verblichen Waffe.
△ Paris, 22. Dec. (per sallon.) Der officielle Gesundheit-Wochenbericht constatirt, daß vom 11. bi- 17. )ecember Vie Sterbefälle die Zahl 2728 erreichten (Vermehrung in einer Woche 2?), davon 91 Blatternfälle, 173 Typhusfieber,
schließen und die Häuser nach der Straße zu erleuchten. Daß diese Anordnung große Aufregung erzeugte, ist sehr erklärlich; doch wäre Vas beste Mittel zur Beruhigung ver Bewohner, wenn man die in den Festungsstädten Mainz, Coblenz und Köln gefangenen Franzosen, wenn auch nicht alle, doch aber die Offiziere, nicht so nahe der Grenze, sondern mehr im Innern von Deutschland internirte. (F. I.) j Erfurt, 26. Dyc. Von den hier internirten französischen Offizieren sind in \ voriger Woü,e eine nücht geringe Anzahl Vesertirt, binnen vier Tagen allein 31;
zwei von vics'n sind jedoch bereits wieder zurückgebracht worden. Die wieder
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< Worms, 28. Dee. Die „Wormser Zeitung" schreibt: Auch Graf Bismarck Ort angelangt und die Vertheidijtng ver Provinz ist im Besitz einer neuen ver- hat da-Ehrenbürgerrecht ver Stabt Worm- angenommen unv zeigt dies in nach- 9rRnff(>
stehendem heute au- Dersaillrs hier eingetroffencn Schreiben an den Stavtvorstand an: „In der hohen Ehre, welche die Stadt mir durch Uebertragung des Ehren- büraerrecht- erweisen will, sehe ich ein Zeichen der Anerkennung meiner Bestce- v_.. , . . .
düngen für die große Sache unsere- Vaterlandes, welche- mir besonders wohl- 191 Bronchyti-, 131 Pneumonicj Die „Opmion nationale" bespricht die schlimme thut. Der Namen der alten Kaiserstadt Wormö ist unzertrennlich von den großen Lage der unteren Classen.
Erinnerungen der deutschen Nation an die alte Reich-Herrlichkeit. Die späteren A Lille, 28. Dec. D^Affiche- et Annonces" therlen mit: Ein höherer Schicksale und die Leiben-zeit der altehrwürdigen Stadt bezeichnen die Tage de- Offizier, welcher den Ober-Ge/ral wahrend der Schlacht am 23. v. begleitete, Zerfalls und der Erniedrigung Deutschlands. Ihr alter herrlicher Dom und bas bittet uns dringend, einen ehrechllen Vorwurf, welchen er öffentlich unserem braven neue Monument erinnern an geschichtliche Momente von der größten, folgenreich- Faidherbe machen will, zur agemeinen Kenntniß zu bringen. Er findet, daß sten Bedeutung für da- geistige Leben der Ration. Daß die Stadt jetzt so freu- derselbe, eine so große Sorgstt für seine Soldaten an den Tag legend, nicht diaen, verständnißvollen Sinne- an dem Aufschwünge der deutschen Nation Theil genug Vorsicht für seine eigemPerson in Anspruch nimmt und unfehlbar seinen nimmt, ist ein Zeichen von dem Geiste, der da- deutsche Volk durchweht, baldigen Tod herbeiführen wi>, wenn er, wie seither, seine Person exponirt. Ich werde stolz darauf sein, dieser Stadt al- Ehrenbürger anzugehören. Faidherbe hat gleich einem nfachen Offizier überall seine Leute vorwärts ge» v. Bismarck." trieben, wo viese zu zögern Hannen. Nicht allein sein Pferd wurve unter ihm
-4 Wiesbaden, 27. Dec. Die „Mittelrhein. Zlg." berichtet: Wie glaubhaft getödtet, auch seine Kleiderwaren von Projektilen zerrissen. Im Namen der mitgetheilt und durch vorliegende thatsächliche Jndicien bestätigt wird, hatten die Armee, welche seiner FähigkeiN so sehr bedarf unv welche ihm eine so sehr große Kriegsgefangenen von Köln, Coblenz und Mainz-Wiesbaden (zusammen etwa Achtung bezeigt, wird der Gerat Faidherbe inständigst gebeten, seine persönliche 90,000 Mann) für die Christnacht ein gemeinschaftliche- Pronunciamento vor- Bravour dem allgemeinen 2)hl zu opfern.
