486) Nachdem der bisherige Zugang zu der Universitäts-Bibliothek weggefallen ist, geht der nette durch das Hauptthor des Klinikgartens links am Bibliothekgebäude hin bis an die Ecke, an welcher eine offene Gitterthüre nach der Eingangstreppe der Bibliothek führt. Die Direktion der Großherzoglichen Universitäts-Bibliothek.
Dr. Schäfer.
Telegraphischer Schiffsbericht,
mitgetheilt von Chr. Wallenfels Jun.
Angekommen in New-Bork:
Das Hamburger Postdampfschiff Allemannia, Reisedauer 15 Tage —Stunden.
„ Bremer „ Hermann, „ 14 „ —
, „ „ Ünron, „ 13 „
A b g e h e n d :
Am
20. Januar
Dampfer
Cimbria von
Hamburg nach New-Aort.
23.
Donau
ff
Bremen
ff
ff
23.
Sibcria
II
Liverpool
ff
ff
27.
W. Penn
ff
Havre
ff
ff
1.
Februar
Baltimore
Bremen
ff
Baltimore.
1.
ii
Bavaria
w
Hamburg
New-Orleans.
S ch i f s ö b e r i ch t,
mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.
Angekvmmen in Bremen r
Von Baltimore das Dampfschiff des Norddeutschen Lloyd Berlin, Reisedauer 12 Tage.
Von New - Orleans das Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Bremen, Reisedauer 13Vr Tage.
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln-Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburg.
Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten.
Frachtmärkte.
Jan.
Waizen.
Korn.
Gerste.
Spelz.
Hafer.
Erbsen.
Linsen.
Wicken.
Kartoffeln.
I Weisi- mehl.
Roggen mehl.
Auf^em Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
9(i iF dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
Mit. preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem! Markt
Mt.- preis
Auf dem!
Markt |
Mit.- preis
Auf dem Markt
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Gießen Alsfeld G r ü n b e r g Lauterbach Mainz
16.
16.
16.
15.
M.
6
M.
6 151
189
11
11
12
20
28
1
M.
20
10
3)i.
21
82;
61
64
8
8
9
8
15
38
58
M.
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M.
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7
7
35
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M.
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—
M.
2
3
M.
2
47
2
4
5
5
5
6
10
21)
12
30
M.
1
10
9
6
36
M.
M.
—
M.
M.
—
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8 11111
M.
1
2
2
—
—
—
—
12
Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund.
Fe^iLleton.
L o l d a t e n g l ü ck.
Nooellette von Heinrich Hensler.
(Schluß.)
Erschrocken sah Maria ihn aufmerksain und mit durchdringenden Augen an; die glänzende, goldgestickte, mit Orden und Sternen übersäete Uniform hatte sie so verblendet, daß sie den General bisher nur flüchtig angesehen hatte. Jetzt aber glaubte sie, dieses Gesicht schon öfter gesehen zu haben, — auch die Stimme glaubte sie zu erkennen, besonders in den letzten Worten; sie konnte sich aber doch nicht erinnern und schüttelte noch einmal den Kopf, ohne etwas zu sagen.
„Ich bin Andrea," sagte der General, „ich bin der Ziegenhirte, den Du von der Galeere errettet hast, — ich bin der Sergeant Andrea, der Pathe Deines Sohnes, den Ihr gesucht habt; — ich bin Andrea Massena, Reichsmarschall von Frankreich! —
Maria fiel ohnmächtig in die Arme ihres Sohnes, der, sie fest umklammernd, vor dem Marschall auf die Kniee sank.
Bald gelang cs den Bemühungen der herbeigerufenen Leute, die Bewußtlose wieder in das Leben zu rufen, und nun zerfloß fast in Thränen der
Freude und des Dankes.
Der Marschall küßte sie auf die Stirne und sagte:
„Wie verschieden gehen doch die Schicksale der Menschen! Mir hat seit unserer Trennung fortwährend die Sonne des Glückes gelächelt, so daß selbst mein Kaiser mich das Schooßkind des Sieges nennt, während Dich und Deine Familie die Nacht des Unglücks trübte. Arme Frau! Wie sehr bedauere ich Dich und Deine brave Familie! Doch fasse Muth, es soll Dir werden, was Menschenhülfe gewähren kann. Die Tovten kann ich nicht wieder in das Leben rufen — aber für die Lebenden kann und will ich sorgen. Hast Du Dir einen Lebensberuf gewählt, mein Sohn?
Mit diesen Worten wendete sich der General an seinen Pathen, und dieser antwortete:
„Ich habe das Gut meines Vaters bebauen helfen, und seitdem wir es verloren haben, arbeite ich auf andern Gütern im Tagelohn. Ich verstehe nichts als die Landwirtschaft."
„Das ist allerdings wahr," unterbrach Maria mit großer Lebhaftigkeit ihren Sohn. „O, mein Andrea ist ein braver Sohn; vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hat er über seine Kräfte gearbeitet, um mehr zu verdienen und für mich besser sorgen zu können, da ich ohne seine fortwährende Unterstützung hätte betteln müssen. Ich bin so schwach, daß ich nur noch sehr wenig für die Leute arbeiten kann."
