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Piet» ckruijabnr i st- 12 h. mit Br^zerlohn. Durch die Post otogen vterteljährifl i q. 27 fr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Montag».

Expedition: Canzleiber« Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Hießen.

Nr. I3is. ____________Donnerstag den 8. Juni »871.

werden nach fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als oud>

Befteilungen auf Ven Wre^ener bei allen Post-Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.

'Abonnenten, weiche den Anzeiger bei der Erpeditton abholen lassen, erhalten denselben für den Monat Juni zu 20 kr.

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1 Gießen, nftabt.

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, H. Dietz lersheim-

Gießen^ am 6. Juni 1871.

betreff ent»- Die Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer, hier die Wahl der Einschätzungs- Commissionen für die Steuerregulirung für 1872. *

an die Großherzoglichen Bürflermeistcreiln des Kreises, mit Ausnahme der Bürgrrmeilterei Gießen.

Nach Art. 33 des Gesetzes vom 21. Juni 1869 soll behufs der Einschätzung in die Steuerklassen der Einkommensteuer zweiter. Abtheilung für jede Gemeinde eine örtliche Commission gebildet werden, welche von dem Ortsvorstand gewählt wird. Von den zu wählenden Mitgliedern dürfen nicht mehr als zwei Dritttheile dem Gemeindevorstand selbst angehören: wenigstens ein Mitglied muß aber demselben angehören.

Der Bürgermeister ist wählbar.

3u Mitgliedern der Commission können nur solche gewählt werden, welche zur Zeit der Wahl volle 30 Jahre alt sind und deren Staatsburger­recht weder^ sunbirt c ^^herzoglichen Ministeriums der Finanzen sind für Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern, sonach für alle Gemeinden des Kreises Gießen, mit Ausnahme der Stadt Gießen, 3 Mitglieder und 2 Ersatzmänner zu wählen. Sie wollen sofort den Gemeindergth versammeln, die Wahl v nehmen lassen und das darüber aufgenommene Protokoll binnen 8 Tagen einsenden.

v. Starck.

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Politischer T h e i l.

krankter Krieger hatte bi- zum

Geschichtsperiode angehörcn.

Die Berathungen im Reichskanzleramt über die Organisation der Verwal­tung in Elsaß - Lothringen werden sich noch sehr lange hinziehen; es sind eine Menge Beamten sowohl au« dem Elsaß wie auch aus Suddeutschland zu diesen Berathungen hinzugezogen, welche sich hauptsächlich auf die Beziehungen der drei DepartementSregierungm zu der Centralregierung in Berlin beziehen. Wie wir vernehmen, wird in Berlin eine besondere Abtheilung für die Prcßangelegenheiten des neuen Reichskanzleramtes im Reichskanzleramte errichtet werden.

Die Haltung, welche die schweizerische Bundesregierung in Sachen der fran- zosischen Flüchtlinge beobachtete, hat in Berlin einiges Befremden erregt, weil man er­wartete, die Schweiz werde ebenso wie Belgien den Ausreißern der Commune das Asyl­recht verweigern. Man hat jedoch davon abgesehen, diescrhalb Vorstellungen an die Schweizer Regierung zu richten, da man der Ansicht zuneigt, die Schweizer Behörden wurden sehr bald selber die Erfahrung machen, daß die Anhäufung kommunistischer Elemente der Sache der Republik ebenso wenig wie der Erhaltung der Neutralität Vorschub leistet.

Durch die über alle Erwartung sich ausdehnende Session des Reichstages ist es wieder zweifelhaft geworden, ob noch eine Sommersesston de- preußischen

Die vierundvierzigste Zusammenkunft deutscher Naturforscher und Acrzte, weiche im vorigen Jahre des Krieges wegen ausfallen mußte, wird in der letzten Septemberwoche dieses Jahres in der Universitätsstadt Rostock stattfinden.

DieStraßburger Zeitung" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Prä- fecten M Niederrheins, nach welcher zum Vollzüge einer Ordre des General­gouverneur- die während de- Krieges confiscirten Privatwaffen nunmehr ihren Eigenthümern zurückgcgeben werden können, und im Einverstäudniß mit dem Ar­tilleriedepot zu Straßburg die näheren Modalitäten festgesetzt werden, unter wel­chen die einzelnen Eigenthümer die betreffenden Waffen oder den Ersatz für die-

Landtage- abgehalten werden wird.

Da« deutsche Central.Comite für die Pflege im Felde verwundeter oder er-

. Die Kaiserin von Rußland beschenkte bet ihrer jüngsten An- Berlin da- Central-Comtte mit 1000 Thlr.

selben zurückzuerhalten berechtigt sind.

