Gießen, 15. Febr. Die Neuwahl eines Ab- geordneten zum norddeutschen Reichstag für den zweiten oberhessischen Wahlbezirk ist auf den 1. März anberaumt worden.
Darmstadt, 13. Febr. Bekanntlich erwachsen den größeren Städten unseres Landes, welche an den im Bau begriffenen Eisenbahnlinien liegen, namentlich Mainz, Darmstadt, Worms und Gießen, durch das neuerdings vielgenannte Gesetz vom 14. August 1867 über die Beziehung der Gemeinden zu den Erbauungskosten neuer Eisenbahnen sehr bedeutende pekuniäre Opfer, da die Vertheilung der Beiträge zu diesen Kosten zur einen Hälfte nach Maßgabe der Einwohnerzahl, zur anderen nach Maßgabe des Gesammtsteuercapitals der concurrirenden Gemeinte erfolgen soll. Namens der Stadt Darmstadt hat nun deren Anwalt, Hofgerichts-Advokat Dern- burg eine Rechtsverwahrung gegen alle diese Stadt wltverpflichtenden Handlungen der übrigen Gemeinden bii dem Geschäfte des Geländeankaufs, welche nicht von der hiesigen Gemeinde - Vertretung ausdrücklich genehmigt wurden, erlassen und den letzteren auf gerichtlichem Wege von diesem Proteste Kenntniß geben lassen. Ob dieser Schritt angethan sein wird, unsere Stadt vor den in Aussicht stehenden Lasten, die allerdings sehr drückend zu werden drohen, zu bewahren, scheint uns Angesichts der Bestimmungen des genannten leidigen Gesetzes sehr zweifelhaft zu sein.
Berlin, 15. Febr. Die Frankfurter Deputation kehrt heute Abend nach Frankfurt a. M. zurück, um sich mit Vollmacht behufs definitiven Abschlusses des Receffes auf der mit der Regierung vereinbarten Basis zu versehen. Der Finanzminister kann nicht in die Budgetcommission kommen und einen Rcccß vorlegen, der noch der Ratification der städtischen Behörden von Frankfurt bedarf; die Unterzeichnung des Vertrages von Seiten der Bevollmächtigten muß bedeuten, daß der Receß, vorbehaltlich der Genehmigung der Lanvesvertretung, nun auch in jeder Be- ziehung perfect sei. — Heute Nachmittag uni 2 Uhr wurde im Bundeskanzleramte die Diesjährige Session des BundesratheS des norddeutschen Bundes eröffnet. Es wurden zunächst einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt, wozu insbesondere auch die Neuwahl Der verschiedenen Bundesraths-Ausschüsse gehört, und ist in letzterer Beziehung nur zu bemerken, daß bei dieser Wahl gleichzeitig auch bereits auf den nötigen Ausschuß für die demnächst vorzulegende Gewerbeordnung bcrüchsichtigt wurde. Es folgten sodann Vorlagen dcS Präsidiums über 1) den Gesetzentwurf, betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Bundes-Haushalts-Etat für das Jahr 1869, 2) den Gesetzentwurf, betreffend die Einführung der Allgemeinen deutschen Wechselordnung, der Nürnberger Wechsel-Novellen und des Allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches als Bundesgesetze, 3) den Entwurf, betreffend die Eaulionen der Bundesbeamten, 4) den Bericht der vom Bundesrathe eingesetzten Commission zur Prüfung der Frage über den Brannt- weinbeftcuerungsmodus, 5) die mit Italien abgeschlossene Eonsular - Convention, 6) das Abkommen mit Luxemburg, betreffend die demselben zu gewährende Branntweinsteuer-Abfindung, 7) den Entwurf eines Postvertrags mit Schweden, 8) die Errichtung eines General-Consulais in Mexico, 9) die Ausprägung und Einziehungen von Münzen' in den Staaten des norddeutschen Bundes, lieber diesen Gegenstand halte die Präsidialregierung bereits vor einigen Monaten Mittheilungen von den Bundesregierungen eingezogen. Hierauf folgte der Bericht des Aus- fchusses für Handel und Gewerbe über Die Maßregeln gegen die Rinderpest, und den Schluß der Sitzung bildete dann die Vorlegung von Eingaben an den Bunvesrath.
