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Ojchmer Anzeiger.
Erscheint wöchentlich drei- mal: Dienstags, Donnerstags und Samstags. — Gxvedition: Cauzleiberg
Lit. B. Nr. 1
Mnzeige- und Mmlsölalt für den Kreis Kielen.
Nr. Dl.
Donnerstag den 5. August
1869.
Amtliche Bekanntmachungen.
Gießen, am 30. Juli 1869.
Betreffend: Die Liquidation der Vergütung für verabreichte Fourage an Truppen auf dem Marsche.
Das
Grsßhrr^oglichc Kr k i s a m t Gießrn
an
die GroßherzoglkHen Bürgermeistereicn des Kreises.
Zn Auftrag Großherzogtjchen Ministeriums des Innern weisen wir Sie an, die etwa nach rückständigen Liquidationen für an Königlich Preußische Truppen gelieferte Mmschsöurage unverzüglich, und bezüglich der künftig entstehenden Ansprüche auf Bergütung für an Königlich Preußische Truppen gelieferte Marschfourage bie betreffende Liquidalivn jedesmal spätestens binnen drei Monaten nach er, folgter Lieferung einzureiche».
Dr. Goldman n.
Die Vieh-Preisvertheilung des laudw. Vereins für Oberhejjen zu Gießen am 7. September 1869 betr.
Die zweite der diesjährigen Vieh-Preisvertheilungen soll zu Gießen am 7. September d. I. abgehalten werden; es werden auf derselben 500 Gulden zu Preisen und Wegvergütungen zur Verwendung kommen. Es können Preise erhalten:
1) Ausgezeichnete Fohlen, mit Ausnahme von Saugfohlen, und zwar:
a. solche, die vom Bewerber aus eigener Stute gezüchtet worden sind, von 15 bis 25 fl.;
b. solche, die vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein Jdhr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20. fl.
Diejenigen Fohlen, von denen durch Bürgermeisterel-Bescheinigung nachgewiescn ist, daß sie bis zum Alter von 2‘/2 Jahren noch nicht eingespannt worden sind, sollen unter sonst gleichen Verhältnissen jedesmal den Vorzug erhalten.
2) Zur Zucht taugliche, im Besitze von Privaten befindliche 1- bis 2jährige Bullen und zwar:
a. wenn dieselben vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15 bis 25 fl.;
b. wenn dieselben vom Bewerber gekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl.
3) Die besten im Besitze von Gemeinden (oder Gemeinde-Bullenhaltern) befindlichen, nicht über 3 Jahre alten Zuchtbullen, von 10 bis 15 fl., welche den Bullenhaltern zu Gute kommen sollen.
4) Rinder von 2 bis 3 Jahren, die entweder sichtbar trächtig sind, oder erst kürzlich gekalbt haben, und zwar:
a. solche, die vom Bewerber aus eigener Kuh gezüchtet sind, von 15 bis 25 fl-, und -
b. solche, die vom Bewerber augekauft, aufgezogen und mindestens ein halbes Jahr im Besitze desselben sind, von 10 bis 20 fl.
Das schönste Rind erhält außerdem ein Halsband mit Glocke.
5) Ausgezeichnet schöne Schafböcke bis zu 10 fl. — Bezüglich dieser muß das Schurgewicht von letzter Schur angegeben werden; auch wird bei der Prämiirung Rücksicht darauf genommen, ob die Böcke Reinvieh oder Schmeervieh sind, und bei sonst gleichen Verhältnissen dem Reinvich der Vorzug gegeben werden.
6) Zuchtschweine reiner englischer oder englischer Bastard-Racen jeden Geschlechtes, und mindestens ein halbes Jahr alt, die aus dem Bewerber eigenthümlich gehöriger Zuchtsau gezogen sind, von 5 bis 10 fl. ...
Es kann nur wirklich preiswürdiges Vieh prämiirt werden. Eigentümer von solchem, denen wegen zu starker Concurrenz eine Prämie nicht zuerkannt werden konnte, erhalten auf Verlangen, wenn sie z Stunden und weiter hergekommen sind, eine Wegmtschädigung von 24 Kreuzern für einen Bullen, und von 12 Kreuzern für ein Fohlen, ein Rind, einen Bock, oder ein Loos von mehreren Böcken, und ein Schwein oder ein Loos von mehreren Schweinen für jede Stunde Wcgentfernung.
Die Musterung des Viehes beginnt Vormittags 8 Uhr.
Alle Bewerber haben Bescheinigungen (auf stempelfreiem Papier) darüber beizubringen, daß das zur Preisbewerbung vorgefuhrte Thier den in den pos. 1 bis 6 incl. angegebenen Anforderungen entspricht, widrigenfalls sie bei der Prämiirung nicht berücksichtigt werden können. — Die Preisbewerbung ist für alle Kreise der Provinz Ober- Hessen frei und' an keinen Bezirk gebunden.
Thiere, welche bei einer früheren Preisvertheilung bereits einen Preis erhalten haben, können auf einen weiteren Preis nicht mehr Anspruch machen.
SämmtlicheS vorgcführte Rindvieh wird durch die betreffenden Experten in 3 Abteilungen aufgestellt werden; diese sind:
I Schweizer, Englische und größere Niederungsschläge,
11. Vogelsberger Vieh und
III. Kreuzungsoieh.
Die einer Abtheilung angehörigen Thiere concurriren unter sich um Prämien, und es bleibt den Experten überlassen, die vorräthigen Mittel auf die einzelnen Abthei- lungen je nach dem Maße der Beschickung und der Zahl der preiswürdigcn Thiere zu verthcilen; ein erster Preis aber soll in jede Abtheilung fallen, insofern ein wirklich vreiswürdiges Thier in derselben vorgeführt ist; die Abtheitung, in die die Glocke mit Halsband entfällt, wird bei der Bertheilung der Preise zuerst vorgesührt.
