Ausgabe 
7.8.1869
 
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Politische Rundschau

Berlin, 4. Aug. Der Verein für Freiheit der Schule ist bekanntlich von der städtischen Schulde- putation mit seinem Gesuch um Errichtung einer consesstonslosen Prlvatschule" abgewiesen worden. Der Verein hat hieraus eine eingehende Erwiederung beschlossen und soll dieselbe der Schuldeputation über­mittelt werten, sobald die erforderliche Anzahl von Bürgern dem Gesuche bcigctreten sein wird, um so dem Gerede, daö in der Schuldeputation laut wurde, entgegen zu treten, daß in Berlin zu einer confes- flonslosen Schule kein Bebiirfnist vorhanden wäre. Was die Erwiederung betrifft, so wird darin aus- geführt, daß es nach den bestehenden Gesetzen über­haupt schon zweifelhaft sei, ob der Neligionsuuter- richt für öffentliche Schulen obligatorisch sei, sicher sei dich nicht der Fall bet Prtvatjchulen, und schliesz- lich wird der Schuldeputation nachgewiesen, dast sie ihre Eompetenz überschritten, als sie eigenmächtig das Gesuch zurückwtes, ohne dieserhalb nach den etwa erforderlich erschienenen und veranlagten Ermittelun­gen erst an die Negierung zu berichten. Aus diesen Gründen soll bas Gesuch um Errichtung einer con- scsflonsloskn Prtvatschule der Schuldeputation zu sach­licher Prüfung und Befürwortung bet der Regierung von neuem vorgclegt werden.

Dresden, 3. Aug. Versicherungen zufolge, die wir für amtlich halten können, betrug die Zahl der gestern Morgen imGottes-Segen-" undHoff- nungöfchachte" bei Potfchappcl verunglückten Berg­leute 44G (DasDresdener Journal" führt nur 326 Mann, als in die Grube cingefahren, an.) Doch ist die Zahl noch nicht als abgeschlossen an- zusehen. Die von den schlagenden Wettern verur­sachte Explosion ist furchtbar gewesen; man fand die sehr stark gebaute Hunde vollständig zertrümmert, die eisernen Achsen gebogen, und es scheint sicher, daß im Innern des Schachtes auch Gewolbccinstürzc statt- gefunden. Als wir heute.Morgen die Unglücksstätte besuchten, fanden wir sie von weinenden und weh­klagenden Hinterbliebenen, sowie von einer großen Zahl thetlnehmender Besucher umringt. Militär hielt dieselbe abgesperrt, um die Arbeiten zur Heraus­schaffung der Verunglückten nicht zu hemmen. Die 15 20, welche man bis jetzt erst gefunden, sind grbsttentheils gräßlich verstümmelt, zwei sogar ohne Kops, aufgefunden worden. Eine eigentliche Ver­schuldung scheint Niemand zu treffen. Obexallfahrer. Zobel sand um 4 Uhr des Morgens bei seiner er" sten Untersuchung die Gruben zwar in derselben dumpfen Schwüle, wie die Tage vorher, an welchen man sic, trotz der 900 sächsischen Ellen Tiefe, als von der Außenwärme erhalten glauben konnte, und als dann die Obersteiger keine andere Wahrnehmung machten, konnte man das Anfahren fämmtlicher Berg­leute immerhin für gefahrlos halten. Nur 6080 Mann, welche das Sonntagsvergnügen die Arbeit des ersten Wochentages hatte verschlafen lassen, und die erst nach geschehener Katastrophe eintrafen, sind vorn särnrntlichen Arbeit-personal der Freihcrrlich v. Burgk'schcn Kohlenbergwerke gerettet worden. Das Unglück ist, wenn gleich in natürlicherer Weise denn jenes von Lugau vor zwei Jahren, welches Nach- und Fahrlässigkeit verschuldet hatte, entstanden, doch ein dreifach größeres, in Deutschland vollkommen unerhörtes.

