Das Räthsel, wie das russische Cabinet die Meldungen über die Verhand-' 30,000 Thaler aus dem Ertrage der deutsch?» Nationallotterie) hierfür bestimmten
Berlin, 5. Oct.
die Otfife über den Brenner nach Genua, von dort entweder per Dampsboot in ca. 8 Stunden
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Interesse, die Fremden und ihr Geld festzuhalten, wird sich also vor B-leidigungen derselben Hüter. Die Behörden beider Städte versprechen überdies den Fremden aller Nationalitäten ihren Schi^ und die vertriebenen deutschen Aerzte. u. a. in Mentone Dr. Stiege, kehren größtentheilS ebensaM
ersten Augenblick meinte alle Welt, Rußland müsse über die in Gastein Salzburg vollzogene Verständigung zwischen dem deutschen Reiche und der österreichischen Monarchie höchst unzufrieden sein, ja dieselbe geradezu als einen gegen sich gerichteten Schachzug betrachten. Bald aber stellte sich heraus, daß ganz im Gegen- theil das russische Cabinet das Ergebniß eher mit Genugtbuung, jedenfalls aber mit Gleichgiltigkeit ausgenommen habe. Es war nun Aufgabe der Diplomatie, für diese Thatsache eine Erklärung aufzufinden, und man will in den bezeichneten Kreisen sie in dem Umstande gefunden haben, daß das Cabinet von Petersburg sich vor den Entrcvuen von Gastein-Salzburg des deutschen Cabinets versichert habe. Man will sogar entdeckt haben, baß zwischen dem deutschen Reiche und Rußland vorher ein geheimer Vertrag abgeschlossen worden sei, cm Vertrag, der vielleicht nicht in den Unterredungen zwischen dem deutschen und dem österreichisch- ungarischen Reichskanzler ausdrücklich zur Sprache gekommen sei, aber doch dem Wesen nach Ausgangspunkt und Grundlage der getroffenen Verabredungen gebildet habe. Daraus will man denn auch erklären, daß Fürst Bismarck es über- nehmen konnte, den „Verbindungsstrich" zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland herzustellcn, und glaubt jetzt zu wissen, was Graf Beust mit dem Axiom ausdrücken wollte, daß man nicht der Feind des Freundes seines Freundes sein könne.
Die Tage der jubelnden Zurufe, die der König Amadeo von Spanien während seiner Reise durch den Westen und Norden seines Reiches erlebte, haben ihr Ende gefunden, und die düsteren Tage der inneren Unruhen haben wieder begonnen. Die Herrschaft des Ministerpräfidentcn Ruiz Zorilla, die der König mit Widerstreben ertrug, hat nicht lange gebauert. Bisher nahm man in Spanien allgemein an, daß der Marschall Serrano am Hoflager des Königs zu La Granja und von der Hofgunst getragen, zum Nachfolger des wenige Wochen vorher zur Höhe und Macht erhobenen ProgressistenführerS bestimmt sei. Ob der König, indem er auf seinem Ausflug die Arbeiter der Industriestädte Kataloniens auf suchte und zuletzt sich von Espartero den Beistand von dessen Schwert versprechen ließ, schon an den jetzt eingetroffenen Bruch dachte? Genug, kaum ist er nach Madrid zurückgekehrt unv sind die CortrS zusammcngetrcten, als der Streit über den Vorsitz in der letzteren eine Ministerkrise herbeisührte. Die Regierung hatte Rivero als ihren Canbidaten aufgestellt, während S^gasta, der als abtrünniges Mitglied der Progressistenpartei von vornherein zur Herbeiführung der Katastrophe aufgehoben war, von den Gegnern des Cabinets unterstützt wurde. Letzterer bat endlich, nach mehreren vergeblichen Ausgleichsversuchen, am 3. Oktober gesiegt und mit 123 Stimmen gegen 111, die Rivero zufielen, den Vorsitz in den Cortes gewonnen. Das Ministerium reichte sofort seine Entlassung ein, und die Cortes vertagten sich bis zur Beendigung der Krisis. Der Progressistenclub in Madrid stellte sich darauf dem Premier zur Verfügung und an die Spitze einer das ganze Land umfassenden Agitation. Noch am Abend des 3. bot er Zorilla seine energische Unterstützung an, forderte gleichzeitig alle verbrüderten Clubs der Provinzen zu Demonstrationen zu Gunsten der radikalen Ideen auf und veranstaltete am 4. auf dem Prado von Madrid eine große Manifestation. Jetzt wird es sich zu zeigen haben, ob der Jubel, der beji König auf seinem Ausflug in die Provinzen umgab, einen nachhaltigen Kern besaß, und ob die Zurufe, die Amadeo von den Arbeitern der Industriestädte empfing, von Thaten bekräftigt werden. Espartero ha. schon am 4^ nach Madrid gemeldet, er könne der Einladung dahin nicht folgen, und das Schwert, das er für die savoyische Dynastie ziehen zu wollen versprach, aus Gesundheitsrücksichten nicht in seiner Ruhe stören.
