Grosse garaiitiile Geldverloosung.
7544) Am 20. September d. I. beginnt die vom Staate eingerichtete und aarantirte große Geldvcrloosung, worin: 25,300 Gewinne mit nisammen 3 Millionen 677,400 Thaler zur Entscheidung kommen.
Hierzu kostet ein gaureS Looö 2 Thlr., „ halbes „ 1 „
, r v Viertel „ % „
biqe verenden wir auf vorherige Einsendung des Betrages mit amtlichem Plan, und nach Entscheidung sofort die betreffende Liste.
Geioinngelder zahlen wir gegen Einlieferung der Treffcrloose sofort baar aus, und berufen uns auf unsere bekannte reelle Geschäftsführung. Unter den größeren Gewinnen figuriren folgende:
250,000. «50,000. 100,000. 50,000. 40,000. 25,000. 2 ä 20,000. 3 15,000. 3 a 12,000. 1 ä 11,000. 3 ä 10,000. 4 ä 8,000. 5 ä 6,000. 11 ä 5,000. 1 ä 4,000. 29 ä 3,000. 131 ä 2,000. 6 ä 1,500. 5 ä 1,200.
156 ä 1,000. 206 a 500 rc. rc.
Mit dem Verkaufe dieser Loose sind wir betraut morden und wolle man bei Bestellungen sich direct an uns wenden. Beträge können der Postersparniß halber auf Postanweisungen machen, wobei um deutliche Adresse der Absender bitten.
8. IBelareiis «& <’«»..
Bank- und Wechselgeschäft in IfiaBBiburg.
Schützengesellfchaft in Gietzen.
7568) Die Mitglieder werden hiermit benachrichtigt, daß heute Mittag kein Scheibenschießen stattfindet, sondern Morgen Nachmittag. Der Vorstand.
Wir bitten hierdurch die im heutigen Blatte stehende Glücks-Offerte des Bankhauses Laz. Sams. Cohn in Hamburg besonders aufmerksam zu lesen. Es handelt sich hier um wirkliche Staats-Lovfe, deren Gewinne vom Staate garantirt und ver- loost werden, in einer so reichlich mit Hauptgewinnen ausgestatteten Geld-Verloosung, daß aus allen Gegenden eine sehr lebhafte Bctheiligung stattfindet. Dieses Unternehmen verdient das vollste Vertrauen, indem vorbenanntes Haus, „Gottes Segen bei Eohn," durch die Auszahlung von Millionen Gewinne allseits bekannt ist.
Telegraphischer Bericht,
mitgetheilt von dem Haupt-Agenten C. W. Dietz.
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „America", am 18. August von Bremen abgegangen, ist am 1. September, 10 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork anae- rommen. ö
Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Rhein", am 21. August von Bremen abgegangen, ist am 3. September, 8 Uhr Abends, nach einer außerordentlich schnellen Reise wohlbehalten m Newyork angekommen.
Borseimchricliten.
4. September 1869.
I Preuss. 4%o/o Obi. 94*/4
I Frankf. 3%% Obi. 803/4
! Nass. 41/2% Obi. 931/2
: Kurh. 4% Obi. 84’/2
' Hess. 4o/o Obi. b. Roths. 921/4
n 3%°/o do. do. 871/4
Bayer. 5% Obi. 101 74
n 41/2°/ü 1jährige 941/4
n 4%% 1,2jährige 935/4 Würtemb. 4i/20/0 Öbl. 92% Baden 4 %% Obi. c. E.L. 93i/4 Oestr. 50/0 b. R. 57%
r, 50/y National 5 51/4
„ 5% Metall. Obi. —
„ M. steuerf. — Anaer. 60/0 1882r Bds. 873/.
! „ 60/o 1885r 86y8
Aetlen,
F rankt. Bank 121
! Oe. ter. Bank 704
, * 'reditact. 263
| Darmst. Bankact. 3111/2
Prioritäten.
50/g östr. F. St. E. B. 393 V2
Ludwigsh .-Bexbach 168
Maxbahn 105%
Bayer. Ostbahn 129
Hess. Ludwigsbahn 1411/4 3% östr. Stsb.-Prior. 58% 3% östr. s. Lombard. 50% 3% Livorneser 33%
Toscaner 54%
Frankl. Hypoth.-Rank —
Frankf. Vereins-Kasse 98 5% Elisabeth-Prior. 76% do. II. Em iss. 73%
Anleheneloose,
Kurh. 40 Thlr. Loose 57
Wechsel.
Amsterd. k. 8. 100%
Augsb. k. S. 993/4
Berlin k. 8. 105
Bremen k. 8. 97%
Cöln k. S. 105
Hamburg k. 8. 88
Leipzig k. 8. 105
London k. 8. 120
Lyon k. 8. —
Paris k. 8. 95%
Wien k. 8. 97%
Disconto 3% % G.