Karlsruhe, 4. Aug. Da die badische Ge­sandtschaft In Florenz demnächst ihre Endschaft er­reicht, so wird auch die hiesige italienische Gesandt­schaft aushörcn. Die freundschaftlichen Beziehungen, welche zwischen den Negierungen der beiden betreffen­den Staaten bestehen, werden indeß unter dem Man­gel an diplomatischer direkter Vertretung nicht leiden, und für die Pflege der wichtigen handelspolitischen Beziehungen werden die badischen Eonsuln in Italien und das italienische Eonsulat in Mannheim auch fer­ner Sorge tragen. Nach dem Aushörcn der Ge­sandtschaften dürste es wohl am Platze sein, den Ge- schästskreis der jetzigen Eonsuln zu erweitern.

Wien, 3. Aug. Die ossiciösen Organe der Regierung, welche bekanntlich früher dem Cardinal Nauschcr allerlei VcrsöhnungSvcrsuche angedichtet ha­ben und einen tiefen Zwiespalt zwischen ihm und dem Cardinal Schwarzenberg ic. entdeckt haben woll­ten, sind endlich durch die Veröffentlichung der Denk­schrift, welche der Erzbischof von Wien am 2. Juli 1869 an den Ministerpräsidenten Grasen Taaffe ge­richtet hat, zur Einstellung ihrer Flunkereien genö- thigt worden. Jene Denkschrift ist ein entschiedener Protest gegen die gerichtliche Verfolgung des Bischofs Rudigier. dem der Cardinal Nauschcr in allen Punk­ten Recht gibt. Dieser erklärt sogar den österreichi­schen Ministern, man müsse sich aus den Standpunkt der russischen Negierung stellen, um in dem geeicht-

lich consiScirten Hirtenbriefe des Bischofs von Linz ein Verbrechen zu finden. Was Bischof Rudigier über die Nechtsgültigkeit des Eoncordats, über die Verwerflichkeit der Eivilehe und über die nachtheilt- gen Folgen der Trennung der Schule von der Kirche gesagt habe, das müsse jeder ächte Katholik unter­schreiben. Wie Cardinal Nauschcr hcrvorhcbt, steht dasGesetz Gottes und der Kirche über den wech­selnden Erfolgen politischer Parteien", d. h. offen­bar, die Kirche oder vielmehr der CleruS steht dem Augenblick entgegen, wo die jetzige Gesetzgebung wie­der beseitigt wird. Ucbrigenö faßt die Hierarchie auch die Eventualität der Zertrümmerung Oesterreichs ins Auge. Cardinal Rauscher beantwortet die Frage, ob die liberale Partei den Kaiserstaat retten werde, mit einem entschiedenenNein!" und der Protest des Bischofs Rudigier ist ihmeiner der Vorgänge, welche dem Einsprüche wider den Fortbestand des Reichs einen Schein der Berechtigung verleihen". Also deshalb, weil die kaiserliche Justiz einen Bi­schof vor ihr Forum zieht, ist erlaubt, den Fort­bestand Oesterreichs in Frage zu stellen. Die Uebcr- ctnstimmung der politischen Anschauungen des Erz- bischofs von Wien mit denen des Bischofs von Regensburg ist cclatant. Die volle Schale seines Zornes gießt der Cardinal Rauscher über das öster­reichische Schulgesetz vorn 25. Mai 1868 aus. Es istdem badischen nur allzu getreu nachgebildet". Nach der fixen Idee des Erzbischofs von Wien stecken hinter jedem anticlericalcn Gesetze die Frei- maurer. Es sei, sagt er, unzweifelhaft,daß die in Baden herrschende Partei die Absicht habe, das Programm der Loge durchzuführen und das Ge­schlecht dev Zukunft dem Ehristenthum zu ent­fremden." Das Vorbild der badischen Aufklärer werde auch in Oesterreich und besonders in Wien eifrig nachgeahmt und der Leiter des Pädagogiums (Dr. Dittes) predige den Lehrern Tag für Tag die Grundsätze Dicstcrweg's. (Dieser ist den österreichi­schen Ultramontanen eben so verhaßt, wie den preußi­schen Muckern, und der Bischof von Brunn hat die Lehrer seiner Diöcese nachdrücklichst gewarnt, die gifterfüllten" Schriften Diestcrweg'S zu lesen.) Wie verlautet, hat sich Cardinal Nauschcr nicht damit begnügt, seine Denkschrift dem Ministerpräsidenten cinzusenden. Ex soll ein zweites Eremplar dem Erz­herzog Franz Karl, dem Vater des Kaisers, über­reicht haben, damit sie ohne Verzug in die Hände des letzteren gelange.