Hannover, 15. Febr. Aus Gifhorn, 13. Febr., wird der Ztg." für Nordd." berichtet: „Es ist bereits bekannt, daß in den letzten Wochen des vorigen Jahres und im Anfänge dieses Jahres aus Gifhorn und dessen Umgegend verschiedene Militär- pflichtige, im Ganzen einige zwanzig, sich entfernt und zu Der sogenannten welfischen Legion nach Frankreich begeben haben. Einige davon sind zurückgekehrt und es scheint, als ob deren Angaben die längst gehegte Vermuthung bestätigt hätten, daß in der Stadt Gifhorn und deren Umgegend Personen sich damit beschäftigt haben, junge Leute anzuregen, sich ihrer Militärpflicht zu entziehen und nach Frank- reich zu gehen. Vor Kurzem ist ein Handwerker in Meine, und in den letzten Tagen sind ein Kaufmann und e n Handwerker aus Gifhorn verhaftet und werden nach Berlin abgeführt werden, wo die Untersuchung wegen hochverräthcrischer Unternehmungen beim königl. Kammergerichte geführt wird."
Wien, 15. Febr. Die „Presse" meldet: Der griechische Minister des Aeußeren, Delyannis, hat vorgesiern eine Circulardepesche an die griechischen diplomatischen Agenten versandt, welche die Anzeige von Der Annahme Der Conferenzerklä'rnng Seitens Griechenlands enthält und Den Standpunkt der Regierung erläutert.
Paris, 15. Febr. Graf Walewski ist heute Vormittag um 11 Uhr in Marseille eingetroffen. Das „Journal officiel" sagt, Graf Walewski werde morgen Abend in Paris erwartet. — Die „France" glaubt, Die Conferenz werde am Mittwoch oder Donnerstag eine Sitzung halten, um von der Antwort Griechenlands Kenntniß zu nehmen.
Paris, 15. Febr. Die Herren Franzosen müssen in Der That von Dem Lärmen Der Berliner Officiö- sen etwas nervös afficirt sein. Man traut seinen Augen kaum, wenn man folgenDe komische Scene im „Gaulois" liest: Francisque Sarcey hält gestern .rm..GaitL"Line- Vo-rl-esung über- Horaz. Er spricht Dabei gelegentlich, was Diese Herren nie zu unterlassen pflegen, von Chauvinismus, Patriotismus u. s. w. Da wirD gepfiffen. Herr Sarcey schreit mit lauter Stimme: „Ja, meine Herren, ich bin sicher, Daß nicht einer von Denen, die mich in diesem Augenblicke auspfeiffen, regungslos bliebe, wenn das Vaterland bedroht wäre; und daß Der Patriotismus lauter als Alles sprechen würde, wenn z. B. die Preußen wieder nach Frankreich kommen wollten." Ein donnernder Beifallssturm folgte diesen Worten, gleichsam als wollten die Zuhörer die Worte des Grafen Bismarck illustriren, daß die Franzosen eine „kriegerische und ehrliebende Nation" seien. — Die „Liberty" will wissen, daß Don Fernando von Portugal die Candidatur zum spanischen Throne angenommen habe.
Vermischte s.
Giessen. (Sitzung des G em eindera th s vom 11. F edr.) Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeinderathsmitglieder Rosenberg, Wallenfels, Petri, Weidig II., Löber, Bücking, Felfing, Keller, Berg, Hanstein und Ricker.
