Ausgabe 
8.10.1871
 
Einzelbild herunterladen

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kieszen.

Nr. 23'i

Sonntag den 8. Oktober

1871

Eichetnt täglich, mit Aus­nahme Montag-.

Expedition: Canzletberg Bit B. Nr. 1

PrnS -lerieitährtg 1 fi. 12 fr. '^ngerlohn. Durch die Poft bezogen viertelt',h^iq > fl. 27 H.

'»«baltuitto

4 SrölL 8

-Ainnic

4)

|8> i

6) daß er die Erziehung der Jugend durch geistliche Dressur, durch Ertodtuna der W-rhrdeilsli-bc, durch Ncinichiung gkwissenhaftrr Selbst,hätigkcit, durch seluvische Untrrwerfung unter die Autorität der Hierarchie verdirbt und da­durch die Entwicklung der Charakter- und Gristrsbrldung der Nation und der Individuen schwer schädigt,

7) dass er den Aberglauben sörtert und die Schwache der Menschen zur Der- meh ung feiner R-ichthüm-r und zur Befriedigung seiner Herrschsucht frevel- hast ausbeutet,

8) daß die BereinSsreihett und die Freiheit religiöser Genossenschaften nur info-

jbfnb 6 W- ,asa' 6;it J®

rrte Zimmer für

nnirtben.

blicbes Familimlozi; n'rofort zu bezieh

r. 18L

7. Oktober.

t Die nächste ReichstagSsession würde nur von sehr kurzer Dauer sein, wenn lediglich diejenigen Gegenstände zur Beratbung kämen, welche dieProvinzial* Corresponbenz" nnkündigte, denn wenn auch die Berathung des RcichshaushaltS- etatS diesmal eine größere Ausdehnung und Bedeutung gegen früher gewinnen wird, so werden doch die übrigen Vorlagen, die Münzresorm, die Erhöhung der Gehälter der Reichsbeamten, die Errichtung eines Kri'gsschatzes rc. unzweifelhaft im Sinne der Regierung und ohne erhebliche Zwischenfälle erledigt werden. Wir können uns aber unmöglich dem Gedanken hingebcn, daß die Volksvertretung mit der Genehmigung der Regierungsvorlage ihre Arbeit für abgeschlossen halten sollte. Die kirchlichen Wirren, die Beschränkungen ter Presse, die Eisenbahnunfälle, der sociale Noihstand, Alles das sind Dinge, meinen wir, über welche der Reichstag nicht zur Tagesordnung schreiten kann, will er nicht der Meinung Derjenigen Vor­schub leisten, welche schon seit geraumer Zeit gewohnt sind, diese hohe Körperschaft lediglich als eine Vertretung der Neichen zu betrachten. Zn Bezug auf die Fra­gen, die auf religiösem Gebiete neuerdings entstanden sind, muß der Reichstag schon aus dem Btdürfniß der Sicherheit des Staates heraus sich für kompetent "klären, diejenigen Gesetze und Einrichtungen zu beschließen, welche geeignet sind, jedweder Störung des inncren Friedens vorzubeugen. Dazu rechnen wir vor Allem rin allgemeines Verbot des Jesuitenordens, dle Einführung der obligatorischen Civilehe und die Trennung der Schule von der Kirche, denn Alles das sind For­derungen, deren Erfüllung nicht der Gesitzgebung der Einzelstaaten allein über­lassen werden darf. Die Umtriebe der Elerikalea beschränken sich nicht auf den kinen oder den andern der deutschen Bundesstaaten, sie sind vielmehr gegen die Freiheit und Sicherheit des gemeinsamen deutschen Reiches gerichtet und man kann ihnen daher nur daun wirksam begegnen, wenn man sie vom internationalen Standpunkte aus bekämpft. In Bezug auf die Beschränkungen der Presse haben wir uns schon wiederholt dahin ausgesprochen, daß der Reichstag diese Ai.gelegcn- hcit nicht bis zur Frühjahrs- bezw. Somwersefsion verschleppen lass-n darf. Was die Eisenbahnunfälle anlangt, so wird e ne gemeinsame Verwaltung der Eisen- bahnen von Seiten des Reichs hoffentlich als tm dringendes Betiufniß unerkannt werden. Die sociale Frage endlich wird vollends gar nicht von der Tagesordnung abgefetzt werden können. Wir dürfen zwar nicht erwarten, daß der Reichstag sociale Probleme löst, allein verlangen können wir, daß er die nöthigen Vorkeh­rungen trifft, wo es sich um die Befriedigung eines wirklichen Bedürfnisses zur Abhilfe schreiender Uebelstände handelt, und vor Allem wäre in dieser Beziehung zu wünschen, daß im Bundeskanzleramt eine eigene Abtheilung für die Prüfung d" socialen Zustände im deutschen Reiche niedergesetzt wird, Das würde in allen Schichten der Bevölkerung wenigstens als ein bescheidener Anfang aus der Bahn einer gefunden Entwickelung unserer socialen Verhältnisse betrachtet werden.

