Bauer scher Gesangverein.
1985) Stiftungsfest Samstag den 13. März, Abends halb 8 Uhr, im Promenadehaus
Karten sind durch die Mitglieder zu beziehen.
_____________________Der Vorstand.
Badische altgemeine UerchrgungsänfläU
tu Karlsruhe,
im Jahre 18 3 5 auf Gegenseitigkeit gegründet. Grundkapital dteun Millionen Gulden.
1984) Die Anstalt schließt alle Arten von Renten-Lebcnsversichcrungs- und Verforaunas-Verträgen zu den billigsten Prämien und unter den vortheilhaftesten Bedingungen. - Zu näherer Auskunftsertheilung und ^^i"^^^von^Antragen ist 1td8 bereit 3®'s(p e ä 'in «Üften,
__________________________________________Wallthor Lit. A. Nr. 189.
Loiieelliemiite Pfand- und Leih-Anstalt.
1971) Auf Werthgegeustände aller Art werden Vorschüste (von 1 bis 1000 fl.) gemacht. $L Grünebaum,
Gießen
Wohmuigs' Vemilderung.
1972) Von jetzt an wohne ich bei Herrn Fromm, im früher Stadtrechner Ncrn'schen Hause in der Schloßgassc- — Zugleich halte ich mich in allen m mein Geschäft einschlagenden Arbeiten bestens emvfohlcn.
Aufträge im Wcißzeugnähen werden von meiner Frau entgegengenommen und reell und pünktlich besorgt- ,-^tter,
_________________ Herrenkleidermachcr.
I^EpHepüschTRrümpfe (Fallsucht)
heilt der Specialarzt für Epilepsie »r. O. Hilliscli in Berlin, jetzt Mittel- | Strasse Nr> tt. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt.
1939) Ein Dienstmädchen, welches alle häuslichen Arbeiten versteht und sogleich eintreten kann, wird gesucht. Näheres bei der Exped- d. Bltts.________
William Liiea gibt sich die Ehre, dem gebildeten Publikum Gießens die ergebene Anzeige zu machen, daß er Ende nächster Woche einige Shakespeare- Vorlesungen geben wild. Näheres folgt. (1000)
Theater.
1970) Die geehrte Theater-Direction wird hiermit freundlichst aufgefordert, das beliebte Charakterbild, den „Viehhändler von Oberosterreich" zur Aufführung gelangen zu lassen. Ein guter Erfolg wäre sicher.
> Mehrere Theaterfreunde.
1941) Ein braves Dienstmädchen, am liebsten vom Lande, wird gegen hohen Lohn pr. 25. März gesucht. Neucnbäuen Lit. B- Nr. 79.
Theater in Gießen.
1980) Freitag den 12. März.
Zum Benefiz für Fräulein Martorell: Der Verschwender, oder:
Das Glück mit seinen Launen.
Original-Posse mit Gesang in 3 Acten von Raimund.
Samstag den 13. März. Auf Verlangen.
Zum zweiten Male:
Die Kunstreiter auf der Wesse,
oder:
Der Jongleur iii und außer dem Circus.
Original-Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abteilungen von Pohl.
W. Kern, Director.
Für die verunglückte Familie in Klein?
Linden ist weiter bei uns cingcgangen:
Von einigen Kindern aus ihrer
Sparbüchse......3 fl. 30 kr.,
Gesammelt bei einer jüdischen
Clawerjasz-Gesellschaft • . 2 „ — „
Von Hrn. Oberquartiermeister
Kalbfleisch.......— „ 48 „
Von Frau Will......— „ 30 „
„ C. S........30 „
„ Hrn. Director Curtmann. 1 „ — „
„ „ Assessor Gebhard . 1 „ — „
„ Frau M. K......30 „
Durch R.........— „ 12 „
Von Hrn. Justizrath Balser . 1 „ — „
„ Frau S. Homberger - . 2 „
zusammen 13 fl. — kr-
Die Exped. d. Gieß. Anz.
ZoS.
Bern, Breslau, Cassel, (Sollt Stuttgart.
