Ausgabe 
15.6.1869
 
Einzelbild herunterladen

lUtur- mt

«bcrciii b,nh

rr2!^®*' u,,b

ZM

t ®e**t Sn- 1«Ä-Ö* ftS wird * 8ltti. etfagen 5Etsi* L'A.-L- -__Schneider 11^

y.Me, 15 bis 16 ... h'ncr^e'tQUTation ge:

n Cin braD>0e gl^

<1- Göbels i'jödjen für HM-'M : ; ebenso wirb

"Ee abgegeben.

Koch L Pah.

nibs 6 Ubr, L.

2*neibet:

nix,

frankfurt,

:Il!Mi Prämien und un:

Dschlusse von $g

8. Appel.

Idft in Stettin

. Gulden ö,'WM- 5,316,206-

, 4,477,401.

88,WM 2,801,'^ 2,238,180-

red.

rr LZ. ^iktz mtbrmQ^ i.tdifftN Pal-

Ulfff in'''ießen, iXiitt m . .. ... 1-cr.s.

......

-itr. ir.«r, . .

,iS. «ndlilh»'»

uni.'i

- W abcrpWj

V

" ; -or

-r t<xW

,n

5269) Mein Gefckaft befindet sich jetzt im Hause des Herrn Georg Lüdeking.

! Scltcrswcg Wilhelmine Fuhr. Seltersweg!

5287) Es wird eine Liste circuliren, worin sich Diejenigen, welche am Festessen im ^inßcr'schen Garten den 23. l. Mts. Theil nehmen wollen, einzeichnen. Wem solche etwa nicht zukommt, wird gebeten, sich direct bei Herrn Zinßer bis zum 20- I- Mts- zu melden.

Gießen, den 14. Juni 1869. Das Oomite.

fcbntüucrfidicrungsbaiik t. D. in Goths.

5956) Verfichcrungsftand........... 101,500000 fl-

} Effoctiver Capitalfonds......... 25,900000

Versicherungen werden vermittelt durch A. Nicker,

Buchhändler ui Giehen.

(5268)

ab-

ab-

ss

Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten E. W. Dietz.

Das Pvftdampfschiff des Nordd. Lloyd Bremen, am 26. Mai von Bremen gegangen, ist am 9. Juni wohlbehalten in New-York angekommen.

Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Donau, am 29. Mar von Bremen gegangen ist am 10 Juni Abends nach einer sehr schnellen Reife von 9 Tagen 6 St. wohlbehalten in New-York angekommen.

W Ziehung am 1. Juli.

Durch Ankauf eines Anlehens-Lvoses des neuen

Herzoglich Braunschweig. prämien-Anlehens | Bietet sich die Gelegenheit, einen der Gewinne von Thlr- 80,000, 73,000, M 60 000 , 53,000, 30,000, 40,000, 36,000 2c. erlangen zu tonnen, da W ein'solches Loos in allen statthabenden Ziehungen so lange mitfpielt,. bt§ dem- W seihen einer der Gewinne, wovon der geringste schon Thlr. 21 betragt, zu jg ~^cl1 Qur°(grlcid)terurtg des Ankaufs dieser Staats-Anlehens-Loose , deren M An- imd Verkauf überall gesetzlich gestattet ist, erläßt unterzeichnetes Handlungs- M Haus das Original-Prämien-Loos mit

fl. 3" 1'2 Aiizalihiiig>

welche vr. Posteinzahlung oder durch Einsendung (oder gegen Postnachnahme) zu B entrichten sind, während die weitern Beträge durch monatliche Ratenzahlungen ab- M aetragen werden können. , . . . 8»

Nach geschehener Anzahlung spielt das Loos schon bet der am 1. Juli U stattfibdenden Ziehung mit. »

Berloosungspläne und jede weitere Auskunft gratis.

Mury Stichel Söhue^ S

Bank- und Wechsel Geschäft in Frankfurt a. M. W

(G i n g e s a n d t.)

Am Dienstag den 22. d- Mts. feiert der Gießener akademische Gesangverein sein fünfzigjähriges Stiftungsfest, dessen Hauptbestandtheil eine (Nachmittags 4 Uhr statt­findende) öffentliche Aufführung von Händel's OratoriumMessias" bilden wird- Wenn die Gelegenheit, dieses Meisterwerk der Tonkunst zu hören, an sich schon geeignet ist, das Interesse ein^s Jeden zu wecken, dessen Gemüth für Musik empfänglich ist, so werden die folgenden Mittheilungen über die Art der Ausführung die Erwartung eines hohen Genusses zu erregen im Stande sein.

