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Aeikage zu Ar. 140 des Meiner Anzeigers.
-frischkücker zu Ließen.
Sonntag den 28. November. August Noll auf der Mäusburg- Wilhelm Hartmann in der Neustadt. Carl Löber am Lindenplatz.
Kirchliche Anzeige».
Evangelische Hemeinde zu Hießen.
Gottesdienst.
Am 1- Advents-Sonntage den 28. November.
Morgens: Pfarrer Dr. Seel.
(Feier des h. Abendmahls.) Nachmittags: Mitprcdiger Lips.
(Collecte für die Kirchenkasse.) Advents-Gottesdienst in der Hospital-Kirche.
Mittwoch den 1. December, Nachmittags um 3 Uhr: Pfarrer Landmann.
H o P u l i r t e.
Den 21. November. Georg Martin Jakob Koch, Bürger und Schneidermeister, ein Wittwer; und Juliane Schrodt, des
herstorbenen Bürgers und Gärtners, Leon- vard Schrodt zu Kronberg, eheliche Tochter.
Denselben. Christian Heil, Bahnhofsarbeiter dahier, aus Rainrod, des verstorbenen dasigen Ortsbürgers und Nagelschmieds, Johannes Jakob Heil, ehelicher Sohn; und Maria Schäfer, geborne Pfifferling, des verstorbenen Orltzbürgers zu Watzenborn und Bergmanns dah'er, Jakob Schäfer, Wittwe.
Denselben. Wilhelm du Poel, Telegraphist dahier, aus Insterburg in Ostpreußen, des verstorbenen Bäckermeisters daselbst, Johann Julius du Pool, ehelicher Sohn; und Barbara Leidbeiser aus Geismar, des Ortmüllers daselbst, Heinrich Leidheiser, eheliche Tochter.
Den 23. November. Johannes Bau- bei, Kellner dahier, aus Gladenbach, des verstorbenen dasigen Ortsbürgers und Polizeidieners, Johannes Vaubel; und Dorothea May, des hiesigen Bürgers und Fuhrmanns, Philipp May, eheliche Tochter.
Den 25. November. Wilhelm Seyd, Gräflich Erbach-Erbachischer Oberförster zu Erbach, des verstorbenen Gräflich Erbach- Fürstenauifchen Forstraths zu Michelstadt, Wilhelm Heinrich Seyd, ehelicher Sohn;
und Sophie Christiane Marie Müller, des verstorbenen Bürgers und Gastwirths zum Einhorn, Christian Müller, eheliche Tochter.
Denselben. Ludwig Noll, Bürger in Allendorf an der Lumda und Schneider dahier; und Maria Barbara Keil, des Ortsbürgers und Gräflich Erbacb-Erbachi- schcn Kassendieners, sowie auch Kirchendieners zu Reichelsheim, Johann Georg Keil, eheliche Tochter.
Getaufte.
D en 21. November. Dem Ortsbürger in Sinkershausen bei Gladenbach und Arbeiter dahier, Jost Bork, eine Tochter, Christiane Luise Eleonore Gertrude, geboren den 8. November.
Denselben. Dem Ortsbürger in Zwötzen im Fürstenthum Neuß und Musiklehrer dahier, Karl Heinrich Kluge, eine Tochter, Auguste Karoline Wilhelmine, geboren den 27. October
Denselben. Dem Ortsbürger in Wildbach und Bahnarbeiter dahier, Peter Schmidt, eine Tochter, Katharine, geboren den 21. October.
Denselben. Dem Bürger und Schnh- machermei'ster, Wilhelm Müller, ein Sohn, Heinrich Karl, geboren den 6. October.
Beerdigte.
Den 19. November. Jakob Claudy aus Neuborn, Kreis Wetzlar, alt 17 I., gestorben den 18. November.
Den 21. November. Kathanne Ka- roline Elisabctha Hilgärtner, des Bürgers und Küfers, Heinrich Hilgärtner, eheliche Tochter, alt 4 I. 10 M. 12 T., gestorben den 19. November.
Den 22. November. Katharine Margarethe Römer aus Vetzberg, alt 25 I., gestorben den 19. November.
Denselben. Elisabeth Rohrbach, ge- borne Wießncr, des Ortsbüraers in Lollar und Arbeiters an der Main-Weserbahn dahier, Gerhard Rohrbach, Ehefrau, alt 32 I. 5 M-, gestorben den 21. November-
Denselben. Karl und Franz, uneheliche Zwillingssöhne von hier, alt 1 M 7 und 1 M- 8 T-, gestorben den 19. und 20. November.
Die. Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarrer Dr. Seel.
Feuilleton.
Aus drm Leben einer Nonne.
Novelle von I. H.
(Fortsetzung.)