Vermischtes.

Darmstadt, 30. Juli. Das gestern erschienen, Regie­rungsblatt Nr. 34 enthält:

I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Graß- herzoglichen HanseS und des Aeußern, die Einführung von Telegraphen Freimarken betr.

11. Bekanntmachung desselben Ministeriums, Abänderung des Gebührentarifs für den Hafen von Mainz betr.

111. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Anschluß der Hamburgischen Boigtei Moorwär- der, sowie eines THeils der zur preußischen Monarchie gehört- gen Elbinsel Wilhelmsburg an den Zollverein betr.

IV. Ueberstcht der für das Jahr 1869 beziehungsweise 1869/71 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen ReligiottSgemeinden des Kreises Bingen.

V. A bw ese n h et ts e r l l ärn g. Durch Urtheil Groß- herzoglichen Bezirksgerichts Alzei vom 1. Juli 1869 wurde Peter Gräf, Schreiner aus Flomborn, Sohn der verlebten Eheleute Johaun Gräf und Maria Eva, geborne Seitz, für abwesend erklärt.

VI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 21. April d. I. den Consul des Norddeutschen Bundes, Johannes Krutt- schnitt in New-Orleans, zum Großherzoglichen Consul da selbst für die uicht zum Norddeutschen Bunde gehörigen Ge bietstheile des GroßherzogthumS zu ernennen; am 13. Juli den von deui Standeshcrrn, dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Birstein, präscutirten evangelischen PfarramtS-Can- didaten, Wilhelm Klingel Höffer aus Derbach, im Kö­nigreich Preußen, zum Lehrer an der Realschule zu Offen­bach zu ernennen und den von dem StandeSherrn, dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, auf die erledigte Pfarrstelle zu Hutzdorf präfentirtcn Pfarramts Can, didaten Specht aus Kaiserslautern, tm Königreiche Baiern, für diese Stelle zu bestätigen; an demselben Tage dem evangelischen Pfarramtö-Candidaten, Wagner aus Wimpfen, die erledigte evangelifche Pfarrstelle zu Grebenau zu übertra- gen; an demselben Tage den evangelischen Pfarramts- Candidaten T reff er aus Schlitz, den Gymnasial-Lehramts.' Aeeessisten Friedrich aus Werthheim, im Großherzogthum Baden, zu Lehrern an der Realfchnie zu Darmstadt, sowie am 16. Juli den Heizer bei der Main-Neckar.Eisenbahn, Heinrich Becker, zum Loeomotivführer und den Werkstätte-Arbeiter bei der Centralwerkstätte der Main-Neckar-Eisenbahn, Karl Klink aus Darmstadt, zum Heizer bei dieser Eisenbahn zu ernennen; an demselben Tage den von dem Gemeinderath zu Assenheim auf die erste evangelische Schulstelle zu Asseuheim präsentirteu Schullehrer an der zweiten evangelischen Swul- stelle daselbst, Friedrich Christoph Bernthensel, für diese Stelle zu bestätigen; dem Schulamts Aspiranten Schmeel aus Bettenhausen die erledigte zweite evangelische Cchnlstelle zn Langsdorf, dem Schulamts-Aspiranten Walther aus Langen Berglzeiur die evangelische Schulstelle zu Schwarz,

dem Schulamts-Aspiranten Arnold aus Groß-Gerau, die er­ledigte fünfte evangelische Schulstelle daselbst, dem Schul­lehrer an der katholischen Schule zu Offenheim, Kirn, die zweite katholische Schulstelle zu Budenheim, sowie am 17. Juli dein Schulamts.Aspiranten Metz aus Hausen die erle, digte zweite katholische Schulstelle zn Klein - Stetnheim, im Kreise Offenbach, zu übertragen.

