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Gießener Anzeiger.
PretS riecteljährtg 1 fl. 12 ft. mit srrtngnlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.
erscheint täglich, mit AuS- nähme MontagS.
Expedition: Tanzleiberg Lit. «. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
-kr. 17S Samstag den 5. August 1871.
Bestellungen auf den Giestener Anzeiger bei allen Post-Expeditionen un^ dm Land-Postboten entgegen genommen.
Abonnenten, welche den Anzeiger bet der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate August und September zu 40 fr.
Brodpreife vom 5. bis 11. August 1871,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
4 Pfund gemischtes Brod 21 fr. 2 Pfund gemischtes Brod 101/2 fr. 4 Pfund Roggenbrot» 18 fr. 2 Pfund Roggenbrot) 9 fr.
4. August.
j- Die durch mehrere Zeitungen laufenden Gerüchte von einer Militär- konveution der bayerischen Regierung mit Preußen sind, wie unschwer einzusehen ist, durchaus grundlos. Es liegt, wenigstens für jetzt nicht, der mindeste Anlaß vor, an den Versailler Verträgen zu rütteln, welche dem bayerischen Staate in Btzug auf das Militärwesen im deutschen Reiche wesentliche Vorrechte eingeräumt haben, und zwar um so weniger, als nur durch diese Zugeständnisse an die zweitgrößte Macht in Deutschland von Seiten der Bundesregierung es überhaupt ermöglicht wurde, daß Bayern dem deutschen Bunde beitrat. Daß schon jetzt in diese Sonderstellung Bresche geschossen werden müßte, ist, wie gesagt, durchaus nicht nothwendig, da in der deutschen Verfassung hinreichend Vorsorge getroffen ist, daß die militärischen Kräfte Bayerns für keine anderen als deutsche Rational- zwecke verwerthet werden können. Daß der Beherrscher des bayerischen Staates das Recht hat, die Offiziere, die höheren wie die niederen, feines Contingents zu nnennen, daß die bayerischen Regimenter nicht wie die übrigen des deutschen Heeres fortlaufende Nummern tragen, hat im Ganzen nur eine sehr geringe politische Bedeutung. Der Kaiser versügt über die bayerische Armee von dem Moment der Mobilmachung an vollständig, ihm allein kommt die Entscheidung über Krieg und Frieden zu, und da das Heer lediglich für den Fall des Krieges überhaupt einen Werth hat, so folgt daraus, daß dem König von Bayern die MitärhoheitSrechte im Wesentlichen genommen sind, denn was noch davon übrig geblieben ist, hat nur einen formellen Werth, welcher der bayerischen Eigenliebe schmeicheln mag, aber der höchst nothwendigen deutschen Militäreinheit keinen Ein- trg thut. Da nun außerdem die deutsche Gesinnung des Königs von Bayern vnd seiner Regierung hinlänglich dafür bürgen, daß den hie und da in Bayern ' vorhandenen Gelüsten, sich den nationalen Pflichten zu entziehen, keine Rechnung ; getragen wird, so liegt der Bundesregierung der Gedanke ganz und gar fern, der bayerischen Regierung ihre Vorrechte zu nehmen, auf welche sie doch immer, Dank ten außerordentlichen Leistungen des bayerischen Heeres im letzten Kriege, einen gerechten Anspruch hat; vielmehr darf als sicher betrachtet werden, daß die Bundes- ngierung jedem darauf gerichteten Versuche, an den Versailler Verträgen zu bohren, entschieden entgegentreten wird. Wenn der PartikulariSmuS der norddeutschen Kleinstaaten zur Zeit noch nicht hat überwunden werden können, so wird man leicht einsehen, daß das, was man bayerischen PartikulariSmuS nennen könnte, ein Kactor ist, mit dem man zu rechnen gezwungen ist.
