'§rns vierteljährig 1 ft 12 ft.
*1 Sringerlohn. Durch die xest bezogen vierteljährig
1 fl. 27 kr.
Ojchencr
Erscheint täglich, mit Ausnahme MontagS.
Expedition: Canzleiberg Lit. D. Nr. 1.
M Anzeige- und Amtsblatt flir den Areis Hießen.
«N. ‘ Samstag dcn 11. März 18/1»
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Bestellungen auf den Giestener Anzeiger
werben noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Eonzleiberg 99.1, als auch bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.
4 Pfund gemischtes Brod 21 fr.
10. März.
fc eher für tie Irupttnbe^orMrung M Himmel« beleuchtet die schönste Sonne die Schändung unserer grotzen . . ~ rinder (ShiMhfM ,'tt Bari« Ipft. Aber da« Bedürsniü. ru sehen 1
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Tf», Wnnmiinn der De- daü der Papst aar nicht ernstlich daran dcnft, Rom zu verlassen, sondern daß er Frnd7n-^-stimmüng-n°unIitteIbIr in den französischen in der non irgend einer Regierung an ibn ju richtenden au-druckiichen E nladung P n nner ülniiübruna beanffen und durste nur noch nur ein Presstonomittei fehen wurde, die ttalienische^ Regierung mürbe zu machen
Wahrend einiger Stunden ist Paris leer. Aber das Bedürfniß, zu sehen und sich zu bewegen, trägt den Sieg davon, und ganz Paris geht aus wie aus einem Ameisenhaufen. Das Temperament ist starker . . . Leider! Wir fürchten sehr, doß unsere Bevölkerung immer dieselbe sein wird, mit allen ihren Fehlern und allen ihren Vorzügen ; eine wesentlich dem Weibe ähnliche Bevölkerung, des tugendhaftesten HelvenmutheS wie der tiefsten Schwäche fähig, von dem äußersten Wider- stände bis zum äußersten Aufgeben des Widerstandes übergebend und mit gleicher Leichtigkeit verstehend, zu sterben oder sich zu ergeben. In diesem Augenblicke lesen wir die Depesche des Kaisers von Deutschland an den König von Bayern, und es wird darin nach den üblichen Danksagungen an die Vorsehung gesagt: „So endigt ein glorreicher, aber blutiger Krieg, welcher uns durch eine Frivolität ohne Gleichen ausgebürdet worden war." Denken wir reiflich über diesen harten Ausspruch nach, und seien wir nicht mehr ein frivoles Volk."
Der „Karlsr. Ztg." wird aus Wien vom 27. Februar geschrieben: „In den hiesigen katholischen Kreisen, welche sich genauerer Beziehungen zu Rom rühmen, bestätigt man, dc.ß der Papst allmählich bei fast allen katholischen Regierun- gen angefragt, in wie fern er bei einer eventuellen Verlegung seiner Residenz ein willkommener Gast in allen Ländern sein würde. Man macht aber gleichzeitig kein Hehl daraus, daß zwar keine Regierung die ihr zugedachte Ehre geradezu abgelehnt, keine jedoch die betreffende Anfrage mit mehr als ganz allgemeinen höf- lieben Phrasen beantwortet habe. Es läßt sich zudem mit Leichtigkeit berauslesen,
Brodpreise vom 12. bis 18. Mär; 1871,
nach einen er Erklärung der Bäcker;
, 2 Pfund gemischte« Brod IQ'/, kr. 4 Pfund Roggenbrod 18 kr. 2 Pfund Roggenbrod 9 kr.
und ihr umfangreichere Eoncessionen an seine souveräne Stellung abzuringen."
