Darmstadt, 22. Mai. Der GefetzgebungSaus- schuß hat bezüglich der VerfassungS-Reform der evangelischen Kirche den Antrag gestellt, die bei der Kammer eingelaufenen Petitionen, sowie die von einzelnen Abgeordneten gestellten Anträge vorerst für er- ledigt zu erklären, da bekanntlich das Ministerium die Mittheilung machte, daß die Einleitungen zur Ausarbeitung einer neuen Kirchenverfassung bereits getroffen seien. Wie wir nun weiter hören, sollen Prälat Zimmermann und Ober-Consistorialrath Me- lior mit dieser Arbeit betraut worden sein. — lieber den von dem Abg. Goldmann und Genossen gestellten Antrag auf Vorlage eines Pensionsgesetzes für die VolkSschullchrer bat nunmehr der Gesetzgebungsausschuß zweiter Kammer Gericht erstattet. Derselbe beantragt, die Negierung zu ersuchen, noch auf diesem Landtage eine deßfallsige Vorlage zu machen. — In neuerer Zeit wird von Einwanderungsagenten fast aller nordamerikanischen Staaten, namentlich aber der früheren Sclavenstaaten, eine vermehrte Thätigkeit entwickelt, um teutsche Auswanderer durch das Versprechen der unentgeltlichen Überlassung von Ländereien, kostenfreie Ueberfahrt u. dgl. in Masse dorthin zu führen. Insbesondere wird ein gewisser Schuetze genannt, welcher als Agent der Texas - Liverpooler- Dampfschifffahrts-Compagnie auf 5 Jahre nach Deutschland gehen soll, um 50,000 Ansiedler nach Texas hinüberzusühren, dessen Pläne aber um so weniger Garantie für das Wohl der Einwanderer zu bieten scheinen, als selbst von Seiten angesehener Einwohner des Staates Texas gegen dessen Unter- nehmen Protest erhoben wird. Im Interesse der Auswanderer ist wiederholt und dringend vor Eingehung von Contracten mit derartigen Agenten zu warnen. Im Allgemeinen müssen die Einwanderer, welche auf Staatslosten oder durch Vermittelung von Einwanderungsagenten nach jenen Ländern geschafft werden, besorgen, daß sie vorzugsweise in Häfen ausgeschifft werden, wo ihnen kaum eine andere Wahl bleibt, als Ländereien zu übernehmen, welche wegen der klimatischen Verhältnisse oder anderer Nachtheile bisher vermieden oder doch nur unzureichend mit Ansiedlern besetzt worden sind. Sie werden in vielen Fällen die versprochenen Vorkehrungen für ihre Ausnahme nicht finden und nichtsdestoweniger aus Mangel an Reisemitteln ge- nothigt sein, mit dem Gebotenen vorlieb zu nehmen.
Berlin, 22. Mai. Im Reichstag äußerte Herr v. Bennigsen: Die Frage in Betreff der Deckung des Deficits gehöre nicht in den Reichstag, sondern in den preußischen Landtag, welcher entscheiden müsse, ob ein dauerndes Mehrbedürfniß vorhanden sei. Graf Bismarck erwiedert: Ersparnisse am Militäretat, welcher auf einige Jahre seststeht, können nicht gemacht werden. Factisch besteht zweijährige Dienstzeit, weil sonst die Militärverwaltung mit 225 Thalern nicht auskommen kann, er stimme dem Vorschläge zu, den preußischen Landtag baldigst einzuberufen. Miquel führt an, daß das Deficit nicht ein dauerndes sein werde. Van der Heydt widerlegt den Vorredner. Löwe bezeichnet Ersparnisse an dem Militäretat als das einzige Hülfsmittel.
