Ausgabe 
5.1.1869
 
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Politische Rnnd sch

Darmstadt, 2. Jan. Die zweite Kammer der Stände wird zur alsbaldigen Berathung des von der Regierung vorgelegten Militärpensionsgesetze- in 14 Tagen wieder zusammentreten. Voraussichtlich werden nur wenige Sitzungen stattfinden und die Kammer sich dann abermals vertagen.

Berlin, 1. Jan. Privatnachrichten aus Paris und London zufolge wirD Folgendes als der vor­aussichtliche Gang der Conferenz angesehen: Grie­chenland, dessen Zulassung mit berathenver Stimme geregelt ist, hatte schon früher auf den Rath der Mehrzahl der Mächte die drei ersten Punkte der türkischen Forderungen annehmen wollen, aber unter dem Drucke der hellenischen Action-partei das ganze Ultimatum verworfen. Jetzt, wo das in der Eon- fcrenz versammelte Europa sich die drei Punkte vor­aussichtlich aneignen wirv, kann Griechenland mit Ehren zurückweichen, und die Frage wirv damit, so weit es sich um den gegenwärtigen Streit handelt, erledigt fein. Ein Telegramm derPetersburger Nachrichten" aus Konstantinopel vom 29. December sagt: Trotz der Vorstellungen sämmtlicher Gesand­ten verweigerte die Pforte die Einstellung der Trup­pensendungen, sowie die Rückberufung des Geschwa­ders Hobbart'S.

Berlin, 1. Jan. In nationalliberalen Kreisen, meint DieZukunft", gährt ein desperater Pessimis­mus, Der selbst über Die Köpfe Eulenberg-Mühler emporwächst. Zum Beweise Dafür wirD nachstehen­der Excurs aus DerBörsenztg." mitgetheilt: ES ist uns neuerdings in glaubhafter Weise Die Ver­sicherung gegeben, daß Die Berufung des Generals v. Manteuffel an die Spitze Der Regierung in Preußen in Der Thal eine Zeitlang währenD Der Abwesenheit des Grafen Bismarck in naher Aussicht gestauven hat. Große VcrwunDerung würDen wir, im Hinblick auf den ganzen Charakter Des inneren StaaSlebens, über einen solchen Personenwechsel nicht mehr empfin­den können, vielmehr würde ohne Zweifel Durd) di Uebernahme Des Präsidiums im Ministerium Seitens des Generals v. Manteuffel mehr Einheit in Die Re­gierung kommen, als zur Zeit vorhanden ist.

Paris, 1. Jan. Don dem neuenJournal oßiciel de 1Empire fran^ais sind heute Morgen­blatt und Abendblatt gleichzeitig in den Mittags­stunden ausgegeben worden. Druck und Papier ha­ben sich wesentlich verschlechtert; Die Oeconomie ist aber dieselbe geblieben, unD in Dem unpolitischen Theil begegnet man Den alten Mitarbeitern DesMo­niteur". DasJournal officiel" trägt das kaiser­liche Wappen und rechts vom Titel ist bemerkt, Daß sich Die ReDactionim Staatsministerium, Rue de Rivoli", befindet.

Paris, 2. Jan. Der officieüe Text der Neu- jahrsaniprache des Kaisers an Den päpstlichen Nun- tius lautet: Ich danke Ihnen, daß Sie sich zum Interpreten Der Glückwünsche VeS diplomatischen Corps gemacht haben. Ich schätze mich glücklich, Den Geist Der Versöhnlichkeit, Der alle Mächte Europa'S beseelt, zu constatiren. Denn sobald eine Schwierigkeit auf­taucht, verständigen sich alle Mächte, um sie zu ebnen und Complicationen zu vermeiden. Ich hoffe, Daß das beginnende Jahr, wie das verflossene, dazu bei­tragen wird, viele Befürchtungen verschwinden zu machen, und Die Bande, welche civüisirte Völker eini­gen sollen, enger zu schließen.

