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Politische Rundschau

24. November.

Die Gerüchte über die Bildung eines neuen Mini­steriums treten in Paris in festeren Umrissen auf. Lagueronniöre soll das Auswärtige, Segris das In­nere, Forcade wieder die öffentlichen Arbeiten er- halten, Magne Finanzminister bleiben, Talhouet das ; Ministerium des Hauses und der /schönen Künste übernehmen und Ollivier Iustizminister werden und in dieser Stelle zugleich die Aufgabe erhalten, die | allgemeine Vcrtheidigung des RegierungSsvstems vor > dem gesetzgebenden Körper zu führen. Ollivier soll ! jedoch nur eintreten wollen, wenn der Kaiser in die Auflösung des gesetzgebenden Körpers willige, weil nur auf eine feste Majorität zu rechnen sei, wenn das Land sich noch einmal, ungchindert durch den Ein­fluß der Verwaltung, ausspreche.

Man versichert, daß im nächsten Monat eine Zu- sammenkunft des Kaisers Napoleon mit dem Kaiser von Rußland in Nizza stattfinden wird.

Die Berliner Officiösen erklären die Nachricht, daß die preußische Negierung mit den Niederlanden wegen Abtretung der im ostasiatischen Archipelagus ge­legenen Banda-Inseln an den Norddeutschen Bund in Unterhandlung stche, für vollständig erdichtet.

DieN. fr. Pr." erfährt durch Privattelegramme aus Konstantinopel, daß die Pforte gegen die neuer­dings angeregte Neutralisirung des Suez-Canals als einen Eingriff in ihre Souveränitätsrechte in Egypten protestirt habe.

25. November.

Wie die WienerPresse" aus München meldet, beabsichtigt dem Veruehmen nach Ne ultramontane Partei, falls sie die Majorität hat, beim Zusammen­tritt des Landtags den Minister des Innern wegen seines inconstitutivnellen Vorgehens bei Octroyirung der neuen Wahlkreis - Eintheilung und wegen Belei­digung dersogenannten Patriotenpartei" in An­klagezustand zu versetzen.

Die italienische CabinetSkrisiS ist diesmal ernst zu nehmen; das Ministerium Menabrea tritt in Folge des Sieges, den die Linke in der Kammer bei Wahl des Präsidenten davongetragen, zurück und Lanza soll mit Rattazzi ein neues Cabinet bilden. Die officiöse Gazetta d'Jtalia" vom 20. d. schreibt hierüber: Heute Morgens ereignete sich in der Kammer ein besonderer Vorfall, 169 Deputirte erwählten gegen 129 Herrn Lanza zum Präsidenten. Das Resultat dieser Abstimmung wurde von der Linken mit wahrem Beifallsstürme begrüßt. Es waren die Lobbianisten, welche als einen Triumph ihrer Partei die Wahl eines Mannes feierten, den sie sonst immer mit un­gehörigen und ungerechten SarcaSmen verfolgten. Die coalisirte Opposition bat gesiegt und hat damit die Cabinetsfrage gestellt. Heute fragt sich Jedermann, wer soll die Erbschaft Menabrea'S antreten? Man sprach bereits, daß Herr Lanza selbst von der Krone mit der Bildung des neuen CabinetS betraut werden soll. Geschehe dies, so werden gerade Diejenigen, die heute seine Wahl überschwänglich priesen, es sehr zu bedauern haben, wenn Lanza die Verwaltung des Landes übernehmen würde. Der neue Präsident des CabinetS könnte und würde auf keinen Fall sich mit etlichen Namen aus den Reihen jener Männer um­geben, die ihm heute zujauchzten; denn ein Cabinet aus Lobbianisten zusammengesetzt, könnte nur auf die Unterstützung derRiforma" und andererStraßen­blättchen" zählen und hätte somit voraussichtlich nur eine sehr kurze Lebensdauer."