Das Oratorium wird uach Händels Originalpartitur aufgeführt, welche sich namentlich im Arrangement der Arien von der späteren Mozart'schen Bearbeitung vor- theilhaft unterscheidet. Für die Solostimmen sind ausgezeichnete Kräfte gewonnen: den Messias selbst hat der berühmte Baritonist Herr Hill vom Hoftheater zu Schwerin zu singen übernommen, während die Tenorsoli der hier so beliebte Eoncertsänger Herr Ruff aus Mainz singen wird. Für Alt ist Fräulein Aßmann aus Barmen, die wohlbekannte Schülerin Stockhausen's gewonnen. Was die Chöre betrifft, so dürften frühere Leistungen des Vereins unter feinem bewährten Direktor, Herrn M ick ler, Bürg­schaft genug dafür fein, daß auch dießmal Tüchtiges geleistet werden wird; zumal das Bewußtsein von der Bedeutung des Tages alle Kräfte anspornen wird. Der Männer­chor wird eine willkommene Unterstützung durch die Stimmen einiger sehr tüchtigen früheren Mitglieder erhalten. Auch das Orchester, dessen Stamm der hiesige Eoncert- dcrein liefert, wird durch eine beträchtliche Anzahl von Künstlern der Kasseler Hofcapelle verstärkt werden.

Der Zeitpunkt der Aufführung am Vorabende des Gustav-Adolfs-Festes ist ab­sichtlich gewählt, um dessen zahlreichen Theilnehmern durch Zugabe eines halben Tages den Besuch des Concertes zu ermöglichen.

Börseimachrichleu.

12. Juni 1869.

Preuss. 4,/20/0 Obi. 93V2

; Frankf. 3V2°/o Obi. 827g

| Nass. 41/2% Obi. 925/s

I Kurh. 4v Obi. 817/8

1 Hess. 4% Obi. b. Roths. 91 ,/4

3V2% do. do. 861/4

Bayer. 5°/q Obi. 101 Vz

n 4Vz% 1jährige

n 4>/2% (afährige 943/4 Würtemb. 4i/2% Öbl. 923/4 Baden 472% Obi. c. E.L. 933 \ Oestr. 5°/o b. R. 573/6

5% National 555/g

5% Metall. Obi.

M. steuerf. 517/8

| Am er. 60/0 1882r Bds. 867/6 6% 1885r 847/g

Actien.

Frankf. Bank 1207/g i Oester. Bank 723

Creditact, 299 l/z

i Darmet. Bankact. 285

Prioritäten.

5% östr. F. St. E. B. 360 Ludwigsh.-Bexbach 163 Maxbahn 1053/4

Bayer. Ostbahn 127 l/4 Hess. Ludwigsbahn 141 74 3°/0 östr. Stsb.-Prior. 55 7§ 30/0 östr. s. Lombard. 465/g 3% Livorneser 34 ,/4 Toscaner 547/8

Frankf. Hypoth.-Bank 96 Frankf. Vereins-Kasse 96 5°/,j Elisabeth-Prior. 7 4 s/4 do. II. Emiss. 727/8

Anleliensloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 56*/4 Nassau fl. 25 b. Roth. 36l/8 Gr. Hess. fl. 50 b. R. 165 Gr. Hess. fl. 25 b. R. 421/2 40 y bayr. Präm. Anl. 107 4°/0 badische Loose 104 Badische fl. 35 Loose 56*, 4 1858r Prioritätsloose 161 1860r Loose 833/g 1864r

Wechsel.

Amsterd. k. 8. 995/&

Augsb. k. 8. 100

Berlin k. 8. 1057g

Bremen k. 8. 973/4 0öIn k. S. 105

Hamburg k. 8. 887r

Leipzig k. 8. 10572

London k. 8. 12072

Lyon k. 8.

Paris k. 8. 95 V2

Wien k. 8. 96 (g

Disconto 3 */2 °/o 0

Gelthorten.

