iitnut
rrJ unfer
trt
nou A vrtmtn.
/ w MwigS-Ep
, ‘ ®c'81,6ft gün:
1 ”tbn Krch
^«Nrv-Handluug.
ungen
He rtr.
^eno Inrrdmung ipckchtza Hrmmxkv
ll 45,
rg Krevev.
* Irrcft in kl bdnffrnbni
' „Agaro."
4 Sthnellxuf
* l u. hl a
Abdi 7#
Löt-m-z rit Pert-M U UL Ci Seth»
V
Preis vierteljährig 1 ft 12 fr. mit DringcrloKn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fi. 27 kr.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Montags.
Expedition : Eanzleiberg
Lit. B. Nr. 1.
Anzeige-, und Amtsblatt für den Areis Kießen.
Nr. 27.
Mittlvoch den 1. Feürnar
1871.
SRcftclIllitllCll auf den iUlefieUrr Airreiaeit lU£rbc,!1 n^6-fo2n,ä!’Ic.,,b fon>o6J bet ber Srpebitton, Pantleiberg ®-1, aI5 atieb ”” 1 v»-« bei allen Post-Expebitionen unb ben Lanb-Postboten entgegen genommen.
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der brpedition abbolen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März 1871 zu 40 fr.
Amtlicher
The i I.
3« ----------------------------------------
Betreffend: Die Erhebung der Feldslrafen von der 6. Periode 1870 bei Großherzoglichem Rentamte Gießen. Gießen, den 30. Januar 1871
Das Großherzogliche Rentamt Gießen
an fämmtlidje Großherzogliche Bürgermeistereien des RentamtsbezirKs.
Die Feldstrafen von der 6. Periode 1870 können von heute an bis zum 15. Februar ohne Mahnung hierher bezahlt werden.
Zn Verhinderung des RentamtmannS: Roth, FinauzacceW.
_____12" _ m lj> —in»——“■*2bbptoi^
Politischer T h e i l.
31. Januar.
Seit einigen Tagen veröffentlicht Vie „Jndependance" wiever Schriftstücke, Vie in den Tuilerirn gefunden wurden und jetzt dem Zweck dienen sollen, das Kaiserreich und seine Anhänger zu compromittiren. Die meisten dieser Actenstücke haben nur ein untergeordnetes Interesse; bemerkenswetth dagegen ist die Note, welche Drouyn de LhuiS dem Kaiser Napoleon III. im Augenblick seiner Abreise zur Zusammenkunft von Salzburg übergab. Wir entnehmen derselben: „Frank- reich unb Oesterreich, 16. Aug. 1867. Die Kraft Frankreichs besteht darin, daß es der größte Staat Europa's ist, der aus einer einzigen Race besteht, und daß es die größte Race ist, welche einen einzigen Staat bildet. Das Interesse Frank- reichs erheischt es, seine Lage in dieser Beziehung aufrecht zu erhalten; es muß die großen Staaten verhindern, die kleinen zu absorbiren, und die einzelnen Frac- tionen der großen Raccn obhalten, sich zu einem großen Körper zu vereinen. In diesem System, welches das einzig richtige ist, kann Frankreich von Oesterreich großen Nutzen ziehen, wenn es dasselbe in seinen Gränzen hält, aber in seinem Bestehen sichert. Die Kriege der alten Monarchie, der Republik und des ersten Kaiserreichs haben Oesterreich hinlänglich reducirt. Der permanente innere Eon- flirt ter verschiedenen Bestandtheile seiner Bevölkerung, die Rivalität Preußens im Occident, diejenige Rußlands im Orient halten dasselbe genugsam nieder, als daß unsere Sicherheit von ihm bedroht sein könnte. Es erweist uns in dieser Lage den großen Dienst zugleich: die deutsche, die slavische und Vie italienische Race an