Paris, 3. Jan. DasJournal officiel" (Mo­niteur) bestätigt, daß Die Conferenz am 9. Januar zusammentreten wirv. Aus Malaga wirv gemel­det, Daß Die Jnfurrection Dort vollständig niederge­drückt ist, die Insurgenten hatten 400 Todte oder Verwundete.

London, 2. Jan. DieTimes" ist zur Er­klärung autorisirt, Die Pforte habe auf Vorstellungen EnglanDS gestattet, daß Die griechischen Schiffe, welche vor Dem Bruch in Den europäischen Häfen ihre La­dung eingenommen haben, in Den türkischen Häfen auSladen dürfen. Der Berliner Correspondcnt desselben Blattes meldet, Die Pforte babc zugesagt, auf alle Fälle Die Feindseligkeiten bis zum 20. Jan. aufzuscdieven.

Konstantinopel, 1- Jan. DieTurquie" veröffentlicht Die Antwort Der türkischen Regierung auf die das Ultimatum zurückweisende Note des griechischen Minister Des Aeußern. Die Antwort beginnt mit Der Erklärung, daß fein Staat so lange, als die Pforte dieß gethan, einen mit den guten nachbarlichen Beziehungen, unvereinbarlichen Stand der Dinge Eingenommen hätte; sooann geht Die Antwort auf'die Prüfung Der verschie­denen Ultimatumspunkte über und sagt: Bezüglich der Bildung von Freiwilligen in Griechenland sei die Antwort der griechischen Regierung, daß die

Verfassungsverhältnisse des Landes ein Einschreiten nicht gestatten, unzulässig, denn Dann würde keinerlei Sicherheit mehr zwischen Nachbarstaaten im Frieden bestehen, und vieß hieße eine Aufhebung des Völker­rechts ; übrigens würden Die Gesetze Griechenlands auch Die Bestrafung solcher Vergehen gestatten, wenn Die Regierung nur wollte, indem der Artikel 127 mit Tod Diejenigen bedroht, welche ohne Weisung Der Negierung ocer ohne Erlaubmß derselben Sol­daten anwerben. Die griechische Regierung rühme sich Des Den Insurgenten gewährten Schutzes und Der Den Flüchtlingen aus Kreta gegebenen Erlaub« niß zur Heimkehr; man wisse aber, daß Die Abreise Der Letztem nur Nachts staltfinDen konnte unD häufig gewalttätig gehinDert wurde. Die türkische Ant­wort weist sovaun Die Beschwerden und Argumente des griechischen Ministeriums über Die Angriffe, welche an Der Gränze stattgefunden, zurück unD sagt: Diese Angriffe seien eher GriechenlanD vorzuwerfen. Be­züglich Der Ausweisung Der griechischen Untertanen vom türkischen Gebiete wirD Deren Notwendigkeit durch Die Rolle gerechtfertigt, Die Jene übernommen hatten, welche auf Dem türkischen Gebiete hochher­zige GastfreunDschaft genossen, Dieselbe aber zur Or­ganisation eines feinDseligen WiDcrstandes benutzt ha­ben. DieTurquie" schließt mit Den Worten: Die Pforte habe aus Die griechische Note nur au« Rück­sicht auf Europa geantwortet; wenn sie nur ihre Leser au courant des Geschehenen zu halten hätte, mürDe sie Dieselben zwischen ihrem Stillschweigen und Der griechischen Note urteilen lassen.

Konstantinopel, 2. Jan. DieTurquie" melDet, 12U0 Freiwilligen, Die sich unterwarfen, wur- Den auf türkischen Schiffen von Kreta nach Griechen­lanD trandpoihrt. Der amerikanische Gesandte Morry erhielt von seiner Regierung Befehl, Die griechischen Untertanen nicht unter feinen Schutz zu nehmen.

Odessa, 1. Jan. Die UeberjwDlung Der Grie­chen nach ODessa hat begonnen. Aus Konstantino­pel finD 60 Personen angekommen. Ein griccht- sches Handlungshaus, Dessen Chef russischer Untertan ist, hat 300 Schiffe angekauft.

