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Deö heil. Osterfestes wegeu wirb die nächste Nummcr dieses Blattes erst am Mittwoch Abend ausgegeben. Die Gxpediriorr.
Preis rtwlfcliäf)Ttß 1 ft 12 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post oezogcn vtertelsäbriq t «. 27 fr.
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Gießener Anzeiger.
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tLrlchetnt täglich, mit Ausnahme Montags.
Spedition: Canzleiberg 2iL B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.
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Nr. 8L. Sonntag den 9. April 1871.
Befteiliingen auf »en Metzenrr An,einer
idonnenten, weirde den Anzeiger bei der Vrpedit.on abdolen lagen, erhalten denselben für 1 fl. pr. Quartal.
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s .rabnkgeschäftM iortcr.nmiii’en wp alsbald in die W Anmeldungen MM kNgegen.
frdfcr starker Hau; mit Fischbach.
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Brodpreise vom 8. bis 14» April 1871,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
4 Pfund gemischtes Brod 21 kr. 2 Pfund gemischtes Brod 1O1/2 kr. 4 Pfund Roggenbrot 18 fr. 2 Pfund Roggenbrot 9 kr. w .......■im»»« ■u— ■wifwih irmwmir —mm»sw—iiiiiiii ■mhmwi
A t» t t i ch e r T h e i i.
Nr. 12 des Bundes-Gesetzblattes des Deutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 23. Marz 1871, enthält: (Nr. 620), Bekanntmachung, betreffend die Ausgaben verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 5,000,000 Thalern. Vom 18. März 1871. (Nr. 621.) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Lundesralhe. Vom 20. März 1871 (Nr- 622.) Ertheilung des Exequatur an den Consul der Republik San Salvador zu Stettin.
Nr. 13 des Bundes-Gesetzblattes des Deutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 24. März 1871, enthält - (Nr. 623) Allerhöchster Erlaß vom 20. März 1871, betreffend die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrüge von 6,500,000 Thalern.
Nr. 14 des Bundes-Gesetzblattes des Deutschen Bundes, ausgegeben zu Berlin am 30. März 1871, enthält:
(Nr. 624.) Verordnung, betreffend die Aufhebung des Kriegszustandes in den Bezirken des achten, elften, zehnten, neunten, zweiten und ersten Armeecorps. Vom 27. März 1871.
(Nr. 625.) Ertheilung des Exequatur an den Königlich Portugiesischen Viceconsul zu Memel.
Nr. 15 des Bundes-Gesetzblattes des Norddeutschen Bundis, ausgegeben zu Berlin am 1. April 1870, enthält.
(Nr. 626.) Bekanntmachung des fünften Verzeichnisses derjenigen höheren Lehranstalten, welche zur Ausstellung gültiger Zeugnisse über die wissenschaftliche Quali- ficaticn zum einjährig freiwilligen Militärdienste berechtigt sind. Vom 28. März 1871.
(Nr. 627 ) Bekanntmachung, betreffend diejenigen Gymnasien, weiche- HNlsla-kikH ihrer ovm Unierridyt hr her griechischen Sprache dispensirten Schüler zu den im 8- 154 Nr. 2 c. der Militär-Ersatz-Jnstruction vom 26. März 1868 bezeichneten Lehranstalten gehören Vom 28. März 1871.
Gießen, den 6. April 1871. Größherzogliches Kreisamt Gießen,
v. Starck.
Wollt! s cd c r T y e i L
Zur Reorganisation der französischen Armee find von bin versedietiNfun Seiten Pläne entnorf'N, welche alle auf temokratt- scher Grundlage beruhen. Nur General Edanzy hat die unbedingte Annahme des preußischen Systems empfohlen. Man rst in ttr That — sogt Chanzy — wenn man dtn Fortschritt unserer militärischen Organtsotion wünscht, zur Annahme ceS preußischen Spstims ger.öthigt, das der Typus ter Vollkommen- heit ist."
Den übrigen Plänen sind, wie gesagt, die Principien strenger Durchführung ter allgemeinen Wehrpflicht unb die Gleichberechtigung zu Grünte gelegt. Nach ihnen soll die Wehrkraft Frankreichs künftig bestthen aus 1) garde urbaine, die in jeder Commune errichtet wird, an Stelle der heutigen Notionalgarde tritt und unbesoldet bleibt; 2) dem corps dc police, welches tie Gensdarmerie und Mu- nicipalgarde begreift unb ton den Eon munen besoldet wirb, die sie mit Einwilligung des Gouvernements errichten; und 3) brr armee nationale. Zu Letzterer ist jeder waffenfähige Franzose von zwanzig Jahren verpflichtet. Die Präsenz bei der Fahne beträgt 2 Jahre, 2 Jahre getört ter tarn entlassene Soldat der ersten Reserve und wahrend fernerer 6 Jahre ter zweiten Reserve an- Die Einstellung erfolgt im Oktober. Gut ausgebildete Leute können schon nach dem ersten Jahre gegen eine Zahlung von 5000 Fr cs. in die erste Rlserre übergehen. Ardererseus ist es gestattet, en brittee Jahr durch Kapitulation der activen Armee onzugehören.