Dieselbe vermittelt ausschließlich Zeitungs-, Zeitschriften', Kalender-, rc. Inserate iu alle Fachblätter und Zeitungen der fünf Welttheile, — berechnet ohne Aufschlag von Vorto, Pro Vision 2C. stets die Originalpreise, — gemährt bei größeren Aufträgen angemessenen Rabatt, — liefert Belegblätter für jedes Inserat, — beseitigt alle Portoauslagen und sonstigen Nebenkosten, liefert vorherige Kostenanschläge, besorgt Uebersetzungen in alle Sprachen gratis und versendet auf Verlangen gratis und franco ein vollständiges Zeitnngs-PrciS-Vcrzeichniß.
Mit sämmtlichen deutschen Zeitungen steht obiges Institut in täglich directem Verkehr.
Zkitungs-Annoncen-Expedition
von
Sachse Co. Leipzi
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Die heutige Annonce des Herrn Gustav Schwarzschild, Hamburg, veranlaßt einen ehemaligen Geschäftsfreund, der bereits einen Haupttreffer bei ihm gemacht, alle Diejenigen, welche eine ebenso reelle als glückliche Collecte in Anspruch nehmen wollen, genanntes Haus aus das beste zu empfehlen.
Telegraphischer Bericht, mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Bremen, am 25. Februar von New- Aork abgegangcn, ist am 8- März nach einer schnellen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in Southampton eingetroffen.
Frachtbriefe für die Main-Weser- und Coln-Mindener- Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtlichen Formulare, sind.zu haben bei Wilhelm Klee, Mäusburq.
Feuilleton.
Eine Reise durch die Wolken.
Original-Erzählung von Th. Hellwald.
(Fortsetzung.)
Dies Alles erzählte jetzt Fanny getreulich ihrer guten Tanke, nur daß sie noch um ein ziemlich Bedeutendes ausführlicher dabei war.
Uno dann fing bas arme junge Mädchen bitterlich zu weinen an.
„Wenn sich Alles wirklich so verhält, wie Du erzählst, liebes Kind, so wirb sich die Sache schon auch noch zurecht ziehen lassen," bemerkte Tante Doris in jenem Tone, den sie anzunehmen pflegte, wenn sie in der Warteschule kleine Kinder zu beruhigen suchte, Vie etwa gefallen waren und eine leichte Verletzung davon getragen hatten.
„Dein Papa hat ein etwas hitziges Temperament, aber es liegt nicht in seiner Natur, auf längere Zeit gegen irgend Jemanden Groll zu hegen."
„Es wäre aber doch möglich, Tante, daß Wilh—, daß Lieutenant Hein- rich aus dieser Gegend versetzt würde ober sich anderweitig verheirathete, bevor Papa zurückkehrt."
„In dieser Weise von einem jungen Manne zu sprechen, der nicht im Entferntesten mit Dir verwandt ist, finde ich geradezu undelicat, liebes Kind."
„Aber ich kann nun einmal nicht anders, Tante. Ich bin fest entschlossen, mich niemals mit einem anderen Manne wie mit ihm zu verheirathen."
„Nun, so kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß das Leben im ledigen Stande entschieden das angenehmste ist."
„Woher kannst Du denn aber das wissen?" wollte Fanny schon fragen, doch legte sie sich wohlweißlich Schweigen auf.
Es lag in ihrem Temperamente durchaus nicht der allergeringste Hang zur Melancholie und der eben vergossene Thränenstrom hatte ihr Den Horizont bereits vollkommen wieder aufgeheitert.
Jetzt beschloß sie, einen Versuch zu machen, auch ihre gestrenge Duenna in eine fröhlichere Stimmung zu versetzen.
Es hieß dies freilich ungefähr eben so viel, wie einer kühlen Gurke Son- nenstrahlen entlocken zu wollen, doch war in dem Städtchen, Gottlob eben jetzt ein Thema auf dem Tapet, das ganz besonders schönen Stoff zur angenehmen Unterhaltung zu bieten vermochte.