In einer vorgestern stattgefundenen Versammlung der CorteS-Majorität erklärte Marschall Prim, daß sich die Frage der Königskandidatur noch in dem­selben Stadium befände; König Victor Emanuel habe seine Candidatur des Herzogs von Genua in Aussicht gestellt. Graf Montemar habe jedoch die betreffenden Unterhandlungen wegen der Krankheit des Königs und der Abwesenheit res Ministers des Aeußern noch nicht einleiten können.

Wie verlautet, wurden die Operationen im Kreise Cattaro momentan in Folge der großen Verluste und Ermattung der Truppen sistirt.

Wiener Blätter vom 23. melden aus Grahowo eine Ansammlung bedeutender montenegrinischer Streit­kräfte und bezeichnen die Lage in Dalmatien als äußerst bedenklich.

Die allrussische Partei scheint ihr Streben, alle Provinzen und Theile des Reichs nach Sprache und Consesston zu russificiren, nun auch auf Finnland aus- dehnen zu wollen. Die Finnen, treue Anhänger und Verehrer des Kaisers, ihres Großfürsten, haben bis jetzt nicht nur ihre Rechte bezüglich der Sprache und Religion unbehelligt geübt: sie sind auch stets darin geschützt worden, sobald einer der Gouverneure sich Uebergriffe erlauben wollte. Seit einiger Zeit jedoch

versucht man, in den Schulen Aenderungen zu Gun­sten der russischen Sprache und Confession einzusühren. Die Lehrstunden für die russische Sprache sollen ver­doppelt und an den Bürgerschulen uno Gymnasien sollen für Geschichte, Geographie, Mathematik und Naturwissenschaften ausschließlich russische Lehrer an- gestellt werden; die Universität Helsingfors soll einem russischen (Kuratorium unterstehen und die Disser­tationen Behufs Erlangung eines akademischen Grades will man russisch geführt wissen. An mehreren ©tei­len versuchen die BezirkS-EhefS, die Finnen, welche allt Gala-Festtage feiern, auch zur Feier der russischen Kirchenfeiertage anzuhalten. In Petersburg ist bereits eine Deputation aus Finnland eingetroffrn, um beim Kaiser Vorstellungen gegen die Russificirungögelüstc zu erheben.

Hessen. Darmstadt. Wie verlautet, wird die Stelle eines RegimentScommandeurS deS Großh. 1. Infanterie-Regi­ments wieder durch einen preußischen Ofsicier besetzt werben. Als solcher wird der Oberst v. Manteuffel genannt.

Preußen. Berlins 22. Nov. Nach einem soeben bekannt gewordenen Nescript bestätigt e6 sich, daß der Finanz- Minister Camphausen zum Bevollmächtigten Preußens beim norddeutschen Bunde ernannt ist. Es hat hieser Eintritt des preußischen FinanzministerS in den BundcSrath eine mehr als persönliche Bedeutung, indem hicrvurch der oft ausgesprochene Wunsch sachlich erfüllt wird, der im Reichstage laut geworden ist, daß nämlich der Finanzminister Preußens einen Bestand- theil der Bundesregierung bilden muffe Dieses wird aber um so mehr der Fall fein, da der Finanzminister selbstständig im Ausschüsse des BundeöratheS den Vorsitz führen wird, wodurch alle Gelegenheit gegeben tft, einen Einfluß auf die Gestaltung der Finanzen des Bundes im Zusammenhänge mit der Finanz­lage Preußens auözuüben, ein Zusammenhang, der jedenfalls für die Interessen des Bundes und die Preußens wünschens - werth ist. Dem BundeSrathe ist bekanntlich nach der Ge­werbe-Ordnung Vorbehalten zu bestimmen, unter welchen Vor­aussetzungen Personen wegen wissenschaftlicher erprobter Leistung von der für Aerzte vorgeschriebenen Prüfung disper.firt werden können. 3n Folge dieses Vorbehalts ist von dem Bundeskanz­leramte ein Entwurf anSgearbeitet worden, der dem BundeS­rathe zur Beschlußnahme vorgelcgt ist. Nach der Bestimmung dieses Entwurfes soll die Dispensation von der Prüfung nur dann zulässig fein, wenn der Nachsuchende na ' weist. daß ihm von Seilen eines StaalS oder einer Gemeinde amlliche Func­tionen übertragen werden sollen. Die Entscheidung soll obne ein Gutachten der Prüfungs Commission erfolgen, wenn es sich um einen an einer norddeutschen Universität habilitirten Ge­lehrte» bandelt, in allen anderen Fällen soll das Gutachten der PrüfungS Commission eingeholt werden. Bei den Ver- haildlungen, welche im Jahre 1868 zwischen dem Nordbunde und dem Großberzogthum Hessen über die Besteuerung deS BrandweinS und deS Biers gepflogen wurden, war von Seiten Hessens darauf hingewiesen worden, daß in Hessen die Steuer für Brandwein erstattet werde, welcher in Alkaloiden Fabriken zur Verwendung gelangte, und daß es daher wünschenSwerth sei, daß eine Bestimmung getroffen werde, die im Allgemeinen die Vergütung der Steuer für Brandwein bei der Verwendung in Alkaloiden-Fabriken gestalte. In Folge dessen hat das Bun­deskanzleramt ein Regulativ ausgearbeitet und dem BundeSrathe vorgelegt, welches nach Maßgabe der in denselben enthaltenen Bestimmungen die Steuer für den zur Gewinnung von Alka­loiden verwendeten Brandwein vergütet resp. erläßt.