VIII. B ersetzung in den Ruhestand. Seine König­liche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 16. Juli den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Ru­dingshain, Weitz, in den Ruhestand zu versetzen.

IX. (Soneuerenj für die dritte evangelische Pfarrstelle zu Offenbach mit dem Gehalte von 800 fl.

Darmstadt, 4. Aug. Durch Allerhöchste Decrete vom 28. v. M. wurden ernannt: die GerichtSaccesststeu Christoph Arnold auS Wald-Michelbach und Carl Rühl aus Groß- Umstadt zu Landgerichts-Assessoren in Offenbach; die GerichtS- accesststen Gustav Scriba aus Nieder-Deerbach und Adolph Stammler aus Battenberg zu Stadtgerichts Assessoren in Gießen; der Gerichtsaccessist Augnst Bergsträßer aus Nein: heim zum Landgerichts-Assessor in Großgerau; der Gerichts- accessist Paul Stürger aus Darmstadt zum Landgerichts- Assessor in Alsfeld; der Landgerichts Assessor Carl SuppeS zu Nauheim zum Landgerichts-Assessor in Schatten; der Ge- richtSaeeefsist Friedrich Sch nittfpahn aus Lampertheim zum Landgerichts Assessor in Nauheim; der Bezirksstrafgerichts. Se- cretär Victor Köst er in Michelstadt zum Landgerichts- Assessor in Ortenberg; der Gerichtsaccessist Dr. Otto Trapp aus Gießen zum Bezicksstrafgerichts-Secretär in Michelstadt.

Lützellinden, Kreis Wetzlar, 1. Aug. Hier wurde heute eine Kindlaufe gefeiert, welcher außer Vater und Mutter des Kindes 1 Großvater, 2 Urgroßväter, 2 Großmütter und 4 Urgroßmütter beiwohnten. Der eine Urgroßvater, OrtSvorste- her G. L. . . ist ein Veteran aus den Freiheitskriegen. Sein Sohn hat im Jahre 1849 den badischen Feldzug mitge­macht. Dessen Sohn, der Vater des Täuflings, hat im Jahre 1866 als Frelwilliger in einem Garde-Dragoner-Negiment in Böhmen mitgekämpft. Welchen Krieg wird wohl der kleine Recrut nach circa 20 Jahren mitmache»»?

Memcl, 14. Juli. Das hiesige Unterstützungs Comitö für die Israeliten der benachbarten russischen Grenze erläßt einenerneuerten Nothruf", in welchem eS heißt: Lang« hat das hiesige Comltv gezögert, ehe es zu diesem erneuerten Nothruf den Auftrag gegeben. Der Geldzufluß hatte zum Erschrecken ab-, die Noth aber noch bedeutend zugenommen, so daß sie wohl jetzt erst ihren Höhepunkt erreicht hat, auf welchem sie sich noch vier bis sechs Wochen, bis zur bevorste­henden Ernte, erhalten wird. Zu Hunderten lagern die halb- verhungerten Schattengestalten auf den Straßen und in den Synagogen mancher Städte und beten zn Gott um rasche Beendigung ihres Elends. In den Schulen sterben die Kin­der fammt ihren Lehrern. In dem Flecken Pnrwine bei Schaulen brachten Kinder das Messer an das Krankenlager der Mutter und baten und jammerten, sie möge ihnen Brot schneiden; sie nahm das Messer aus der Hand des Kindes und schnitt sich die Kehle ab. Durch das erschreck­liche Elend der Ihrigen zu wildem Wahnsinn getrieben, schlitzt« ein« Frau in der Kreisstadt Telschen sich den Bauch auf, um den Leuten zu zeigen, daß sie lange nichts gegessen habe. In der Kreisstadt Schanlen lag auf armseligstem Lager eine Großmutter in den letzten Zügen. Sie verschmähte in wahr, haften» Heroismus jeden Bissen, um ihre zahlreichen Kinder und Enkel nicht z»» verkürzen. Einen Schatz aber verbarg sie vor aller Welt, um^enfelben, wie sie sagte, für den Augen­blick der höchsten Noth zu verwahren, der ihr noch nicht ge- kontmen schien. Die Familie hatte vordem gute Tage gese­hen; man glaubte in der That, die Großmutter habe irgend ein Kleinod ans der Zerrüttung, in welche die Familie nach und nach gerathen war, gerettet. Aber was ^og man nach ihrem Ableben unter dem Kopfkissen hervor? Ein altes ver­schimmeltes Stück Schwarzbrod.