Aus Bucharest wird gemeldet, daß auf den 11. Oktober das Schiedsgericht einberufen ist, welches darüber entscheiden soll, ob die Strousberg'sche Eisenbahn- Concession annullirt werden soll oder nicht. Die Concesstonäre und das rumänische Finanzministerium sind zu dieser Tagsatzung vorgelaven. Sollte das sogenanntc Schiedsgericht ein Urtheil fällen, so läßt sich Vorhersagen, daß dasselbe weder von den Concessionären, noch von der deutschen Regierung, unter deren Schutz sie stehen, anerkannt werden wirb. Nach der ConcessionSurkunde nämlich ist ein Schiebs- gericht kompetent bei Streitigkeiten innerhalb der Concession. Die Aufhebung der Concession liegt aber gewiß nicht innerhalb, sondern außerhalb derselben. Die Concesstonäre haben deshalb ihrerseits auch einen Vertreter ernannt, was die rumänische Regierung veranlaßte, auch Den zweiten Vertrauensmann — für die Concessionäre — zu ernennen, so daß nunmehr beide Schiedsrichter, welche zwischen den Concessionären und der rumänischen Regierung Recht sprechen sollen, von der Regierung ernannt worden sind.
Kaiserin Eugenie hat bei ihren Landsleuten in Madrid eine sehr freundliche und würdige Aufnahme gefunden. Spanien ist eben noch immer das Land Der HivalgrS. Hören wir, was ein Demokratisches Blatt, „La Constitution", über Die unglückliche Fürstin spricht. Dasselbe gibt einige Mittheilungen über ihre Familie unD über ihre Geschichte vor Der Ankunft in Paris, Die vielleicht nicht unwill- kommen sinD. „Cugenie von Guzman y Potocarrero, Gräfin von Teba, ist geboren zu Granada am 5. Mai 1826. Durch ihren Vater, Den Grafen von Montijo, stammte sie von der edlen und alten Familie von Potocarrero, die im 16. Jahrhundert aus Genua nach Estremadera eingewandert ist und das Recht hat, die Beinamen Guzman, Fernandez von Cordoba, La Certa y Leiva, und dir Grandeza erster Klasse von Teba, BannoS y Mora zu tragen. Durch ihre Mutter, Donna Maria Manuela Kirkpatrick von Closenburn, gehört sie einer katholischen Familie von Schottland an, Die beim Sturz Der Stuarts ausgewandert ist. In Frankreich und England erzogen, verbrachte sie einen großen Theil ihrer Jugend auf Reisen mit ihrer Muttcr, unter dem Namen einer Gräfin von Teba. . Ohne auch nur einmal in der Oeffentlichkeit zu erscheinen unD sich jeder lärmen- den Kundgebung entziehend, besucht die Kaiserin doch die Mittelpunkte der spanischen Kunst und Industrie.... Wenn man sich in einem Museum neben einer Frau »on umfangreicher, aber aristokratischer Tracht befindet, Die in Gesellschaft von zwei oder Drei Personen die Gallerie durchschreitet, so enthüllt ihm nicht, daß diese Frau dieselbe ist, welche einst über 37 Millionen Untertanen herrschte.
Lothringen vorbereitete, begleitet Pouyer - Quertier nach Berlin. Der Artikel 3 des Vertrages ist modificirt, nicht ganz gestrichen. In dieser Form hat ihn Füist Bismarck gut geheißen.
Versailles, 7. Oktober. Das Kriegsgericht hat Die Anklage auf Desertion zum Feinde (weiche mit Dem Tode zu bestrafen ist) auf Rossel anwendbar befundin und mit 6 Stimmen gegen 1 den Watzrspruch gefällt, der Rossel abermals zun Tode verurtheilt.
Newyork, 6. Oktober. Die Journale wollen wissen, die Regierung Haie dem russischen Botschafter Katakaczy in Washington, falls derselbe nicht nach Der Besuche Des Großsürsten Alexis abberufen werDe, notificirt, daß sie ihm Die Pafe zusenden werde, angeblich wegen wiederholter Beleidigung des Präsidenten (Srart und Des Staatssekretärs Fish.