Elisabeth sprach selten ein Wort mit den Nonnen, sie wollte niemals das Gelübde ablegen und fürchtete sich, daß irgend eine Ordensschwester sie dennoch dazu veranlassen wollte. Nur Schwester Martha hatte sich allmählig das Vertrauen der Novize zu erwerben gewußt, und mit ihr sah man EUsabth durch den einsamen Klostergarten streifen. Schwester Martha hatte mit dem ihr eigenen Scharfsinn bald entdeckt, was in diesem jungen Madchenyerzen vorging, und empfand tiefes, inniges Mitleid mit ihr. Hatte sie doch selber einst denselben blttern Kelch an die Lippen gesetzt unb bis auf die Neige gekostet, und ein Schaudern durchflog ihre gebeugte Gestalt, wenn sie daran dachte, daß es in der Welt noch ein Wesen gebe, dem Aehnliches geschehen könne.
Der Frühling war wieder zurückgekehrt. .-Elisabeth sah es an den Knospen und Blüthen im Klostergarten, Crocuffe und Marzveilchen reckten ihre Köpfchen aus dcr grünen Blätterhülle, die Vöglein sangen wieder und warme Winde hauchten über die hohen Mauern hinweg in den Garten.
Aber in Elisabeth's Herzen erwachte keine neue Hoffnung, keine Lust zum Leben, und mit Entsetzen bemerkte Schwester Martha, daß das arme Geschöpf ihren Willen zu verlieren begann, wie es ihr auch einst gesche- hen war, und nimmer durfte das so kommen. Sie wußte, daß doch eines Tages aufs Neue die Lebenslust in der jungen Brust ihr Recht geltend machen würde, und dann kämen die Kämpfe — die Stürme — Schwester Martha hatte diese nie vergessen.
Es war an einem prächtigen Maiabend, als Elisabeth und Schwester Martha Arm in Arm durch die verschlungenen Wege des Klostergartens lustwandelten. Elisabeth sah sehr bleich und leidend au« und Schwester Martha betrachtete mit tiefem Schmerze das feine traurige Gesicht der jungen Novize.
„Wie gefällt es Dir hier, Elisabeth? fragte Schwester Martha endlich, nachdem sie vergebens versucht hatte, Elisabeth zum Sprechen zu bringen. „Ich sehe es, daß Du lieber dort draußen wärest, als hier in den engen Kloster- mauern. Sieh mich nicht so verwundert an, Elisabeth," fuhr sie fort, „ich habe einst dieselbe Sehnsucht gekannt, die Dein junges Herz erfüllt. Jetzt freilich liegt jene köstliche Zeit fern, aber ich habe dennoch Verständniß für Deine Schmerzen, armes Kind, trotzdem mein Haar ergraut ist und meine Züge alt geworden sind. O, Elisabeth — Schwester Martha's Stimme bebte — mein Herz hat darum nicht aufgehört, zu hoffen.
Elisabeth sah erstaunt in das Gesicht der Nonne, und plötzlich war es ihr, als wenn dieses viel jünger, als das aller übrigen Nonnen aussah. Ein sanftes Roth färbte ihre Wangen, tiefere, schönere blaue Augen konnte man auf der weiten Welt nicht mehr finden, wenigstens glaubte Elisabeth das, und vertrauensvoll legte sie ihren Kopf an Schwester Martha's Brust. Zum ersten Male tauchte der Wunsch nach Mittheilung in ihr auf, heiße Thränen rollten unaufhörlich über ihre bleichen Wangen auf das schwarze Gewand herab und schmerzliche Seufzer entquollen ihren Lippen.
„Weine nur, armes Kind," flüsterte Schwester Martha milde, „das erleichtert das Herz und giebt ihm Kraft, neue Leiden zu ertragen. Ich habe eines Tages geweint, viel leidenschaftlicher, viel heftiger als Du — ich habe meinen Kopf an den harten Wänden meiner Zelle zerschlagen, bis es endlich aus war." —
„O, so wird es auch mir gehen," stöhnte Elisabeth.
Nein, Elisabeth, so wird es Dir nicht gehen," sagte die Nonne sanft, aber bestimmt. „Ich habe es Dir bestimmt angesehen, was es ist, das Dir die öden Klostermauern so verhaßt macht — Du liebst."
Elisabeth sah sie erschrocken an.
„Fürchte nichts," fuhr Schwester Martha fort, „bei mir ist Dein Geheim - niß so gut aufgehoben, als wäre es tief in der Erde begraben. Ich habe es Deinen Augen angesehen, wenn Du nach dem Himmel emporschautest, ich habe es den Seufzern, die Deiner Brust entstiegen, angehört, daß Du liebst. O, mein Kind, mir bleibt von solchen Dingen nichts verborgen, ich habe das menschliche Herz genugsam studirt, um Alles, was ihn
angeht, erforschen zu können, und es wäre nutzlos, wolltest Du es leugnen. Aber ich verdamme Deine Liebe nicht, wem Du sie auch zugewandt hast, sondern sage Dir: halte fest an Deiner Liebe, selbst wenn Dich Kämpfe und Stürme ihretwegen erwarten, Du entgehst dadurch nur größerer. Bleibe Deiner Liebe treu und solltest Du darüber zu Grunde gehen. Man wird nichts unversucht lassen, Dich dem Klosten zu erhalten, aber bleibe standhaft, wenn Du nicht willst, daß Dein Haar ergraut, und Deine Stirn sich in Falten legt."