Berlin, 22. Mai. Bei der heutigen Debatte im Reichstag über die Steuervorlagen hielt Graf Bismarck eine Rede, worin er sich namentlich gegen die Ausführungen der Abgeordneten Bennigsen und Becker (Dortmund) wandte. Die Befürchtung eines Conflicts zwischen dem Reichstage und dem Landtage sei unbegründet. Die Opposition scheine prin- cipiell zu fein, da man keine Amendements zu den Vorlagen eingebracht habe. Man fordere Ersparnisse, sage aber nicht, wo solche Eintreten sollten. Was die Forderung der zweijährigen Dienstzeit betreffe, so sei tu Wirklichkeit die L^lährige vorhanden. Eine weitere Reducirung derselben sei unmöglich. Das Ansehen der Staaten beruhe auf ihrer Macht und ihrer Selbstständigkeit; darüber seien alle einig. Der Redner sagte, er sei zu sofortiger Einberufung des Landtags bereit, wenn aber der Landtag wieder die erforderlichen Mittel versage, so werde man ihm schwerlich zumuthen wollen, seine Stellung fortzuführen.
Berlin, 22. Mai. Wegen der am 7. Juni erfolgenden Ankunft des Vicekönigs von Aegypten wird der König die beabsichtigte Reise abkürzen. Der Besuch Kassels wird aus demselben Grunde aufgegeben.
München, 21. Mai. Das Resultat der Wahlen zum Landtage ist folgendes: Von 150 Wahlen wurden 72 Mitglieder der patriotischen Partei, 58 Mitglieder der Fortschrittspartei, 14 Mitglieder der Mittelpartei und ein Mitglied der Volköpartei ge
wählt. Fünf Wahlen sind noch unbekannt. Frei- Herr v. d. Pfordten wurde nicht gewählt.
Wien, 20. Mai. Der Berliner Nachricht von der beabsichtigten Entrevue zwischen dem Kaiser und dem Könige von Preußen wird jetzt auch in hiesigen Blättern wiedersprochen. Die „Bohemia" schreibt über dies Capttcl: „Es ist nicht anzunehmen, daß hier einem solchen Wunsche, wofern derselbe nur irgendwie angeregt würbe, ein anderes als bereitwilliges Entgegenkommen entgegengebracht würde, ob- wohl gerade in unseren Hofkreisen die Art und Weise, wie in der preußischen officiösen Presse die Discus- sion über die Generalstabsdepesche geführt wurde, auf's Empfindlichste verletzen mußte. Allein bisher ist eine Anregung in diesem Sinne von keiner Seite gegeben worden; im Gegenteile weiß man, daß König Wilhelm auf seinen Kurgebrauch in Gastein und Karlsbad, mit Hintansetzung aller Rücksichten für sein Wohlbefinden, lediglich deßhalb verzichtet, weil er es perhorrcszirt, österreichischen Boden zu betreten und die Begrüßung eines Mitgliedes des kaiserlichen Hofes entgegenzunehmen. Und doch weiß man, wie lieb dem König namentlich der Aufenthalt iu Karlsbad und nicht minder jener in Gastein geworden war, weiß aber auch, daß es dem Leibarzt des Königs förmlich verboten ist, seinem hohen Clienten den Besuch dieser Bäder zu empfehlen. Das klingt wohl nicht so, als wäre Aussicht vorhanden, jenes Project sich vorerst wenigstens realisiren zu sehen."
Paris, 22. Mai. Die „Patrie" veröffentlicht an der Spitze ihrer Spalten Auszüge aus der am 30. April in Brüssel veröffentlichten Brochüre Ro- geard's, welche angeblich die Wähler zu revolutionärem Widerstand, zum Umsturz des Kaiserreichs und zur Ermordung des Kaisers ausreizt. Die „Patrie" versucht nachzuweisen, daß zwischen dieser Brochüre und der Veröffentlichung des Hugo - Rochefort'schen Journals „Rappel" in Paris, ein innerer Zusam- menbang bestehe.
Paris, 22. Mai. Man glaubt hier in einigen Kreifen an die Möglichkeit, daß wirklich eine Umwandelung des jetzigen Regimes in ein constitu- tionelles Kaiserreich, mit dem Ministerium Ollivier an der Spitze, nach den Wahlen erfolgen könne.
