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PreiS Lterteljährtg 1 fl 12 fr. mit Brtngerlohn. Durch die Poft öszogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglick, mit Ausnahme MontagS.
Expckttion: Canzleiberg Ltt. B. Rr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
Nr. 111 SamstaHn 13. Mai 1871.
BefteUunge« auf den Gießener Anzeiger
Amtlicher T h e i l. ' -
Polizeiliche Bekanntmachung.
Den mit Hunden getrieben werdende» Unfug betreffend.
f$on mehrmals Menschen beschädigt worden sind); sie setzen sich, ohne Rücksicht ans die schwachen Tinerei auf U^Wagen nm^'anch ihre Person Senat bergauf, zu fahren, - sie reizen dabei bie Hunde zu anhaltendem Gebelle an; - Viele lassen ihre Lunde mr BeläsiwunaÄuder» k 5
Hundefu hrwerte anzutragen.
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1) die mit Hunden bespannten Fuhrwerke dürfen innerhalb der Stadt und in deren Nähe nur im SLritt Uhren • s r/Yr
Fuhrwerks muß nebenher gehen und die Hunde in der Gewalt haben und durch Lcitseile lenken - IL gll^cr etneS Wen
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Weiter wird noch Folgendes in Erinnerung gebracht:
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wer lausige Hündinnen frei auf ben Straßen herumlaufeu läßt, verfällt nach Art, 257 des Polizeistrafaesckes in eine (Strnfp w« 9 fe »WÄS Ä 8L Bi- TÄKf*-*"w *****to»-.« LL*wj 6r* ®'^en' beU W" 3Äal 187L Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen.
■11 ■■ ■II। ___ ____________ _______ Nover.
Politischer
T h e i l.
i Die europäische Situation und die Erfordernisse der deutschen Politik.
IV. ^.Schluß.)
Um die Gefahren zu beseitigen, welche uns von Rußland her drohen, bleibt uns also nichts weiter übrig, als uns durch die Verbrüderung Deutschösterreichs mit dem deutschen Reiche diejenigen Mittel zu verschaffen, welche ein hinreichend starkes Gegengewicht ^egen den nordischen Koloß abgeben, so daß lttzterer nun und nimmer die Macht erlangt, Deutschland zu vergewaltigen, unser Vaterland um die Früchte seiner heroischen Anstrengung in den letzten Kriegen zu bringen.
Deutschland allein ist trotz seiner vortrefflichen Wehrverfaffung, trotz seiner Million Soldaten doch nicht stark genug, um auf die Dauer den militärischen Anstrengungen der übrigen Mächte gewachsen zu bleiben. Ohne eine Macht- erweiterung Deutschlands würde dieses in fünfzehn Jahren 90 Millionen Russen, 40 Millionen Oesterreichern und 40 Millionen Französin sich gegenüberstehen sehen, während es selber noch nicht die Ziffer von 50 Millionen erreicht hätte; mit einem Worte, unsere Lage würde eine sehr bedrohliche sein, wenn wir nicht schon jetzt darnach streben wollten, die deutsche Bevölkerung Oesterreichs für uns zu gewinnen.
Die Kraft, welche wir durch diese Vereinigung erlangen, gibt uns die Fähigkeit, auch die Grenzen Rußlands zu bestimmen, diesem Reiche ein kategorisches Halt zuzurufen bei seinem Vorbringen gegen den Westen. Rußland wird erst dann davon absteheu, die slavischen Völkerstämme zu Einer großen Familie zu vereinigen, wenn es die völlige Unmöglichkeit eines solchen universal-monarchischen Vorgehens klar erkennen muß. Wenn Finnland mit Schweden wieder vereinigt, Congreßpolen von Rußland abgezweigt, Ungarn und Rumänien an der Donau wesentlich erstarkt sein werden, Griechenland und Serbien vergrößert und zu vollständig unabhängigen Staaten sich herauggebildet haben werden, dann erst ist die Gefahr des Panslavismus vorüber. Zwar ist diese Gefahr im gegenwärtigen Augenblicke noch nicht vorhanden, aber eben deshalb, weil sie erst später an uns herantritt, müssen wir uns schon jetzt darauf vorbereiten, ihr zu begegnen; wir müssen unser Haus schon jetzt einzurichten suchen, daß alle Stürme, die in kom- Wender Zeit ce bedrohen, ihm nichts anthun können.
Das erste Eeforderniß der deutschen Politik ist mithin, daß wir uns zu, Oesterreich in ein Verhältniß setzen, welches uns gestattet, dessen Kraste für un6|
unschädlich, sondern für unsere Interessen nutzbar zu machen; ist UNS dies gelungen, bann dürfen wir unsere Zukunft als völlig gesichert betrachten.
n , ®le »Provinzial-Corresp." enthält einen langen Artikel über die Friedens. Verhandlungen in Frankfurt a. M-, der mit folgenden Sätzen schließt: „Die Ver° hanb ungen in der alten deutschen Reichsstadt werden hoffentlich von entscheidender Bedeutung für das definitive Friedenswerk sein; man darf überzeugt sein, daß Fürst s"" persönliches Ansehen zu dem Zwecke erneut einsetzt, um alle Zweifel und Bedenken, welche gegenüber ben Präliminarien noch möglich erscheinen konnten, m n'J“ bef£lt'flen »üb somit die möglichen Friedenögrundlagen von Versailles als Bestimmungin des wirklichen Friedens zu gestalten und denselben allseitig und voll anzubahnen, da cS sich nicht um die Beseitigung einzelner Schwierigkeiten letzt handeln kann. Jules Favre ha, bei den Waffenstillstands- und bei ben Frikbensverhandlungen im Januar und Februar d. I. bewiesen, daß er sich über cit Uge Frankreichs und die sich daraus ergebenden Nothwendlgkeiten keinen Lauschungen mehr hingibt; er wird seinen Patriotismus gewiß auch jetzt dadurch bewahren, daß er ohne weiteres Zögern die Schritte thut, welche zu Frankreichs Rettung vor noch tieferem Fall unerläßlich sind." - Worin können nun diese Schutte bestehen? Einmal, in der Ausbietung aller Mittel und Kräfte, um den Pariser Ausstand zu dämpfen, in der Hauptstadt Ruhe und Ordnung herzustcllen sodann in der pünktlichen und gewissenhaften Erfüllung der Friedenspräliminarien' Was den ersteren Punkt anbelangt, so ist der französischen Regierung eine Frist 0e|tcUt, innerhalb wrlcher sie spätrstens Herr der Situation geworden sein muß. Hat sie sich unfähig erwiesen, bis zu jenem Zeitpunkte in der Hauptstadt die Be- Dingungen einer geregelten Verwaltung herzustellen, so werten die deutschen Truppen in Die Hauptstadt be« Feindes einziehen, nachdem die französischen Truppen sich vorher hinter die im Friedensverirage vorgezeichnete Linie hinter die Loire zurück- gezogen haben. In diese Alternative gestellt, wird selbstverständlich Herr Thier- allen Jntriguen entsagen und Die krampfhaftesten Anstrengungen machen, um seinen Truppen Den Sieg Uber Die Aufständischen zu verschaffen. Gleichzeitig muß die Versailler Regierung den Friedensvertrag perfect werden lassen und, wofern sie die Räumung Der Pariser Fort- und den Abzug de« größten Theils der deutsche» Truppen erlangen will, eine halbe Milliarde Francs zahlen. Nach dem, was au« Franlfurt nach Berlin gemeldet, soll Jules Favre die Ucberzeugung ausgesprochen


