Einzelbild herunterladen

gegenwärtigen Stellungen unserer Truppen sind so, baß binnen vier oder fünf Togen ein deutsches Heer vor Lyon, binnen zehn oder zwölf Tagen ein anoere- vor Bordeaux erscheinen kann.

Nachdem die theilweise Unterbrechung der Derbindungen auf den Französi­schen Eisenbahnlinien im Wesentlichen gehoben ist, sollen im Einverständnisse mit dem Königlichen KriegS-Ministkrtum und dem Königlichen Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten während der Waffenstillstandsperiode Privat- päckereien zur Beförderung an sämmtliche in Frankreich befindliche Truppen unter den bekannten Bedingungen (Gewicht 4 Pfd., Adresse per aufgeklebte Korre­spondenzkarte, Frankirung mit 5 Sgr., keine verderblichen Sachen rc.) vom 3. Fe- bruar ab bei allen Postanstalten angenommen werden. Der Schluß dieser Be­förderung ist vorläufig auf den 15. Februar Abends in Aussicht genommen. Mög­lichst baldige Absendung wird daher empfohlen.

Kriegsnachrichte u.

Straßburg, 4. Febr. Gestern fand hiersclbst im Saale des Gemeinderaths eine Beiprewung von Elsässer Wählern über die am 8. d. vorzunehmenvc Ab­stimmung statt. Man kam überein, nur Elsässer aus die Candidatenliste zu setzen und es wurden in der Vorwahl außer dem Maire Küß sechs Straßburger, zwei Weißenburger, zwei Schlettstädter und zwei Zaberner gewählt. Der ganze Elsaß wird zwanzig Deputirte in die Constituante schicken, wovon 11 auf den Nieder­rhein und 9 auf den Oberrhein fallen. Nach eingegangencn officiellen Nach- richten hat Favre erklärt, daß er von dem Wahldecret Gamvctta'S keine Kenntniß habe, und sobald er sich von dessen wirklicher Existenz überzeugt habe, für dessen Aufhebung Sorge tragen werde. Der Präfect des Niederrheins, Graf Luxburg, erläßt folgende Bekanntmachung: Da die Proklamot on des Herrn Gambetta, welche zahlreiche Kategorien französischer Bürger von der Wählbarkeit zur Na­tionalversammlung ausschlirßt, im Widerspruch mit der unterm 28. v. M. zwischen dem deutschen Reichskanzler und der Regierung der Nationaloertheidigung Frank- reichS abgeschlossenen Convention steht, wonach die Nationalversammlung frei gewählt (librement eluej sein soll, so wird gegen diese unberechtigte Verfügung mit dem Bemerken protestirt, daß die Weiterverbreitung derselben nicht stattfinven darf und daß die deutsche Regierung die unter dem Drucke dieses Verbotes er­zwungenen Wahlen nicht als ausreichend zur Verleihung der den Abgeordneten zugesagten Berechtigungen anerkennen kann.

Lyon, 2. Febr. Nach demCourrier du Lyon" sind auch in Lyon Ver­suche zur Störung der Ruhe gemacht worden, aber an der Haltung der National­garde und des in außerordentlicher Sitzung versammelten MuntcipalratheS ge­scheitert. Man verlangte von diesem: Krieg bis aus's Aeußerste, Massenaushebung aller 2040jährigen verheiratheten ober nichtverheirathcten Männer, Zusammen­berufung eines Convents zu Lyon, dessen Mitglieder von den Städten, mit Aus- schluß des Landes, ernannt werden und die Ernennung zweier Diktatoren, deren Namen man nicht aufschrieb aber mit lauter Stimme bezeichnete: die Generale Cluseret und Garibaldi. Der Municipalrath versprach darüber zu berath.n und Antwort zu crtbeilen; was die Aushebung in Masse betrifft, so verkündete ein Mitglied des Muuicipalraths dieselbe der auf dem Platze versammelten Menge, die indeß heftig dagegen remonstrirtc. Die damit herbeigeführten Hin- und Her­reden kühlten den Elfer der anfänglich gegen das Stadthaus gerichteten Kund­gebung etwas ab, die Menge zerstreute sich nach und nach, und um Mitternacht war die Ruhe ohne bcmerkenSwerthen Zwischenfall hergestellt.