Madrid, 21. Mai. Die Cortes nahmen den Art 21 des Verfassungsentwurfs, welcher die monarchische Regierungsform festsetzt, mit 214 gegen 71 Stimmen an. — Der Colonialminister hat, wie man versichert, seine Entlassung genommen.
Lissabon, 22. Mai. Das Journal „Com- mercrv" sagt, der Infant Augusto von Portugal (zweiter Sohn des Königs Fernando und Bruder des regierenden Königs) werde zum König von Spa- nien erwählt werden und eine Tochter des Herzogs von Montpensier heirathen.
Vermischtes.
Gießen, 21. Mai. Die Sitzungen des Schwurgerichts vom dritten Quartal 1869, für welches der Großherzoglichc Hofgerichts Rath, Herr Kempff, zum Präsidenten und der Grvßherzogliche HofgerichtSralh, Herr Freiherr von Lepel, zu dessen Stellvertreter ernannt worden ist, werden
Montag den 5teil Juli a. c., Vormittage 9 Uhr, ihren Anfang nehmen, und es sind deoizufolge in der heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Lberbesseu die Namen der Haupt- und Ergän- zungS-Geschwornen in folgender Reihenfolge auögeloost worden.
I ErgänzungS - Geschworene.
1) F. A. L. Ehr. Koch, Eommissionär, 2) Dr. Anton Rosenberg, Hofgerichts.Advokat, 3) Dr. Earl Wernher, Privat- dvcent, 4) Adolph Noll, Großhändler, 5) Heinrich Möser, Muller, 6) August Noll, Bäcker, 7) Johann Wilhelm Kurz, Kau'mann, 8) Friedrich Pietsch, Buchdrucker, 9) Wilhelm Lieblich, Eommissionär, 10) Dr. Ludwig Lange, Professor, 11) Friedrich Schwaab, Ellenwaarenhändler, 12) Anton Franz Ricker, Buchhändler, sämmtlich in Gießen.
II. Haupt- Geschworene.
1) EaSpar Neeb, Müller in Nieder-Ohmen. 2) Christian Eonrad Alt, Schilbwitth in Rainrod. 3) Ludwig Hofmann, Pachter zu Hof Gill- 4) Wilhelm Frank, Ellenwaarenhändler in Schlitz. 5) Johannes Otterbein II., Landwirlh in Uetz. Hausen. 6) Adolph Stoppler, Fabrikant in Lauterbach. 7) Friedrich Jacob Berges I , gewesener Bürgermeister in Petterweil. 8) Georg Hartmann Kreicker, Bäcker in Laubach. 9) Moritz Heichelheim, Ellenwaarenhändler in Gießen. 10) Ludwig Grödel, Holzhändler in Friedberg. 11) Ludwig Hoffmann 11., Bäcker in Grünberg. 12)'Johannes Rodemer IV., Muller in Angersbach. 13) Georg Seip IV., Küfer in Ruppertsburg. 14) Georg Reitz, Bürgermeister in Södel. 15) Georg Weisensee, Müller und Landwirlh in Offenheim. 16) Heinrich Eichenauer, Landwirlh in Lißberg. 17) Heinrich Alles, Müller in Münzenberg. 18) Friedrich Clemm, Kanzleirath in Gießen. 19) Ludwig Bingei, Müller in Alten-Buseck. 20) Ludwig Kopp, Landwirlh in Ossenheim. 21) Easpar Hofmann II., Fruchlhändler in Fleschenbach. 22) Fr. Heinrich PothS, Müller in Echzell. 23) Jacob Kaufmann, Ellenwaarenhändler in Schotten. 24) Georg Heinrich Ebel, Weinhändler in Gießen. 25) Johannes Schäfer IV., Landwirlh in Pfordt. 26) Georg Hergert, Beigeordneter in Berstadt. 27) Jacob Köhler, Land- wirth in Langsdorf. 28) Heinrich Fauerbach, Gast- und Land-
wirth in Nieder-Wüllstadt. 29) Heinrich Becker I., Müller iy Londorf. 30) Johannes Lang, Landwirth in Nieder-RoSbach.
