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Aeilage zu Nr. 148 des Kiefzener Anzeigers.

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Gietzener Anzeiger.

Derselbe erscheint wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Samstags, und kostet in Gießen vierttÄK frei in'S Haus geliefert. - Für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der

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: Waizeu 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfunds

Normalgewicht per Malter:

Frucht- und Mehrpreise in verflossener Woche von nachbenannlen Orten und Fruchtmärkten I Walze,7 I Gerste. Spelz. | Hafer. Erbsen. J gin^n. _ Wicken.^

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^Dcu" y'lbvnneitteu^u der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche ^lbbestelliing erfolgt, das BNNt auch ni i Qua tal 1870 zuseuden und den Abonnemeutbetrag Me seither durch Quittung er­heben lassen Die Expedition des Gießener Anzeigers.

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Feuilleton.

Aus htm Leben einer Nonne.

Novelle von 2- H-

in Dein Her, geschaut, wie es drinn n aursieht; Du weiß«, daß Du gefehlt hast Du weißt, daß Du Deine Schuld siihnen mußt, aber Du hast nicht den Muth, das rechte Opfer zu bringen. Ich kenne Elisabeth, ich weiß, wo da« arme Kind ist aber ich schwöre Dir bei der Mutter Gotte« Du erfährst e« nie,

wenn Du nicht in ihre Verbindung mit Adolph von FelSeck willigst.

Einen Augenblick sah ihn die Gräfin erstaunt an, aber dann stieg die

flammende ZorneSrothe ,n ihr Gesicht, als sie daran dachte, daß man sie zu

etwas zwingen könne, und jede weichere Regung war au« ihrem Antlitz verschwunden.^ ($ miaigtn/, entgegnete sie mit eiserner Stimme. Elisabeth ,st für da« Kloster bestimmt und Niemand wird me nen Willen ändern. Ich habe die Welt kennen gelernt und weiß, daß man mcht« Gute« davon zu erwarten hat. Darum soll Elisabeth .m Kloster Ruhe und Frieden finden, ich habe Mittel und Wege genug, meinen Zweck zu erreichen.

F Der Schuldige hat nicht« von der Welt zu erwarten, Marion, und darum muß er sich davon zuriickziehen, aber für den Schuldlosen hat sie Schone«^genug.^renh^t, 3j} tai männlich? Mir, dem schwachen

^'^ug^m DaBenberg zuckte die Achseln.Du bist kein schwache« Weib, Marion," entgegnete er scharf,denn gerade in diesem Augenblick, wo Du den Muth hast, Dein hülslose« Kind lebendig zu begraben, legst Du mehr Starke an den Tag, wie je ein Mann besaß. Marion, Marion, sagte er fast Leo. hend,füge Deiner Schuld nicht eine zweite, viel größere hmzu, d,e Du alle Ruhe rauben müßte. Ich sage Dir, daß eine« Tagt« d,e Reue bei Dir an- Hopfen wird, wenn man Dir meldet, daß Elisabeth sich den Kopf an den Mauern de« Kloster« zerschlagen hat, wie e« meine Martha gethan Und ich weiß, daß sie c« thun wird, ich weiß, daß kein kurze« Jahr vergeht, und sie hat da« Kloster mit dem Grabe vertauscht Dann stehe zu, daß Du mit Dei­nem Gewissen fertig wirst, dann werde ich die Stunde verfluchen, wo ich Dick aetiebt und an Dich geglaubt habe, dann werde ich Tag für Tag beten, paß Deine Qualen Dir da« Herz zerfleischen, wie Du da» Deine« unglücklichen Kinde« zerfleischt hast."

Hugo hielt erschrocken inne.

Marion " sagte er dann weich,etrgieb nur, wenn ich zu hart gesprochen habe " Aber Ich konnte nicht ander«, Elisabeth'« Wohl ist zu eng mit dem meinigen verknüpft. Konnte ich dazu beitragen, sie dem «eben und dem Glücke zurückzugeben, so hätte ich doch wenigsten« eine gute That began­gen, die mich trösten konnte. Habe Mitleid mit mir, Marion, und mit Clr ^Laß' mich, Hugo," flüsterte die Gräfin mit völlig veränderter, weicher Stimme, nur kurze Zeit will ich mich bedenken, ich muß mich erst zu dem wichtigen Schritte, den ich vorhabe, vorbereiten." .