Madrid, 1. Jan. DieCorrcspondencia" er­hält Depeschen aus Malaga, wonach eine Commis­sion Der Provinzial-Vertretung zu Caballero gegan­gen ist, um mit ihm zu conferiren. Nach einer nutzlosen AufforDerung hatte Der General eine Pro- flaination erlassen, worin er Den BelagerungszustanD verhängte, unD Den fremden Conjuln ankündigte, eS fei feine Absicht, Die Insurgenten anzugreifen. Die Freiwilligen bereiteten sich zum WiverstanDe vor, in­dem sie das Trinitäts-Quartier befestigten. Ihre Zahl beträgt 700.

Vermischtes.

Gießen. Die von uns unterm 15. December ». I. dem Franks. Anz." entnommene Nachricht vom Taunus: über den an einer Wittwe van Ockstadt verübten Mord hat sich als unbegründet herausgestellt.

Darmstadt. Am 28. Dec., Nachmittag« 5 Uhr, wurde der neugebotne Prinz des Prinzen Ludwig im Palais auf dem Wilhelminenpiatze getauft. Pathen und Zeugen waren der Großherzog, dec König von Preußen, vertreten durch den Prinzen von Hohenzollern und der Herzog Ernst von Koburg. Der Prinz erhielt die Hauptnamen Ernst Ludwig.

Offenbach, 28. Dec. Der Tätigkeit unserer Behörde ist es heute schon gelungen, den Mörder de« am Christabend bei Numpenheim erschlagenen Porteseuille-ArbeiterS BooS von hier zu ermitteln. Es ist ein Schreinergeselle von dorten, welcher früher bei dem Vater des Erschlagenen hier in Arbeit stand und in Folge eines Wortwechsels und Abzugs wegen verdorbener Arbeit seiner Zeit entlassen wurde und nun seine Rache auf den Sohn seines ehemaligen Meisters übertrug.

Aus Oberheffcn. DieEvangel. Blätter" berichten aus dem Decaual Rodheim, daß ein dortiger evangel. Geist­licher sich seilher in den Kirchenbuchsduplikaten als evangel.- lutherischer Pfarrer unterschrieben hat. Nach vorgeschrie­bener Prüfung wurden dieselben von dem Großherzogl. Land­gericht dieser Unterschrift wegen zurückgeschickt und bemerkt, daß die Bezeichnunglutherischer" Pfarrer im Großherzogthum keine offlcielle sei und darum auch bei amtlichen Urkunden nicht gebraucht werden dürfte. Als der betreffende Geistliche glaubte, diese Bemerkung zuruckmeisen zu können, wurde dic Angelegen­heit dem Großherzogl. Hofgericht in Gießen zur Entscheidung vorgelegt, welches denn in Uebereinstimmung mit dem Großh. Oberconsistorium sich dahin erklärt hat, daß die landgerichtliche Bemerkung richtig stehe und der Geistliche die Bezeichnung als lutherischer Pfarrer" in den Kirchenbüchern künftig zu unter­lassen habe.

Wicseck, 2. Jan. Di« Zunahme der Bevölkerung unse­res Ortes im verflossenen Jahre hat ein sehr günstiges Resul­tat ergeben, indem dieselbe sich um 56 Seelen vermehrt hat. Geboren wurden im Ganzen 88 Kinder.

Aus dem Hinterland. König Wilhelm hat den Ab­gebrannten von Leisa aus Staatsmitteln eine weitere Gabe von 5000 Thaler zugewandt, nachdem er bereits früher 200 Thaler denselben geschenkt hatte.

Herrieden, 28. Dec. Noch bildet Europa eine nach Nordost sich senkende Luftberghänge, jedoch ist der warme Anti- paffat unter gewittererzeugenden Kämpfen bis nach Spanien

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vorgedrungen, hat den Barometerstand fast überall unter das Mittel herabgedrückt und bestürmt hartnäckig fast ganz Europa.