Das belgische Blatt „La Paix" macht folglNde picante Bemerkung: „Die Muse der Geschichte, welche in ihrem 4000jährigen Lauf viel gesehen und erlebt, wird mit grauender Bewunderung die Ereignisse der letzten 7 Monate buchen; nach einigen Jahrtausenden wird sie den Vorwurf der Uebertreibung auf sich laden; penn die kurze Zeitperiode, die sie beschreibt, scheint ja dem Gebiete der Mvtho- logir der alten Götter — und Heldensagen entnommen! Eine halbe Million Kriegsgefangener, Hunderte von Meilen von ihrem Daterlande in Gefangenschaft weggeführt, Heere von 150,000 Mann in einem Netze, wie Finken, gefangen, die stärksten Festungen, die den Beweis ihrer Schwäche lieferten, die Hauptstadt der civil sirten Welt in einen Zustand gebracht, in welchem sie mit Heißhunger Ratten verschlingt, die französische Nationalversammlung tagend in einer untergeordneten Provinzialstadt, ein preußischer Fürst in Versailles zum Kaiser gekiönt, Republikaner, welche dem ersten Glaubenssatz der Dcmoeratie, dem allgemeinen Stimm- recht, in'S Gesicht schlagen, das Standbild Napoleons 1. von dcn Bewunderern |00n Thiers und Beranger an den Meistbietenden verkauft — dos sind die Ereig-
schreiben wir oren berechnen
Güterzug „ oh Pen.-Bä- f II. UL CL
Gießen 10. März. Dem Berliner Sanitätszug Nr. 8 , geführt durch Herrn Professor Dr. Mosler, dessen vorzügliche Einrichtung von vi-len Dcwodnern hiesiger Stadt noch gestern Morgen in Augenschein genommen wurde, ist beute Morgen 4 Ubr in Friedrichsfelde bei Mannheim ein Unfall begegnet. Durch falsche Wetchenstellung fuhr in denselben ein anderer Zug, der Arztwagen ist zertrümmert, das Leben des Professors und des Assistenten Scholz ist wunderbar gerettet, glücklicherweise ist fern Menschenleben geschädigt.
Darmstadt, 8. März. Nach dcn gestern und heute kingelangten Berichten der Wahlcommiffare haben die Wahlen der Abgeordneten für den Reichstag in dem Großherzogthum Hessen folgende Ergebnisse geliefert:
Generationen, die uns folgen werden, das Feldgeschrei der Rache zurusen. An diesem Schmerzenslager, auf d-m das erdrosselte Frankreich liegt, hätten wir nur zwei Worte als Grabrede zu sagen: „Schweigen, Geduld." Das dritte Wort, wir haben nicht das Recht, cs auszusprechen; wir haben nicht das Recht, über das Blut und das Leben derjenigen zu verfügen, die nach uns kommen werden; unsere einzige Pflicht ist, sie fähig zu machen, frei durch sich selbst denken und handeln zu können, und sie allein werden eines Tages das Recht haben, zu entscheiden, ob sie das Blut ihrer Väter durch die Rache wieder kaufen wollen. Es ist für uns genug, ihnen ein zerstückeltes und seiner Festungen beraubtes Da- terland zu lassens und eine Schuld, die auf den Kindern ihrer Kinder lasten wird. Und wer weiß? Wer weiß, ob die Gefühle schrecklicher Bitterkeit, welche die ernsten und überlegenden Herzen drücken, einige Jahre überleben werden! Man skhc sich nur das Schauspiel an, das Paris darbietet. Mit einer letzten Ironie
plutementS, welche nach den !,*•**•••—,.....- » .
, Schnellzug Ltsitz zuruckkedren, ist bereits in voller Ausführung begriffen und durfte nur nott.
L 11- W-CL Ourd) die erwähnte Vorauf',endung des Materials einen Aufenthalt erfahren.
Abds. Wie die „Provinzialcorrespondenz" meldet, ist von einer längeren LandeS- grauer, wie sie mehrfach als bevorstehend angekündigt worden ist, in Regicrungs- id: kreisen nicht die Rete. Wohl aber wird nach der Rückkehr ^r. Majestät des
Käsers voraussichtlich eine allgemeine kirchliche Dank- und Gedenkfeier mit Bezug auf den Krieg, seine Opfer uno Erfolge stattfinden.
Das „Journal des Debats" schreibt: Jetzt, da es ohne NachtheU geschehen kann, den Sieger die Situation sehen zu lassen, in der wir uns befinden, jetzt fann man es sagen, Frankreich war völlig außer Stande, den Krieg sortzusctzen, ungeachtet seines Patriotismus, ungeachtet seiner leidenschaftlichen Anhänglichkeit an dieses unglückliche Elsaß, welches die Gewalt ihm entreißt, uno an dieses arme »erstümmelte Lothringen, welches seine hauptsächtliche »Ltadt, sein Bollwcrck, J vir reine Jungfrau, wie man es nannte, unter das Joch Deutschlands abtr-tt, 9tflen welches es uns so Unge Zeit beschützt hat. Nein, Frankreich konnte cen Jhieq nicht fortsltzen- Es sind besonders die Deputinen von Paris, die im ^nne drs Krieges aufs Aeußerstc gesprochen haben. Paris ist leider außerhalb der Debatte; wenn der Krieg fortgesetzt wurde, so ^vare^auf alle Fälle Jein \ gelähmt gewesen, weil es captulirt hatte.
c au, aue saue je™ Wiv.rstand n.sse, welche man einst nach 4000 Jahren an een Ufern re« M'ffoiri nicht glan- hmt'gewesen, weil e« erfuhrt hatte. Die Provinz allein wäre es gewesen, den wird wenn die Bckoung, jn»besten «ÄT Ä M Ku ÄeT »e^L» wen sich .ungezogen ha.,.