Bordeaux, 2. Febr. Der Tod des Generals Bourbaki wird von Besanyon aus in Abrede gestellt. Obgleich sehr ernst, erlaubt sein Zustand doch die Hoff­nung auf Heilung. Der tapfere General faßte, wie derFranyaiS" berichtet, den Entschluß, seinem Leben ein Ende zu machen, nach dem Empfang einer De­pesche Gambetta's, die, so scheint es, eine Beschuldigung durchblicken ließ. Er lag im Bett; indem er das Pistol ergreift, richtet er den Schuß nach der rechten Schläfe, aber die Kugel, obgleich sie eine entsetzliche Wunde machte, veranlaßte glücklicher Weise keinen tödtlichen Bruch. Man erzählt, daß der tapfere und un­glückliche General, indem er zu sich kam, mit Schmerz auSgerufen habe:Ach! ich habe mich verfehlt!" Die allgemeine Sympathie wird ihn für die Bitterkeiten trösten, welche ihn einen Augenblick verwirrten, und er wird wissen, daß alle Leute von Herz und Ehre sich glücklich schätzen, dem Lande einen seiner loyalsten und heldenmüthigsten Soldaten erhalten zu sehen. Der General ist in Besan^on, wo seine Gattin ihn ausgesucht hat und ihn mit aller Fürsorge pflegt.

Aus Calais vom 2. Februar wird gemeldet:Was man auch sagen mag, die Züge mit Lebensmitteln werden nur schwierig in Paris ankommcn, da an den von den Preußen eröffneten Eisenbahnen die Hauptbrücken zerstört und die Schienen auf einer Strecke von mehreren Kilometers aufgerissen sind. Der erste Eisenbahn- zug mit Mehl wird erst morgen von Amiens oirect nach Paris gesandt, und da­bei muß der Zug bei Ailly über eine Schiffbrücke gehen, die nur drei Wagen zu gleicher Zeit tragen kann. Der Seeweg ist für das Vieh sehr schlecht; cs ver­trägt das Meer nicht gut. Alles dies ist tief zu beklagen, Denn wie gerade ein aus Paris angekommer Beamter mittheilt, sostirbt Paris vor Hunger". Der­selbe brachte ein Stück des Brodes mit, welches man jetzt in Paris ißt. Es ist ein furchtbares Gemisch; ekelt Einen an und schmecke nach Schimmel."

DerTimes"-Correspondent bei der Werder'schen Armee ist, wie alle Welt, voll der höchsten Bewunderung für dieselbe. Drei Nächte, schreibt er aus Villersexcl, haben die Soldaten bei starkem Frost und eine vierte bei vollständigem Thauwetter campirt und Anstrengungen gemacht, wie sie in der Kriegsgeschichte wohl kaum ihres Gleichen finden. Bedenkt man ferner, daß die Vertherdigung zwischen zwei feindlichen Festungen Dem aus eine Meile entfernten Belfort im Norden, und dem zwei Tagemärsche entfernten Befanyon im Nordwesten geschah und zwar gegen einen nahezu vierfach stärkeren Fernd, Der überdies eine zahlreichere Ar­tillerie und außerdem drei Mitrailleusenbatterien von je 6 Stück hatte, und daß trotzdem diese Uebermacht die deutschen Positionen feinen Augenblick zu erschüttern vermochte, so wird die Brillanz der Vertheidigung und der Heroismus der Truppen zu den größten Kriegsthaten gezählt werden müssen. Die französische Armee bestand, laut demCorrespondent" aus Dem 24., 25., 20., 18. und 15. Armee­corps ; die letzten Drei gehörten früher zur Loirearmee, die beiden andern waren die in Lyon formirten, eines traf erst am zweiten Schlachttage ein; im Ganzen Dürften die französischen Streitkräfte nicht unter 130,000 Mann betragen haben, während dir deutsche Armee nur etwa 40,000 Mann (einschließlich 4000 Mann Cavallerie) zählte.