E« war kaum vierzehn Tage nach den letzten Ereignissen, al« in der Donikirche der benachbarten Stadt eine Doppelfeier vor sich ging, wenn gleich fe^r^c'unt" anfsHcoipt) von Felseck und Elisabeth standen am Traualtäre, ihnen zur Seite die Gräfin Marion und Hugo von Dodenberg. AI« die $rauung«ceremonie beendet war und da« neuvermählte Paar den Segen de, Priester« empfangen hatte, da ging eine andere, nicht minder ernste Feierlichkeit vor sich die Gräfin Marion nahm den Schleier.

(Schluß.)

Alle Vorbereitungen, Elisabeth zurück zu erlangen, waren schon g.macbt fcenn die Gräfin ahnte wohl, wohin sie ihren Weg genommen hatie, und sie ielber rüstete sich zur Abreise nach der Garnisonstadt, wo Adolph wohnte.

D.e Gräfin Marion von FelSeck saß reisefertig in ihrem Gemache ; draußen subr schon der alte Reisewagen vor, und ungeduldig wartete sie aus die Die- nerin die ihr melden sollte, daß Alle« zur Abfahrt bereit sei. In diesem An- aenblick öffnete sich die Thür des Gemaches, aber Gräfin Marion stieß einen leichten Schrei de« Schrecken« au« nicht die alte Dienerin, sondern eine hohe stattliche Männergestalt trat ein. Eine sonderbare Ahnung tauchte m dem Herzen der Gräfin auf und erfüllte sie so sehr, daß sie nicht wagte, ihr ^"DeTeWUne war ein Mann von vielleicht etwa« über vierzig Jahren, obgleich sein Gesicht, worin der Kummer tiefe Falten gegraben ^atte, ihn beceu- älter erscheinen ließ. Der Mann trat dicht an die Gräfin heran.

©näBige Frau," sagte er mit tiefer Stimme, aber der Klang derselben berührt st- s», »«6 tin 3Utern ihre Gestalt durchlief,habe ich mcht die Ohre,

°Hug^"°murwe'lIe dtt Gräfin7nl°«, indem ihr Gesicht noch bleicher al«

k 1 A In.trbe und sie ihren Kopf in Vie Polster vkS Sessels verbarg. b^°Nchm rz iche« Stöhnen weckte die Gräfin Marion 0U« ihrem Hinbrüten. Sie blickte ^empor und sah jetzt in Hugo'« Antlitz, das voller Mitleid auf seiner 1°^'°Wir?nd Beide alt geworden, Marion," sagte er nach einer Pause,die 3* toSXÄ SÄlen undvon ^rErinnerung ... JT,,. , ^1 dem Kopse. Urplötzlich waren alle ihre rachsüchtigen Ge-

danken verschwundendachte- -ur noch an jene Fiche Ze.^die^dama^den

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biÄÄ' S*" "ä ä'VX* W°r smarion^um meines eigenen Leiden« willen, verzeihe nur. Glaube mir, Xer gebüßt, da« Unglück hat sich verderbenbringend an meine Sohlen geheftet und Alle« der Vernichtung Preis gegeben, was sich mir zu ?Ä Wlanl, womit Se?«eck mich umgab, hatte die Stimme des^Herz^s zum Sckweiaen gebracht, bi« sie bei Deinem Anblick auf'S Rene erwach e Dennoch ick Mi» Acht von der Sünde frei, als da« Weib eines Andern durfte ich meinen Pflichten nicht untreu werden, und ich weiß, daß ein große« Opfer ""L"« Ä W! 0,1«. «.'D.

bringen willst, kann Deine Schuld nicht sühnen, sondern sie nur erhöhen. Sttll" fuhr er fort, al« er sah, daß die Gräfin ihn unterbrechen wollte,unter brich mich nicht, ich weiß Alle«, mehr noch al« Du. Ich kenne Dich und h