mit einem tir clen ßug nach Bordeaux gekommen, ohne die verschiedenen -Depeie. timer.t« .u durchreisen, ohne ju beobachten, ohne zu hören, wo« man dort steht, t0« man toi, hört. Mobilisirte Rationaigarden, da« ist ungesahr alle«, was zraakreich noch gegen die Preuhen aufstellen konnte, und jene haben nur schlechte Waffen, Offiziere ohne irgend welche Erfahrung; ihr Unterricht ist kaum an gefangen, sie lennen kaum die Führung dieser Pistonflinten, mit «eichen man sie eigen da« preuffische Zündnadelgewehr geschickt haben würde, oder diese sogenannten »erbesserten Gewehre, die in Amerika oder anderswo gekauft worden sind und lon denen sich herausstellt, daß sie von der schlechtesten Qualität und zu l-dem hl,brauch unfähig sind." Do« „Journal de« Dcbat«" bringt ferner einen lange- ren Artikel aus der Feder John Lemoinne's, dem wir folget.de Stelle entnehmen. Menn wir egoistischen und persönlichen Gefühlen gehorchten, so wurden wir den
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abboien lassen, erhalten denselben für den Monat März zu 2» kr.
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Die Rückkehr der Truppen wird, wie wir hören, Durch die Vorauf'endung sowohl deS eigenen wie des noch nicht nach Dcutscbland übcrgefudrten Beutematc- । liül« noch einigen Aufenthalt erfahren. Dem Vernehmen nach ,ind dadurch gegen- väitia die im deutschen Besitz befindlichen Bahnverbindungen nach PanS beinahe ausschließlich in Anspruch genommen. Es gilt von dort nicht nur den eigenen Waaerungspark von mehr als 500 Geschützen, sondern zugleich die mit der Ea- Mlation der feindlichen Hauptstadt gewonnene ungeheure Siegeebeute den Trup- vm neck vorauf zu senden. Wie verlautet, werden zunächst Metz und Straßourg tie Depotplätze für das erbeutete Material an Geschützen, Gewehren, Fuhrweiken, Waffen rc. bilden. Als Grund hierfür wird angegeben, daß sich einmal in den veulschen Rhcinsestungcn schon ein so immenscS Material angehauft befindet, daß t Mehraufnahme geradezu unmöglich erscheinen muß, und daß zweitens durch fcflht Deponirung die Eisenbahnen wieder um V -J- v'6
in Beifügung gestellt werden können. In Mainz allein sollen zur Zeit zwischen 250 000 bis 300,000 erbeutete Gewehre niedergelcgt sein, tote nicht minder die w/m Köln, Koblenz, Saarlouis, Rastatt und Wesel aufbewahrten eroberten Geschütze nach vielen Hunderten zählen. Ebenso sind alle diese festen Platze mit . tz^ngenen überfüllt. Vielleicht daß diese mindestens theilwcise vermittels der 1 tzt „ mpffneten belgischen Bahnen in ihre Heimath zuruckbesordert werden. Für die in "1 ttn Küstendistricten internirten Gefangenen soll diesseits die Uebersührung derselben I nad) Frankreich zur See vorgeschlagen worden sein, doch scheint die Absicht ver- ! mittels der französischen Transportflotte auf Dem Heimwege zugleich einen 2bei ter deutschen Armee und namentlich das 1. und 8. Armeekorps nach Deutschlan 'M Lbenusühren, ein Entgegenkommen französischerseits nicht gefunden zu z)aben. Der : Morsch bis zur Grenze wird unter diesen Umständen, wie schon gemeldet, voraus- ; sichtlich von dem größten Theil der deutschen Truppen zu Fuß zuruckgelegt werden. Die voriuaSweise zum Etapplndienst verwendeten mobilen Landwehr- und Reserve- Visionen werden, wie man hört, diesen unverzüglich antreten, wenn die Heertherle dtt mobilen Feldarmee ihre b sherigrn BesatzungSdistricte erreicht, und die zum Strbleibcn auf französischem Boden bestimmten Linientruppentheile die von den -- Landwehren bisher besetzten Garnisonen übernommen haben. Dburlaubungen in ■u — Miafsendem Maßstabe dürften dem indeß noch vorangehen. Die dem Werder (eben zugetdcilten, wie die vor Belfort und ,rn Elsaß verwendeten Landwehren _ miden zu ihrer Rückkehr Die süddeutschen Bahnen benutzen. Als,Endtermin ^der Heimkehr der deutschen Armee wird Ostern angenommen


