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PretS rirrreljährtg 1 fl- 12 fr. mit Brtngerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährig t fl. 27 fr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit AuS nähme Montags.

Gr.Deditton: Canzleiberx 2it B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kieszen.

Nr. ist». Sonntag den 13. August 1871.

BeAeNnrrgen auf den Giestener Mnzeiger bet allen Post-Expedittonen un^ den Land^ostboten entgegen genommen.

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedttion abholen lassen, erhalten denselben für die Monate August und September zu 40 fr.

Amtlicher Tbei L

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otftanb. btfftlien. Mi Sorhaenbtt.

Gefundene Gegen ft an de :

Ein Zweiguldenschein, ein kleines weißes Taschentüchelchen, an einer Ecke weiß gestickt, eine Kleiderbürste, ein Kästchen von Pappdeckel, enthält eine schwarze Broch e und schwarze Ohrglöckchen, zwei Fensterläden, zwei Messer und ein Portemonnaie mit 37« kr.

Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder soäter zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden-

Gießen den 12. August 1871. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen.

I. B- d. P.: W a g u e r-

Politischer T b e i l.

tlMalldlung voll des Herrn Bäck

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Das blinde und sinnlose Wüthen gegen den deutschen Sieger, welches seit .! Monaten wieder die Spalten der französischen Blätter füllt, hatte in der letzten

12. August.

Zeit neue Nahrung geschöpft aus den angeblichen Erzählungen zurückgekehrter Kriegsgefangener, nach welchen diese völkerrechtswidrige Mißhandlungen zu erleiden gehabt hätten. Für uns, die wir wissen, wie ordnungsmäßig und human die Be­handlung der französischen Gefangenen überall war, wie selbst da- vielfach unbot­mäßige oder zuchtlose Verhalten der an DiSciplin wenig gewöhnten Leute, wie selbst die zahlreichen Ehrenwortübertretungen der Offiziere die deutsche Geduld nicht erschöpfen- konnten, haben derartige Angriffe gewissenloser Journalisten selbst- verständlich gar keinen Werth. Auch das urtheiisfähige Ausland wird sich dadurch

Staatsmänner richtig herauSfinren; n wuv yuiuu ujui/u», » *«

elgrntlich in Wien mit der deutschfeindlichen und polenfreundlichen Politik beob- fichtigt, um darnach die Beziehungen des deutschen Reichs zu den übrigen Mächten Europa'- zu regeln. Es ist von größter Wichtigkeit, raß man in Berlin voll­ständig im Klaren ist über Oesterreich und seine Beziehungen zu Frankreich, denn hiervon hängt das Vcrhältniß Deutschlands zu Rußland ab. In Gastein muß es sich genau Herausstellen, was es mit den ostensiblen Fr^undschaftSversicherungen der österreichischen Staatsmänner auf sich hat, ob und in wie weit man sich auf dieselben verlassen kann. Schon daß es auSgesprochenermaßen zu keinerlei Ab. machungen zwischen den Machthabern Deutschlands und Oesterreichs kommen soll, muß Jedermann beweisen, daß trotz der vielfachen gemeinsamen Interessen der beiden Reiche bei dem Wiener Eabinet absolut keine Neigung vorhanden ist, mit Deutschland eine wirkliche BundeSgenossenschaft einzuleiten; dieses negative Resultat wird von ganz enormer Wichtigkeit für die Entschlüsse der leitenden Staatsmänner Deutschlands werden. Bestätigt es sich, daß bereits von Wien aus in vertrau- licher Weise der Wunsch geäußert ist, man möge in Ischl keinerlei politische Ver­handlungen aufs Tapet bringen, die ein gewisses Mißtrauen bei den europäischen Eabineien rege machen könnten, so wäre dies ein deutlicher Fingerzeig dafür, daß Oesterreich fürchtet, Frankreich möchte vielleicht irre werden an Oesterreich, das sich für die Erstarkung der französischen Macht augenscheinlich und nur auS dem Grunde interessirt, um dieselbe für seine dunklen Plane gegen Rußland und Deutschland

zu verwerthen.

f ES ist mehrfach der Ansicht Ausdruck gegeben worden, daß das muth- moßltche Vorgehen der französischen Regierung gegen die Arbeiter in Frankreich durch die Beseitigung der EoalitionSsreiheit u. A. auf Deutschland nicht ohne Ein­fluß bleiben werde; dem gegenüber wird uns wiederholt versichert, daß die deut­schen Regierungen nicht entfernt daran denken, die Errungenschaften der letzten Jahre nach irgend einer Seite hin in Frage zu stellen. In Deutschland hat die Internationale übrigens einen verhältnißmäßig sehr unbedeutenden Anhang, die Masse unserer Arbeiter will weder von der Abschaffung des EigenthumS, noch von ter Beseitigung der Grundlagen, auf denen unsere gegenwärtige Gesellschaft über­haupt ruht, irgend etwas wissen. Möglich, daß cS vielleicht ln der deutschen Ri-.chshauptstadt aus Anlaß der Wohnungsnotb zu einigen Tumulten kommt; allein dies wird durchaus keine nachhaltigen Bedeutungln gewinnen, denn sollte wirklich die Ruhe und Ordnung gestört werden, so würde sie doch sofort mit den gewöhn­lichen Mitteln wieder hergestcllt werden. Wir glauben deshalb nicht, daß die preußische Regierung sich auf irgend welche besondere Maßregeln vorbereitet für den Fall, daß die Socialisten wirklich die auf den 1. October in Berlin pro- gnostleirten Krawalle und Putsche in Scene setzen sollten.