Darmstadt, 22. Mai. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 17 enthält:
I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministerium- des Groß- herzoglichen Hauses und des Aeußern, die Ausführung deS zwischen dem Großherzoglhum Hessen und Frankreich wegen gegenseitiger Auslieferung von Verbrechern unrerm 26. Januar 1853 abgeschlossenen Staatsvertrags betreffend.
II. Zusammenstellung der Ergebmffe der Staat-schulden. Tilgungskasse-Rechnung für 1865.
Die Actien betrugen zu Ende 1865 im Ganzen 14,078,216 fl. 16'2 fr., nämlich 1) Staats-Activcapitalien 2,292,336 fl. 493/4 fr.; 2) dergleichen, ausgeliehen behufs der Grundrenten^Ablösung nach Maßgabe der beiden Gesetze vom 27. Juni 1836, betreffend die Ablösung der Grundrenten : a) wegen siscalischer Renten 2,590,540 fl. 53% fr.; b) wegen nicht- fiscalischer Renten 7,794 053 fl. 51 fr.; 3) an liquidirten Zinsen von Activcapitalien 30 fl.; 4) ausstehende Zinsen Erhebungskosten und Stenern wegen siscalischer und nichtsiscalischer Grundrenten 163 st 2'/2 fr.; 5) Eassevorralh 1,401,091 fl. 39% kr.
Die Passiven betrugen im Ganzen 16,653,926 fl. 7% kr. (darunter definitiv überwiesene Staatsschuld 16,464,253 fl. 3% fr.) .
Verglichen ist Stand der Passiven oder eigentliche Staatsschuld zu Ende 1865 2,575,709 fl. 51% kr.
III. Bekanntmachung der Großherzoglichen Brandversiche- rungS-Anstalt für 1868 betreffend.
IV. —VII. Uebersicht der für das Jahr 1869 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden der Kreise Lindenfels, Gießen, Oppenheim und Bensheim.
Herrieden. Die gemischte fruchtbare Witterung wird sich voraussichtlich in der nächsten Zeit nicht ändern.
Die Fremden in Paris. (Schluß.) Sprechen wir nun auch ein Wort über die Polen, diese ewig Unglücklichen, diese Kinder eines schwer heimgesuchten Stammes, der nicht politisch leben konnte und doch nicht sterben kann und will. Die polnische Eolonie, etwa 4500 Seelen stark, ist im eigentlichen Smne des Wortes eine politische Emigration. Mit verhältnißmäßig schwachen Kräften trachten die Polen in in Paris, das sie vorzugsweise lieben, weil es ihnen die meiste Sympathie widmet, ihre Traditionen aufrecht zu halten. Sie besttzeu hier mehrere Wohlthätigkeits-Anstalten und in Batiguvlleö eine Schule, wo ihre Sprache und ihre Literatur gelehrt wird. Um dergleichen triviale Dinge kümmern sich die Russen wenig, die meist nur nach Paris kommen, um eines Ueberflusses von Rubeln auf feine Weise los zu werden. Uebri gens ist der Typus deS mit verschwenderischer Hand Gold aiiö- streueuden Russen bedeutend im Verblassen; der Brasilianer hat ihm den Rang abgelaufen. Besteht ja doch noch in Brasilien die Sclaverei, während die Leibeigenschaft in Rußland bereits aufgehoben worden! Die russischen Reichthümer werden nicht mehr so leicht, wie vordem, gewonnen, und zerrinnen daher weniger rasch. — Keine Nationalität ist in Pari- stärker, als die deutsche vertreten; gleichwohl hat dieselbe auf das Pariser Leben bis jetzt keinen nennenswerlhen Einfluß geübt. In der Nähe des Boulevard Strasbourg liest man unzählige Male auf den EingangSthüren der Boutiquen: iDian spricht deichch. Dort wird auch deutsche Küche gereicht, deutsche» Bier geschenkt. Die Deutschen, die nach Paris kommen, um sich dauernd anzesiedeln, sind meistens