Die Experten werden vom Ausschuß des Prooinzial-Vereins ernannt, und zwar drei für Prämiirung von Fohlen, Schafböcken und Schweinen, drei für die von Bullen und ^^^E^Regel"sollen^zu'Prämien für Fohlen, Schafböcke und Schweine 150 fl., für Bullen 150 fl. und für Rinder 200 fl. verwendet werden; Ausnahmen hiervon sind den Erverten nach dem Maaße der Beschickung der einzelnen Abteilungen gestattet, und Ueberschüsse aus einer Kategorie können in die anderen übertragen werden.
Indem der Unterzeichnete Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringt, ladet er zugleich die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft zu zahlreicher Theilnahme an dieser Preisvertheilung ein. Wesentlich könnte das Interesse an derselben erhöht werden, wenn, unabhängig von der Preisvertheilung, schönes Vieh und interessante Gegenstände der landwirthschaftlichen Industrie zur Ansicht ausgestellt würden.
Laubach am 16. Juli 1869. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für Oberhessen:
Otto, Graf zu Solms-Laubach.
Versteigerungen.
Die Versteigerung der Ladenerker in dem ehemals Ferber'schen Hause. 6572) Freitag den 6. Juli 1869, des Morgens 9 Uhr,
sollen obenbemerkte Erker auf dem Rathhause dahier an den Meistbietenden versteigert werden.
Gießen, den 4. August 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.
Fourage- Lieferung.
6556) Dienstag den 10. August, Vormittags 10 Uhr, wird der bei den diesjährigen in der Provinz Oberhessen vom 23. August bis 3. September stattfindenden Hauptübungen für die Großherzogliche (25.) Division erforderliche Bedarf an Fourage auf dem Büreau des Proviant-Amts, woselbst auch die Bedingungen vorher offen liegen, durch Sum- mission in Lieferung vergeben.
Darmstadt, den 25. Juli 1869.
Großherzogliches Proviant-Amt.
Becker. G r ö n r i ch.
Die Versteigerung von Weiden bei der Stadt Gießen.
6551) Freitag den 6. August d- I., Nachmittags 3 Uhr aufangend, sollen die Korbweiden an den Wiescckböschun- gen und dem Bruchgrabcn an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 31. Juli 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.
6548) Donnerstag den 5. I. Mts., ' Nachmittags 2 Uhr,
wird die Versteigerung in meinem seitherigen Hause fortgesetzt und dabei Bettwerk, Weißzeug, eine große Partie Stühle, sowie eine große Waschbütte, ausgeboten werden. Ehr- Stier.
Holzversteigerung.
6560) Freitag den 6. August l. I., des Vormittags um 10 Uhr anfangend, sollen in den hiesigen Gcmeindewaldungen nachstehende Holzsorlimente öffentlich versteigert werden, als:
3'/r Stecken Eichen-Prügelholz,
4 „ „ Stockholz,
375 Wellen „ Reisholz,
5 Stecken Nadel-Prügelholz,
374 „ „ Stockholz,
1413 Wellen „ Reisholz,
38 Eichen-Stämme mit 611 Cubikfuß,
12 Nadel- „ „ 169
15 Eichen-Stangen „ 65 „
27 Nadel- „ ,, 107
Die Zusammenkunft ist im District Greb- strauch am Vicinalweg nach Gießen.
Rödgen, am 31. Juli 1869.
Großherzogliche Bürgermeisterei Rödgen.
I n d e r t h a l.
Mühl-Verpachtung.
6561) Donnerstag den 12. August, Morgens 9 Uhr,
soll die dem Johannes Volk gehörige sog. Weißmühle bei Großen-Buseck, in Folge der Insolvenz-Anzeige desselben, auf ein halbes Jahr öffentlich, und zwar in der Mühle selbst, verpachtet werden.
Dieselbe hat 2 Mahlgänge, 1 Schlag- gang, nebst sämmtlichem noch gut gehaltenem Mühlgeräthe, sowie 1 neu eingerichtete Schwungmühle u. s. w.
Pachtliebhaber, welche etwa schon vor dem genannten Termine genaueren Aufschluß wünschen, wollen sich an den Unterzeichne
ten wenden, welcher jederzeit bereitwilligst Auskunft ertheilcn wird.
Großen-Buseck, den 3. August 1869. Der Massecurator:
____________Balthasar Stephan I.
Arbeitsversteigeruug zu Treis a. d. Lda.
6552) Freitag den 6. d. Mts-, Vormittags 10 Uhr,
sollen auf dem hiesigen Rathhause nachfolgende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als:
Maurerarbeit am Brunnen, veranschlagt zu . . . . 34 fl. 12 kr.
Steinfahren und Steinsetzen,
veranschlagt zu .... 44 „ — „ Steinklopfen, veranschl. zu 128 „ — „ Pflasterarbeit, „ „ 20 „ — „
Grabenarbeit, „ „ 28 „ — „
Treis a. d. Lda., den 1. August 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei
Treis a. d. Lda.
I. A.:
L. Hahn, Bezirksbauauiseber.
Feilgebotenes.
6575) Incarnat - Kleefarnen, erstes Grünfutter, bei Emil Pi stör.


