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Prel- Oerrels Lhrtff 1 fl. 12 fr. mit Drmgeckohu. Durch die Poft öe^oßen öitrtcliäWp

* fT. 27 ?r.

Gießener Anzeiger.

A-^chrint c-Lglich, mtt Auf­nahme Montags.

Ä^Leditwn : Canzleiberg Stt. B. Nr. i.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.

Mr. 127. Sonntag den 4. Jnni LG71.

BefteMMgen auf dem GLestcuer Muzeigee LWL°.«°u«

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für den Monat Juni zu 20 fr

Den landw. Lehrcnrsus für Volksschullehrcr z» Darmstadt betr.

II. Cursus: Stunden pr. Wocke

I. Cursus: Stunden pr. Woche;

Der mit Genehmigung Großh. Ober-Studien-Direction unter Mitwirkung der landw- Provinzial-Vereine des Landes in Darmstadt einaericlrtete landw Lebrcursus für Volksschullehrcr wird auch pro 1871 fortgesetzt werden- Derselbe beginnt am Montag den 17. Juli und endigt am Donnerstag den 31. August

Der Unterricht wird in zwei Ablheilungen ertheilt werden. Von diesen ist die erste für die neu hinzutrctenden Lehrer, die zweite daaeaen'sür solcbe Ruhörtr bestimmt, welche bereits im Jahre 1869 an dem Cursus Theil genommen haben. *

Die Vorlesungen werden sich erstrecken auf:

6

3

dem 4 Nachmittage pr. Woche

2

3

3

4

3

3

1

Dr. Vogel.

Prof. Dr. Hugo Thiel.

Derselbe.

C- Leisewitz.

1) 2)1 3) 4} 5) 6) 7) 8)

9)

10) 11) 12) 13)

14) Der

2 Unterricht wird

Hofgärmer R- Noack II.

, .Für die Zuhörer der zweiten Abteilung werden oußer-

Dr. Hallwachs.

Director Ludwig.

Derselbe.

Prof- Dr. Dippel.

Dr. Metzler.

Gymnasiallehrer Dr. Lips- Generalsecretair von Langsdorfs. C. Leisewitz.

Phy^sik^ i *n Rücksicht auf Agricultur

Mineralogie ......

Geognosie ......

Botanik .......

Zoologie ->.....

Geometrie in Anwendung auf Flächen- und Körper-Berechnungen

Landwirthschaftliche Betriebslehre ...

Landwirthschaftliche Buchhaltung ....

Ackerbaulehre ......

Landwirthschaftliche Maschinen- und Geräthekunde

Handelsgewächsbau .....

Thierproductionslehre .....

2

2

2

2

6

2

3

6

2

2 Obst- und Weinbau . . . . ' y

durch Excursionen practische Demonstrationen und Conversationen vervollständigt- ....... . vetun. uu^

. o . zu Hebungen lm Anstellen von chemischen und physikalischen ExperlMtNten, lm Bkflimmcn von Mineralien und Pflanzen, im Gebrauche des

Mlkrofkopes rc. verwendet werden. 0 '

Nach Beendigung des Cursus findet für diejenigen Zuhörer, welche die zweile Abtheilung besucht haben, und ein vollständiges Zeugr- über ihren Fleiß und bre Leistungeri beanspruchen wollen, an entern noch naher zu bestimmenden Termin eine seyei.llichc und mündliche Prüfung vcr dem Collegium der Toeenten statt

Diejenigen Lehrer, welche sich um die Zulassung zum Unterrichts - Cursus bewerben wollen, werden ersucht, hinsichtlich der Erwirkung der Erlaubniß rur Tbeilnabme an dem Unterrichte soweit diesrr nicht iw die Schulferien fällt, sich an ihre vorgesetzte Behörde, hinsichtlich etwa gewünschter Unterstützungen für Bestreuung ihres Unter­haltes aber an dre betr- landw. Provinzial - Vereine (m Starkenburg an die landw- Bezirksvcreine) oder an ihre Gemeinden zu wenden

Außer den Lehrern ist auch Landwirthen und sonstigen Freunden der Landwirthschaft die Theilnahme an dem Lehr-Cursus gestattet

Anmeldungen zum Besuche des Cursus sind längstens bis zum 13. Juni d. I. an uns einrureichen.

Darmstadt, am 24. April 1871.

Grotzherzogliche Centralsiclle für die Landwirthschaft und die landw- Vereine.

Dr. Gold mann. Krämer.

PolLtLscher Theil.

Internationale Verlegenheiten in Folge der Pariser Revolution.