6eldsorten.
Pr. Cass. Sch. 1 44%-45% Div. Cass.-A.
Nassau fl. 25 b. Roth. 40% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 177 Gr. Hess. fl. 25 b. R. — 4% bayr. Präm. Anl. 105% 40/o badische Loose 103% Badische fl. 35 l^oose 57% 1858r Prloritätsloose 157 1860r Loose 83 1864r „ 119
Pr. Friedrdor. 9 58%-59% Pistolen . . 9 50-52
„ doppelte 9 51-53 Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 37-39 20 Frankens!. 9 32-33 Engi. Souver. 11 56 ä 12 Ri;ss, Imper. 9 51-53 Doll in Gold 2 28-29
F e u t L L e t 0 K.
Die N a m e n l 0 s e.
Novelle von Theodor König.
(Fortsetzung.)
„Und wie beabsichtigen Sie zu handeln, falls Berthold seine auffälligen Aufmerksamkeiten gegen Hyacintha fortsetzt?" fragte er dann.
„Mich gegen den Vater offen über sein unverantwortliches Benehmen auö- zusprechen.
Gleichzeitig werde ich ihn auch bitten, meines Bruders Schulden zu bezahlen und ihn zugleich zu seinem Regimente zuruckzuschicken," mit>vortete Carl.
„Das Erstere zu thun, wäre der Baron gegenwärtig gar nicht einmal im Stande," sagte Willert, der in allen Geschäftsangelegenheiten des alten Bergen's die rechte Hand war.
„Doch, doch, Papa wäre sehr wohl dazu im Stande, wenn ich das kleine Geschäft verkaufte, welches mein Oheim mir testamentarisch hinterlassen hat," erwiderte Carl.
„So würben aber Sie, statt des Barons, das Opfer der Ausschweifungen Bertholds sein," warf der Informator ein.
„Immerhin. Besser, als daß Cynthia unglücklich würde. Berthold würde nach unserem Streite von gestern Abend von mir vielleicht gar nicht einmal Geldhülfe annehmen, doch wäre%s ja auch gar nicht nöthig, daß er erführe, woher diese eigentlich käme."
„Für Sie wäre das aber ein wirklich großes Opfer," sagte Willert; „ich weiß ja, jenes alterthümliche Haus mit seiner malerischen, wenn auch eher ernsten wie freundlichen Umgebung, ist Ihnen sehr lieb."
„Es würde mir um so schwerer werden, mich jenes Geweses zu entäußern, weil ich bereits ein Documcnt habe ausstellen lassen, welches es bei meinem Tove an Hyacintha überweist," antwortete Carl.
„Wenn ich nicht ihr Gatte ^werden kann, — vielleicht nicht darf, so soll es, falls Vaters Tod sie seines Schutzes in der alten Heimath berauben sollte, sogar schon früher ihr Eigenthum werden.
Ihr Glück, Willert," fügte er dann hinzu, betrachte ich als meinen höchsten Lebenszweck.
Mag Berthold mich immerhin einen fischblütigen Stoiker nennen, für Hyacintha vermöchte ich mein Leben zu lassen."
Die Stirn des Informators zog sich in düstere Falten zusammen.
„Jenes Opfer soll Ihnen womöglich erspart bleiben," sagte er dann nach kurzer Pause.
„Auch ich vermag wohl noch Gelder zu einigem Belaufe aufzutreiben und stelle Ihnen jedenfalls die ganzen kleinen Ersparnisse meines Lebens zur Verfügung, ehe Sie jenes Erbgütchen verkaufen sollen."
„Sie sind ein guter, braver Mann, Willert!" rief Carl aus, indem er die Hand des Informators ergriff und warm drückte, „und wenn es möglich wäre, die nötbigen Geldmittel herbeizuschaffen, ohne Heidenthal zu veräußern, so würde ich Ihnen natürlich sehr dankbar dafür sein."
„Ich werde thun, was nur irgend in meinen Kräften liegt," antwortete der Informator.
„In wenigen Tagen muß es sich ja zeigen, ob unsere Befürchtungen richtig oder grundlos sind, und wird es dann nöthig, so müssen wir allerdings offen zu Ihrem guten Vater sprechen. Ich werde nach Stralsund hinüberreisen und Gelder anzuschaffen suchen, um diesem Verschwender noch einmal aus der Noth zu helfen."
Wie aber bandelte Berthold während dessen?
Während des Morgens suchte er seinen Verdruß, seine Täuschung auf seinem Zimmer über einer leichten, französischen Novelle zu vergessen.