Verlustliste.

2. Infanterie * Regiment:

bei einer RecognoScirung nach Gien am 24. Jan. d. I.:

Musketier Karl Kaufmann, von der 2. Comp., aus Eudorf, Zerschmetterung btt großen und kleinen Zehe am linken Fuß; liegt im Lazareth zu Ouzoutt sur Loire.

Pionnier-Comvaqnie: bei Chauvigny am 26. Januar: Pionnier Ludwig Lang aus Hirschhorn, schwer verw., Schuß durch den Itnfett Oberschenkel; liegt im Privatlazareth zu Bills aux Cläres.

1. Reiter-Regiment:

beim Patrouillengcfecht bei Dhuizon am 27. Januar: Gardechev. Karl Lang, von der Leibschw., aus Alsfeld, vermißt.

Darmstadt, 3. Ftbr. Bei dem am 14. v. M. erfolgten Abzug des na) Briare vorgeschobenen Detachements Gr. Truppen vermochten die verwundeten un- kranken Soldaten, welche in der Lazareth - Ambulance und dem Schwestern-Afyl daselbst sich befanden, nicht zurückoerbracht zu werden. Der diesem Lazareth zu, getheilt gewesene Assistenzarzt Dr. Köhler vom Gr. Sanitäts - Detachement tourot von dem franz. Divisionsgeneral du Temple aufgefordert, seinen ärztlichen Dicnf bei den Hess. Soldaten sortzuversehen, welchem Ansinnen derselbe Folge leistete Nach einem hierher gelangten Briefe desselben vom 21. v. M. befinden sich dir verwundeten und kranken Soldaten in bester Verpflegung, insbesondere in Folgt der opferwilligen Fürsorge des Hrn. Fabrikanten Felix Bapterosse, sowie der barm­herzigen Schwestern und des Maire von Briare.

lieber einzelne Soldaten wird zugleich Folgendes von Dr. Köhler mit» getheilt:

1) In der Ambulance zu Briare befanden sich am 14. v. M.:

Chvlgr. Joseph Heuster von der 3. Schw. 2. Reiter-Regiments, Schuß in bit rechte Seite.

Msktr. Ludwig Todt von der 5. Comp. 2. Jnf.-RgtS., Schuß durch den rechten Oberschenkel.

Bernhard Haas von der 5. Comp. 2. Jnf.-RgtS., Schußfraktur des linken Beines unter dem Knie, amputirt am 9. Jan.

Gefreiter Friedrich Rühling (Bühling) von der 4. Comp. 2. Jnf.-RgtS., Schuß- fraftur des rechten Oberschenkels, amputirt am 9. Jan. und gest. om 17. Jan.

Msktr. Georg Johannes Nies von der 4. Comp. 2. Jnf.-RgtS., Schuß in die l. Lunge, gest. am 16. Jan.

Wilh. Suppes von der 4. Comp. 2. Jnf.-RgtS., verwundet an btt linken Seite.

Wtlh. Wolf von der Leib-Comp. 2. Jnf.-Rgts., Brustkatarrh.

Philipp Muth von Der 2. Comp. 2. Jnf.-Rgts., Drüsenentzündung.

Karl Leak von der 3. Comp. 2. Jnf.-Rgts., starke Contusion durch einen Fall.

Theodor Faatz von der 3. Comp. 2. Jnf.-Rgts., Fleischwunde durch btu r. Oberschenkel, l. v.

Corpor. Carl (?) Spies von der 8. Comp. 2. Jnf.-Rgts., Fleischwunde Dur) Die zwei Oberschenkel, l. v.

Msktr. Weber von Der 6. Comp. 2 Jnf.-RgtS., Schuß durch den Kopf, ge,! am 16. Jan.

2) In Dem Asyle des SoeurS zu Briare waren als an Blattern er­krankt ausgenommen und verblieben folgende Angehörige des 2. Jnf.-Rgts.:

Peter Petzer von Der Leib-Comp., Georg Dietrich Ertling, Heinrich Tenges Philipp Krebs, August Scharmann, Caspar Jost, Johannes Kais (?), sämaitlich von Der 2. Comp.; Joh. Gockel (Jockel), Jobs. Metz, beide von Der 6. Comp. Hrch. Wagner, JohS. May und Corpora! PH. Rühl von der 8. Comp.; soda»! Conrad Gerlach von der 5. Comp. und Hrch. Elfenbein von Der 2. Comp.