„Die M^ral und Achtung vor ter persönlichen Freiheit — heißt es — verbieten dem erwadfenrn Bürger das Heirothen zu untersagen, gehöre er ter activen Armee oder der Reserve an." Dagegen erhalten betürstige Familien, deren Männer unt«r der Fahne sind, Unterstützung, weiche aus einer auf olle un- verheirathetlN, über 25 Jahre alten Männer nach Maßgabe ihres Einkommens oder Gehaltes gelegten Steuer bestritten wiib, von der nur der aclive Land- und Eeesoldat befreit ist. Zu Kriegezeiten können im Betürswßfoll, aber nur durch Specialgesetz, tie Mannschaften vom 30. bis zum 35., selbst bis zum 40. Lebensjahre einberufen Weeden, in erster Linie die Unrerheirothetkn. Das Ossicier- corps geht zur Hälfte aus ter Militärschule, zur Hälfte aus ten Unterofsicieren hervor.
Jährlich werden 192,000 Mann auSgchoben, was ein Total ter activen Armee von 384,000 Monn ergiebt, welche sich folgendermaßen vertheilen: 300,000 Monn formirt zu 300 Regimentern, 59,000 Mann Artillerie, 150,000 Mann Kavallerie und 10,000 Mann ler verschiedenen Branchen.
Eine unbefangene Würdigung tikfes Reorganisat'onSplontS muß tie Heber- zeugung geben, toß derselbe ten französischen Verhältnissen vollkommen entspricht. Frankreich braucht jetzt eine zahlreiche, tüchtige und doch zugleich feine finanziellen Kräfte nicht übersteigende Armee. Dieses Ziel würde durch Annahme des obigen Planes vollständig erreicht werden, auch würte das so organistrte Heer nur schwer zum Werkzeug dynastischer Interessen gemacht werben können.
Wir in Deutschland aber müßten angesichts so furchtbarer militärischer Anstrengungen darauf betacht fern, durch Heranziehung aller deutschen Stämme unserem H.ere eine solche Stärke zu geben, baß dasselbe noch ollen Seiten hin Front machen könnte. Selbstverständlich wäre es auch geboten, daß unsere Dienst- zeit bedrutend herabgesetzt wirb, damit der Grundsotz ter allgemeinen Wehrpflicht zur wirklichen Wahrhrit gemocht werden könnte, was bei dreijähriger Dienstzeit selbstverständlich nicht möglich ist. Auch hat die Erfahrung des letzten Krieges hinlänglich bewiesen, daß ter Infanterist in weit kürz-rer Zeit so ausgebildet werden kann, daß er allen Aufgaben vollständig gewachsen ist.
Späte Erkenntniß — späte Reue.
Man erzählt sich, taß Louis Napoleon gegenüber ten entsetzlichen Schlägen, von welchen seine Armee gleich bei Beginn des Krieges niedergeworfen wurde, wiederholt in die Klage ausgebrochen fei: daß man ihn belogen habe.
Bezog sich diese Klage darauf, daß man ihm falsche Berichte über die Be- fctojfenleit ter deutschen Armeen vorgklegt und ihn dadurch verleitet habe, sich vorzeitig in einen Kamps nur Deutschland einzulassen, so ist jetzt durch Veröffentlichung der Berichte, welche Oberst Stoffel, vor Ausbruch des Krieges französischer Militärbevollmächtigter in Berlin, nach Paris gesandt hat, erwiesen, daß dieser mit großer Offenheit tie Supeuorität der preußischen Armee über die sronzösilche anerkannt und die Ursachen derselben mit großer Sochkenntniß unb ^Objectivltät nach allen Sutin hin eröffnet hat.
Leiter scheint aeer der Exkaiser in Wüyttmshöhe unb auf Grunb der traurigen Erfahrungen, welche er selbst gemacht hat, dahin gekommen zu sein, die Richtigkeit der Stcffel'schen Beobachtungen zu begreifen, namentlich was die Hauptquelle ter von Stoffel charactensirten Supenorität betrifft.
„Ich muß noch eine Eigenschaft bezeichnen — sagt Stoffel in seinem Bericht vom 23. April 1868 — welche das preußische Volk ganz besonders cha- racterifirt und welche zum Wachethum ter moralischen Kraft seiner Armee bet- trägt da« Pflichtgefühl. Es ist in allen Elasten des Landes bis zu solchem Grobe auegebildet, daß man nicht aushört, darüber zu staunen, je mehr man das preußische Volk studirt. Da ich die Gründe dieser Erscheinung nicht zu untersuchen habe, begnüge ich mich, sie zu constattren."
Auch Louis Napoleon ist den Grünten dieser Erscheinung nicht nachge- gingen oter hat nicht für gut bifundcn, das Resultat seiner Forschungen laut werden zu lassen, aber in seiner unlängst zu Brüssel veröffentkichten Schrift „Note sur ['Organisation mililaire de la confocd^rulion de l’AHeinagiie du Kord“ preßt ihm die Erfahrung, welche er mit feiner Armee gemacht hat, das Eingeständniß ab, daß ihr vor Allem deshalb der Erfolg ausgeblieben sei, weil ihr jene noraiischc Grundlage fehlt, die Hr. Stoffel bei der preußischen Armee constatirt hat. Er sagt: „die Armee in Preußen ist eine Schule, in der ein Jeder der Reihe nach bas Kriegshandwerk lernt, und in dem Gefühl ter Pflicht