atme, kleine Leute, die sich einen bescheidenen Erwerb schaffen wollen. Jeder LuruS, materieller wie geistiger, liegt ihnen fern. Aus diesem Grunde ist jeder Versuch, ein stehendes deutsches Theater in Paris zu errichten, bisher mißlungen, und die deutsche Pariser Zeitung, die dort erstt eint, fristet nicht ohne Mühe ihr Dasein mit harmlosen Reclanien. — Die Zahl der deutschen Schneider und zum Theile auch die der Schuhmacher ist in Paris großartig. Vor dem Worte „Tailleur" steht zumeist ein deutscher Name. All die Deutschen, die nach Paris kommen, bringen den besten Willen mit, sich mit den Franzosen zu fufioniren; aber eö geht dieß nur langsam von Statten und man sagt, erst in der dritten Generation verschwinde jeglicher Unterschied. Im llebrigen halten die Deutschen auf ihre Familiensitte, und um dieselbe intact zu erhalten, bringen einwandernde Fauiilien oft auch Mägde aus der Heimath mit. In der Rue Lafayette besteht sogar ein Kloster, zum heiligen Joseph genannt, wo sich ein Depot deutscher Bonnen und Köchinnen besindet. Naiv, harmlos, ungelenk, unberührt von den Tücken des Pariser Lebens, fristet die deutsche Dienstmagd ihr Dasein, bis sie bei dem Bäcker, Fletscher und Weinhändler so manche Fl' neffe des geschäftlichen Kleinverkehrö fenmn lernt, bis der Geist dcö muthwilligen Cancan auch über sie kommt, bis sie der Atmosphäre der Stadt erliegt, wozu, wie die Sittlichkeits- Statistiker ausgerechnet haben, eine Zeit von drei Jahren erforderlich ist. — Eine Specialität des Deutschthums in Pans sind die Straßenkehrer, die auf der Eolline zwischen der Billette und Belleville, sowie in BatignolleS zwei gr^ße Eautone besitzen. Diese armen, aber ehrsamen Leute sind meistens Oberhessen. Pastor Bodelschwing hat auf der Eolline eine große Unterkunftsanstalt für diese Ausfeger des UnrathS von Paris geschaffen, dazu eine Kirche, Schulen und Kinderbewobr- Anstalten. Auch in besseren Lebensstellungen, als Eomptoinlt u. bergt wird der Deutsche sehr geschätzt. Man lobt seine Verläßlichkeit und die Stetigkeit seine- Fleißes. ES gibt fein einigermaßen reputirliches Hotel, wo nicht ein deutscher Garton plac'irt wäre. Aber nirgends vernimmt man mehr deutM Laute, als auf der Börse; denn namentlich dorthin schickt die kosmopolitische Speculation ihre Agenten. Elsässer, Frankfurter und Berliner lauschen den OScillationen der Rente mit gespitzten Ohren. Eine deutsche Buchhandlung findet sich a" rechten Ufer der Seine, die Firma Klangsteck, und in der > Castiglione gibt cS sogar eine deutsche Apotheke, wo n-L lateinischen Recepten gearbeitet wird, während die franzöM Aerzte ausschließend in ihrer Sprache ordiniren und vers«^ den. Sehr viele Deutsche sind nach Paris gezogen, weü ihren Vaterländern die Gewerbefreiheit noch nicht eingeburgt war. Das wird allmählig aufhören, sowie auch der Zug »e^ Fremden, die nach Paris kommen, um zu gemeßen, stw °. reit« namhaft verringert hat. Für diese Kategorie von To> - ften hat Italien neuerdings eine außerordentliche Anziehung^ kraft erlangt, weil das Leben dort auch sehr angenehm un jedenfalls sonniger und wohlfeiler ist, als auf dem Aspha Pflaster von Paris.
Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Binderei (Fr. Chr. Pietsch) in Giiefien.
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