Die beiden Letztgenannten sind am 18. und 20. Jan. gestorben und gleij Den in der Ambulance gestorbenen Militärpersonen (Rühling, Nies und Weber' in anständiger passender Weise beerdigt worden. Die übrigen Kranken (in' größtentheils außer Gefahr.

Hieran anschließend berichtet Dr. Köhler weiter, daß bei Dem Gefecht ob 14. Jan bei Briare nachfolgende Mil'tärpersonen in franz. Gefangenschaft rathen und sodann in das Innere Frankreichs verbracht worden sind:

Trompeter Saam und Grünewald, sowie die ChvlgrS. Paser, Steuernagtl und Häuser von der Leibschw. des 2. Reiter-RgtS., sodann

Corpora! Krantz, sowie Die Musk. Hrch. Jourdan und Hrch. Wahl von M 6. Comp. des 2. Jnf.-Rgts.

Darmstadt, 5. Febr. In Dem gestern erschienenen Regierungsblatt Nr. 4 bringt GroßyerzoglichlS Ministerium des Innern Die nachstehend abgedruckte Vir- ordnung über Die Wahlen zum Reichstage und Die Einberufung desselben, welh- von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser, König von Preußen erlassen worttt ist, zur öffentlichen Kenntniß. Dieselbe lautet:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preuff rc. rc. verordnen auf Grund der Bestimmungen im §. 14 des Wahlgesetzes vss 31. Mat 1869 und im Artikel 12 der Verfassung des Deutschen Reichs, im NaaiiB des Reichs, was folgt:

§. 1. Die Wahlen zum Reichstage sind im ganzen Reiche am 3. M d. I. vorzunehmen.

2. Der Reichstag wird berufen, am 9. März D. I. in Berlin zusammct' zutreten.

Urkundlich rc.

Telegraphische Depeschen.

A Frankfurt a. M., 7. Febr. Die Constituirung derOesterreichish Deutsch en Bank" mit einem Capitale von 16 Millionen Thalern, wovon nächst Die Hälfte ausgegeben wird, hat heute stattgesunden. Zu Vorstand-B gliedern für die Dauer der ersten fünf Jahre wurden ernannt: Baron RaM o. Erlanger, Präsident, Die anglo-österreichische Bank vertreten durch ihren Direcio Adolf v. Seidler, Vicepräsident, Die Union-Bank vertreten durch ihr Verwaltung rathsmitglieD Isidor Ruß, die franco-österreichische Bank vertreten durch ihrk> Vicepräsidenten Victor v. Erlanger, Gustav Springer, Eduard Freiherr Tedesco Friedrich Mumm vom Hause A. Mumm u. Comp., Carl Schlesinger, Trier von Hause I. N. Trier u. Comp, Henry Seligmann vom Hause Seligmann u. Sttill Heimer. .__

, a ""

N» V'»"

*4 gebruar enM in Anbetracht Horvtaux erle Wrn, die ft, für um genannte Dm aflgemeinen £ der Delegat^ M 29. 3;m bruar 1871.

Ply, E-Mu Par tztkl nächste t zwischen

5 Jahren al wZngeM

hiÄt >anc WJournal Majritvki tit Wealu Lilli tiitt Million Jirii unö B jtii ii m Q traurige Laqt

8« lij unter cea ktlUüg to w ÄorMl Hot

gegtit Die

+ 3ot

2ionoifle, ötr 8o

Arago's auf

bttni 'oom

+ L Wen Lict

+ 8

noch die ul

Hvljver

Ä'5o,b' ni der mal «8:

^et

ounncrfi sollen in, N Ä der.

, A 408) 1

'W Stück lnittlk -53- mcr ousain ^anzgartm.

26 Klstr.

^5 Äiefti

" Äiefet >61 Älmn htn§.u"

Kreitz c