Der Entschluß der bayerischen Negierung, ihre Gesandtschaften im AuSlande, und namentlich die in Paris und London bisher bestandenen, aufhören zu lassen, hat die bei dem Erlaß der Verfassung gehegte Zuversicht, daß die Erhaltung des GesandtfchaftSrcchtes für die Souveräne der Einzelstaaten die Einheit der diplo­matischen Vertretung nicht lange verhindern und schon in der Kostcnsrage ihre baldige Lösung finden werde, vollständig bewährt. WaS Bayern hierbei angebt, bemerkt dieK. Z " dazu, so dürste wohl schon der etwaigen Substitution wegen ein bayerischer Diplomat als ein Mitglied der künftigen deutschen Botschaft in Paris sungiren. Aber es ist sicherlich von Bedeutung, daß gerade in Paris eine besondere Gesandtschaft auch des größten Mittelstaates neben der deutschen künftig nicht mehr existiren soll, wie die Aeußerungen officiöfer Stimmen von München aus zu dieser Voraussetzung nunmehr berechtigen. Dies müßte, wie man glauben sollte, auch die Gegenseltigkeit bedingen, und Frankreich kann sich zu der Wieder- besetzung des französischen GesandtenpostenS in München nicht ermutyigt fühlen. Dasselbe Verfahren wird dann sicherlich auch den anderen deutschen Hosen gegen­über beobachtet werden, und Niemand wird darüber Klage führen, daß sogenannte Mißverständnisse, wie die Polemik zwischen dem Herzog von Gramont und dem Herrn v. St. Ballier sie an das Licht gezog n hot, in Zukunft unmöglich fein werden. Für die Information der französischen Negierung in deutsch'« Angelegen­heiten wird es genügen, wenn sie darüber unterrichtet ist, wie es in Berlin steht, wo die übrigen deutschen Staaten ja in dem diplomatischen Ausschüsse eine Ber- tretung haben. Was die Aufrechthaltung der deutschen Botschaften angebt, so hatten auch osficiöse Stimmen Argumente für den zuerst beabsichtigten Wegfall derselben angeführt, die jetzt von liberalen Organen gegen die Aufrecht.rhaltung lki Erinnerung gebracht werden. Der Entscheid an hoher Stelle sollte deswegen bekanntlich zu Gunsten dieser Posten ausgefallen sein, weil Preußen erst vor weni- ßen 3df?rtn auf die Errichtung von Botschaften in Paris und London hingemirkt habe. Jetzt existirt eine solche bekanntlich in London und ist in Österreich durch Clt Reciprecität unerläßlich geworden. Bon Petersburg, wo es bis jetzt nur eine Gesandtschaft gab, haben Z-itungSnachrtchten eine ähnliche Absicht angc- kündigt, worauf dann, wenn dies richtig, auch Rußland in Berlin folgen würde, -öei den Großmächten würde es dann fein Bewenden haben.

Die Bonapartisten, welche jetzt alle ihre Hebel gegen Herrn Thiers ansetzen,

ilidrs Zimmer mt. : Wbel, ist zu vb r.n Realschüler Stcüpar, rn Menwetzer The.

Stübchen ist » :nb «r. 133.

3) daß derselbe seit seiner Wiederherstellung durch den Papst Pius VII. (Bulle vom August 1814) wie vor seiner Aufhebung durch den Papst Cle­mens XIV. (Breve vom 21. Juli 1773) nach einheitlichem Plane daran arveitet, die mittelalterliche Hinschaft ter römischen Hierarchie über die Geister zu erneuern und zu verschärfen, und die Oberhoheit des römischen Papstes Uber die Fürsten und Völker wieder aufzurtchten,

daß der Jesuitenorden der gelammten weltlichen GeisteS-Eultur, dem moder­nen Recht und der bürgerlichen und politischen Freiheit den Krieg erklärt hat (Päpstliche Encyclica vom 8. Dec. 1864) und die reUgiöS-sittliche Entwick- lung der Menschheit zu hindern sich anstrengt,

5) daß er den Frieden der Familie stört und untergräbt, die für den Bestand und die Entwicklung des deutschen Ruches unerläßliche Gleichberechtigung der Coufessionen bedroht und bei jeder Gelegenheit die Rechte des deutschen Pro- testautismus anfeindet,

tragen um nur tiefen zu stürzen, ein- gewiss- Sympathie für Herrn Gumb-tt- zur Schau. In diesem Sinne schreibt derOrdre":