Der Gemeinderath acceptirt in Betreff der Grunderwerbung für den Bau der Oberhesstschcn Eisenbahnen die Forderungen des Earl Frech, der Christ. Friedel Wittwe, dcS Adolf Schmidt, des L. C. Vetzberger, des Chr. Wallenfels, des Julius Hoch, des H. Moser und Jac. Gebauer und beschließt, Kaufverträge darnach zu errichten. Gegen Ed. Silbereisen und Fr. Lampus dagen soll das gesetzliche CrpropriationSverfahren eingeleitet werden. Zugleich bestimmt der Gemeinderath, daß die neue Straße auf dem Seltersberg eine Breite von 55 Fuß erhalten soll.
Das Schreiben des Comite'S zu Alsfeld in Betreff der Herstellung einer Verbindungs-Eisenbahn von Alsfeld nach Hers, feld nebst Pro memoria soll bei den GemeinderathSmitgliedern zur Jnformirung circuliren.
Der Gemeinderath nimmt Kenntniß von dem Bericht des Armeekaffe-RechnerS Wittich vom 4. d. M., und beschließt zugleich, daß die Uebereinkunft wegen deS von der Stadt zu den Bauten der Pfarrhäuser zu leistenden Beitrags in der nächsten Sitzung vorgelegt werde.
Der Gemeinberath beschließt, aus Grund des Art. 9 des Gesetzes vom 6/6. 1*32, fünf seiner Mitglieder, nämlich die Herren Felsing, Hanstein, Keller, Wallenfels und Weidig II., als Wahlmänner für die bevorstehende Ergänzungöwahl des Kirchenvorstandes abzuordnen.
Der Voranschlag der Realschule dahier für 1869 soll dem Gemeinberathsmitglied Keller zur gutachtlichen Aeußerung zugestellt werden.
In Betreff der Planirung deS ErercierplatzeS will der Gemeinderath, daß die Kirschenbäume, welche daselbst entfernt werden müssen, nicht wieder gesetzt, sondern versteigert werden.
Wegen Abänderung deS Gesetzes vom 14. Aug. 1867 (Verpflichtung der Gemeinden zur Zahlung deS Mehrbetrags nach Abj^z der Vergütung des 80fachen NormalsteuercapitalS bei gesetzlich normirter Erwerbung von Grundeigenthum zu Anlegung von Straßen, Eisenbahnen rc. von Seiten des Staates oder autoristrter Gesellschaften) wurde eine Commission, bestehend aus den. Herren Haustein, Felfing, Keller, Ricker und Rosenberg gewählt, welche diesen Gegenstand unter Zuziehung deS Großh. Hofgerichts-Advokaten Pfannmuller prüfen und ihr Gutachten darüber abgeben wird.
Die übrigen Beschlüsse betreffen Angelegenheiten persönlicher Art.
Darmstadt, 11. Febr. (Schluß des Regierungsblattes Nummer 4.)