Vermischtes.
Mentone, der geschützteste südeuropäische Wintercurort für Brusileidende und Nizzi, der große Tummelplatz derjenigen, welche einmal ohne allzuweite Reise einen Winter unter Orange verleben wollen, Haden sich, was das eigentliche Volk betrifft, während des letzten Krieges eni-- schieden italienisch und anti-französisch gesinnt gezeigt, so daß von dieser Seite eine Unbill gegi» Dein sch e dort wohl nicht zu befürchten fein dürfte. Die eingewankerte Bevölkerung — aus fran - zösischen, schweizerischen und deutschen Gewerbetreibenden und Gastwirthen b stehend — hat b J
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Minuten von der italienischen Grenze liegt. Die Fahrt längs der Riviera ist eine der schönste: o in Europa und auf diese Weife berührt man altfranzöffschen Boden gar nicht.
1 („Aus allen Welttheilen." Septbr. 1871)
lungen zu Gastein und Salzburg anfgenommen, glaubt ein Berliner Correspondent^ Beträge überwiesen hat. Das Ergebniß ist das folgende: Die Einnahme belauft Der Wiener „Presse" in folgender Weise lösen zu können. Er schreibt: In Dem, sich (mit Einschluß Der während Der einstweiligen Verwaltung des Centralcomite's erhobenen Zinsen von Schatzfcheinen und Obligationen Des norddeutschen Bundes) auf 1,096,655 Thaler; hiervon sind auf Anweisung Des Centralcomite's bis zur allerhöchsten B ftätigung D>s Verwaltungsausfchuffes der Kaiser-Wilhelm-Stiftung ausgegeben worden 193,176 Thaler, nämlich 172,920 Thaler durch Ueberweisung an Landes- und Provinzialvereine unD an Delegirte behufs einmaliger Beihilfen an JnvaliDen, Wittwen und Waisen ca. 20,256 Thaler Durch Einzelbewilligun- gen. Außerdem steht die Summe von 2160 Thaler in Ausgabe als Der halbe Werth, welcher Der Jnvalidencasse aus Dem bei Der Nationallotterie verloosten Silberbarren geflossen ist. Der Bestand beträgt 901,318 Thaler, nämlich 34,044 Tbaler baar, 13,430 Thaler als Werth des Goldbarrens aus St. Francisco, 12,397 Thaler als Courswerth vlxschiedener Dem Centralcomite zugegangener Effecten, ca. 841,447 Thaler als Ankaufspreis von 36O,OOO Thaler Schatzscheinen und 465,000 Thaler Obligationen Des norDdeutfchen Bundes. Zum Schluß spricht das Centralcomite sämmtlichen Gebern seinen Dank für Die Beiträge aus.
t Berlin, 6. Oktober. Das Reichsgesetzblatt pudlikirt einen Allerhöchsten Erlaß vom 1. Oktober 1871 , betreffend Die Ausgaben verzinslicher Schatzanweisungen im Gesammtbetrage von 4,971,600 Thlr. zum Zwecke der Erweiterung der Bundes-Kriegsmarine und Der Herstellung Der Küstenvertheidigung, auf Gründ des Besitzes vom 9. November 1867.
Die Social-Demokraten, angeregt Durch Die theilwcisen Erfolge der letzten Strikes, tragen sich gegenwärtig mit dem Gedanken einer Centralisation Der ArbeitS- 'instellung Dergestalt, daß alle Gewerke Berlins zu einer Central-Strikekasse beitragen , aus welcher bei etwaigen Arbeitseinstellungen Die Betroffenen unterstützt werden. Gestern AbenD fand eine von 30 Gewerken durch Delegirten geschickte V.rsammlung unter Vorsitz des Herrn Hasenclever statt, in Der ein langer Aufru an sämmtliche Arbeiter Berlins vorgelesen wurde, in welchem Diese aufgefordcrt wcrDen, ohne Rücksicht auf ihre politische Parteistellung sich zum Kampfe gegen das Kapital zu vereinigen und eine Central-Strikekaffe zu begründen, nicht um Strikes zu beginnen, sondern um Dieselbe» zu verhinDern, da Die Arbeitgeber Den Forderungen eines Gewerks viel schneller willfahren würden, wenn sie wüßten, datz für Diese Förderung alle anderen Arbeiter mit bedeutenDen Geldmitteln eintreten. Doch man weiß ja, wie Der Appetit beim Essen kommt. Da sich nicht sofort eine Einigung über Daß Projekt erzielen ließ, sollen Die Delegirten dasselbe erst der Erwägung ihrer Gewerke unterbreiten, und das so gewonnene Resultat einer demnächst gen Versammlung mittheilen, worauf ein allgemeiner Berliner Arbeiter-Con- greß einberufcn werden soll.