Berlin, 23. Nov. der Abgeordnete Miquel und 117 Ge­nossen aller Fraktionen haben eine ueue Interpellation, die An gelegenheiten deS Celler Denkmals betreffend, im Abgeordneten- Hause eingebracht.

Bayern. München, 22. Nov. DieCorrespolüen; Hoffmann" meldet den Abschluß des Vertrages zwischen den suddeutschen Staaten und der Schweiz über den gegenseitigen Schutz der Urheberrechte an literarischen Erzeugnissen und Kunst­werken.

Baden. Karlsruhe, 22. Nov. In der heutigen Sitz­ung der Abgeordnetenkammer interpellirte der Abg. Bissing wegen eines angeblich vom Kriegsministerium erlassenen Ver­bots an die Landwehr, sich an feindseligen Agitationen der Opposition zu betheiligen. Der Kriegsminister erklärte in Be­antwortung dieser Interpellatirn, daß ein solches Verbot nicht eristire, ein betreffender Erlaß ordne nur eine Belehrung und Mahnung an. Der Abg. Bissing beantragte darauf, die Kam­mer möge ihre Mißbilligung über diese Belehrung aussprechen, was mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt wurde, doch gab der Gegenstand zu einer sehr gereizten Debatte Anlaß.

Oesterreich. Wien, 24. Nov. Ein Privattelegramm derN. fr. Presse" meldet, daß Fürst Orloff zum russischen Gesandten in Wien ernannt ist. Einem anderen Telegramme derselben Zeitung zufolge, hat der Kaiser der Franzosen feinen Gesandten angewiesen, in Abrede zu stellen, daß General Fleury mit besonderen Aufträgen in der orientalischen Frage betraut se. iDer Kais-r bleibe den Traditionen des Pariser Frledens- vertrageS treu und arbeite jeder Bedrohung des Besitzstandes der Pforte entgegen. Halil Bey ist designirt, das Ultimatum der Pforte in Kairo zu überreichen.

Frankreich. Paris, 22. Nov. Das Resultat der heu­tigen Pariser Nachwahlen ist folgendes: Im 1. Wahlbezirk wurde Rochefort mit 17051 Stimmen (circa 1800 Stimmen Majorität); im 3. Wahlbezirk Cremieur mit 20489 Stimmen (Ponyer-Quertier erhielt 9676 St ), im 8. Wahlbezirk Arago, mit 22120 St. (Gent 5273 St. , Herold 2462 St., Pyat ca. 1000 St.) Im 4. Wahlbezirk ist zwischen Glais Bizoin (mit 11181 St.), Brisson (mit 6073 St.) und Allon (mit 7552 St.) Ballotage erforderlich. Die Minister wurden heute Morgen 9 Uhr zu einer Sitzung in die Tuillericn be­rufen, welche nm die Mittagsstunde noch nicht beendigt war. Der Kaiser wird nächsten Mittwoch nach Compiegne zurück­kehren-