Pr. Gass. 8ch. 1 447/g-45i/z Div. Cass.-A. Pr. Friedrdor. 9 58-59 Pistolen . . 9 49-51

doppelte 9 50-52 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankenst. 9 32-33 Engi. Souver. 11 57-59 Ross. Imper. 9 50-52 Doll, in Gold 2 28-29

Feuilleton.

D i e D 0 p p r t e I) e.

Frei aus dem Französischen, von Emma v. Nindorf-

(Fortsetzung.)

Die Gräfin erbleichte.Errathen!" dachte Derville,nun habe ich Dich! Das Spiel dcs armen Obersten ist gewonnen. Zudem, meine Gnädige," fuhr er fort, würde sich Graf Ferraud um so weniger ein Gewissen daraus machen, da ein'mit Ruhm bedeckter Mann, welcher General, Gras und Großkreuz der Ehrenlegion ist, nicht eben als schlimmer Handel gelte; und wenn dieser Held feine Frau zurück begehrte ..." -®enug, genug, Herr Derville! Nie will ich einen ancern Anwalt haben, als Sie. Was ist zu thun?'SHan ver- «leiAt sich."Siebt er mich noch?"Wie wäre es anders möglich !" tiefen Worten richtete Cie Gräfin een Kopf in Cie Höhe. Ein Hoffnungs­schimmer blitzte in ihren Augen; vielleicht gedachte sie, Cie Zärtlichkeit des ersten Gemahls mit weiblicher List zu benützen.Ich werde Ihre Befehle erwarten, Krau Gräfin, um zu vernehmen, ob ich Ihnen unsere Acten notttzziren soll, oder ob Sie sich zu mir verfügen wollen, die Grundlagen des Vergleichs festzusetzen,» sagte Derville, indem er sich empfahl.

Rur eine Lampe schimmerte düster im Boudoir Cer Gräfin. In tiefes Sinnen versenkt, regungslos, von weitzen Nachtgewändem umhullt, war sie bei- nabe wie ein schönes, starres Marmorbilc anzusehen. Nur in Cen dunkeln Augen glühte alles Leben. Plötzlich aber blitzte es über Cie versteinerten Züge. Gift!" säuselte es von Cen feinen Lippen,Gift! Za, in Italien geben sie Gift - kelternd' Ein überlegener Geist bedarf Cen Banditenkram nicht. Nichts nut Cen Gericht» ! Uns genügt Cie Zunge, Cie Schlangenwaffe, Cas dämoniiche Ur- ift. d.s Wchtige, aalglatte Wort trifft schärfer, sicherer und Niemand kann es halten es entschlüpft und Cer Lufthauch tragt es spurlos fort.'

Die Tapetenthüre öffnete sich, Robert trat ein:Du wolltest mich sprechen, Rös?'^ frufl er mit gedämpftem Tone. Ueberrafcht sah Cie Gräfin zu dem schönen mit Sorgfalt und Geschmack gekleideten Manne auf. Mit den feinen iUeiCern schien sich ein ganz anderer G.-ist über ihn ergossen zu haben. Die wunderfam verwandelte Erscheinung durfte mit den glänzendsten Helden der Ge- s-llsckaftssäle in Cie Schranken treten. Jener fragte, CaS Staunen seiner Freun- Cin bemerkend : ,Hast Du mir so wenig zugetraut? Du siehst, dass ich Deine Goldvogel gut nützte. Ei, ich möchte wissen, warum ein Spitzbube nicht auch einmal den arosten Herrn spielen könnte, wenn fo viele große Herren Spitzbuben Mieten? Rös Du hast nicht allein Cie Dame auswendig gelernt - O, tch war kitber auch auf hoher Schule! SeiC Ihr Weiber allerClngs gelehriger, als wir, ° verstehe ich Coch auch, einen schimmernden Firniß über Cen alten, wilden «ober zu lieben Du sollst Dich an mir nicht schämen."

Die Gräfin betrachtete ihn lange und nachdenkenb, ihr kleiner Fuß schlug auf Cem Teppiche beflügelten Takt. Zuletzt flüsterte sie hastig i Ich bin mit Dir zufrieden Robert, ich will Dein Glück: kennst Du Cte Tochter des Her- zogs St. Bal, Cie gefeierte Helmina? Dränge Dtch in ihre Nahe, suche das unerfahrene, leichtbestechliche Mävchenherz zu gewinnen. fi? ft^ön ?