ihrer Bereinigung zu hindern. Durch den österreichischen Krieg zunächst, sodann durch unser neuerliches Verhalten in den deutschen Angelegenheiten haben wir dieser alten Monarchie schwere Schläge beigebracht. Wenn ihr Zerfall ein- träte, würde jedes Glied sich der Gruppe anschließen, mit welcher cS die Verwandt- schäft deS Ursprungs besitzt. Das ist nun nicht gerade das, was man gewollt hat — man wünschte gewiß nicht alle Italiener oder Quasi-Italiener in einen compacten Staat zu vereinigen, die deutsche Einbeit zu schaffen und ten Pansla viSmus vorzubcreiten. Deshalb sucht man nach einem Mittel die verschiedenen Trümmer Oesterreichs aus dem Schiffbruche zu retten. Darf man ihm gewaltsam helfen, in Deutschland wieder die Stelle zu erlangen, die man ihm im Jahre vorher nicht bewahren konnte? Gewiß nicht. Heute ist die deutsche Einheit fertig. Die Staaten und Dynastien, welche die deutsche Hegemonie zurückwiesen, werten sich deiselben künftighin vollständig unterwerfen müssen. Heute müßte man nicht, wie im Jahr 1866, gegen Preußen mit deutschen Alliirten (Sachsen, Bayern, Hannoveranern, Württembergern) kämpfen, sondern mit österreichischen Wrbünde- ten (Ungarn, Croatien u. s. w.) gegen Deutschland. Man darf nicht daran denken. Wird Oesterreich einen Ersatz für seine Verluste im Orient auf Kosten der Türkei suchen, und sollen wir ihm zur Erreichung dieses Zweckes unfern Beistand leisten? Das ist unmöglich. Es hieße das Verträge verletzen, uns mit England verfeinden, und die Eabinete von London, St. Petersburg, Eonstantinopel und Berlin zu einer furchtbaren Allianz vereinen, welche, unter dem Vorwande die Integrität der Türkei aufrecht zu erhalten, Oesterreich vernichten würde. Man muß es ungefcheut aussprechen: heute mangelt zu einem irgend bedeutsamen Arrangement mit Oesterreich die Basis. Vermeiden Deutschland zu reizen, ohne ihm schwächliche Nachgiebigkeit zu zeigen, das scheint mir in Wahrheit das Programm ter Reise nach Salzburg sein zu müssen."
Während die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Vorgänge in Versailles ge- richtet ist, hört man von der Wiederbelebung des schon vor etwa zwei Monaten erwähnten Projectes, die Krone Frankreichs dem König von Belgien anzubieten. Herr Thiers soll, wie der „Times" von ihrem berliner Eorrespondenten gemeldet wild, bei Gelegenheit seiner Mission in Wien und St. Petersburg wiederholt aus die Thunlichkeit eines solchen Vorhabens angespielt haben, und versucht man jftzt, diese Idee zu verwirklichen. Derselbe Eorrespontent meldet ferner, daß Deutschland beim Friedensschlüsse wahrscheinlich auf der Maaslinie anstatt der anfangs geforderten Mosellinie bestehen wird.
vasion Deutschlands seitens Frankreichs sehr erschweren und Paris nach dem Verlust einer einzigen Schlacht einer Belagerung aussctzcn.
Die deutsche Regierung ist im Begriff, eine halbofficielle Erklärung abzugeben, dazu bestimmt, alle VermittelungSversuche zu entmutbigcn. Da der Krieg localisirt worden, besteht eie deutsche Negierung aus Localisirung der Frietens- unterhanvlungen.
