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^ftlgen Auitrilt gesprochen, welcher am 28. v. M. zwischen an, welche Rechnungen enthielten: diese quitttrte er unter dem Namen Les be^
dem Papste und dem gegenwärtig wtcnmchsch mit der Vertretung des ganzen treffenden Ausstellers und präsentirte sie zum Zwecke sofortiger Zahlung. Theid
deutschen Reiches beim päpstlichen Stuhle betrauten bayerischen Gesandten, Grafen Tauffkirchen, stattgefunden. Der Papst hatte nämlich den bayerischen Gesandten selbst zu dieser Audienz einladen lasten und sprach sich in der bei ihm öfter vor- kommenven befugen Weise über dar Benehmen des Königs Ludwig in der Angelegenheit Döllinger aus. Pius IX. redete sich so in Zorn und Aufregung hinein, daß er endlich offen die Drohung aussvrach, daß er auch dem König von Bayern gegenüber die kirchlichen Strafen in Anwendung bringen u. s. w., so daß Graf Tauffkirch-n sich genöthigt sah, mit aller Ehrfurcht zwar, aber doch mit Entschiedenheit den Papst daran zu erinnern, daß er mit ihm über seinen Souverän spreche und er als Vertreter deffelben gewisse Aeußerungen nicht zulassen dürfe. Nun fuhr der Papst, dessen Heftigkeit sich nahezu zum Paroxismus steigerte, auch über Tauffkirchen persönlich los, so daß dieser, welcher bisher zu den eifrigsten Anhängern der weltlichen Herrschaft des Papstes zählte, ganz entrüstet und auf'S Tiefste verletzt den Audienzsaal verließ. Den folgenden Tag erschien zwar sowohl Cardinal Antonelli als der Hausprälat des Papstes, Monsignor Berranco, bei Tauffkirchen, um das Vorgehen des Papstes mit dessen körperlichen und moralischen Leiden zu entschuldigen und den Gesandten zu bitten, die ganze Sache als non avenu zu betrachten, Alles dieses hindert aber nicht, daß man in römischen diplomatischen Kreisen über das Vorgefallene auf das höchste allarmirt ist.
Berlin, 8. M Aistt Lazr uno du B MMrdrS Men Suche fiznMren, t seile zum Zumle der ^ften vtrsuckt werde.
+ Paris, 6. M ,i Vocks Lmcmnes a iNion gegen Die Goa pilüdunßfn. StDru, i ton* Die Berfai> 'im H wn LanvreS
Friedberg. Einem Briefe des „Mainz. Abendbl." von der hessischen Division entnehmen wir folgende Stellen: „Doulaincourt (Haute-Marne), 26. April. Es ist nun beinahe ein voller Monat, daß sich unsere Division in ihren Cantonne- mentsquartieren befindet, und Viele zu Haus mögen sich vielleicht keinen rechten Begriff von dem Leben und Treiben unserer Soldaten machen. ^Besonders angenehm und unterhaltend ist es allerdings nicht, und der Wunsch nur allzusehr gerechtfertigt, bald aus der hiesigen Gegend entfernt zu werden. Allein viel Lang- weile hat man auch nicht. Des Morgens um 6 Uhr wird Tagesreveille geblasen oder getrommelt, je nach der Waffengattung, Vie in den einzelnen Orten can- tonntrt. Dann bereiten sich die Soldaten ihren Kaffee, der von der Militär- Verwaltung geliefert wird. Gegen 8 Uhr werden Fleisch, Brod, Reis, Kaffee u. s. w. in Empfang genommen. In verschiedenen Blättern wurde über schlechte Verpflegung unserer Truppen bitter geklagt. Im Anfänge, als die Cantonnements- quartiere bezogen wurden, stieß die Verpflegung aus besondere Schwierigkeiten; man bedenke, baß wir uns in einem Lande befinden, in dem seit neun Monaten Krieg geführt wird, wo die ganze französische und deutsche HeereSmacht sich auf- vielt, und man wird dies begreiflich finden. Ueber die Verpflegung, wie sie jetzt unsere Soldaten erhalten, läßt sich nicht klagen, und gewiß essen die meisten derselben zur Zeit mehr Fleisch als sonst zu Hause. Trotzdem sind Gaben von zu Haus sehr erwünscht, und die nun zahlreich ankommenden Liebesgaben aus der He-m^.th werden