VII. Dtenstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Januar den Steueraufseher Hartmann zum zweiten Brückengelderheber bei der Bruckengelderhebung zu Kastel — und am 12. Jan. den Schulamts-Aspiranten Schreiner aus Alsfeld zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, jedoch unter Belassung in der Kategorie eines Volksschullehrers, zu ernennen, — dem Schul- amtS-Aöpiranten Oßwald aus Laubach die zweite evangelische Schulstelle zu Ober-Ohmen, — dem Schulamts-Aspiranten Nehr aus WormS die katholische Schulstelle zu Freimersheim zu übertragen — und den von dem katholischen Pfarrer und dem Gemeinderath zu Ober-Abtsteinach, sowie von den Ge- meinderäthen zu Unter - Ahtsteinach, Trösel, Flockenbach und Gorrheim auf die katholische Schulstelle zu Ober-Abtsteinach präsentirten Schulamts-Aspiranten Pfaff aus Hirschhorn für diese Stelle zu bestätigen; — am 16. Jan. den von dem Herrn Fürsten ,»on Löwenstein - Wertheim - Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die evangelische Schul
stelle zu Höllerbach präsentirten Schulamts-Aspiranten Urich aus König für diese Stelle zu bestätigen, — dem evangelischen Pfarramts-Candidaten Aguntius aus Mainz dir. evangelische Pfarrstelle zu Dolgesheim zu übertragen, — dem Bau-Accesfi- stcn Walloth aus Hohen-Sülzen zum Lehrer an der Realschule zu Alzey zu ernennen, — den von dem Herrn Fürsten zu Jsenbnrg-Birstein auf die dritte evangelische Schulstelle zu Sprendlingen, im Kreise Offenbach, präsentirten SchulamtS- Aöpiranten Ackermann aus Sprendlingen, im genannten Kreise, für diese Stelle zu bestätigen, — dem Schullehrer an der evangelischen Schule zu Gumbsheim, Heddäus, die erste evangelische Schulstelle zu Alsheim zu übertragen; — an demselben Tage den HauptzollamtS-Assistenten erster Klaffe, Herrmann in Mainz, zum Cvntroleur bei dem Nebenzollamt erster Klasse Bensheim und der damit verbundenen Ortseinnehmerei der inneren indirecten Abgaben zu ernennen, — den HauptzollamtS-Assistenten Metzler zu Bingen in gleicher Diensteigenschaft an daS Hauptzollamt Mainz zu versetzen, — den HauptzollamtS-Assistenten erster Klaffe, Thom in in Mainz, zum Revisions-Controleur, — den NebenzollamtS- Controleur Neuling zu Alsfeld — und den HauptzollamtS- Assistenten zweiter Klasse, Müssing in Mainz, zu Hauptzoll- amts-Assistenten erster Klasse bei dem Hauptzollamt Mainz, — den dermalen bei dem zollvereinständischen Hauptzollamt in Hamburg verwendeten HauptzollamtS-Assistenten zweiter Klaffe, Geiß zu Mainz, zum HauptzollamtS-Assistenten erster Klaffe bei dem Hauptzollamt Bingen und der damit verbundenen OrtSeinnebmerei der inneren indirecten Abgaben, — die Finanz-Aspiranten Müller aus Alsfeld — und Wagner aus Klein-Breitenbach zu Hauptzollamts-Afsistenten zweiter Klaffe bei dem Hauptzollamt Mainz zu ernennen.
VIII. Militärdienst nachrichten.
IX. Charakterertheilunaen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 19. Dec. 1868 dem Kanzleigehülsen bei der Bahnverwaltung Darmstadt der Main-Neckar-Eisenbahn, Der», den Charakter als Pro- tocollist, — am 1. Januar 1869 dem MechanicuS Bayrer zu Mainz den Character als Hofmechanicus, — am 14. Jan. dem Weinhändler Eduard Scharbach zu Mainz den Cha- . rakter als Hoflieferant zu ertheilen.
X. Dienstentlassungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 15. Dec. 1868 dem bisherigen Consul Rudolph Förster zu Moskau die von ihm nachgesuchte Entlassung von dieser Stelle zu ertheilen.
XI. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königliche sjHoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 1. Nov. 1868 den Hofschauspieler Peters, — den Hofchori- sien Michel. — die Hoftheater-Garderobe-Gehulfin Rosalie Lind, — am 1. Jan. 1869 den Hof-Vocal-Musikdirector AmadäuS Mangold — und am 9. Jan. den Salzmagazins, Verwalter der inzwischen aufgehobenen Salzmagazins-Verwaltung Mainz, Christian Trayser, in den Ruhestand zu versetzen.
