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Sonntag den 12. November
1871
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Gießen, am 8. November 1871.
Betreffend: Die Aufnahme des Erndte-Ertrags im Jahr 1871.
11. November.
wras Beu ff, Antra , (a Whenwart's entschied, hatte f [|01V* ?^e Bitterkeit darauf hingew
der Reichskanzler mit großer Entschiedenheit und nicht
PrciS Ltecreljährig 1 fi. 12 kr mit Bringerlohn. Durch dir Post bezogen vierteffLhrtg 1 fl. 27 Er.
Eine Version über die Demission des Grasen Beust, welche da- Correspon- linzbureau in Graz verbreitet, lautct: In jenem Ministerrathe, welchem auch der Kaiser, Graf Beust, Antrassy und Lonyay anwohnten, und welcher den Sturz
Die „Provinztalcorrespondenz" hebt in einem Artikel „Mecklenburg und das lieich" hervor, daß aus den früheren Stadien dieser Fragen im Reichstage he» «vrgehe, es wäre vielleicht wirksamer gewesen, auch in der Form de- Beschlusses »ihr den Ausdruck des Vertrauens als den drohender Rothigung zur Geltung Klangen zu lassen. Nach den Erklärungen des mecklenburgischen Bunbesbevoll- lächtigten darf man der Zuversicht Raum geben, daß es bei ernstem, aufrichtigem
daß man dem Grafen Beust durch eine Vertrauen-person bedeutete, er würde wohl daran thun, wenn er sein EntlassungSgesuch einreichte. Natürlich säumte dieser nicht, es zu thun, und da er zugleich Kunde von den gegen ihn heimlich eingeleiteten Machinationen erhielt, eine Kunde, die ihn tief empören mußte, so fügte er seinem Entlassungsgesuche die mündliche Erklärung bei, baß er unter allen Umständen auf der Annahme desselben bestehen müsse.
Das am 8. November erschienene Novemberheft der „Preußischen Jahrbücher" enthält einen Brief aus Deutsch-Oesterreich, der uns bestimmt scheint, ein großes Aufsehen zu erregen. Es sind darin die allerinnigsten Angelegenheiten Oesterreichs, von denen man hier keine Kenntniß haben kann, entwickelt, und dennoch scheint es, als ob der Briefsteller den Nagel auf den Kopf getroffen habe. In allen Correspondenzen aus Wien und aus anderen Städten Oesterreichs lesen wir große Auseinandersetzungen über den Nationalitätenftreit, über den Kampf gegen den CleruS und andere politische Differenzen. Jener Briefsteller aber berührt den wundesten Punkt der Verhältnisse, wie sie sich seit Jahren entwickelt haben : die dynastische Seite. Der Kaiser ist gleichbedeutend mit Reich; er ist die Einheit, ohne ihn ist nichts zu machen. Don den Liberalen vernachlässigt, haben CleruS und Aristokraten es verstanden, mit ihm zu rechnen, was in Oesterreich keine politische Partei außer Acht lassen sollte. Wer den Kaiser vernachlässigt, führt seinen Gegner zum Siege. Das ist der Grundgedanke des Briefes, und es liegt ziemlich nahe, von diesem Standpunkte ausgehend, den Schlüssel des Verständnisses für die augenblickliche Situation in Oesterreich zu finden.
Der „Times" wird unterm 5. ds. aus Paris geschrieben: Eine Depesche des dem Hauptquartier des Generals Manteuffel beigegebenen Mr. de St. Vallier meldet, daß gewisse Schwierigkeiten, welche zwischen der Occupation-armee und den Einwohnern der letzten sechs occupirten Departements entstanden waren, durch die Intervention der deutschen Generale Manteuffel und Gröben glücklich beseitigt wurden. Die deutschen Truppen werden nicht länger bei den Einwohnern ein- quartirt werden, sondern in den zu diesem Brhufe errichteten Baracken und hölzernen Hütten.
SeÄeasisgen auf Sri, Gieß»,-er Anzeiger
Abomienten, welche den Anzeiger bei der Erpeditivn abholen lassen, erhalten denselben für die Monate November und December zu 40 kr.
Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS.
Sx-editton: Lanzletberg Ltt. B. Nr. 1.
