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Der Feind hatte große Anstrengungen auf der Front unserer Linie, von Tertre- Rouge bi- zur Linken des 21. Corps, gemacht. Wenn unsere Verluste ernst waren, so waren die seinigen noch beträchtlicher, Dank dem Vortheile, den uns unsere Stellungen barboten, die er angriff und auf welchen wir im Voraus V.rtheidt- gungsmittel vorbereitet hatten. Eine sehr starke Bewegung seiner Artillerie, die zurückgegangen und sich in Colonnen auf den Hauptstraßen ausgestellt hatte, auf denen sie herangerückt war, konnte die Hoffnung geben, daß er sich vielleicht am folgenden Tage zum Rückzug entschließen werde, wenn er die Überzeugung bekäme, daß wir ihm den nämlichen Widerstand entgegcnstellen könnten. Unsere Truppen waren sehr ermüdet, sie hatten kaum die Zeit zu essen, aber ihre Haltung war gut und mußte Vertrauen geben. Für Jedermann hatten wir den Erfolg; die erste Schlacht bei Le Mans wäre, wenn sie damit geschlossen hätte, daher ein un- bestreitbarer Sieg gewesen." (Bravo!)

Darmstadt, 4. August. Die heute erschienene Nummer 26 des Großhcrzog-! lichen Regierungsblatts enthält:

1) Verordnung, die Gebühren der Gerichtsvollzieher in Rheinhessen be- treffend.

2) Verordnung, die Vorschriften für die Prüfungen im Finanz- und tech­nischen Fache betreffend.

3) Bekanntmachung Großherzoglicher Commission für Postangelegenheiten, die Correspondenz nach dem Königreiche Italien, insbesondere Postanweisungen betreffend.

4) Abwesenheitserklärungen.

5) Ordensverleihungen.

6) Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

7) Erthcilung einer Erfindungspatentes. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Juli dem Civil-Jngenieur Franz Windhausen zu Braunschweig aus dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent auf vir durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construction eines Expansions- Ventils mit directer und veränderlicher Steuerung, unter dem ausdrücklichen Vor­behalte jedoch, baß durch das verliehene Patent Niemand in der Anwendung be- reitS früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindung gehindert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des GroßherzogthumS zu er- theilen.

8) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: 1) am 8. August 1870 den 2. Landgerichtöbiener bei dem Land- gcrichte Offenbach Conrad Wentzel zum 1. Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte daselbst, den 1. Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Groß-Gerau Ludwig Goldman» zum 1. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Michelstadr, den 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Groß-Gerau Heinrich Etfenhuth zum 1. Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte daselbst, den 3. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Offenbach Wilhelm Emmert zum 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte daselbst, den 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Michelstadt Peter Ncunodel zum 2. Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Vilbel, den 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Altenstadt Egidius Möbu« zum 1. Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte daselbst, den 2. Landgerichtsdiencr bet dem Landgerichte Vilbel Conrad Dengler zum 1. LanvgerichtSdienrr bei dem Landgerichte daselbst, den 2. Landgerichtsdiencr bei vem Landgerichte Homberg Michael Kohl zum 1. LandgerichtSbiener bei dem Landgerichte daselbst, den Felcwcbel Georg Ludwig Friedrich Waloschmidt aus Bromskirchen, im Königreich Preußen, zum 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Offenbach, den In­validen Avam Ritter, Gefangenwärter in Waid-Michelbach zum 2. Landgericht *- diener bei dem Landgerichte Michelstadt, den Feldwebel Georg Rühl aus Darm­stadt zum 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Groß-Gerau, den ZugS- seldwebel Martin BonnariuS aus Villingen zum 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgericht Altenstadt, den Feldwebel Conrad Martin Rau aus Wiescck zum 2. Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Homberg, den Zugsfeldwebel Jacob Karg aus Langen-Drombach zum 2. Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Hungen und den Zugsfeldwebel Philipp Thomas aus Eich zum Landgerichtsdiencr bei dem Landgerichte Schotten zu ernennen; 2) am 18. Juli vem Pfarramts- Candidaten Hermann Sartorius aus Altenschlirf, im Kreise Lauterbach, die evan­gelische Pfarrstille zu Groß-Karbcn, im Decanate Rodheim, und 3) am 19. Juli dem Schulamtsaspirantrn Wilhelm Friedrich aus Unter-Sensbach, im Kreise Erbach, die zweite evangelische Schulstelle zu Eich, im Kreise Worms, zu über­tragen; 4) am 19. Juli den zweiten Controleur bet der Ortseinnehmerei 1. Claffe Mainz, Caspar Magel, zum ersten Controleur, den dritten Controleur bei dieser Ortseinnehmerei, Johann Philipp Schnellbacher, zum zweiten Controleur bet derselben und den Theodor von Helmolt zum Kammerherrn und den ActuariatSaspiranten Friedrich Schäfer von Offenbach zum Po'izeicommissär 3. Claffe bei der Polizeiverwaltung der Kreisstadt WormS zu ernennen; 5) am 25. Juli dem evangelischen Schullehrer zu Meiches, im Kreise Alsfeld, Johann Georg Fischer, die erste evangelische Schulstellc zu Beuern, im Kreise Gießen, zu über­tragen; 6) am 28. Juli den Professor an dem Eidgenössischen Polytechnikum zu Zürich Dr. Friedrich Kohlrausch zum ordentlichen Professor der Physik an der polytechnischen Schule, mit Wirkung vom 1. Oktober l. I. an, zu ernennen.