Heute war Dienstag und am Donnerstage wollte Der junge Graf v. HolOen die Gnade haben, das majorenne Alter zu erreichen.
Große, glänzende Vorbereitungen waren auf Schloß und Besitzung Holden- bürg getroffen worden, um diesen merkwürdigen Tag mit entsprechendem Pompe und größtmöglichster Feierlichkeit zu begehen.
Das große Ereigniß, die Krone des Festes, sollte ein Luftballon fein.
Nicht etwa so em Spielzeug, womit sich die Knaben belustigen, sondern ein wirkliches Wolkenschiff, wie sie Männer Der Wissenschaft mit ihren Instrumenten zu haarsträubenben Höhen emportragen.
Dieser Ballon sollte schon am Morgen gefüllt und Dann mit einem Tau am Boden befestigt werden, so daß Jeder, Der Vergnügen Daran fand, so weit dieses Tau reichte, in die Luft hinauffahren konnte.
Erst gegen Abend wollte man den Ballon endlich loslassen und es sollte Dann ein erfahrener Luftschiffer in ihm davon segeln.
Ein Luftballon?
Keiner Der ältesten Einwohner des Städchens batte ein solches Ding auch nur noch mit Augen gesehen, von Der jüngeren Bewohnerschaft Niemand die neue, elegante Mütze des würdigen Fräuleins Doris, die doch sicherlich nicht mindere Aufmerksamkeit verdiente.
Ja wohl, Fanny halte das richtige Thema gefunden, und welche andere Gegenstände von nun an auch noch in die Unterhaltung verflochten werden mochten, diese kehrte stets und immer wieder auf Die Fete des übermorgenOen Tages zurück.
„Ich fürchte nur, sie steht mir ein wenig gar zu jugendlich," meinte Tante Doris, als sie am folgenden Tage, mit Der Mütze bekleidet, in Fanny'S Begleitung von der Putzmacherin zurückkehrte.
„Durchaus nicht, Tantchen," antwortete das junge Mädchen.
„B st Du freilich auch gerade kein Kind mehr, so brauchst Du deswegen doch m'chl gerade gleich —"
Die Rede erstarb der jungen Dame auf Der Zunge, als sie jetzt plötzlich einen jungen Mann in eleganter Sommerkleidung Dicht vor sich sah.
„Erlauben Sie mir, Ihnen mit einem Programm über Die morgenDen Festlichkeiten aufzuwarten, meine Gnädige," wandte sich dieser an Tante Doris.
„Sehr oerbunoen, mein Herr," gab Die Dame, das Papier entgegennehmend, zurück.
„Und darf ich vielleicht auch Ihnen ein solches anbieten?
Zu antworten wagte Fanny nicht.
Sie empfing den nur einmal gefalteten gedruckten Zettel, Der, wie sie sogleich fühlte, ein Brieschen enthielt, mit einer artigen Verbeugung, und war auf dem weiteren Weg nach Hause auffällig schweigsam und abwefend.
In Der Wohnung ihrer Tante angelangt, klagte sie Darüber, Daß ihr Die Hitze ein ernsthaftes Kop weh verursacht habe, und erklärte, bis zur Thcezeit Der Ruhe in Der Einsamkeit ihres Zimmers zu beDürfen.
Wirklich verschloß sie Denn hier auch Die Thüre hinter sich, als beabsichtige sie, sich auf'ö Bett zu legen ; Doch Der Schein trügt, und junge Mädchen haben manchmal Launen gar eigentümlicher Art und Weise.
Ter junge Mann in dem eleganten Sommeranzuge war natürlich Niemand anders gewesen, wie Wilhelm Heinrich und das Br-escken lautete wie folgt:
„Kommen Sie, wenn es Ihnen nur irgend möglich ist, z»r Föte nach Park von Hvldenburg, und besteigen Sie dort die Gondel des Ballons, wenn Sie sehen, daß sich eben Niemand weiter in derselben befindet, wie der Mann, der die Obhut über dieselbe hak. (Schluß folgt.)