t Wie man uns versichert, soll die Räumung der Ostforts von Paris, sowie aller übrigen Theile Frankreichs, mit Ausnahme der Ehampagne und des französischen Theils von Lothringen, sofort erfolgen, sobald die dritte halbe Milliarde von der französischen R girrung bezahlt sein wird. Cs werden alsdann nur noch vier Divisionen, jede Division in der Stärke von etwas über 12,000 Mann, in Frankreich zurückbleiben.

auch Bismarck anwesend sein wird, nicht ganz ohne politische Folgen bleiben kann, insofern sie nämlich zur Klärung des Verhältnisses der österreichifch-ungarifchen Monarchie zum deutschen Reiche wesentlich beitragen muß. Dcr Fürst Reichekanzler, der bekanntlich ein ganz besonderes Talent in Bezug auf die Erforschung der eigentlichen Dlsichten des Politikers und Staatsmannes hat, wird auch dies­mal bei seiner Sondirung in Gastein den leitenden Gedanken der österreichischen

j- Die Zusammenkunft der beiden Kaiser in Ischl hat, nach derProv. Eorresp.", nur den Character einer freundschaftlichen Begegnung, gleichwohl w öchten wir behaupten, daß die Entrevue in Ischl und später in Gastein, woselbst

folgen suchte. In Frankreich, der Heimatb der Kritiklosigkeit und Oberflächlichkeit, werden diese Berichte freilich neues Oel in das Feuer gießen. Aber selbst hier hat sich wenigstens Eine Stimme gegen solch' ungerechtes und schädliches Treiben gefunden. Es ist das der Bericht, welchen der Almosenier der Armee, Mfgr. Gras de Damas, an seine geistlichen Vorgesetzten und an die französische Regierung erstattet hat. DamaS hat mit der aufs Bereitwilligste ertheilten Erlaubniß des Kaisers im Januar die preußischen Festungen bereist, in welchen die Gefangenen untergebracht waren, er hat zunächst das große Lager auf der Wahner Heide bei Köln mit feinen 17,000 Insassen besucht, er ist sodann in Stettin und Danzig, in Pofen, Thorn und Graudenz, in den schlesischen und noch manchen anderen Festungen gewesen. Alle seine Erfahrungen hat er gewissenhaft und ausführlich ausgezeichnet. Er beschreibt in seiner Darstellung, wie vortrefflich seine Landsleute überall untergebracht und verpflegt waren, er rühmt die sorgfältige und bequeme Bauart der Kölner Baracken, die liebevolle Verpflegung in den Spitälern, er erzählt, wie die Gefangenen in Danzig bei der schlimmsten Kälte nur über die große Hitze in den Zimmern geklagt hätten, er schildert die Fürsorge der preußi­schen Aerzte für den Gesundheitszustand ihrer Pflegbefohlenen, und welches Weih- nachtsfest den Franzosen in den schlesischen Festungen bereitet wurde, und daß kein Gestorbener ohne militärische Ehren bestattet worden sei. Kurz, eine stärkere An­erkennung für die deutschen Behörden hinsichtlich der Verpflegung der Kriegs­gefangenen, als sie dieser Bericht aus dem feindlichen Lager enthält, ist kaum denkbar. Freilich erscheint fraglich, ob er in Frankreich bei der dort herrschenden Stimmung veröffentlicht werden kann, und wenn, ob er in der verblendeten Masse Glauben finden wird, man darf aber doch immer hoffen, daß einzelne Lorurthcils- freiere noch so viel Wahrheitsliebe bewahrt haben, um sich den daraus hervor- gehenden Belehrungen nicht zu verschließen. Das Ausland endlich möge daraus entnehmen, was es von derdeutschen Barbarei", welche ein stehender Artikel des Pariser Journalismus geworden ist, zu halten hat. (O. Z.)

DieNat.-Ztg." schreibt: Die clerikale Presse in Bayern ist ein Pfuhl ge­meiner und durch keinen Parteistandpunkt zu rechtfertigender, unveutscher Gesinnung. Zwei Haupthelden Vieser Presse, die Herren Sigl und Zander, sitzen gegenwärtig wegen ihrer von Vaterlandsverrath eingegebenen Artikel im Gefängniß; der Reichs­tagsabgeordnete Schüttinger ist umsonst als ihr Vertheidiger ausgetreten. Jeden aus dem Kriege heimkehrenden Soldaten bemüht man sich zu bearbeiten, und zwar unter Anwenoung der gröbsten Lügen. Man stellt dem Volke vor, daß Bayern durch Frankreich Königreich geworden und durch Frankreich Alles erreichen kann, während es durch feinen Anschluß an Preußen seine Selbstständigkeit verloren habe. Kurz, die ultramontane Partei wirkt schon jetzt für den von ihr voraus­gesetzten künftigen Krieg mit Frankreich gegen Deutschland. Es ist bei der festen, der clerikalen Partei zu Gihote stehenden Organisation ebenso schwierig, als aber aus der anderen Seite auch nothwendig, diesem Treiben entgegenzutreten und einer Stimmung in Bayern zu steuern, welche dereinst eine Gefahr für ganz Deutsch­land werden könnte. Diese Aufgabe hat sich ein Verein gestellt, welcher im August vorigen Jahres mit dem Mittelpunkte in Hof alsBayerischer Fluglch,iften-

- er wird genau erfahren, was t an deut- nicht beirren lassen, es kennt zu gut die fast peinliche Gewissenhaftigkeit, mit welche ~ " - '. Deutschland in allen Beziehungen die Formen und Regeln des Kriegsrechts zu be-