9) Charokterertheilungen.

10) Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben allergnädigst geruht: 1) am 4. Juli den Schullehrer an der katho­lischen Schule zu Herbstein, im Kreise Lauterbach, Philipp Franz Brauburger auf sein Nachsuchen, 2) am 6. Juli den Schullehrer an der ersten evangelischen Schule zu Jugenheim, im Kreise Bensheim, Jacob Flauaus auf fein Nachsuchen, und 3) am 7. Juli den Schullehrer an der zweiten evangelischen Schule zu Frei-Laubersheim, im Kreise Alzey, Friedrich Philipp Becht auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.

11) Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: 1) die evangelische Pfarrstelle zu Freten-Seen, im Dekanate Laubach, mit einem Gehalte von 781 st. 40 fr.; dem Herrn Grusen za Solms-Laubach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; 2) die evangelische Schulstelle zu Nicder-Seemcn, im Kreise Nidva, mit einem jährlichen Gehalt von 300 st.; das Piäsentationsrccht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grasen zu Stolberg-Roßla-Ortenberg zu; 3) die evangelische Schulstclle zu Dexheim, im Kreise Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalt von 416 st. 48 fr.; 4) die (erste) evangelische Mädchen - Schulstelle zu Reinheim, im Kreise Dieburg, mit einem Gehalt von 300 fl. ausschließlich des May',chen Legats;

5) die evangelische Schulstelle zu Winterkasten, im Kreise Lindenfels, mit einem Gehalt von 300 fl; Vas PräfentatiouSrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Erbach.Erbach zu.

12) Sterbefälle. Gestorben sind: 1) am 24. Mai der pensionirte Bau- aufseher Bocher zu Gcoern; 2) am 25. Mai der Hofmaler Karl Alberti zu Darm­stadt; 3) am 27. Mai der pensiontrte Bauaufseher Philipp Schäfer zu König; 4) am 17. Juni der evangelische Pfarrer Happet zu Langstadt; 5) am 20. Juni der Steuercomiwffär Johannes Wlnterstein zu Nidda; 6) am 25. Juni der pen- stonirte Wildmetstcr Friedrich Kreuter zu Viernheim; 7) ach 30. Juni der Gemeinde- forstwart charakteristrter Förster Heibeck zu Darmstadt; 8) am 4. Juli der DiakonuS Heinrich Diehl zu Groß-Bieberau; 9) am 6. Juli der Kreisarzt Dr. Karl Brilgleb zu Schlitz; 10) am 7. Jult Ver erste katholische Schullehrer Anton Henge zu Jügesheim; 11) am 17. Juli der Landgerichts-Actuar Schäfer zu Groß-Um­stadt; 12) am 22. Juli ver Arresthausverwalter Lutwig Müller zu Alzey.

Darmstadt. Nach denH. V." herrscht in O fizierskreiscn eine gewisse, begreifliche Aufregung, da die Versetzung einer bedeutenden Anzahl man spricht von über 50 hessischen Offizieren in preußische Regimenter bevorsteht, während anderseits eine entsprechende Anzahl preußischer Offiziere in hessische Regimenter versetzt wird. Dem Vernehmen nach bekommt das hessische Leibgarde-Regiment die Uniform der preußischen Garde und wird das 1. Jägerbataillon, das jetzt noch eigene Uniform trägt, dann als Gardefüsilier-Bataillon mit dem Regiment gleich uniformirt werden.

Wiesbaden, 7. August. Der Kaiser hat den Bürgermeister Lanz zum Ober­bürgermeister der Stadt Wiesbaden ernannt.

Mainz, 7. Aug. Die Ankunft des Kaisers erfolgte gegen 103/4 Uhr. Derselbe wurde von den Clvilbehörden in Castel empfangen. Später sand auf dem Schloßplatz große Parade statt, bei welcher Prinz Ludwig von Hessen zugegen war. Die Stadt ist festlich geschmückt. Der Kaiser nahm sein Absteigequartier im GouvcrnementSgebäude.