„Beruhige Dich doch," tröstete der Marschall die Weinende. „Denke nicht an die Vergangenheit, denke nur an die Zukunft, und glaube mir, die Zeit der Trübsal ist vorbei, wenigstens für Dich und für meinen Pathen. Ich würde diesem den Rath geben, gleich mir den Stand des Kriegers zu erwählen; er ist der ehrenvollste und gibt am leichtesten die Gelegenheit, etwas Tüchtiges zu werden und sein Glück zu machen. Ich würde mit Freuden mich in allen Stücken seiner annehmen und für sein Fortkommen sorgen. Er hat ganz das Aeußere dazu, er wird so beherzt sein wie sein Vater und ist ein schöner kräftiger junger Mann, wiewohl —" setzte der Marschall selbstgefällig und lächelnd hinzu — Körpergröße und Schönheit nicht immer nöthig ist, um es zu Etwas zu bringen, besonders in so kriegerischen Zeiten, wie die sind, in denen wir leben, und mein Kaiser sagt bei allen Gelegenheiten, wenn er zur Tapferkeit und Ausdauer seine Leute ermahnt: „Jeder Soldat trägt den Marschallsstab in seinem Tornister!" Ich nehme aber Anstand, dieses vorzuschlagen, weil Andrea, Dein einziges Kind ist, und weil ich nicht zugelre-i will, daß Du ganz allein in der Welt stehst. Du hast mir in der schwersten Stunde meines Lebens 20 Scudi gegeben, — es war Deine ganze Ersparniß, und sie hat mir gute Dienste geleistet, mein Secretär wird Dir dafür 20,000 Scudi auszahlen. Das ist nur ein Thcil meiner Ersparnisse, womit ich Dir meine Dankbarkeit bezeuge. Da
mit könnt Ihr Euer Haus wieder aufbauen, oder ein neues Gut kaufen und Euch einrichten, wie es Euch gefällt."
„Lieber Himmel," rief Maria, „wozu das viele Geld! Wenn Sie uns nur einen kleinen Theil davon schenken wollen, so ist uns schon damit geholfen. Wir wüßten ja gar nicht, was wir mit diesem großen Reichthum ansangen sollten!"
„Es bleibt bei dem, was ich gesagt habe," entschied der Marschall, „und was Dir etwa zu viel dünkt, Maria, das mag Andrea als sein Pathengeschenk ansehen." —
Das Glück und die Wonne der armen Leute, welche sich so plötzlich und unerwartet vom Rande des höchsten Unglücks und der fürchterlichsten Verzwei- flung wie durch einen Zauberschlag in einen nie geahnten Ueberfluß versetzt sahen, läßt sich nicht beschreiben.
Die herrlichsten Speisen und Weine wurden jetzt>ufgetragen, doch konnten die Glücklichen fast nichts davon genießen.
„Du wirst jetzt nicht nur eine hinreichende Gelegenheit, sondern auch eine bestimmte Veranlassung haben, mein lieber Pathe," sagte endlich der Marschall, „Dir eine Frau zu suchen. Vergiß nicht, darauf zu sehen, daß die Auserwählte nicht nur ein braves Weib, sondern auch eine treue, einsichtsvolle Wärterin für Deine Mutter ist, —> — nun, nun, — was hat das zu bedeuten, Du wirst ja roth?"
„Ach, lieber Herr," rief jetzt Maria mit freudeverklärtem Gesichte, „das ist auch Etwas, das zu unserem Glücke beitragen wird. Es ist in Monzi ein recht hübsches und braves Mädchen, das Andrea sehr gerne hat, und sie liebt ihn auch. Sie konnten sich aber nicht heirathen, denn Beide haben kein Vermögen, und mein Sohn hätte nicht nur eine Familie zu ernähren gehabt, sondern auch eine große Last durch seine alte kränkliche Mutter. Und wie gerne habe ich das Mädchen, das mich oft besuchte und mir manches kleine Geschenk machte und mich wie ein Kind seine Mutter ehrte! Das kann jetzt uatürlich anders werden; — was sagst Du, Andrea, dazu?"
Der Sohn wurde abermals roth und sagte nach einigem Zögern:
„Wir können jetzt des Vaters Gut wieder kaufen!"
„Ach ja, das könnten wir wohl!" erwiederte die Mutter, „dazu brauchen wir das viele, viele Geld nicht, obschon der jetzige Bfsitzer so schöne Gebäude da aufgeführt und noch viele Aecker und Wiesen dazu gekauft hat, so daß es fast noch einmal so groß «geworden ist."
„Lassen wir es dabei bewenden," sagte der Marschall, „an meinem Beschlüsse und an meiner Anordnung wird nichts geändert, und ich hoffe, Andrea wird das arme München heirathen, wenn er auch jetzt reich geworden ist."
„O gewiß!" rief Andrea, „es wird mich glücklich machen."
„Ich würde Euch gerne einige Tage bei mir behalten," setzte der Marschall hinzu, „aber die Verhältnisse gestatten es nicht, denn noch in dieser Nacht werden wir aufbrechen, um den flüchtigen Feind zu verfolgen. Mein erster Adjutant wird Euch in meiner Equipage unter sicherer Begleitung nach Monzi brin- gen — das Geld ist bereits eingepackt; — er wird es zu Eurem beliebigen Gebrauche bei dem Vorsteher dorten deponiren, damit Ihr keine Gefahr damit lauft, und Ihr auch nicht in Verdacht kommt, es auf eine unredliche Weise er* worben zu haben. Nehmt Euch hier Speisen und Wein mit, denn es wird spät werden, bis Ihr nach Hause kommt. Und nun lebt wohl, der Herr sei mit Euch, auf daß es Euch hinfort wohl ergehe. Halte mir Deine Mutter gut, Andrea, und lasse es ihr an nichts fehlen. Du hast jetzt die Mittel dazu, und es ist der einzige Dank, den ich von Dir verlange. Folge ihr in allen Stücken, — sie ist eine verständige Frau!"
Er schüttelte seinem Pathen die Hand, küßte Maria auf die Stirne, und als er sie in den Wagen hob, flüsterte er ihr in das Ohr:
„Maria! Ich habe Wort gehalten — in allen Stücken!"