Es ist sicherlich ein curiofes Zusammentreffen, daß im Augenblicke, wo der Fall von Paris stattgefunden, ter Exkaiser der Franzosen einen Protest gegen die Legalität seiner Absetzung erläßt. Dem „Daily Telegraph" ist durch Privat- Hände eine augenscheinlich mit Genehmigung des Gefangenen von Wilhelmshöhe von Herrn Conti verfaßte Broschüre zugegangen, welche bezweckt, die Thatsache flstzustellen, daß die D^chvance des Kaiserreichs niemals mit irgend welchem Scheine von Autorität wirklich prcclamirt worden, und folglich der Senat und der gefltzgebcnde Körper die einzigen berechtigten öffentlichen Körperschaften seien, um Frankreich gegenwärtig zu repräsentiren. Die Broschüre sucht nachzuweisen, daß die Kammer niemals aufgelöst, die Ripublik nie von der Nation acceptirt worden, unb die durch allgemeine Abstimmung gewählte Nationalversammlung füglich der legitime Exponent des nationalen Willens sei. Und wenn, wie es möglich ist, die preußische Negierung beabsichtigt, den alten Corps legislativ ein- zuberufen, sobald Paris capitulirt hat, sei es verständlich genug, daß die Partei- gänger des Kaiserreichs die Gelegenheit ergreifen sollten, um die de zure-Re- ßierung Frankreichs mit den Kammern, deren Existenz durch die Proclamirung der Republik fuspendirt worben, zu identificiren.
Die Versailler Kalserbotschaft an das deutsche Volk faßt die Uebernahme ter Kaiserwürde von Seiten des Königs von Preußen als „eine Erneuerung der seit mehr denn 60 Jahren ruhenden deutschen Kaiserwürde" auf. Es ist wichtig, diese „Erneuerung." von Hause aus in richtigem Sinne aufzufaffen. Die Schhs. Zeitung bespricht diesen Punet verständig und zeitgemäß. „Im staatsrechtlichen Sinne ist das Reich von 1871 eine völlige Ncuschöpfung. Es wäre eine bedenkliche Verirrung, wenn man unser nationales Kaiserthum vom 18. Januar 1871 als eine staatsrechtliche Fortsetzung des am 6. August 1806 zu Grabe getragenen römischen Kaiserthums ansehen wollte. . . . Gerade nach zwei Richtungen muß sich das neue Deutsche Reich von allen Überlieferungen des alten aufs Entschiedenste loösagen, es hat nichts zu thun mit hierarchisch-theokratischen. nichts mit kosmopolitischen Tendenzen. Es ist ein weltlicher unb ein nationaler Staat. Mag man vielleicht in Rom davon träumen, daß in diesem neuen Reiche die alte Advocatie des römischen StubleS aufleben könne, der neue Kaiser weiß nichts von solchen Pflichten. Alles, was an römisches Kaiserthum erinnert, jede Einmischung in die Verhältnisse Italiens, ist als die unglücklichste Reminiscenz unserer Vergangenheit, bis auf die letzte Spur von rem reinen Schilde unseres neuen Kaiserthum- abzustreiscn. Deutschland den Deutschen, Italien den Italienern — ist der Friedensspruch, welcher diese beiden alten Cukturnationen für immer mit einander versöhnen wird. Für die neuen Deutschen giebt es nur Römerzüge der Forscher uitb Kunstfreunde, um sich an dem ewigen Jungbrunnen classischer Formenschönheit, an den unsterblichen Meisterwerken italienischer Kunst zu erquicken. Deutsche Eroberer im Geiste von Göthe und Winckelmann wirb sich auch das verjüngte Italien gern gefallen lassen. Gerade weil das alte deutsche Reich trotz seiner Ohnmacht wunderliche Prätentionen auf aller Herren Länder erbeb, weil man rings umher auch jetzt von Eroberungsgelüsten der Deutschen träumt, weil Hollander, Belgier und Schweizer fürchten, daß das Reich die alten avulsa imperii vindiciren wolle, danken wir es der neuen Kaiserbotschaft, daß sie den friedlichen Character des neuen Reichs so lebhaft betont, daß sie jeden Gedanken an „krie- gerische Eroberungen" von sich weist.
Gambetta'« Rückkehr nach Bordeaux, die am 27. Januar erfolgte, macht sich sogleich in den Telegrammen bemerklich, welche von der Delegation an diesem 6iue solche Grenze dürste lic Jn->unv dem folgenden Tage verbreitet wurden: „General Cdanzv erhält große fcir-
f
s ’ t
n n n n er ist e- in tt uf )ie s-
cm bc- ?cn ner us-
vch tn* j i«H
var tel- rnz rde. cibt chcn
dea und ahn Auf- sein, sind, riser and-