Das „Franks. Journ." schreibt: Was für unvergohrene Ideen in den Kopsen > her Socialdemokraten spuken, das beweisen wieder einmal recht deutlich jene Dinge, Vie anläßlich der neuesten Agitationen den Arbeitern gepredigt, und für unumstöß- liche volkswirthschaftliche Wahrheiten ausgegeben werden — Dinge, von denen man glauben sollte, daß sie längst in die Rumpelkammer überwundener und ver- lachter Anschauungen geworfen seien. Was soll man dazu sagen, wenn den Ar- beitem versichert wird, die Arbeitszeit muffe herabgesetzt werden, damit es möglich sei, eine größere Menge von Arbeitern zu beschäftigen? Wie weit ist es von da vis zu der Behauptung, die Maschinen müßten abgeschafft werden, um mehr Arbeiter in Verdienst zu setzen? Also noch nicht einmal Das ist diesen Leuten klar ' geworden, daß nicht die Nothwendigkeit, viele Arbeiter zu beschäftigen, sondern -Vie Möglichkeit, mittelst ihrer Arbeit recht viel hervorzubringen, für die Lage der arbeitenden Klaffen maßgebend ist! Da ist es denn freilich nicht zu verwundern, denn der wo möglich noch ungeheuerlichere Satz ausgesprochen wird, je weniger Vie Arbeiter producirten, desto höherer Lohn müsse ihnen gezahlt werden, eine kehre, die allerdings in sich so widersinnig ist, daß der einfachste Verstand sie als filche erkennen müßte und würde, wenn sie nicht eben so einschmeichelnd lautete -ad wenn nicht die Menschen immer geneigt wären, den seltsamsten Autoritäten Glauben zu schenken, falls dieselben es nur verstehen, sich an oie rechte Stelle des schwachen MenschengemütheS zu wenden. Das ist nun eben gerade die verderb- lichste Seite dieser socialvemokratischen Agitationen: sie appellirt nirgendwo an die guten, sondern durchweg an die schlimmen Eigenschaften des Menschen, und ins- besondere macht sie sich eine förmliche Aufgabe daraus, dem „Arbeiter" die auS- schveifendste Meinung über seine eigene UrtheilSsähigkeit und Wichtigkeit beizu- bringen. Es ist nur ein weiterer Ausfluß dieses Bestrebens, wenn man von gewisser Seite Alles aufbietet, die Namen „Arbeiter" und „Socialdemokraten" als identisch darzustellen; es soll der Arbeiter zu der Ueberzeugung angeleitet wer- ter, er müsse mit Naiurnothwendigkeit Socialdemokrat sein, sobald er dies erkannt Uabe, so sei der Stein der Weisen für ihn gefunden und jedes weitere Wissen unD Streben überflüssig. Bei uns in Deutschland sind wir jedoch Gottlob m der page, derartige Unterstellungen unter Hinweis auf eine gediegene und würdige Ar- ? beiterbewegung, welche in keiner Weise eine soctalvemokratische ist, zurückweisea zu
können. Für diese Bewegung kann man die lebhaftesten Sympathien haben und dabei energischer Gegner der Socialdemokratie ja man kann die Hoffnung hegen, daß die letztere unter den deutschen Arbeitern selbst auf die Dauer das Feld nicht behaupten wirb gegen Diejenigen, welche nicht Haß und Neid, nicht Zerstörung und Verwüstung, nicht Hochmuth und Selbstüberhebung aus ihre Fahne schreiben, sondern sich an die tüchtigen, guten Eigenschaften der Menschennatur wenden. Für eine Sache, welche diesen Weg betritt, ist der Erfolg langsam und schwierig, aber wir brauchen Gottlob nicht an demselben zu verzweifeln.
In Bezug auf die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oesterreich ist noch keineswegs entschieden, ob Fürst Bismarck an derselben Theil nehmen wird, obwohl die „Börsenzeitung" positiv meldet, der Fürst Reichskanzler werde am 6. ds. Varzin verlassen, um am 8. in Gastein einzutreffen. Wie wir hören, soll Letzterer gar keine Neigung haben, dem Entrevue beizuwohnen, wie denn überhaupt in gouvernementalen Kreisen übereinstimmend die Ansicht herrscht, daß der Morarchenbegegnung in Gastein keine politische Tragweite zuzuschreiben ist.