bereitet Das Complott soll durch ausgefangene Briefe in Köln entdeckt und von A Bordeaux, 28. D- Gambetta ist hier eingetroffen. — Die gestrige
dort au- nach Coblenz unv Mainz telegraphisch Mittheilung gemacht worden Ballonpost bringt wahrhaft schauervolle Berichte über die Wirkungen der Kälte
sein, in Folge deren für letztere Garnison Verstärkungen von Frankfurt a. M. und in Pari-. Trotzdem enthä/ da- officielle Blatt eine offenbar auf Die nicht Pa-
Darmstadt requirirt waren, jedoch nach beseitigter Gefahr, wie e- scheint, wieder riser Bevölkerung berechnet/Mittheilung, welche prophezeiht, daß der Kampf von contremandirt worden sind. Fest steht weiter, daß in Mainz außerordentliche allen Parteien bi- auf- -ißerste (ä outrance) fortgesetzt werden würde. Die Sicherung-maßregeln (Absperrung aller Au-gänge, bedeutend verstärkte Bewachung Pariser Journale wollen m der Theilnahme Frankreichs an der Londoner Conde- Zeughauses) getroffen waren. In Wiesbaden waren die Wachen der Artillerie- ferenz nichts wiffen, so fige das Land noch die Sorge für die Abwehr der und der Jnfanterie-Kaserne (in welchen französische Gefangene liegen) verdoppelt, Invasion auf sich habe. -
die Thüren der betreffenden Schlafräume mit Posten besetzt und die Garnison A Bordeaux, 29^>ec. In Fäcamp hat die Handelskammer gegen das Wie wir weiter ver- zweckwidrige Blokadedecri protestirt.
~ ~ '■ a Dünkirchen, 2 Dec. Der „Messager du Nord" schreibt: Ein ange-
r Einwohner von lleppe, bei welchem dieser Tage ein preußischer Offizier
Krieasnackrichten. gefangen genommenen vesertirten gemein» Soldaten find nicht, wie die Berliner
ö , _ _ , r . Gericht-reituna" unlängst fälschlicher Weise berichtete, auf hiesiger Citavelle
Hauptquartier Versailles, 24. Dee. Seit dem 20. unterhalten die feind- wortcn# font)ern haben Arrest erhalten. Nach den Krieg-gesetzen werden
lichen Forts anhaltend eine lebhafte Kanonade; in der vergangenen Nacht nahm „ Deserteure erst dann füsilirt, wenn sie mit den Waffen in der Hand dieselbe starke Dimensionen an. Nachdem der F-md am 21. unter erheb!,ch-n '„„J. (Weim.Z.)
Verlusten von den Garden und einem Theil de- 12. Corps zuruckgeschlagen war, y Stuttgart 29. Dec. Die erste kammer hat den Verfassung-Verträgen mit erneuerte derselbe am 22. noch vor Tagesanbruch zwischen Le Bourget und Brie 26 3 Summen ihre Zustimmunz ertheilt. Mit „Nein" stimmten Neurath,
für Marne seinen Angriff. Mit einer ausgezeichneten Bravour leisteten die Sachsen Oettinaen-Wallerftein und Kuhn.
den überlegenen Streitkräften des Feinves Widerstand und trieben denselben nach Brüssel 29. Dec. Die Sibert" berichtet, daß der Papst den neutralen einem fünfstündigen Kampfe, der von 6y2 bi« 11V2 Uhr Vormittag« wahrte, in Vermittlung zwischen Del Kriegführenden vorgeschlagen hat zu dem
die Forts wieder hinein. Auch gestern hatten die Franzo en abermals die Absicht, ejnem welcher die Wlt in Schrecken setzt, E.nhalt zu tbun. einen Ausfall gegen das sächsische Armeecorps zu versuchen, man begnügte sich $ou^ott 27. Dec. Die Conferenz wird Denstag eröffnet. JuleS Favre
indessen, ein anhaltendes Feuer gegen die Sachsen zu unterhalten, um unsere ^^geleit, da- England für ihn in Versailles erbat, noch nicht erhalten.