* In den beiden Pfingstfeiertagen sind die letzten Zuckungen des Pariser Aufstandes niedergeschlagen worden und die Versailler Regierung, welche sich jetzt wieder die Regierung Frankreichs nennen kann, hat mit der Ankündigung ihres Sieges zugleich die Ankündigung von Repressivmaßregeln verbunden, für welche sic des bereitwilligsten Entgegenkommens von Seiten der Nationalversammlung gewiß sein kann. Wie der Pariser Bourgeois, welcher zu feig war, sich der Tyrannei der Commune zu widersetzen, jetzt an einzelnen Wehrlosen sich mit derselben Be­stialität sein Müthchen kühlt, mtt welcher die Commune selber verfuhr, so scheint auch über die Nationalversammlung eine fieberhafte Hast gekommen zu sein, welche viel mehr nach Rachgier, als nach Gerechttgkeitstrieb aussieht und einen weißen Schrecken Hervorrufen könnte, welcher sich in seinen Wirkungen vielleicht nur wenig von dem rothen Schrecken unterscheiden wird. Auch Herr Jules Favre hat sofort diplomatische Schritte gethan, um den Pariser Communisten, welche sich etwa nach dem Auslande retten wollten, den Weg zu versperren, indem er verlangt, daß die­selben nicht alspolitische Flüchtlinge" angesehen werden sollen. Diese Forderung wird schwerlich durchzusetzen sein, aber mancher Regierung große Verlegenheiten bereiten, so daß Europa, welche-, Dank dem Cordon der deutschen Occupotions-i truppen, von der Sorge der Insertion während des französischen Revolution- zustande- befreit blieb, jetzt nach Unterdrückung desselben, doch unter den Rach- wehen deffelben zu leiden haben wird. Namentlich in der Schweiz, in welcher die communistischen Ideen große Verbreitung haben, wird es der Regierung schwer werden, die Agitation im Zaume zu halten, welche schon jetzt zu Gunsten des Asylrechts thätig ist und in England, Belgien und Italien wird sich gewiß sehr bald eine ähnliche Agitation rühren, sobald die Zeit den frischen Eindruck des Entsetzens verwischt haben wird, welchen die Greuel der Communistcnwirth- schäft zu Paris erzeugt haben; denn England, Belgien und Italien haben ja ein großes Kontingent zu der Pariser Mordbrennerbandc geliefert. In England und anderen Staaten sucht man sich einen Rückhalt zu gewinnen, indem man der For- dsrung Jules Favre'-, die Pariser Communisten nicht als politische, sondern als gemeine Verbrecher anzusehen, den Vorbehalt entgegenstellt, daß die Individualität des einzelnen Falles maßgebend werben müsse. Aber wir denken, diese Prüfung wird die Verlegenheit eher erhöhen, statt beseitigen, und die Regierungen, welche sich durch denselben aus der Affaire ziehen wollen, endlich doch nöthigcn, entweder den Forderungen der Gerechtigkeit überhaupt den Dienst zu versagen oder dem

Respect vor Len politischen Verbrechen zu entsagen. Politische Verbrechen, sobald sie sich als thatsächliche Auflehnung gegen die geordnete Gewalt characterisiren, werden nicht anders, als in Concurrcnz mit gemeinen Verbrechen, mit Mord^ Eigenthumsverletzung u. s. w. begangen, und rotr begreifen eigentlich nicht recht' wie Jules Favre dazu kommt, die Pariser Communisten lediglich als gemeine Verbrecher ansehen zu wollen; er müßte denn behaupten, baß der Communismus nichts mit der Politik zu thun habe. Andererseits aber begreifen wir nicht, wie bi? resp. Regierungen, welche zwischen politischen unb gemeinen Verbrechen zu Gunsten der ersten unterscheiden, einen Communisten, welcher etwa geholfen har, die Tuilerien in Brand zu stecken, criminell behandeln wollen, wenn er behauptet, M die Anzündung der großen Slaatsgebäude durch strategische Rücksichten der Berthe,ngung geboten war. Allerdings kann man sagen, der Communismus be- droht mcht^b.n einzelnen Staat unb strebt nicht bloö, die Regierungsform diese- einzelnen Staates umzustürzen; die Socialbemokratie, welche in Paris ihr Haupt erhoben hat, ist eine gemeinsam Gefahr aller Staaten unb nicht der Staaten allein sie bedroht die ganze menschliche Gesellschaft und muß nothwendig dahin führen, die Menschheit in die Barbarei zu stürzen, wie sie Pari- in Trümmer gestürzt hat, und man kann die Gemeingefährlichkeit dieser Secte um so klarer zur Erkenntmß bringen, als sie ja in ter That ihre Hilfstruppen su- allen Ländern Europas zog. Man könnte also mit Recht sagen, daß ganz Europa sich im Stande der Nothwehr befinde und daher berjtnigen Regierung, welcher der erste Angriff galt, auch da- Richteramt lassen könne und ihr in Verfolgung gemein- gefahrlichkr Attentäter Beistand leisten müsse. Aber immerhin handelt es sich um positive Gesetze einzelner Staaten, welche nicht ohne Weitere- preiSgegcben werden können an eine nur gedachte Solidarität der Interessen, welche faktisch nur bestand, als Europa durch Congrrffe regiert wurde; und schwerlich fühlt man eine Neigung, zu denselben zurückzukchren. Seitdem bestehen daher nur Staatengruppirungcn für bestimmte Zwecke und jede einzelne hat für sich über ihre Sicherheit zu wachen, und so wtrd es Herrn Julrs Favre wohl auch schwerlich geltngen, Europa zu einer einheitlichen Norm des Verhaltens gegenüber den flüchtigen Communisten zu bestimmen. Das schließt freilich noch nicht aus, daß Ansammlungen derselben in der unmittelbaren Nachbarschaft Frankreichs unter dem Schutz Dee Asylrechts all» ßemcin für unzulässig erklärt werden dürsten, und daß Frankreich bei seiner darauf gerichteten Protestativn sicherlich nicht ohne diplomatischen Beistand bleiben w'rb. Jedenfalls tst die Sache dazu angethan, daß die Frage wegen d.s Asylrecht- für politische Verbrecher in ernsthafte Erwägung genommen werde, unb selbst in En. - land scheint Die öffentliche Meinung keinen großen Werth mehr darauf zu legen,