Bei Tische verhielt er sich, ganz gegen seine sonstige Gewohnheit, so außer- ordentlich schweigsam, baß sein Vater ihn fragte, ob er sich unwohl befinde, und Hyacintha's Augen fortwährend ängstlich an seinem Antlitze hafteten.
Er antwortete verneinend und Willert suchte die Aufmerksamkeit dadurch von ihm abzuleiten, daß er seiner für den folgenden Tag beabsichtigten Reise nach
der Hafenstadt erwähnte, und Hyacintha bat er, ihm ihre Aufträge mitzutheilen, falls sie deren dort auszuführen habe.
Das Anerbieten, in der Staot Besorgungen zu übernehmen, abzulehnen, war für eine jungs Dame, die in ländlicher Abgeschiedenheit lebte, selbstverständlich ganz unmöglich.
Hyacintha erinnerte sich jetzt natürlich an tausend ihr durchaus nothwendige Dinge und der Baron mußte über die Menge von Aufträgen lachen, mit wel- chen der würdige Informator sich überladen sah.
Dieser jedoch notirle mit großem Eifer jeden Auftrag des jungen Mädchens in sein Taschenbuch.
Wie wenig er auch von Putz- und Toiletten-Gegenständen verstehe, sagte er, so werde er doch jedenfalls Alles so gut 'wie es ihm nur irgend möglich sein werde besorgen und zu diesem Zwecke ganz gewiß durchaus weder Muhe noch Zeit sparen.
Im Laufe des Abends bat Berthold Hyacintha, ihm etwas vorzusingen.
„Singe mir das reizende Lied von Weber:
„Was zieht zu Deinem Zauberkreise
Mich unwillkürlich hin,"
sagte er, als sie ihn aufforderte, ihr das Lied, welches er wünsche, zu nennen.
„Und jetzt:
„Seit ich Dich gesehen,
Glaub' ich blind zu sein," bat er dann.
„Reizend, reizend, Cyntbia!" flüsterte er, sich tief über die Lehne ihres Stuhles hinabbeugend, so daß sein Athem den ihrigen berührte, nur für sie hörbar, als sie mit zitternder Stimme endete: „Selig, für Dich zu leben und zu sterben !"
„Cs ist Zeit, Papa zu wecken," sagte sie, sich vom Piano erhebend und quer durch's Zimmer auf den in seinem Lehnstubke eingffchlafenen Baron zu- schreitend.
Als sie mit einer Rose, die sie so eben aus Berthold's Hand erhalten, leicht seine Wange berührte, erwachte der alte Herr mit freundlichem Lächeln.
„Ah so, es ist wohl Zeit zum Abendessen, nicht wahr, Cynthia?"
„Noch nicht ganz, Papa. Aber ich wünschte Dich reden zu hören, denn wir langweilen und."
Die mädchenhafte Schüchternheit, mit welcher sie sich vor der allzuvertrau- lichen Annäherung Berthold's nach dem Stuhle des Barons zurückzog, berührte Carl wohlthuend, eines Gefühles schmerzlicher Eifersucht aber vermochte er sich nicht zu erwehren, als er dann die Unsicherheit der Stimme hörte, mit welcher er sprach.
Zärtlicher wie je zuvor drückte Bertholc ihr die Hand, als Beide sich an jenem Abende trennten, und mit hochklopfendem Herzen suchte Hyacintha dann ihr Schlafgemach auf.
Am Morgen darauf reifte Willen nach Stralsund ab, nachdem zwischen ihm und Carl noch einmal die Ucbcreinfunft getroffen war, genau zu ermitteln, welche Geldmittel sie zur Tilgung der Schulden Berthold's aufzubringen vermöchten, bevor sie den Baron auf das Benehmen des Letzteren der Pflegeschwester gegenüber aufmerksam machten.
„Auf diese Weise werden mir dann noch einige Tage zur Beobachtung Hyacintha's übrig bleiben," sagte der liebenswürdige junge Mann.
„Ich muß bestimmt wissen, daß die Trennung von Berthold ihr keinen Schmerz verursacht, bevor ich dahin mitwirke, diese herbeizuführen."
„Gesetzt nun aber, Sie überzeugen sich, daß sie wirklich unter dieser Treu- nung leiden würde?" fragte der Informator etwas hastig.
„Nun, in diesem Falle werde ich in Erfahrung zu bringen suchen, ob Berthold's Liebe stark genug ist, ihn zu vermögen, auf jeden Versuch, eine reiche Heirath zu schließen, zu verzichten und sich mit Hyacintha zu verbinden, wenn sie keine weitere Mitgift hat wie Heidenthal," gab Carl mit trübem Lächeln zurück.
(Fortsetzung folgt.)


