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11.5.1871
 
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Preis vierteljährig 1 ft. 12 kr. mit Krtngerlohn- Durch die Poft öe.togcn vierteljährig 1 ff. 27 kr.

Brfch-.tnt täglich, mt: 8u*» nähme MontagS.

Expedition: Canzleiberg Lit. B. Rr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielzen.

Nr. io». Donnerstag den 11. Mai 1871.

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Abonnenten, welche den Anzeiger bet der Erpeditiou abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Mai und ^uni ru 40 fr ----- oj a________

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Amtlicher T h e i l.

B e k a n n t m a ch u n g.

Die gesetzlichen Forderungen an Studircnde aus dein Winter-Semester is70/71 betreffend.

Die in diesem Semester entstandenen gesetzlichen Fordernngcn an Studirende müssen bis den 1. April d. I. mittelst speciftcirter Nccknnnaen Anzeige gebracht nnd längstens bis den 13. Mal d. I. geltend gemacht werden, ividrigenfalls dieselben den ihnen durch Ard 136 der Disciplinarstatnten zugewlescncn Vorzug verlieren.

Gießen, den 11. März 1871.

Großherzogliches Universitäts - Gericht. Haberkorn.

Politischer Th e TT

(978)

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Wenn Deutschland nur erst in den Saitel gehoben ist reiten wird es

nationalen und zugleich im eminentesten Sinne freisinnigen Pol'iik abiklL Entsprechend der Disposition dcS Gesetzentwurfs erklärt die Rede zunächst

ironisirt worden; aber trotz ihres Mangels an Methode haben sie sich nicht blos als lebensfähig erwiesen, sie haben auch, wie die Bundesverfassung, sich so ent- wicklungefähio erwiesen, daß man der aus ihr'entstandenen Reichsverfassung gerade das nachrühmt was die bloße Methode, die nach Systemen gemodelte Ver­fassung am wenigsten zu leisten vermag, ein treues Abbild der realen Zustände zu sein.

Die Conserenzen, welche gegenwärtig in Frankfurt stattfinden, werden, wie man von unterrichteter Seite erfährt, nicht nur die Beschleunigung ter Friedens- Verhandlungen und die Feststellung des Modus für Vie Zahlung der Kriegsent­schädigung zum Zwecke haben, sondern auch die Wiederherstellung der Handels- beziehung^n zwischen Deutschland und Frankreich anzubahnen haben, einen Gegen­stand, Der nicht nur für das Interesse der beiden Länder im Allgemeinen, sondern auch für die künftige Lage der Provinz Elsaß-Lothringen speeiell von großer Wichtigkeit ist. Es ist kein Geheirnniß mehr, daß überhaupt die Brüsseler Ver­handlungen vollständig in's Stocken gerathen waren und in dem bisherigen Ge­leise nicht mehr vorwärts kommen konnten. Es handelt sich daher um Die Wie­derherstellung einer Basis für Die weiteren Verhandlungen, Die eine Beschleunigung des Friedensschlusses möglich mache und für die Ausführung Der Bedingungen durch Frankreich uns nicht nur papierne, sondern reale Bürgschaften biete. Endlich ist es selbstverständlich, daß bet den Verhandlungen in Frankfurt auch die Situation Frankreichs selber zur Sprache kommen wird. Die Politik Deutschlands will allerdings auf Dem Boden Der Nichtintervention stehen bleiben, aber dieser ist, wie Fürst Bismarck schon in seiner neulichen Rede im Reichstage andeutete, in dem Interesse Deutschlands eine bestimmte Grenze gezogen. Wenn die gegen­wärtigen Erschütterungen, welche Frankreich erleidet, drohen sollten, eine völlige Erschöpfung des Landes herbeizufübien und wenn dadurch Die Abschließung eines Definitiven Friedens und Die Erfüllung Der Verpflichtungen, welche Frankreich zu übernehmen hat, unmöglich werden konnte, so steht nicht nur das Interesse Frank­reichs, sondern in gleicher Weise dasjenige Deutschlands auf Dem Spiele. Es ist Daher durchaus Die Eonsegmnz Der nationalen Politik unserer Reichsregierung, wenn Fürst Bismarck in Den gegenwärtigen Eonferenzen sich auch darüber Ge­wißheit zu verschaffen suchen wirD, ob Die Versailler Regierung Aussicht hat, der

Versammlung vereinbarten Anträge beweisen freiwillig und entschlossen Die Hand eazu, um Die Interessen ihrer Hermath mit fördern zu helfen.

Sicherlich wird Diese Hand mit Freuden ergriffen werden, weil, wie auch jetzt Die Meinungen und Stimmungen auseinander gehen mögen, aus Der gemein- jamen Arbeit schon von selber auch Das Gemcingefühl und das Gemeinbewußtsein sich entwickeln muß.

Das ist Die Zukunft, welcher zu vertrauen Die Bismarck'fche Rede anräth, indem sie eine Verfassung befürwortet, welche Diese Zukunft nicht präjudicirt.

Die Nothwendigkeit einer territorialen Garantie gegen Frankreich, auf welche schon während des Krieges in verschiedenen diplomatischen Dokumenten des Fürsten Bis- marck gedrungen war unD hinsichtlich der Die öffentliche Meinung bereits vollständig überzeugt ist; doch werden die in diesem Theil der Rede eingeflochtenen politischen Enthüllungen von Neuem dazu beitragen, das öffentliche Uitheil zu befestigen, während sie gleichzeitig den geführten Krieg gerade in seiner Bedeutung als Na­tionalkrieg illusteren; nämlich auch in Dem Sinne, daß erst durch Diesen Krieg Das territoriale Hinderniß beseitigt worden ist, welches Die Einigung Deutschlands viel mehr als die politische Grenze Der Mainlinie verzögerte.