Truppen zu ermüoen. Wie ich höre, soll gestern die sächsische Artillerie mit n. mel)r red)t.eitig emtreffci dürfte, wirv ihn der englische Geschäfts-
12-Pfündern die feindlichen Forts bombardirt haben, um den Feind zu bcunruhi- , Tissot vertreten
gen und ihn zu nöthigen, das zwecklose Feuern einzustellen. - Unter den von träger, tferr vertreten.
der Garde gemachten 1000 Gefangenen befinden sich auch einige französische -------------------
Offiziere, welche behaupten, daß die Truppen in Paris noch bis Ostern mit den
nöthigen Lebensrnitteln versehen seien, und man in Paris in den Restaurants «LelegrapNscye ^)epeicyen.
lukullische Diners einnehmen könne. Von Interesse ist die von unseren Garde- Dresden, 30. Dec. Das „Dresdener Journal" veröffentlicht folgendes
offneren hierher gelangte Mittbeilung, daß die französischen L.nienoffiziere wahrend M m Prinzen Georg an len Kön.g Johann: „La Bert Galant, 29. Dec., de- Kampfes am 21. in die Reihen einzelner Linienregimenter einbauen mutzten, 71/ Der Mont Arron wurde heute Nachmittag 3 Uhr gänzlich da die Soldaten zum weiteien Vorgehen nicht zu bewegen waren; mit gefälltem gefunden und von der ersten Compagnie des 4. Infanterie-Regiments
Bajonnet sollen Die gemeinen Soldaten auf ihre Vorgesetzten losgegangen sein & . Die Geschütze bat Der FenD weggebracht, unter Zurücklassung vieler La- unD ihnen Den Respekt aufgekündigt haben. — Nach hierher gelangten Nachrichten Gewehre, Munition und 3oDten. Gegen Mittag waren feindliche FelD- concentrirt Der Feind seit gestern im Fort St. Denis und Valerien feine Streit- - - ~ ~ ■ -
macht von Neuem und Trochu scheint demnach einen Ausfall gegen das 4. und 5.
aeschütze von Mont Avron gegen Jloifb geeilt und von Rosny 4 Bataillone mit macht von Neuem und Trochu scheint demnach einen »u6tall gegen das 4. uno 0. nad) abgezogen. Heute haben wir keine Verluste gehabt. Morgen Corps zu beabsichtigen. Wenn in einigen Kreisen die Meinung vorherrscht, Datz von 7 b,5 1/ <0 Uhr findet eine starke Besetzung des Mont Avron zum die von Trochu gemachten Anstrengungen die erlöschende Flamme sind, so wider- Abräumen, statt, unter Beschießum von Noisy, Merlan und Bondy."
legt der heutige „Moniteur osficiel" von Versailles diese Anschauungen, indem A sßaxx& 18. Dec. Das „Pays" sagt: Die Bevölkerung hat die Depe-
Trochu als Seele Der Kriegspartei bezeichnet wird. Das amtliche Blatt schreibt: üon ter Loirearmee gestern, ohne in große Aufreguug zu gerathen, empfan-
„Wir sind in Der Lage, folgende Mittheilung, welche un« aus bester Quelle zu- , mürben in einer ruhigeien Weise commentirt, als man erwarten konnte, geht, zu veröffentlichen: Die RegierungSdelegation der nationalen Verthekdigung, unt)’e6 rourt)e nichts darin gefunden, was Die nationale Vertheidigung als boff- welche sich gegenwärtig in Bordeaux befindet, ist von der vollständigen -^utzlostg- , varstellte. Dies ist eile Thatsache, welche wir mit Freuden constatiren. feit eines längeren Widerstandes gegen die deutschen Waffen überzeugt, und Gamdetta Cen Alarmisten leichter, als Den keine Siege verkündenDen KriegSnach-
selbst würde sich bereit »eigen, den Frieden mit Deutschland aus den von letzterem bedenklichen Ch-racter beizulegen. Gewohnt, Alle» schwarz zu sehen,
gestellten Bedingungen abzuschließcn. Nicht Gambetta, sondern trochu ist es im « wenn man ihnen keme SicgeSdepeschen bringt, die Arme gen Himmel, Gegentheil, welcher Den Kampf fortzusetzen gewillt ist. Die Delegation von Tours, . n «. -n J„xmiadcn, erklären das VaterlanD für verloren und ängstigen augenblicklich in Bordeaux, hat Dem General Trochu gegenüber Die Verpflichtung venen noch das Vertrauen nicht ganz geschwunden ist. In dieser Weise