Wie eine Göttin!"Reich?"Die Erbin des mächtigen PairS. Wer weiß, welche Opfer der zärtliche Vater seinem einzigen Kinde bringt! Nimm sie, ich übergebe Dir das Mädchen. Sie sei Dein, das ift Alles, was ich ver­lange. Denke aber immer, daß Du in meinen Händen bist."Fast wie Du in den meinen, RöS."Ich könnte Dich auf die Galeere bringen." Er zuckte, wie von einer Wespe gestochen;Süße Schmeichlerin! ja, aber welche possierliche Neuigkeit wollte ich vorher noch in Eure Säle hineindonnern? O sie würden sich wundern, diese vornehmen Herren und Damen, wenn sie er- führen, daß die Gräfin Ferraud ..."

Still, Freund Robert, schmähe nicht die treue Wohlthäterin. Hier hast Du Geld genug, um Deine Pläne zu fördern. Vor Allem aber vorsichtig, stumm wie das Grab! Meine Verhältnisse verlangen ein Opfer. Soll die Gräfin Ferraud Dir nützen, so darf keine Mahnung an die Vergangenheit .... Du verstehst mich! Robert sei begraben, der Vicomte Harcourt aber mein treuer Freund. Komm', laß mich Dir nähere Winke geben; wir wollen den Schlach­tenplan gemeinsam entwerfen."

Derville schritt dem Hause der Näherin zu, bei welcher Nina arbeitete. Er wollte sich nach dem Mädchen erkundigen, ihr Beschäftigung geben, Aufträge seiner Braut zum Vorwande nehmen, um das Vertrauen des fleißigen Kindes zu gewinnen. Er glaubte, blos Mitlerd, Menschenfreundlichkeit ziehe ihn zu dem lieblichen Wesen, aber er fühlte sein Herz stärker klopfen, als er das schwarze, schmale, hochgegipfelte Haus erblickte, in welchem die Gesuchte wohnen sollte. Die Näherin kam ihm auf dem räucherigen Hansgange entgegen: auS der weißen, dichtgefalteten Haube sahen nur zwei grüne Brillengläser und eine spitze, bleiche Nase mit einigen Tabakrestchen vor. Die gute Frau blieb vor dem An­wälte stehen. Als er nach Nina fragte, sah ihn jene forschend an. schlug die knöchernen Hände zusammen und rief:Gewiß der gute zunge Herr!" Dann bückte sie sich zu den Kindern, von denen zwei Knaben, Krausköpfe und Wan­gen wie Posaunenengel, neugierig auS der Ecke guckten; ein kleines Mädchen aber, mit bloßen Füßen, im buntgestreiften, kurzen Nacktjäckchen, wie Vogel Strauß, den Kopf nnter der Mutter Schürze barg. Diese flüsterte:seht, das ist Der gute, schöne Herr, von dem Euch Nina jeden Abend erzählen muß. O mein Herr," fuhr sie lauter fort,0 mein Herr, der Himmel segne Ihnen, was Sie an den Armen thun! Das Mädchen ist ein Engel. Vielleicht hat Sie Gott gesandt, ihr zu helfen." --

Die Näherin wies Derville nach einer Thüre. Er trat in ein niederes, enges Stübchen, dessen Einrichtung cin großer Kasten, viele umhergcstellte Körbe, ein mächtiger, uralter Armstuhl, und ein Tisch, mit Taschenmesser und halb an­geschnittenem Brodlaibe ausmachten. Vor dem einen Fenster waren blendend weiße Vorhängchen dicht zugezogen. Auf dem schmalen Simse stand ein Reseda­stock, ein ganzer Frühling für den Genügsamen, Entbehrenden. Hier saß Nina auf einem Holzschemel, tief aus ihre Arbeit gebückt; aber Thränen, heiße Thränen rollten auf das seine Linnen. Sie blickte empor, sah aber nicht deutlich vor Thränen; sie wischte sich die Augen mit der Ecke der Schürze. Jetzt erkannte sie den jungen Anwalt: Helle Flammen schlugen in dem Gesichtchen auf. Sic sprang auf und verneigte sich. (Forts, folgt)