Winter-Abonnement
des Gießener Coneertvereins.
10618) Wenn unsere Concerte in dem diesmaligen Semester etwas später beginnen, als seither, so liegt der Grund hiervon darin, daß nach Beschluß des verehr- lichen Clubvorstandes der neu gewichste Fußboden des Clubsaales zuerst einmal zum Tanzen benutzt werden sollte. Nachdem dies nunmehr geschehen, wird unser erstes Concert nächsten Samstag stattfinden. Wir wählten diesen etwas ungewöhnlichen Tag, weil wir gerne Herrn Concertmeister Lauterbach von Dresden, welcher Tags zuvor im Museum zu Frankfurt auftritt, engagiren mochten, dieser aber gerade nur am Tage seiner Rückreise uns besuchen konnte. Wir glauben ganz im Sinne und Interesse der verehrlichen Abonnenten zu handeln, wenn wir auch für die Zukunft in dieser Weise das Auftreten bedeutender auswärtiger Künstler bei uns zu ermöglichen suchen.
Die Subscriptionsliste für außerord entliche Mitglieder (noch nicht selbstständige Personen, Studirende, Handlungsbeflissene rc. rc.) ist in der Ricker'schen Buchhandlung aufgelegt.
Neu eintretende ordentliche Mitglieder wollen sich bei der Unterzeichneten oder dem Vereinsdiener Berg bis zum nächsten Freitage anmelden.
Gießen, den 14. November 1869. Die Concertdirection.
Vorlesungen:
10613) Der Unterzeichnete beabsichtigt, von der nächsten Woche an, jedesmal Dienstag Abends von 7 bis 8 Uhr, vor Damen und Herren einen Cursus von 15 Vorlesungen über die
Geschichte der deutschen Poesie des Mittelalters
mit besonderer Rücksicht auf die Heldensage und ihre hervorragendsten Dichtungen, sowie auf Hartmann von Aue^ Wolfram von Esclienbaclu Waltlier von der Vogel weide und Gottfried von Strasslmrg zu halten.
Eine Subscriptionsliste liegt in der J. Ricker’schen Buchhandlung offen, von welcher auch die Eintrittskarten zu beziehen sind.
Der Preis der für alle 15 Vorlesungen gütigen Eintrittskarten beträgt: für einen einzelnen Herrn oder eine einzelne Dame 3 fl., für 2 Personen in Familie........5 „
für 3 Personen in Familie....... 6 „
Giessen, den 15. November 1869.
______________Prof. Dr. Georg- Zimmermann. Wohmmgs - Veränderung.
10650) Hiermit die ergebenste Anzeige, daß sich meine Wohnung nicht mehr in der Neustadt Lit. D. Nr. 62, sondern gegenwärtig bei Herrn Schuhmachermeister Georg Best in der Sandgasse befindet.
Zugleich bemerke ich, daß Reparaturen aller Art an Korbwaaren, sowie das Auf- lackiren derselben und das Stuhlflechten, schnell und billig von mir besorgt werden.
Eduard Klemm, ______________________________________________________________Kunstkorbflechter.____________ i GrsteS Concert im Winter-Abonnement .
des Gießener Concert-Uereins Samstag den 20. November, Abends 6 Uhr, im Club-Saale.
unter gefälliger Mitwirkung
der Fräul. Luise Ritter aus Braunschweig und des Herrn Johann Lauterbach, Königl. Sachs. Hofconcertmeister aus Dresden. Die Concertdirection.
10604) Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen nnd nunmehr bei Herrn Uhrmacher Geißmar wohne. Lohnkutscher Mahler.
10619) Ich bin beauftragt, die fälligen Pachtgelder für die Grundstücke der Gg. Seyfricd's Erben zu vereinnahmen und können dieselben bis Anfang Deccmber ohne Kosten bezahlt werden.
Hoffmann, Postcassier.
L\ Danksa n u n g. U ■ 10634) Allen Denjenigen, welche L\ sich bei dem am 15. d. Mts. statt- M I) gehabten Leichenbegängnisse unserer M [( geliebten Gattin und Mutter, Eli- M fnbetl)e Pfeil, betheiligt haben, M sagen wir hiermit unseren innig-M ^sten Dank. W
t Die trauernden Hinter- ® | bliebenen. n
10616) Der Unterzeichnete hat die Absicht, am Donnerstag den 18. November, von 7 bis 9 Uhr, im Saale des Gesellschaftsvereins zum Vortheil des akademischen Gesangvereins eine
Vorlefuttg
über
Erdbeben
zu halten. Billets ä 30 fr. sind in der Ricker'schen Buchhandlung zu haben. — Eine Liste wird nicht in Circulation gesetzt.
Gießen, den 15. November 1869. ___________________Professor Streng.
10617) In eine Wirthschaft wird ein braves Mädchen für die Küche gesucht. Zu erfragen bei der Cxped. d. Bltts.
10642) Weißbindergesellen (Anstreicher) werden gesucht von
V. Stumpf 8 Comp., _____________________in Lieh._____________ 10615) Ein zuverlässiges anständiges Mädchen findet in einem kleinen Haushalt nebst gutem Salair eine angenehme Stelle. Nähere Auskunft gibt Carl Heil, Dienst- mann, .Sandgasse Nr. 182. ___________
10626) Auf Weihnachten wird ein Mädchen gesucht, das sowohl in der Küche, als auch in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist. Zu erfragen E- 81.____________________
10632) Ein Hausbursche wird gesucht non________________Will). Zwrbuch.
