichen den Erdbeben, welche dem Ausbruch des Vulkane voraufgingen, und ein solcher Aus­bruch würde die Dinge in Paris tief in den Schatten stellen. Der Redner ging dann auf die Maurerstrikes in Berlin über; besonderes Gewicht legte er aber auf die strikenden Cigarrenarbeiter, namentlich beschäftigte er sich mit denen im Rheingau.- Es 'sei eine Zeitungslüge, daß die dortigen Arbeiter theilweise ihre Arbeit wieder ausgenommen hätten; noch sei Dorrath da, noch flößen die Unterstützungen von allen Seiten reichlich zu und hundert weibliche Arbeiter hätten feierlich geschworen, nicht eher, als bis vom Comite Befehl gegeben, wieder anS Werk zu gehen u. f. w. Nach der Rede folgte die übliche Tellersammlung, worauf noch ein Lassalleaner einen Notbschrei über unwürdige Behandlung der gefangenen Pariser Communisten vorlas. (Wes.-Ztg.)

München, 8. August. Der Erzbischof Schert hat bekanntlich dem Pros. Friedrich das Hofbeneficium gesperrt. Dr. Friedrich wandte sich beschwerend an das Hofmarschallamt und erhielt von dieser Stelle den Bescheid, daß er seinen Gehalt nach wie vor beziehe.

München, 11. August. Kaiser Wilhelm traf gestern Abend gegen 6 Uhr in Begleitung des Königs Ludwig in Regensburg ein, woselbst die beiden Fürsten von einer zahllosen Menschenmenge mit Jubel begrüßt wurden. Heute früh 8 Uhr trat der Kaiser die Weiterreise an, nachdem der König von Bayern schon Nachts nach Berg zurückgekehrt war. Abends trugen Gesangvereine vor dem Hotel pa- triotische Lieder vor. Der Bürgermeister brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, in das die versammelte Menge enthusiastisch einstimmte. Hierauf folgte ein Fackel­zug der städtischen Feuerwehr. Heute Morgens 8 Uhr setzte der Kaiser die Reise nach Wels fort.

Regensburg, 11. August. Die Ankunft des Kaisers in Schwandors, wo König Ludwig in preußischer Husarenuniform denselben erwartete, erfolgte gestern Nachmittags 4 Uhr. Die beiden Monarchen begrüßten sich durch eine herzliche Umarmung. Um 6 Uhr lief der Zug in den hiesigen Bahnhof ein, von welchem die Monarchen nach dem HotelZum goldenen Kreuz" fuhren. Der König verweilte daselbst eine Viertelstunde und reiste dann mit der Eisenbahn wieder ab.

Wels, 11. August. Der Kaiser von Oesterreich ist um 11 Uhr Vormittag- zum Empfang des deutschen Kaisers hier eingetroffen und wurde von den Behörden am Bahnhofe empfangen. Die Ankunft des Kaisers Wilhelm wirb um 12^ Uhr erwartet. Ein zahlreiches Publikum ist am Bahnhofsperron versammelt.

Straßburg, 10. August. Die Feier der Gründung der Bibliothek, in Ver­bindung mit der Götheseier, ist in befriedigendster Weise verlaufen. Zahlreiche deutsche Städte hatten Vertreter geschickt, auch Seitens der Elsässer zeigte sich eine große Theilnahme. Mehrere elsässische Redner brückten der Versammlung ihren Dank aus und versprachen ihre Mitwirkung.

Versailles, 10. August. Der Antrag auf Verlängerung der Amtsgewalt Thiers' soll in der morgigen Sitzung eingebracht werden. Wie verlautet, wäre der Wortlaut des Antrages sehr kurz und die beantragte Verlängerung als tm Interesse der Befestigung der Ordnung und der Wiederaufnahme der Geschäfte geboten bezeichnet. Gleichzeitig mit der Verlängerung der Vollmachten auf drei Jahre würde die Verleihung des Titels: Präsident der Republik an Thier- bean-

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