Das Centralorgan der deutschen Ultramontanen, die Berliner „Germania", welche in Sachen der Kirchenpolitik immer auf hohem Kothurn einherschreitet, hat mit der „Provinzialcorrespondenz" ein literarisches Tournier eröffnet, weil das halbimtliche Blatt zu behaupten wagte, daß nicht blos durch die Unfehlbarkeit des Papstes, sondern auch durch die endgrltige Feststellung und Durchführung gewi A in dem fogenannten Syllabus enthaltenen Lehren das Verhältniß zwischen dem weltlichen Staate und der Kirche wesentlich erschüttert werden müsse. Die „Germania" glaubte ihrem Feinde den Todesstoß zu versetzen, indem sie jene Auf- fassung mit Epitheton ornans „bodenlose Unwissenheit in den einfachsten katholi- schen Dingen" beilegte und behauptete, auf dem Concile habe es sich gar nicht um den Syllabus handeln können, da derselbe schon im Jahre 1864 vom Papste endgiltig verkündet sei. Die „Provinzialcorrespondenz" nimmt den Fehdehandschuh von Neuem auf, indem sie verschiedene Aussprüche citirt, welche merkwürdigerweise diese „bodenlose Unwissenheit" sowohl bei der französischen, wie bei sämmtlichen katholischen Mächten erkennen lassen, und sie schließt mit folgender Apostrophe: „Was die preußische Regierung betrifft, so hat sie, ungeachtet ihrer lebhaften Be- denken gegen die Concilsbeschlüffe, dennoch im Vertrauen auf den gefunden Sinn des Volkes und auf die selbstbegründete Kraft unseres Staatswesens die Glaubensfreiheit der Katholiken auch in diesem Punkte nicht beeinträchtigt: sie hat keinem Bischöfe, keinem Geistlichen oder Lehrer an ihrem Theile ein Hinderniß bereitet, die Lehren des Concils zu verkündigen. Nur das hat sie abgelehnt, katholische Lehrer, welche sich in ihrem Gewissen verhindert finden, den Beschlüssen des Concils Geltung zuzuerkennen, durch Mitwirkung des weltlichen Armes zur Verkündigung der Lehren zu nöthigen, durch welche, nach der Ueberzeugung der Regierung selbst, nicht blos eine wesentliche Aenderung des Glaubensstandes, sondern zugleich eine tiefgreifende Veränderung in der Gcsammtstellung der katholischen Kirche zum Staate eingetreten ist. ES handelt sich für die Regierung nicht um die Anerkennung oder Nichtanerkennung eines Glaubenssatzes als solchen, sondern darum handelt es sich, ob sie im Bereiche ihrer gesetzlichen Mitwirkung eine Lehre unterstützen soll und darf, welche sie für das Verhältniß zwischen Staat und Kirche verderblich erachtet."
Als wir jüngst von dem Dementi des „Deutschen NeichSanzeigerS" in Bezug auf die von verschiedenen Blattern commentirte Erhöhung der Gehälter der Justizbeamten Notiz nahmen, knüpften wir daran einige Bemerkungen über die sonderbare Fassung des osfictellen WarnungsruseS. Nun bringt die „Provinzialcorresp." einige Aufklärung in diese Angelegenheit, indem sic schreibt: Die Verbesserung der Beamtengeyälter gehört zu den Ausgaben, deren Dringlichkeit allgemein anerkannt wird und denen die Staatsregierung fortdauernd ihre Aufmerksamkeit zuwcndet. Da die günstigen Finanzverhältnisse des Landes, die zum Theil schon beim Abschluß des Stadthaushalts von 1870 hervortraten, eine umfassende und durchgreifende Aufbesserung gestatten, fo liegt es in der Absicht, nicht blos einzelne VerwaltungS- ressorts oder Beamtenstufen zu berücksichtigen, sondern das Einkommen aller Beamtengattungen von den untersten Stufen bis zu den Ministerialräthen hinauf in gleichmäßiger Weife zu erhöhen. Vor einigen Wochen haben über diesen Gegenstand bereits Verhandlungen des FinanzministerS mit den Vorständen aller Mini- stcrialdepartements und Berathungcn des gesammten Staatsministeriums stattgefunden, demzufolge steht in Aussicht, daß dis Vorschläge für eine gleichmäßige Ausbesserung der Beamtcnbesolvungcn, soweit die Mittel irgend versügbar sind, im nächsten Staatshaushaltsentwurf ihre Stelle finden werden.
Privatnachrichtcn aus Wien melden uns die Ankunft einer Rote des Fürsten Bismarck in Bucharcst, worin derselbe erklärt, daß Deutschland die gesammten Beziehungen mit Rumänien abbrechen und Die Pforte ersuchen werde, ExccutionS-