Berlin, 7. October. Der Kaiser ist heute früh wieder eingetroffen. — Der ..Reichsanzeiger" veröffentlicht die Einberufungsordre des Reichstages auf Den 1(1. Oktober.
Berlin, 8. Oktober. Der französische Finanz-Minister Pouyer-Quertier iß beute Morgen 8 Uhr mit dem StaatSrath Ozenne, dem Grafen Fenelon und Herrn Valon hier eingetroffen und im Hotel Royal abgestiegen. Pouyer-Quertier begab sich im Laute des- Vormittags in das französische Gesandtsch'.stS-Hotel.
München, 7. Oct. In der heutigen Sitzung Der AbgeorDnetenkammer verlas Der Abgeordnete Herz Die von 47 Deputirten Der Fortschrittspartei unterzeichnete Interpellation in Betreff Der Haltung Der Regierung zur Kirchenfrage. Der MinistirpräsiDent Graf Hegnenberg verspricht Beantwortung in einer Der nächsten Sitzungen. Der Abgeordnete Greil spricht Den Wunsch aus nach Vertagung Der Kammer für Die Reichstagssesston. Der MinisterpräsiDent erklärt, unter Wahrung bezüglicher Prärogative Der Krone, Die Regierung werDe Die Kammervertagung beim Könige beantragen, sobald Die Reichstagssession ausgeschrieben fein werde.
Ein vom Bischöfe und nahezu 500 Geistlichen der Diöcese Lincoln (England) an Döllinger eingegangenes Synodalschreiben enthält eine Beistimmungs- und Air- schluß-E'klän ng an die katholische Reformbewegung.
Wien, 6. October. Die Schulsection des Gemeinderathes beschloß, die Mitbenutzung Der Saloatorkirche im Rathhause zur Abhaltung des Gottesdienstes Den Altkatholikcn zu gewähren. — Wie Die „Neue Fr. Presse" vernimmt, gedenkt der Finanzmin ster feine großen Silber- und Goldvorräthe dcr Nationalbank zur vorübergehenden Vergrößerung ihres Metallschatzes zur Verfügung zu stellen. — Der niederösterreichifche Landtag verwarf die Regierungsvorlagen betreffs der Aende- rung der Landes- und Landtagswahlordnung mit allen gegen zwei Stimmen.
Versailles, 6. October. Der Finanz - Inspektor Blondeau , der mit dm General v. Manteuffel in Compiögne die neue Basis der Convention über Elsaj-
BesondereBek
Das 'Edr Nachlaß de von Garde
Okffenlliche
4229) Nachdem t richtsbekannten Glan ten Nachlasses des von Garbenteich bet förmlichen Concurses kommen getroffen, c Gläubiger desselben Acteneinsicht hiermit 4 Wochen ihre For und bei Meldung Äu Wendungen gegen fra( dahier vorzudringen.
Men, den 30. «r Grohherzogliches ^Muhl, Stabtriäter.
Bekannt!
4878) Höhe, Folze 'M tu NW-Mm c W not ni»i Wt dir iBerf-u
. Berlin, 5. Ott. Do« deutsche Gentrakomilc bat in einem Ciecularerlaffe M empfehlen, j..r Reise durch Südftanke.lch den Erpr.ßzug zu b,-
Die mit Ihm verbundenen on nutzen, und in feiner altfranzosischen Stadt zu verweilen; noch mehr zu empfehlen und weit schun-r
»ach ersolater nnlIHi h- Qeveretne benachrichtigt, daß es am 30. September,jist die Reise über den Brenner nach Genua, von dort entweder per Dampsboot in ca. 8 Stunde
■; <n 1 ' nDmtr Rechnung wit seinem Schatzmeister, Geh. Commerzien- nach Nizm und per Eisenbahn nach Mentona, oder von Genua per Eis nbahn nach Savona UN»
raly <>leia)rDDer, Dem VerwaltungScusschusse der Kaiser-Wilhclm-Stiftuna Die ibm Pün ba ®etlurin oder Diligenza in zwei kleinen Tagereisen nach Mentona
für die Invaliden des letzten Krieges unD Der Hinterbliebenen Gefallener zuae- IX—
kommen und von ihm, nach Den Absichten Der Geber oder anderweit (namentlich