Als Elisabeth jetzt die hellen Thränen in Schwester Martha's Augen sah und den tiefen, schmerzlichen Zug um ihre Lippen, da wurde es ibr plötzlich klar, daß diese alte, ergraute Nonne aus Erfahrung sprach. Elisabeth empfand das Weh, was deren Brust vor langen Jahren durchtobt hatte und vergaß darüber ihr eigenes.
„O, mein Gott," murmelte Elisabeth, „auch Du, Schwester Martha? Du, von der ich glaubte, daß eigene Neigung Dich für das Klosterleben bestimmt habe?"
Die Nonne lächelte schmerzlich.
„Nein, Elisabeth, es war nicht eigene Neigung, es war der Wunsch meiner Mutter," entgegnete sie.
Obgleich die junge Novize tiefes Mitleid mit Schwester Martha empfand, so hatte sie doch noch nie so erleichtert aufgeathmet, seit die Klosterpforten sich hinter ihrem Rücken geschlossen, als am heutigen Abend, und zum ersten Male flog etwas wie ein leiser Hoffnungsschimmer durch ihr Herz. Sie konnte nur eins nicht begreifen, warum das Gesicht der Nonne so heiter und ruhig erschien.
„Aber, Schwester Martha," sagte sie daher nach einer Pause schüchtern, //sage mir doch, wie hast Du Dich so bald getröstet, und wie kommt es, daß Du jetzt so glücklich bist?"
„Glücklich?" flüsterte Schwester Martha gedankenvoll, als wolle sie sich das Wort überlegen-, und dann zog es wie der höchste Ausdruck des Schmerzes über ihr Gesicht, indem sie antwortete:
„Bin ich denn das, Elisabeth? O, nein, ich bin es nicht, ich werde nicht eher das Glück kennen lernen, als bis ich Ruhe gefunden habe im Grabe. Wenn Du das Glöcklein läuten hörst und weißt, daß man Schwester Martha in die kühle, stille Erde senkt, dann sage von mir, baß ich glücklich bin. O, es mag wahr sein, baß ich äußerlich ruhig bin, aber in der stillen Stunde des Nachdenkens, dann erwacht die Sehnsucht nach dem Leben und der Freiheit mit doppelter Macht in mir, dann möchte ich wieder, wie vor Jahren, die Mauern meines Kerkers mit dem Kopfe einrennen, bis ich bewußtlos niedersinke. O, das Herz läßt sich nicht so leicht zur Ruhe bringen — weit, weit liegt sie hinter mir, die schöne Zeit der Jugend — aber das Herz ist jung geblieben und hat noch nichts von seiner Leidenschaft, seiner Sehnsucht nach Glück und Liebe verloren. Es mag Dir sonderbar erscheinen, Elisabeth, daß ich so spreche, die strenge Aebtissin würbe es eine Entweihung der Heiligkeit, des Klosters nennen, aber als ich mein Gelübde ablegte, da glaubte ich, baß es anvers in der Welt aussehe, ba — bock) nicht, Elisabeth, Du verstehst mich nicht, es ist bas eine lange, traurige Geschichte. Ich habe noch zu keinem bavon gesprochen, aber Du sollst mein Schicksal kennen lernen, nicht all.in, weil ich davon Erleichterung hoffe, sondern um Dich vor einem ähnlichen Geschick zu bewahren, denn ich sehe daß es seine drohenden Wolken Über Dich ausgebreitet hat."
Obgleich Schwester Martha und Elisabeth in ihrer Unterhaltung gestört wurden, so athmete diese doch zum ersten Male leichter auf, als sie den übrigen Nonnen entgegentrat und die Aebtissin machte bei ihrem Anblick ein sehr zufrie- denes Gesicht, denn die Aussicht für das Kloster, die reichen Besitzthümer des Grasen Zeno von FelScck zu gewinnen, war für sie zu verlockend, als daß sie sie leicht aufgegeben hätte. Was sie aber bei Elisabeth für Nachgiebigheit hielt, war nichts, als das Bewußtsein, eine Stütze gefunden zu haben, die ihr ihr größtes Heiligthum, die Liebe, wahren half.
Als sie aber des Abends wieder allein in ihrer Zelle faß, da überkam sie abermals jenes Gefühl von Muthlosigkeit und voller Verzweiflung warf sie sich gerade vor dem Muttergottesbilde nieder, als Schwester Martha geräuschlos zu ihr ein trat.
(Fortsetzung folgt.)