mit großer Freude angenommen, freudiger als Geld, da für Geld auf manchen entlegenen Ortschaften absolut nichts zu haben ist. Nach dem bescheidenen M-ttagstisch wird cxercirt und man'öorirt, es werden die Soldaten aus's Vorzüglichste geschult nach Hause zurückkehren. Die freie Zeit füllen unsere Soldaten mit AuSbeffern und Reinigen ihrer Kleidungsstücke und Waffen aus; oft sieht man sie auch mit den Bauern hinausfahren, um diesen bei den Feldarbeiten bchülflich zu sein, wobei unsere Leute es nicht unterlassen, denselben so gut als möglich begreiflich zu machen, wie es bei ihnen mit der Feldwirthschaft gehalten wird. Im Ganzen zeichnet sich das Departement der Haute-Marne durch eine gute rationelle Landwirthfchaft ans. Jeden Abend um 9 Uhr wird Zapfenstreich geblasen, und findet man nach tiefer Zeit kaum noch einen Soldaten auf der Straße. Bei dieser Lebensordnung geht eben ein Tag nach dem anderen vorüber, so daß wir hoffentlich bald den Tag des Abmarsches erreichen. Unser Rückmarsch soll bereits vorgezeichnet sein, und würden wir den Marsch über Toul, Nancy, bayerische Pfalz, Worms nehmen, also den Weg zu Fuß marschiren. Bis Nancy sind es von hier höchstens 5 Tagesmärsche.
Friedberg. Die wenigen hier noch zurückgebliebenen Gefangenen sind dieser Tage nach Darmstadt verbracht und in das dortige Gefangenendepot ausgenommen worden, um später von dort aus nach Frankreich zurückzukehren. Die kleineren Gefangenendepot des GroßherzogthumS sind nunmehr sämmtlich aufgelöst.
4 Offenbach. Die letzten dahier internirten französischen Gefangenen, 80 an der Zahl, sind vor einigen Tagen nach Darmstadt verbracht worden. Mehrere derselben verkariften vorher auf einem gemeinsamen Spaziergänge in Oberrad ihre überflüssigen Kleider und Leibgeräth. Vor einigen Tagen wurden diese Truppen von Frau Marschall Mac Mayon, welche noch m Wiesbaden wohnt, besucht und reichlich beschenkt.
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Würzburg. Das Würzb. Journ. erzählt: „Viele Würzburger werden sich noch an den kletnen Knaben erinnern, der nach dem Feldzuge des Jahres 1866 mit dem 9. Infanterie-Regiment dahier als Lieutenant e.nmarschirte. Dieser junge, einem freiherrlichen Hause cntsprossme Lieutenant wurde sodann in weiteren Kreisen bekannt, als in den Fliegenden Blättern seine kleine Figur zwischen zwei yimmellangen Soldaten postirt erschien; unter dem gelungenen Bilde stand zur Erklärung ungefähr Folgendes: „O Herr Lieutenant, fürchten Sie Sich nicht, wir sind schon da!" — Als dieses blaublütige Söhnlein des Mars das Würz- burger Klima nicht mehr recht vertragen konnte, wurde es zum 7. Infanterie. Regiment nach Bayreuth versetzt. Es kam das Jahr 1870 und mit ihm dec Krieg. Unser guter Lieutenant marschirte mit nach Frankreich und kam glücklich bis Wörth. Plötzlich verschwand- er und die Verlustlisten zeigten ihn als vermißt an. Und in der That, es war so. Er hatte sich aus dem Staube gemacht und suchte in einer Mühle eines einsamen Vogesenthales ein Unterkommen als Müller- bursche und bald darauf die Liebe der Tochter vom Hause; das erstere bekam er ob auch die letztere, darüber schweigt die Geschichte. Allda lebte das freiherrliche Müllerbürschlein ruhig und zufrieden. Der Friede aber brachte in die abgelegene Müble ein paar bayerische Feldgendarmen, welche in dem Müllerburschen alsbald zu ihrer großen Freude den vermißten Lieutenant entdeckten. So mußte er denn seiner Muhle, den Bergen und geliebten Triften Lebewohl sagen und in geschlossener Gesellschaft die Reise nach Bayreuth antreten, allwo er jetzt Zeit hat, auf sein thatenreiches Leben zurückzublicken."