Berlin, 5 August. Der Prozeß gegen Liebknecht, Bebel und Hepner, das focialistifchc Trifolium Eisenacher Angedenkens, schreitet jetzt Schritt vor Schritt weiter. Am Donnerstag wurden die drei Genannten an die Leipziger Gerichts- stclle citirt und ihnen ein Aktenstück vorgelesen, worin der Staatsanwalt seinen Antrag auf Jnklagestellung wegen Vorbereitung zum Hochverrarh begründet. Gegen L-ebknccht wirv außerdem die Anklage auf Beleidigung des deutschen Kaisers ge­richtet, gegen Hepner und Liebknecht schweben außerdem verschiedene Preßanklagen. Die Hauptanklage verbreitet sich über die gesammte Arbeiterbewegung der letzten 10 Jahre, wie sie sich in Deutschland, der Schweiz und in der Thätigkeit der internationalen Arbeiter-Association offenbart hat. Die Pariser Commune spielt, wie VerVolksstaat" meldet, gleichfalls ihre Rolle in dem Prozeß, so daß der­selbe bei der Reichhaltigkeit des zur Verhandlung kommenden Materials an Dauer den Wiener Arbeiterprozeß übertreffen dürfte.

Nach Räumung der drei mehrgenannten französischen Departements seitens der deutschen Truppen und in Folge mehrfacher anderer Veränderungen sind zur Zelt in Elsaß-Lothringen und den französischen occupirten LandeStheilen noch 85 deutsche Telegraphen-Stationen im Betriebe und zwar 21 selbstständige, innerhalb des Directionsbezirkes Elsaß Lothringen, 13 mit Postanstalten rombinirte Stationen in demselben Bezirke und 51 Telegraphenstationen in den occupirten französischen LandeStheilen. Unter den letzteren befinden sich sieben in den östlichen Forts von Paris, von St. Denis bis Fort Charenion.

Die Stellung der Juven im preußischen Staate ist bekanntlich noch immer eine sehr schlecht fundirte. Aus einer westfälischen Stadt wird nun folgendes Curiosum gemeldet: Der Magistrat hatte einen Juden als Lehrer an einer höhe­ren Bürgerschule angestellt, die Regierung annullirte aber diese Wahl, da die Schule einechristliche" sei. Der Israelit hat nun an den Unterrichtsminister Rekurs eingelegt mit Ver Erklärung, er sei bereit, zum Christenthum überzutreten, da ihm aber die Wahl zwischen den verschiedenen Bekenntnissen in der christlichen Kirche schwer falle, so bitte er Hin. v. Mühler, ihm das wahre Christenthum näher zu bezeichnen. Bis jetzt ist der wissensdurstige Lehrer noch ohne Antwort geblieben.

Stuttgart, 4. Aug. Nach demWürtt. St." hat sich, was Württemberg betrifft, die Kopfzahl der aus Frankreich auügewiefencn Staatsangehörigen in runder Summe auf 4300 herausgestellt. (In Preußen beträgt einem Bericht der Kreuzztg." zufolge die Kopfzahl 12,300.)

Paris, 6. August. Ben Publ c nennt es beschlossene Sache, daß Hauß­mann zum Präsidenten des Verwaltungsraths und Vandal zum Confeilsmitglied des Credit Mobilier ernannt werden.

LautParis-Journal" ist Faidherbe zum Ober-General in Algier be­stimmt.

Temps" berichtet aus Poligny höchst bedauerliche Conflicte zwischen ven deutschen Truppen unv der Bevölkerung. Beiderseits seien Opfer gefallen. AuS Dijon seien gestern 800 Mann Exceutionstruppen dorthin beordert.

Paris, 7. Aug. Der Anklageakt gegen die Chefs der Commune ist erschie­nen. Derselbe gibt eine Darstellung ver Aufwiegelungen der Internationale, wo­durch die Empörung vorbereitet wurde, erzählt hierauf den Verlaus des Ausstandes vom 18. März unv die Verbrechen, welche in Folge dessen begangen wurden. Dann folgen die Berichte über die Einzelnen. A>si ist angekiagt der Aufreizung zum Bürgerkrieg, der Usurpation ver Civil- und Militärgewalt, sowie von Re- gierungsfunctionen. Derselbe habe ferner für Dekrete gestimmt unv viesclben aus- führen lassen, welche Zerstörung, Nievermctzelung, Plünderung, Brandstiftung und Meuchelmord im Gefolge hatten. Die Anklagen über die übrigen Angcschuldigtev lauten ähnlich. Courbet ist besonders der Mitschuld an der Zerstörung der Ven- domesäule angeklagt, Lhullier, aufständische Truppen gesammelt und befehligt, Staatsgcbäude besetzt und Militärpersonen zum Ueberlaufe auf Seite der Rebellen überredet zu haben. Pascal Grousset wird angeklagt: öffentlich zum Ungehorsam gegen die Gesetze aufgefordert und Vie Nationalversammlung beleidigt zu haben. Verdure und Blllioray nebst Ferrö werden der willkürlichen Sequestration und absichtlichen Zerstörung von Privat- und öffentlichen Gebäuden bezichtigt, Jourde ist angeklagt des Erbrechens der Siegel der Staatskassen unv der Verschleuderung von öffentlichen Geldern, Ferrat unv Clement werden beschuldigt, die Waffen gegen Frankreich getragen zu haben. Die andern Berichte sind noch nicht ver­öffentlicht.

Toulouse, 6. August. Admiral Cosnier, der ehemalige Präsect von Mar­seille, hat sich in einem hiesigen Hotel entleibt.

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