Die neuesten Nachrichten aus Pari- lassen den moralischen Zustand dieser Stadt immer noch sebr traurig erscheinen. Die Erschöpfung der Besiegten und die Mattigkeit, die sich aller Geister bemächtigt hat, schützen die.Stadt für den Augenblick vor dem Bürgerkrieg; aber man hat da- Vorgefühl einer Erneuerung desselben in einer mehr oder weniger nahen Zukunft. Die Gewalt der Überreizten Empfindungen hat in den Gemuthern ein in den bisherigen revolutionären Er­schütterungen Frankreichs unbekannt gewesenes Verlangen nach Rache und Wieder­vergeltung zurückgelaffen. Während die Besiegten sich dem stummen Brüten über ihre R ich.gedanken hingeben, erhebt sich unter den Siegern der wilde Schrei nach einer Reaktion und Zurückorän^ung bis zum Aeußersten. Und den meisten Lärm machen in dieser Beziehung nicht einmal die Soldaten, die noch vom Straßen' kamps erhitzt sind und lhn mit Gefahr ihres Leben- bestanden haben, sondern die Führer der monarchischrn und ultramontanen Parteien scheuen sich nicht, dre Geister von Neuem zu erhitzen und an den Gedanken de- Bürgerkrieg- zu ge­wöhnen. *

Indessen fährt man in Pari« fort, für die Zukunft sich zu sichern. Ver­haftungen und Haussuchungen geschehen in einem großen Maßstabe. Wieder sind zwei neue Blätter, dieTrikolore" und diePolitique" unterdrückt. Die GenS- b'armen von Paris werden auf die Zahl von 6000 gebracht werden; der Bestand der republikanischen Garde wird gegen 12,000 betrogen. Man beschäftigt sich sogar mit dem Plane, um jede Erneuerung de- Aulstandes zu verhindern, im Innern der Hauptstadt Forts zu errichten.

Darmstadt, 5. Juni. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Heinrich sind auf dem Rückmärsche aus Frankreich heute Vormittag dahier eingetroffcn, und waren zu Höchstdeffen Begrüßung Ihre Großherzoglich Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Karl von Ems hierher zurückgekehrt. Seine Großherzog- liche Hoheit wurden am 21. Mai zum Commandeur der 14. Eavallerie-Brigade, mit Garnison zu Düsseldorf, ernannt, werden aber noch mit dem bisher comman- dirten 2. Garde - Ulanen » Regiment in Berlin einziehen und Morgen dahin ab­

reifen.

Frankfurt, 6. Juni. Soeben erhalten wir von unserem Correspondenten e lur pic yjitße im yeivt vcnvuiivciu wn beim 11. Armeekorps folgende erfreuliche Mittheilung aus Meaux, 3. Juni: Die 1. d. M. eine Einnahme von 4,247,000 Thlr.,>21. Infanterie-Division (Frankfurt a. M.) des 11. Armeekorps tritt am 7. d. M.

6. Juni. swovon zu Jnvalidenzwccken von den Gebern 956,000 Thlr. bestimmt waren. Der

+ Bekanntlich hat der Reichstag mit so großer Majorität den Beschluß ge-!Kasscnbestand betrug 345,000 Thlr., roch sind davon noch bedeutende Ausgabe- faßt, etc Cautionspflicht für Zeitungen and Zeitschriften künftig in Wegfall zu^o^en ze- bestreiten. Die Kaiserin von Rußland beschenkte bei ihrer jüngsten An- bringen, eaß schon in Vieser seltenen Einmüthigkeit für die kaiserliche Regierung wesenhett in Berlin da- Central-.Comtte mit 1000 Thlr. und den BundeSrath die Aufforderung lag, sich möglichst schleunig darüber schlüisig zu machen, ob und wann dem Erfordern de- Reichstage- Folge gegeben werden soll. Bi« jetzt aber hat sich der Bunde-rath mit diesem Gegenstand noch gar nicht besaßt, nur vertrauliche Besprechungen haben ^stattgesunden, und wae man au« diesen vernimmt, sieht nicht darnach au-, al- ob die Presse auch nur theilweise von ihren Fesseln befreit werden würde. Ganz im Gegentheil glauben wir leid<r der Dermuthung Raum geben zu müssen, baß der Bunde-rath dir Angelegenheit geflissentlich auf die lange Bank zu schieben bemüht ist. Ein Conflikt zwischen Reichstag und BundeSrath wäre jetzt vielleicht ganz erwünscht gekommen, um der Presse, anstatt ihre Beschränkungen aufzuheben, neue Daumschrauben anzulegen; inzwischen ist dir Mißstimmung, welche sich vor den Feiertageu unter dm gesetz­gebenden Furoren geltend machte, wieder dem herzl'chsten Einvernehmen gewichen, uno Der Reichstag scheint keinen Beruf in sich zu verspüren, auf die letzten un- motivirten Ausfälle der osficiösen Organe mit einer Interpellation wegen Der be­antragten Aufhebung der Cautionspflicht zu antworten. Und doch drängt die Zeit, Denn Der Schluß der -Session steht nahe bevor.

Die von mehreren Zeitungen geschürte Agitation wegen Erwerbung der Insel Helgoland ist ebenso unzeitig als unbedacht angefacht, denn kein vernünftiger Politiker kann darüber zweifelhaft sein, daß England memals freiwillig auf dieses Felseneiland verzichten wird, und eben weil w-n in Deutschland davon vollkommen überzeugt ist, haben die Bundesregierungen niemals ernstlich daran gedacht, mit der englischen Regierung wegen Abtretung Der Jnßl in Unterhandlung zu treten. Die Erwerbung der Insel Helgoland, Deren Besitz allerdings von ungeheurer Be­deutung für unsere maritime Stellung ist, wird selbstverständlich erst einer spätem