Frankfurt. Man hat Lasier einen Jndustrieritter ganz bksonLerer Art ab- gefaßt uno »inter Schloß unv Riegel gebracht. Derselbe machte sich ein Geschäft varaas, nächtlicher Weile die an Len Ecken der Straßen angebrachten Briefkasten, so viel es möglich war, ,u -nileer-n. Er eignete sich jedoch nur diejenigen Briefe
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herabgedrückt werden, ist völlig überflüssig und ohne jede Berechtigung, da wir ja \ die Mittel in Händen haben, in dieser Hinsicht die weitgehendste Pression auf ! Frankreich zu üben. Im Interesse der Franzosen liegt es vor Allem, baß sie durch 1 eine loyale Erfüllung dxr eingegangenen Verpflichtung sich möglichst bald von dem i Druck befreien, den die deutsche Occupation auf ihr Lund übt und dessen Ver- < längerung durch ihre Schuld unheilbare Schäden zur Felge haben würde. Aber ist die Fortdauer der gegenwärtigen Situation für Frankreich verderblich, so ist sie für Deutschland jedenfalls unerquicklich, namentlich weil sie uns nöthigt, größere Truppenmassen in Frankreich zusammen zu halten und nicht nur Tausende von jungen Männern, sondern auch viele Familienväter vom heimathlichen Herde fern zu halten. Aber eine Nöthigung, uns ungünstigere Friedensbeoingungen, als sie in den Präliminarien enthalten sind, gefallen zu lassen, liegt absolut nicht vor, und so dürfen wir hoffen, daß durch die Zusammenkunft in Frankfurt ein rascheres Tempo der FriedenSverhaudlungen herveigeführt werden wird. — Nicht nur, um sich von dem Druck der deutschen Occupation zu befreien, sondern anch, um andere Gefahren von sich abzuwehren, hat die französische Republik allen Grund sich zu beeilen, wieder geregelte Zustände herbeizuführen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die bonapartistische Partei die gegenwärtige Lage Frankreichs für die Wiederherstellung der napoleonischen Dynastie zu benutzen bemüht ist.
f Wie wir vernehmen, werden für Elsaß und Lothringen sechs-neue Regimenter gebildet werden und zwar 1., 2., 3., 4. elsässisches Regiment und 1. und 2. lothringisches Regiment. Diese Regimenter werden dann bis auf Weiteres in die westlichen Provinzen Preußens verlegt werden.
lieber den Termin des Einzuges der deutschen Truppen in Berlin sind höchsten Orts zwar noch keinerlei positive Bestimmungen getroffen, es kann jedoa? als sicher angenommen werden, daß dec E.nzug keinesfalls vor dem dritten August stattfinden wird, dieser Termin vielmehr als der früheste bezeichnet werden kann.
Das den Mannschaften der Stabswache verliehene Ehrenzeichen ist die sog. Rothe Adler-Medaille. Diese Medaille ist aus Silber geprägt, zeigt auf dem AoerS den Rothen Avlerorden, auf dem Revers ein gothisches W. Auf dem oberen Rande der Medaille steht eine Königskrone von Silber. Diese von König Friedrich W-.lhelm IV. gestiftete Medaille wurde bisher nur an Ausländer am Bande des Rothen Adlerordens verliehen.
Die besondere Gesetzesvorlage, welche die Stiftung einer allgemeinen Kriegsdenkmünze für Gcsammtdeutschland regelt, hat bereits im Bunvesrathe die allgemeine Zustimmung gefunden. Dem Vernehmen nach soll das Band D^fer Auszeichnung die deutschen Farben tragen, während die Denkmünze selbst aus dem Metall eroberter Geschütze geprägt wird. Speciell ist dies Erinnerungszeichen für diejenigen Mannschaften bestimmt, welche die deutsche Grenze vor Ablauf des Waffenstillstandes überschritten haben, und würde dieselbe dem entsprechend an etwa 800,000 Mann zur Verthcilung kommen. Zur Herstellung der Denkmünze sollen gegen 100 Geschützrohre erforderlich fein. Außerdem wird wahrscheinlich noch von sämmtlichen größeren deutschen Staaten ihren Mannschaften und Offizieren eine besondere Denkmünze verliehen werden.