Paris, 23. Nov. Gestern Abend hatte sich auf den Boule, vards eine beträchtliche Menschenmenge versammelt, auch vor den Bureaur deSRappel" in der Faubonrg Montmartre bil­deten sich Gruppen, welche das Wahlresultat erwarteten In

den benachbarten Straßen wurden einig« Petarden entladen, doch wurde die Ordnung nirgends gestört

Paris, 23. Nov. Die Wahlen von Rochefort (mit 17978 Stimmen) von Cremieur (mit 20784 Stimmen) und Arago (mit 18834 Stimmen) werden vfficiell bestätigt. Carnot er­hielt im 1. Wahlbezirk (gegen Rochefort) 12900 St., Terme 2900 St.

Italien. Florenz, 23. Nov. Der König ist hier an gekommen und wurde von den Ministern, der Muncipalität und den übrigen Spitzen der Behörden begrüßt. An dem Bahn­hofe und in den zum Palais führenden Straßen hatte sich «ine große Menschenmenge eingefunden, die den König mit lebhaften Zurnfuiigen empfing. In der Depntirlenkammer hat der Präsident Lanza eine Rede gehalten, in der er zur Eintracht ermahnt und es als nothwendig hinstellt, dnS Hauptaugenmerk auf die Verwaltung der Finanzen zu richten, damit man den eingegaiigenen Verpflichtungen genügen könne.

Türkei. Belgrad, 22. Nov. In Bosnien haben sich in letzter Zeit die Räube'banden. die aber durchaus keinen poli­tischen Anstrich haben, so vermehrt, daß der Vali von Sara­jewo im Auftrage der Pforte mit 1200 Mann gegen dieselben auSziehen muß.

Vermischtes.

Darmstadt. Auf den am Sonntag Abend nach 5 Uhr von Mainz hier ankommenden Bahnzug wurde von schon ziem­lich erwachsenen Zungen mit Steinen geworfen, hierdurch meh­rere Fenster zertrümmert und dem Vernehmen nach ein Officier am Auge verletzt.

Darmstadt, 23. Nov. Die Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landes-Gewerbverein veröffentlicht soeben das Programm für die im Fnihiahr 1870 in Darmstadt zu veran­staltende Ausstellung von selbstverftrtigten Arbeiten der Hand­werker und Fabrikarbeiter aus dem G'oßherzogthiim Hessen. Dasselbe ist von einem Erposü, in welchem sich die Großh. Eentralftelle über die Veranlassung, den Zweck und den Plan der Ausstellung ausspricht, begleitet. Wir verweisen die 3nt ressenten auf die beiden Aktenstücke, denen wir Folgendes ent­nehmen.

Di« Veranstaltung der Ausstellung wird zunächst nothwen big durch die bei den Weltausstellungen in den Hintergrund tretenden Interessen der kleinen Handwerker.Bei den Weitaus stellungen", sagt das Erpose,handelt es sich in erster Linie um die Vergleichung der Gesammtleistnngen der einzelncu Nationen in den verschiedenen Zweigen der Industrie, der Kunst und Landwirthschaft; die speciellen Leistungen der ein­zelnen Aussteller treten mehr zurück; auch sollen durch diese Ausstellungen große wirthschaftliche, handelspolitische Fragen entschieden oder ihrer Lösung nahe gebracht werden. Der Aue stellungöraum ist stets, und wird er noch so groß gewählt, zu klein, um die Erzeugnisse der Mehrzahl der Gewerbtreibenden aller Länder auszunehmen; eS muß also eine Auswahl getroffen werden, und diese fällt, im Interesse dieser großen Ausstellungen und der damit beabsichtigten Zwecke, zu Gunsten der Groß- Industrie aus; die kleineren Gewerbe und die Leistungen der einzelnen Arbeiter müssen dabei zurücktreten."