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hingewiesen, daß die innerösterreichische Politik die auswärtige ,'ikwährend durchkreuze und daß cs ihm unter solchen Umständen ganz unmöglich ft der Stimme Oesterreichs im Auslande Gewicht zu verschaffen. Graf Beust Wte während seiner Auseinandersetzungen einige gereizte Bemerkungen fallen lassen, Pr der Kaiser Ursache hatte, auf sich selbst zu beziehen. Obwohl nun die Beust, ffnvraffy'schen Vorschläge angenommen, Hohenwart und seine Genossen gestürzt Wrden, so war man dem Reichskanzler doch seit jenem Tage an allerhöchster sti lle gram; dazu kam, daß Hohenwart trotz alledem ein Liebling des Monarchen Mb. Er sowohl als ein hoher geistlicher Würdenträger wußte, nachdem die Eul- Mkidung schon gefallen, Bedenken darüber wachzurusen, ob das Geschehene auch W daS Zweckmäßigste sei, und den Grafen Beust als denjenigen hinzustell.n, t ) f il P 1* 1* P1 rh hrttt » i rt» a* A A C Ä k . I i M rc n m I a «um n h n Irntkr <*T'\ • » An-
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Anzeige- und Amisölati für den Kreis Kielen
In den VolkSquartieren von Paris ist das Elend sehr groß. Um nur ein Beispiel anzusühren, so beträgt die Zahl der Armen, welche Unterstützung erhalten, .............. -------> u • 7-O-.------,7- Arrondissement fünftausend. Da sich aber dreizehntausend auf die Listen ' ^efferreich von einem gefährlichen Experimente zum anderen treibe. Die ge-.der Unterstützungsuchenden einichreiben ließen, sd bleiben also noch achttausend "w Zweifel fielen auf einen fruchtbaren Boden, und das Ende der Sache war,!übrig, welche vom Wohlthätigkeitsbureau nichts erhalten. Das sind doch erschreckende
L e k a n n t m a ch u ii g.
Rach uns äugcgnngener Mittheilung hat die Großherzogliche Commission znr Prüfung der Ansprüche aus Fraukreich ausgewiesener dessen nunmehr m größeren The.l der ,hr übertragenen Aufgabe vollendet so daß die Auszahlung der in Gemäßheit des Reichsgesetzes vom 14. Juni . I. bewilligte Be^ ul en n, umfassendem Maße erfolgen konnte und die vollständige Erledigung derjenigen Gesuche, welche rechtzeitig eingereicht und mit den nothigen Belegen »eiseheu wurden, in der nächsten Zeit zu erwarten steht. Es werden übrigens noch fortwährend neue Entschädigungsansvrüche bei aenannter ßnmS,n„ Met, obwohl die durch Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Großh. Hauses und des Ae.ißern in^«r."MTe£?T8Ä«fX 6ertlt' am «Ä- 3C' MT-?, $ßil finb dchh°lb ersucht worden, darauf a.ifmerksam n machen daß alle »ach dem 48. Jul» l. I. c,»gegangenen Gesuche, falls solche überhaupt aus einem etwa sich ergebende» Rest der zu fraglichem Zweck bestimmten Summe befriedigt werden können, von Großh .Commission "ur dann zur ausnahmsweise» Berücksichtigung werden empfohlen werden, wenn die betreffenden i'qmdanten einen genügenden Entschuld,gr,ngsgrund für ihre Versäumnis anzusühren und zu bescheinigen im Stande sind Auf Gesuche, welche diesen Anforderungen nicht entsprechen, wird eine besondere Antwort nicht ertheilt werden. ö ' ’
Gießen, den 31. October 1871. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Starck.
an die Grostherzoglichrn Bürgermeistereien des Kreises.
. ..®ir ®erbcn ,bie Formularien zur Aufstellung der Erndteübersichten für 1871 Ihnen durch die Post zugehen lassen und sehen der Rücklenduna der auszilfullenden Formularien bis zum 10. December l. I. entgegen. 19 D T ^"asmoung oer
Diejenigen von Ihnen, zu deren Bezirk besondere Gemarknngen gehören, wollen die Erndte-Erträge der letzteren getrennt verreickmen
. hierbei zur Vermeidung vorgekommener Unrichtigkeiten darauf aufmerksam, daß in Spalte 2'der Uebersichte» die Anzahl der mit einer
i-stimmten sruchtgattnng ausgestellt gewesenen Morgen auch dann anzngeben ist, wenn die betreffende Creseeiiz gar keinen Ertrag geliefert hat die A cker !■ B- wieder umgeackert werden mußten. Der Sachverhalt ist alsdann in der für „Bemerkungen" bestimmten Spalte zu erläutern. 8 9 ' 4 ®
In Verhinderung des Kreisraths :
Kekul 6, Kreisassessor.
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Mreben der Regierung und der Stände irgendeines auch nur moralischen Druckes außen nicht bedarf, um zu gedeihlichem Ziele zu gelangen, und baß in Kurzem ifr innere Friede, welcher leider schon allzulange gestört, in Mecklenburg wieder- ngrstellt sein wird. Dasselbe Blatt erwähnt der Regelung der rumänischen Eisen- ichnangelegenheit. Die Einleitungen zu einer befriedigenden Erledigung seien griffen, könnten jedoch nur Erfolge haben, wenn weitaus der überwiegende Theil t,r ObligationeN'Jnhaber sich denselben anschließt. Es erscheine geboten, allseitig ivsmerksam zu machen, daß der jetzt dargebotene Weg allein geeignet sein dürfte, iknigstens den größeren Theil des Besitzes für die Obltgationen-Jnhaber zu retten; •6 sie sich daher beeilen mögen, denselben vor Ablauf des Termins (12. Novbr.) > betreten.
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