Indem Fürst Bismarck sodann auf die Gegengründe eingeht, welche gegen eine Veränderung Der Grenzlinie, die ebenso voll von Verlockungen für Frankreich, wie voll von Gefahren für Deutschland war, erhoben wurden, bevor man sich in Europa davon überzeugte, daß, um einen dauernden Frieden zu gewinnen, die Grenze so gezogen werden müsse, daß sie Den friedliebenden Nachbarn Den größten Schutz gewährt, findet er Gelegenheit genug, wenn er sie auch nur mäßig aus- beutet, gleichzeitig die europäische Politik in ihrer Kurzsichtigkeit zu c^aractcrifiren während er die Der Verbindung mit Deutschland abgeneigte Stimmung der Elsässer und Lothringer mit jener ruhigen Objektivität constatirt und erläutert, wie solche Dem ächt n Staatsmann ziemt. Denn nimmermehr wird Die Staatskunst innerer Schwierigkeiten Herr werden, wenn sie sich nicht Die Mühe gibt, sie zu erklären. Ohne sich zu erahnen, geht Fürst Bismarck Den Gründen Der in Elsaß und Lo­thringen herrschenden französischen Stimmung nach; er weist in der nationalen Ver- Irrung Die Spur nationaler Tugenden nach und, ohne sich Illusionen zu machen, finret er die Spur, auf welcher die nationale Strömung doch wieder in das ver­lassene Bitt geleitet werden kann, eben weil trotz Der Stimmung Der deutsche Eharacter nicht verloren gegangen ist und diesem die nationalen Institutionen in Bezug auf Selbstverwaltung allein Die Genugthuung geben können, welche ihm die auf Unitarismus zugespitzten französischen SlaatSeinrichtungen niemals versprechen konnten.

UnD mit diesem auf Die Zukunft gerichteten Blick wendet sich die Rede Den staatsrechtlichen Bedingungen zu, unter welchen die Verbindung von Elsaß-Lo- thringen mit Deutschland erfolgen soll.

Auch in diesem Theile seiner Rede spricht sich Fürst Bismarck mit voller Offenheit aus; er verhehlt durchaus nicht Die Abnormität der Verhältnisse, welche eintreten sollen, aber erklärt sie ciuS der Abnormität der Zustände, welche wir als gegeben annehmen müssen; er empfiehlt die Gesetzvorlage nicht als eine vorzügliche, foncern als eine solche, welche Dem gegenwärtigen Dedürsniß entspricht und die Zukunft nicht präjudicirt, er verweist und vertraut auf Die Entwicklungsfähigkeit Dir zu schossenden Institutionen.

Characterisirt sich Fürst Bismarck durch diese Empfehlung al« konservativer Staatsmann, welcher nur mit gegebenen Verhältnissen rechnet aber nicht, um sie zu stabiliren, sondern um sie in ihrer freien Entwicklung zu schützen so ent­nimmt er unstreitig schon aus seinen persönlichen Erfahrungen Da« Recht, sich auf Dem einzig richtigen Wege Des Constituirens zu befinden.

Alle feine politischen Schöpfungen, namentlich Die Verfassung Des Nord^ deutschen Bundes, sind ja von der Schulweisheit auf Das heftigste angegriffen unD

Die Rede des Fürsten Bismarck

bei Ueberreichung Des Gesetzentwurfs betreffs oie Vereinigung von Elsaß-Lothringen mit Deutschland ist einer Der staatsmännischen Acte, mittels Derer Der deut'che Reichskanzler sich Die öffentliche Meinung Uenstbar zu machen versteht; so offen- herzig, so klar und überzeugend spricht er sich auS; so instruktiv selbst in Den Fragen, in welchen er eine Prüfung veranlassen zu wollen scheint.

Die Rede vom 2. D. M. zerfällt in drei Haupttheile, von welchen man

schwer ^"i-nigen zu bezeichnen vermochte, welcher an Mlndem In,-reffe reu/schon lönnen", Hut Fürst Bismarck bei einer fti-hercn Gelegenheit gesagt, und er ondern nachsieht, wählend ihre Totalwirkung aus die tiesste Befriedigung ernerchat sich in seinem Vertrauen nicht getauscht, um so begreiflicher, daß tt sich über nationalen und moleteh IM eminentrßon (Sm««» gk.i.u die wunderliche Form Der Vereinigung von Gis w.-> ^p'itschlünd

keine Sorgen macht, wenn er sich eingeständlich über die Zukunft auch nochw tlar ist, eben deshalb aber dieselbe auch nicht präjudiciren lassen will.

Er und mit ihm ganz Deutschland Darf aber umsomehr einer gesunden Ent­wicklung unD einem wohnlicheren Ausbau Der zunächst in's Auge gefaßten Ein­richtungen entgegensetzen, als trotz Der französischen Stimmung unserer Stammes- genossen jcnscitS dcs Rheins diese durch Die verständige und praktische Richtung ihres politischen Verhaltens doch ohne Einfluß geblieben ist.

Die Elsässer verzichten Darauf, eine unfruchtbare Opposition zu machen unD die Frondeurs zu spielen; sie verzichten auf Die Elegien unD stellen sich auf den Boden Der Thalsachen; sie entsagen einem angeblichen Patriotismus, welcher auf Pessimismus fpeculirt und bieten wie Die in Straßburg durch eine Notablen-