Diesem Mangel kann durch Ausstellungen von localem Eharacter am wirksamsten abgeholfen werden.Durch die im Frühjahr hier zu veranstaltende Ausstellung beabsichtigt man auch den kleineren Handwerksmeistern, den Fabrikarbeitern und Gesellen Gelegenheit zu geben, ihre manuellen Fertigkeiten, ihre Erfindungsgabe, ihre Leistungsfähigkeit in Erzeugung von Jn- dustriegegenftänden, einem größeren Publrkum vorzuführen, ihre eigenen Namen als Verfertiger und Arbeiter bekannt zu geben und dem Arbeiterstand, durch Vergleichung der Einzelleistungen seiner BerufSgenosscn, Gelegenheit zur Belehrung und Anregung zum Wettkampf der technischen Ausbildung zu geben."

Auf den Antrag der Großh. Centralstelle hat Großh. Mini­sterium des Innern einen Beitrag von 1<:00 ff. aus dem Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke zur Bestreitung der Kosten dieser Ausstellung bewilligt, und von einem Ausschuß­mitglied des LandeSgewcrbvereinS sind meliere 500 ff. zur Ver­fügung gestellt worden.Es ist zu hoffen" , sagt die Großh. Centralstelle für die Gewerbe,daß dieses Beispiel weitere Nachahmung sindet und daß uns zu dem bemerkten Zweck wei­tere freiwillige Beiträge zugehen werden.

Die Leitung des Unternehmens übernimmt der LandeSge- werbverein. An größeren Orten des Landes bilden sich Local- ComitsS, welche in ihren Kreisen die Ausstellungs-Angelegen­heiten betreiben und mit der Großh. Eentralftelle in laufendem Verkehr ftehen. Die Local ComitüS werden, soweit sie dieses für nothwendig erachten, durch freiwillige Beiträge die Mittel aufbringen, um einzelne Arbeiter durch Beschaffung der erfor­derlichen Materialien für die AuSftellugSgegenstände zu unter­stützen. Die Verwaltung dieser Fonds ist Sache der Local- ComitöS. Deßgleichen übernehmen diese die Auszahlung der Beträge für verkaufte Gegenstände.

Die der Großh. Eentralftelle des LandesgewerbvereinS für die Ausstellung bereits zur Verfügung gestellten und noch ge­stellt werdenden Fonds werden von dieser Stelle verwaltet und zu allgemeinen Ausstellungszwecken, Herstellung der Ausstellungs­räume, Tische, Gestelle, Decorationen, Transportkosten der Maaren, AufftellungS , UeberwachungS-, VerficherungS- und Ginpackungökosten, sowie für etwa zu vergebende Preise und Medaillen verwendet. Auch die Eintrittsgelder für die Aus stellung fließen in diesen Fonds. Verbleibt am Ende der Aus ft.llung ein Ueberschuß, so hat der LandeSgewerbverein über denselben zu verfügen: cS kann derselbe. nach dem Gutachten und Beschluß der AuSstellungS-Commission, zunächst zur Deckung von DeficitS verwendet werden, wenn solche etwa, gegen Er­warten, bei den Local-ComiteS durch Vorschüsse auf Material je., entstanden sein sollten; der Rest soll insbesondere zu Bil­dungszwecken verwendet werden.

Im Anschlüße an diese Ausstellung wird eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten veranstaltet.

Alzey. Sicherem Vernehmen nach hat der hiesige Stabt- rath in einer im Laufe dieser Woche abgehaltenen Sitzung be­schlossen, die jährlichen Gehalte der Lehrer an der hiesigen Volks­schule auf 700 ff. und die der Vikare auf 400 ff. zu erhöhen. Hoffentlich folgen noch recht viele Gemeinden deS Landes diesem schönen Beispiel. Alzey hat kaum 5000 Seelen.

Hanau, 12. Nov. Der Apothekergehilfe Martin PenSky der Sohn eines Kaufmanns in Königsberg, welcher durch Ver­abfolgung falscher Morphiumpulver den Tod eines Kindes ver­anlaßt hatte, wurde heute zu 4 Mon. Gefängniß verurtheilt.

Redactton, Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr- Ehr- Pt et sch) in Gießen-