f Die „Voss. Ztg." spricht ein warmes Wort für die Vereinigung der Bemühungen der deutschen Wilhe'mSstiftunz und der Victoria-National-Jnvaliden- stiflung bezüglich der Fürsorge für die Invaliden des letzten Krieges, dem wir uns aus vollem Herzen anfchließen. Soll ctwas Ersprießliches aus der hochherzigen Opferfreudigkeit des deutschen Volkes erwachsen, so muß jedwede Eifersüchtelei zwischen den genannten beiden Vereinen ausgeschlossen fein, wre es ja auch in den Intentionen der Geber liegt, die gemeinsam und aus dem Einen Gefühle reinster Vaterlandsliebe gesteuerten Beiträge allen Opfern des Krieges gemeinsam und unbeirrt von persönlichen Rücksichten zukommen zu lassen. Ganz entschieden müssen sich aber die Geber gegen den angeblichen Plan der deutschen Wilhelmsstiftung verwahren, das ihr überwiesene Kapital zur Errichtung von Jnvalldenkasernen zu verwenden; die deutschen Invaliden, welche ihr Kostbarstes für das Vaterland Hingaben, haben den gerechtesten Anspruch darauf, den voraussichtlich langen Abend ihres Lebens inmitten des dankbaren Volkes, nicht in militärisch strammer Abgeschlossenheit zu verleben. Die Erfahrungen des Krieges sollten doch endlich die Franzosennachäfferei in jeder, auch in dieser Beziehung ertödter haben.
Die Führer der Socialdemokraten, soweit von solchen nach dem Rücktritt des Herrn v. Schweitzer noch die Rede sein kann, tragen sich mit dem kühnen Gedanken, das Abonnementsgeid pro 2. Quartal für den „Socialdemokrat", dessen Erscheinen nun definitiv eingestellt ist, als Preßfond für ein neues Organ zu verwenden. — Ein schöner Gedanke, aber es kommt anders, denn wenn diese Abonnementsbeträge nicht schon längst verpulvert wären, würde ja der „Socialdemoklat" weiter erscheinen.
Ein Mann von Fach schließt eine der belgischen „Jndependance" mitgetheilte Darstellung der militärischen Lage vor Paris mit dem Satze, daß der Sieg der Commune unmöglich sci, aber die Entscheidung noch lange auf sich warten lassen könne. Im Rücken der Pariser Commune steht aber die republikanische Partei Frankreichs überhaupt, die, je länger der Kampf vor Paris währt, sich immer wehr mit Haß gegen Thiers erfüllt und sich für den Fall, daß die Commune unterliegt, als ihren Erben und Nachfolger, und zwar auf einem größeren Terrain, betrachtet. Die Fortsetzung des Bürgerkrieges in Frankreich, zumal wenn nach der Niederlage der Commune sich die dynastischen Prätendenten melden, ist höchst wahrscheinlich und damit noch ein längeres Stocken der Friedensverhandlungen. Das gleichzeitige Eintreffen des Fürsten Bismarck und der Herren Favre und Pouyer Quertier in Frankfurt a. M. am 5. Abends, nachdem der deutsche Bevollmächtigte bei den Brüsseler Friedensverhandlungkn, Gras Arnim, uno der französische Bevollmächtigte, Baron Duclerc, unmittelbar vorher daselbst einge- troffm waren, läßt annehmen, daß man deutscherseits diese Eventualitäten ms Aage gefaßt hat und die stockenden Verhandlungen in Flüß und möglichst zum Abschluß zu bringen suchen wird.
_£,c »Situation" donnert einmal wieder heftig gegen Thiers, den sie als „die S^bmach und das Verbrechen" in Pcrfon bezeichnet. Natürlich „verlangt Frankreich das Kaiserthum zurück, das Elnzige, daS Frankreich retten und ihm zuruckgebcn kann, was seine gemeinschaftlichen Feinde ihm entrissen haben", aber ei 'st dies „nicht das Empire des 2. December, sondern das Empire des Empereur, das Kai.erthum, das Frankreich glücklich, reich und ruhmvoll gemacht hat.
Jtn Departement des Cote b'Oc hat der commandirend-- preußische Genera! den „Progres" und den „Bourguignon" suSpendirt.
Wte aus Rom berichtet wird, wird daselbst in diplomatischen Kreisen viel
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