Di- .Constitution" hat Recht. Herr Garnbrtta ist der einzige Mann, welchen die Revolution h-rvorgrbrocht hat. Mit allen seimn Fehlern, mit allen feinen Gewaltthategkeiten flößt er uns von einer Seite Sym- pa h,e -,n : er war Fean.ofe bis zum Wahnflnn. Glaubt aber dieConstitution" daß Frankreich die Prastventfchaft des Herrn Gambetta annehmen würde? st» diesem Falle haben wir nichts zu sagen, denn wir verneigen uns vor dem National- wellen, w- cher unser Princep ist Welche Wahl bl-ibt aber im entgegengesetzten ttrt ist? n°4 ubr'g, sobald Herr Thier« mit seinem Versuche g-stz-j. ... ®fr ^eilige ®,u^* hat neuestens beim auswärtigen Ministerium in Wien über d.e Hendernisse Beschme.de gesühet, resp. Protest erhoben, welche der Ver" kündtgung ter au« dem ocum-nisch-n Concck hervorgegange-.en Dogma bereitet wurden, und hat Gras Beust daraus einfach entgegnet, baß er seinerseits zunächst tn,n*a8 b°be, den Gegenstand zu discutiren, sondern daß er da« betreffende Schriftstück zur Kcnntniß der beiden Ministerpräsidenten gebracht.

I. Betreffend das Dogma^der päpstlichen Unfehlbarkeit.

Insofern die von dem Vatieanischrn Coneil 1870 beschlossene Unfehlbarkeit 6« Papstes lediglich den Sinn hat, innerhalb der katholischen Kirche die absolute Autorität de« Papstes zu begründen, enthält sich der Prot-stantenver-in jeder Meinungsäußerung darüber. *

2.

Insofern aber das neue römische Dogma dazu dienen soll, im Sinne der Jesuiten.

a* Die Souveränetat des modernen Staates überhaupt und des deutschen Reiches, sowie der deuischen Staaten insbesondere anzugreifen'

b. den conslssionellen Frieden in Deutschland zu gefährden;

c. die Geistes- und Gewissensfreiheit und unsere ganze Cultur zu bedrohen- ***** Aschen Protestanten und das ganze deutsche Volk veranlaßt und ver- pst.chtet, dieser Bedrohung des Staates, des Friedens und des modernen Geistes- lebens entschieden entgegen zu treten, und auf Beseitigung dieser ernsten Gefahren entschlossen und sorgsam hinzuwirken.

x II. Bezüglich des Jesuitenordens.

In Anbetracht

1) doß der Jesuitenorden durchweg aus Mitgliedern besteht, welche ihrer Familie, der bürgerlichen G-s-Vsch.st und ihrem Vaterlande entfremdet find und un^ bedingt den Befehlen ihrer römischen Obern gehorchen,

2) daß der Jesuitenorden kein Verein ist von freien Individuen, sondern ein streng dlScipUnirter geistlicher Heercskörper unter Osfizieren und einem Ober­general,

Barmstadt, 5. Oetober. Die heutigen Verhandlungen des Protestantentaas wurden mit einer Predigt des Oberhofprediger Schwarz von Gotha eröffnet, worauf um 11 y2 Uhr die DtScufsion über den 1. Gegenstand der Tagesordnung:Ueber die Stellung des deutschen ProteftantenvereinS gegenüber dem Vorgehen Roms", begann. Es wurden folgende Resolutionen gedruckt unter der Versammlung vertheilt: ö

Stamilit, welche dev m uebl, sucht 75 Wbchen, welch Arbeiten erfahren fl tu hat Näheres M etene.^toet

BefteÄWAgett auf deu ©ktcuer Muzeigex

Abonnenten, weiche den Anzeiger bei der Erpedition abdolen laffen, erhalten vcnselben für das IV Quartal 1871 i n

i»..in-r-r,, .... »u

' blhrtfg Zimmer n : Vit. D. 9h-. 61.

nvV.t. Nr. 82 ft Zimmerchen zu dr:

l t-e non meiner

Zungen.

-ddar bei

unmöblirte Zimvm

a0t die bxpeditioi

n Nebenbause ist ni fülle Familie zu nr- Cctobn zu bezielm. idlick t Kröll

.^uard Slraä'schin nlofiis ru oermiethn.

at i;. Nr. 3 ist Itr mietben-

redenderlh- Wat-

gelegen, ist tu w . Z. Nr-108 Ww