XII. Gestorben sind: am 23. Dec. 1868 der Schullehrer Müller zn Offenbach; — am 24. Dec. 1868 der Landgerichtsdiener und Gefangenwärter Menzer zu Langen; — am 25. Dec. 1868 der evang. Schullehrer Habermehl zu Groß-Rohrheim; — am 30. Dec. 1868 der pensionirte vormalige kurfürstliche Chausseegelderheber auf dem Chausseehause bei Friedberg, Stiebing; — am 8. Januar 1869 der evangelische Pfarrer Scheid zu Derheim; — am 15. Januar der Lehrer Bartholomäus Kerz zu Laubenheim; — qm am 19. Jan. der HofgerichtS-Advocal Dr. Steppe« zu Ludwigshafen; — am 20. Jan. der pensionirte Zollaufseher Johann Heinrich Klötzer zu Mainz; — am 21. Jan. der erste evangelische Pfarrer zu Rodheim, Kirchenrath Schmidt; — am 2. Febr. der KreiSrath Schaaf zu Grunberg.
Hanau, 6, Febr. Sicherem Vernehmen nach wird Karl Gutzkow, welcher mit seiner Familie mehrere Jahre hindurch die der Christschen Besitzung gegenüber liegende freundliche kleine Villa mit Garten an der PhilipPSruher Allee bewohnt, im Laufe des kommenden Frühlings dis hiesige Gegend verlassen, um zunächst in Bregenz am Bodensee einen längeren Aufenthalt zu nehmen und von dort aus muthmaßlich später nach Berlin überzufiedeln.
— (Goethes Großvater.) Der Frankfurter Stadtschultheiß Tertor lebt durch des Dichters Wahrheit und Dichtung" in der Erinnerung des deutschen Volkes als ein ehrwürdiger, in patriarchalischer Weis« über seine Mitbürger herrschender Mann. Aus einem von dem Archivar und Geschichtsforscher der Stadt Frankfurt, Dr. Kriegk, demnächst erscheinenden Werke und besonders aus einem in demselben zum erstenmale zu veröffentlichenden Tagebuche deS Frankfurter ArzteS Senckenberg geht aber hervor, daß Stadtschultheiß Tertor im siebenjährigen Kriege, besonder« als die dem deutschen Kaiser gegen Friedrich den Großen geschickten französischen HülfStrup, pen 1759 Frankfurt besetzten, sich sehr sonderbar gegen seine Vaterstadt benommen habe. Diese Besetzung fand nämlich nicht durch Ueberrumpelung, sondern in Folge geheimen Einverständnisse« der Franzosen mit den einflußreichsten RathSmit- gliedern statt, denen schon im Jahr 1758 ein kaiserlicher Schutzbrief war ausgestellt worden. Acht Mitglieder deS Senatewerden al« Diejenigen bezeichnet, welche den Verrath begangen haben und dafür mit Gold bestochen worden waren, darunter nebst dem Bürgermeister v. Stallburg und Senator v. Senckenberg auch Göthe's Großvater, der. Stadtschultheiß Tertor. Der Schöffe Gramb« erklärte öffentlich in seinem Unmuthe, die Mitglieder der geheimen Deputation hätten die Franzosen zur Stadt herein gelassen, damit ihre vor der Stadt gelegenen Güter und Gärten nicht litten; auch ein Rathsherr Goethe, ein Stiefbruder des Vaters des Dichters sprach öffentlich seine Entrüstung aus und verfluchte auf der Straße, durch die Franzosen aus seinem Hause verdrängt, nicht diese, sondern die RathSherren der geheimen Deputation, welche Jene hinter- listigerweise in die Stadt eingelassen hätten. Auch zwischen dem Rath Goethe selbst und seinem Schwiegervater Tertor kam es einst zu einer argen Scene, indem Jener sich bei Diesem über die lästige Einquartirung de« Königslieutenants Thorane beklagte und dann wild sagte: Er verfluche das Geld, so Tertor, die Stadt den Franzosen zu verrathen, gewonnen habe; Tertor warf hierauf ein Messer nach Goethe und dieser zog den Degen.
Nedaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fjr. Chr. Pietsch) in Gießen.