Dresden, 4. Aug. Es bestätigt sich leider, daß durch die Grubenerplosion im Plauen'fchen Grunde alle- Leben im Schachte vernichtet wurde. Bis heute Mittag wurden 48 Leichen herausgebracht.

Heidelberg, 2. Aug. Seit vorgestern feiert das stützen, tische Corps .Rhenania" hier lein 25jährigeS Stiftungsfest. Wie gewöhnlich, betheiligten sich daran auch viele ehemalige Corpsburfchen. So auch ein preußischer Offizier H. aus Köln. Er kam gestern, am zweite»» Tage de- Feste-, gegen Abend hie» a>» und nahm an dem Fackelzuge TheN. Während er am Ende des Zuges ruhig in der Reihe dahinfchreitet, stürzt sich plötzlich mit einem Sprunge ein Mensch auf ihn, versetzt ihm einen tiefen SUch in den Hal- und verschwindet unter der Menge, ehe sie nur recht weiß, was geschehen ist. Niemand hat ihn erkannt und bis jetzt weiß Niemand, wohin er ge- ko»nmen ist. Der Verwundete wu»de sogleich in das akademi­sche Hospital gebracht. Die räthselhafte verbrecherische Thal beschäftigt natürlich die ganze Stadt im höchsten Grade, aber bis jetzt hat noch Niemand den geringsten Aufschluß z»» geben vermocht.

Herrieden, 2. Aug. Die Luftwellen ziehen etwas schneller über Europa; nachtzen» un- ein Wellenthal wieder den noch immer ersehnten Regen brachte, zieht bereit- ein Westenberg von Irland her, um und den Himmel wieder auf­zuheitern. Die Hitze der letzten Tage war an manchen Orten ungewöhnlich groß. Nordamerika hatte in letzter Zeit bei ruhigem Luftmeer und mäßiger Bewölkung ebenfalls einige warme Tage.

Dtcwyork, 14. Juli. Der Verlust des DampfersUnited Kingdom", der, obwohl noch immer durchaus keine Einzeln heilen vorliegen, als sicher anznnehmei» ist, hat aufs Neue zu dem Vorschläge veranlaßt, daß auf allen zu regelmäßigen Fahrten verwandten Schiffen jedenfalls aber auf allen Passa­gier Dampfern, Brieftauben gehalten werden, um mittelst die­ser in einem etwaigen Ungiücksfalle Nachricht zu geben. Daß sich ein solcher so plötzlich ereignen sollte, daß selbst zur Ent­sendung einer solchen Brieftaube, mit der kurzgefaßten Nach­richt darüber auf einen» Zettel unter die Flügel gebunden, keine Zeit mehr vorhanden, ist nicht airzunehmen. Jedenfalls sind die Kosten äußerst gering und stehen in keinen» Verhält- niß z»» der Möglichkeit, Nachrichten mit Sicherheit in solchen Fällen z<» übermitteln, wo jede andere (Sommunication abge­schnitten ist.

Redaktion, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. PieNch) tu Gießen.