übernommen, in keine Friedensverhandlungen ohne dessen Zustimmung einzutreten. ^^ven die Paniken und Emeuten unv oft auch Die ehrlosen Capitulationen her- Nach anderen Mittheilungen hat General Trochu auf mehrere Monate Lebens- üorfleruftrL Dies sind Die Gefahren, wckche ttfir vermeiden müssen, und uns »ermittel nach Dem Mont Valerien tranSportiren lassen, um sich dorthin mit seinen anlager t)jc größte Ruhe in De? Ueberzeugung zu empfehlen, Daß, welche Truppen zurückzuziehen. In Dem Augenblicke, wo Die Capitulatian von Paris mr^unftcn un0 aucß noch vorbehalten sinD, wir schließlich triumphiren werden,— zur NothwendigknI wird, sollen sich die Truppen um Trochu schaaren, der bann jn unferin Anst„ngungen ucht ermatten
mit dem Beginn drs Friedens seinen ganzen Einfluß auf die Geschicke Frankreichs Paris 21. Dec. Man s/reibt Dem „Etoile beige" per Ballonpost:
ausüben will. Man glaubt, daß die Compination Den Zweck hat, Die Interessen Reisenden, welcher mit tnem unserer Ballons abreiste, hat Den spe-
Der Familie Orleans, deren Parteigänger der General ist, kräftig zu vertreten, ^^n Auftrag, die Provinz-Arsenal- mit einer mörderischen Preperation zu ver- Seit gestern herrscht Da« regste Leben auf den Straßen, alle Laden sind von mjt welcher Die zu Paris »emachten Experimente erstaunliche Resultate unfern Truppen gefüllt, die zu Weihnachten noch Geschenke kaufen; von LZille n Da sich die Anfertiung dieser Preperation nach den schon früher
D'Avray sind eine Anzahl Tannenbäume hereingebracht warden, die heute A end r^jdt£n ^ecfpten nicht aussühen ließ, so hat die Regierung zu Tours die nach alter deutscher Sitte nach Paris ihre -strahlen werfen werden. (Schw. JN.) Absendung eines mit Deren Fabrik.ion vertrauten Agenten verlangt. Im Augen-
-----------------— blick, wo wir dies schreiben ist Jrfelbe wahrscheinlich schon in einem sicheren
Darauf vorbereitet, jeden Augenblick alarmirt zu werden, f nehmen, Dürften Evacuationen der Kriegsgefangenen von Westen nach Osten in _ .......... .. -
größerem Maßstabe bevorstehen. Die von hier zu transferirenden 194 französischen sehener Einwohner von -ieppe, bet welchem dieser Tage em preußischer Offizier Offiziere scheinen einen kurzen Aufschub erwirkt zu haben und gehen erst nächster einquarttrt war, hat vc diesem erfahren, daß die preußische Armee aus Mangel Tage ab. (F. I.) eines BelagerungSpark^orläufig Dem Angriff auf Havre entsagt hat. Wäre es
Coblenz, 27. Dec. Gestern wurden die Hauseigeuthümer hiesiger Stadt deßhalb nicht angemcsseywenn man in diesem Fall einige Regimenter und Kanonen polizeilich aufgeforDert, da man Unruhen unter den hiesigen französische» Gefan- von Havre per See ffh Calais und Dünkirchen Dirigirte, um die Nordarmee, gtnen befürchtete, wenn Der Generalmarsch geschlagen toürDe, Die Hau-thüren zu welche nicht stark gent' sein kann, zu verstärken. Diese Armee, wenn sie siegreich ■" ' - - - - - - ■ • - ~ ist, wird nicht allein ävre retten, sondern das Schicksal Frankreichs durch ihren
Marsch auf Paris eiÄeiden. Es ist daher unerläßlich, sie so stark als möglich zu machen. DaffelbeVlatt sagt: Am 25. Juni 1848 wurde Emile De Girardin, Chef-Redacteur Der fresse", auf Befehl des Generals Cavaignac verhaftet und nach der Conciergeri gebracht. Girardin konnte über die Ursachen seiner Deteni- rung feine AufMr'g erhalten. Am 26. November 1870 wurde Le Nordez, Chef-Redacteur d'r/,Ünion De la Ssrthe", vor dem Bürcau seines Blattes vrr- haftet und auf Test! Gambetta's in das Gefängniß von Mans gebracht. Bis