10649) Markt Lit. A. Nr. 6 wird ein Lehrling aus hiesiger Stadt gesucht. Das Nähere ist daselbst zu erfahren.____________
Baue r'scher Gesangverein.
10599) Sonntag den 21. November:
Erste Astendunierhattung
im Saale des Prinz Carl.
_______________________Der Vorstand.
10603) Auf Weihnachten wird ein Mädchen gesetzten Alters, das sowohl in der Küche als auch in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, gegen hohen Lohn zu miethen gesucht- Näheres bei der Exped. dieses Blattes.
10614) Ein Junge aus hiesiger Stadt wird als Hausbursche gesucht. Näheres bei der Erped. d. Bltts.
10645) Es wird ein Laufmädchen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.
Telegraphischer Schiffsbericht, mitgetheilt von Chr. Wallenfels jun.
Angckommen in Rew-Ljork:
Das Bremer Postdampfschiff Donau; Reisedauer 10 Tage.
„ Hamburger „ Westphalia; „ 9 „ 23 Stunden.
Angekommcn in New-Orleans:
Das Bremer Pöstdampfschiff Hannover; Reisedauer 23 Tage.
Angekommen in Baltimore :
Das Bremer Postdampfschiff Leipzig; Reisedauer 12 Tage.
Abgehend:
Den 17. November Dampfer Holsatia von Hamburg nach New-Aork.
„ i, Baltimore „ Bremen „ Baltimore.
„ 20. „ „ Teutonia „ Hamburg „ New-Orleans.
„ „ Hansa „' Bremen „ New-Vork.
v 23. „ „ Atalanta „ Havre
„ u Palmyra „ Liverpool „ „ „
/, „ .. „ Frankfurt „ Bremen „ New-Orleans.
Wegen Auskünften und Passagen wende man sich gef. an Obigen.
Telegraphischer Bericht,
mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Main", welches am 30. October von Bremen abgegangen war, ist am 13. November, 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Rhein", welches am 4. November von Newyork abgegangen war, ist am 14. November, 4 Uhr Morgens, wohlbehalten in Southampton, unweit Cowes, eingetroffen und hat um 7 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt.
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Cöln Mindener- Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei Wilhelm Klee, Marktstraße.
frucht- und Mehlpreife in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten.
Fruchtmärkte.
Nov.
Waizen.
Korn.
Gerste.
Spelz.
Hafer.
Erbsen.
Linsen.
Wicken.
Kartoffeln.
Weißmehl.
Roggen mehl«
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Marft
Mt^ preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Markt
Mit.- preis
Auf dem Marft
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Auf dem Markt
Mit.- preis
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Auf dem Marft
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Lauterbach
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2
56
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_
Normalgewicht per Malter: Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund.
F e ntl
V a Banque!
Erzählung von Wilhelm Andrea.
(Fortsetzung und Schluß.)
„Was kannst Du dafür?" entgegnete Herbert unwillig, kurz, „Du hast den Schatz glücklich gehoben, den uns der Traumgott schon in voriger Nacht, wenn auch mit Verwechselung unserer Personen verheißen hat; nun erfreue Dich seiner und genieße ihn, wie jedes andere, ehrlich erworbene Gut."
,,, Nicht eher, als bis ich den etwa vorhandenen Angehörigen des unglück- lrchen Offiziers dessen Verlust wieder ersetzt habe.
Das ist wieder eine Deiner philantropischen Grillen."
„Es ist keine Grille, lieber Herbert, sondern nur ein von meinem Gewissen mir gebotener Act der Gerechtigkeit, ja der Sühne für den von mir begangenen Treubruch an meinen Grundsätzen.
„Thorheit!"
l e t o n.
„Ohne dieses Sühneopfer würde ich mich in dem Besitze dieses Geldes niemals glücklich fühlen können."
„Willst Du nicht auch die andern unglücklichen Spieler aufsuchen lassen, und denselben ihre Verluste ersetzen?"
Blumenthal blickte den Freund fragend und erstaunt an.
„Denn auch ihr Gold und Silber ist darunter!" fuhr der Redner fort.
Der Andere erwiederte nichts auf diese spottende Bemerkung. Er schritt noch immer im Zimmer auf und nieder.
Herbert hob wieder an:
„Wenn wir es dem Gelbe ansehen könnten, welche Thränen, Schweiß und gar Blutstropfen daran kleben, so müßte man sich überhaupt schämen und scheuen, irgend ein Stück solchen elenden MetalleS in der Tasche zu tragen; - denn es wird wahrlich nicht viel solcher Stücke geben, die nicht schon die letzten Scherflein und die letzte Hoffnung armer Wittwen und Waisen, armer Tagelöhner der Hand- oder Geistesarbeit gewesen, nicht viele solcher Stücke, sage ich Dir, die nicht gleichfalls schon durch die Hand von Betrügern, Dieben und selbst Mördern gegangen wären."