Luaano, 28. Dee. Als Curiosum erhalt derBund" ,.l.g-°hisch- Nachricht: .«uf 'ff-'»

demHotel du Parc- fitzen »ie zur Sommerzeit bie fremden Gäste, gemüthlich der Zeitungslectuce sich widmend- Zwei Engländer haben sich auf den Rasen gelagert und beschäftigen sich mit Malen und Lesen; die Damen promemren unter dem Schutz ihrer Sonnenschirme." , ~

Soanien. Cs geht nicht- über heimliche Freunde. Am Wrihnachtatagi saß Marschall Prim mit «r.lra Mst.n bei Taf.t, .1« di- Frau M-rsch.llm h-«u«g-r°f°n H.ll-r

tarn fie ,urück mit -inrm prSchtrgrn kaftb.r-n Kiffch,». au d-m ein Ool»«er Sch,Mel hin,. V°. -mem ungen.nfen «reu.de nun Weihnacht-g'schenk. s-zte sie und stellte da« Kästchen auf die Tafel. Man öffnet -« neugrerrg und erblickt- 1) eine, kunstdoll geschnis"» ^"'en Marschall

Beim in Uniform, sprechend ähnlich, 2) eine Guill-t.ne und darunter den Kopf - wieder der Marschall. D-ide. tu 2ßi>rte:Dem Einen ober dem Andern wirst Du nicht '"^Amerika. 3ur Zeit des Krieges mit den Südstaaten drängte sich einmal ein Speculant an den Präsidenten Lincoln heran und flüsterte ihm zu: Mein Herr, hören Sie auf mich, ich war der Erste, der Sie zum Präsidenten vorschlug! Lincoln trat einen Schritt zurück und rief aus: Haben S.e das wirklich gethan? Nun sehen Sie, mein Herr, dann haben Ei« mich in eine schöne Schmiere gebracht Der Speculant zog sich verblüfft zurück. Was wird Grant thun? Ein Mann in Amt und Würden weist öffentlich glaubhaft nach, daß er zuerst auf ihn aufmerksam gemacht habe und zwar schon 1822. Damals habe er Grant in der Wiege ge­sehen und gesagt: Dies Kind hat einen gigantischen Ver­stand, seine Kopfform zeigt kriegerisches Genie, es wird eines Tages Präsident werden. Ich schlage ihn hiermit für diese« Amt vor! Der Prophet bringt Zeugen bei.

Newyork, 19. Dec. Der Winter hat hier endlich in aller Form Einzug gehalten; sämmtliche Kanäle, viele Häfen und schiffbare Flüsse find geschloffen; namentlich im Nordwe- ften ist Die Kälte sehr intensiv; der Mississippi und Missouri nebst ihren Nebenflüssen sind von einem Ufer zum andern zu­gefroren. Ueber die Jndianerk'iege bringt dieNewyorker Handelsztg." folgende, ofsiciellen Urkunden entnommene Zusam­menstellung:Ja den Jahren 1831 und 1832 wüthete der Krieg mit den Black Haws. Noch jetzt wissen die, welche daran beteiligt waren, nicht, wie er eigentlich entstand und weßhalb er geführt wurde; aber et kostete birect 2 Millionen, indirekt, durch Verwüstungen und sonstige Störungen, drei Millionen mehr und 400Ö Menschenleben auf Seiten bet Weißen. Unter Kundigen herrscht allgemein die Ansicht, daß wir diesen Krieg Politikern und Spekulanten zu danken hatten. Der Krieg mit den Seminolen, bei dem die Armee, die Flotte, die Miliz von Florida und Freiwillige aus anderen Staaten aufgeboten werden mußten, kostete 15,000 Menschenleben und 100 Millionen Thaler. Die Anzahl der darin engagirten In­dianer wurden von Indianer-Agenten auf 500, von den Offi­zieren der Armee auf 1000 Krieger geschätzt; die meisten von diesen leben noch jetzt, theilS in Florida, iheilS in Mlsfisippi, und geben keineswegs zu, daß sie geschlagen worden. Die Veranlassung dieses Krieges war eine sehr geringfügige. Ueber* dieß wüthete zu derselben Zeit ein Krieg mit den Crooks und Irokesen, der eine Million kostete. Im Jahre 1852 brach der Krieg mit den Siour aus, weil ein Indianer eine Kuh getöd- tet hatte, die einem Mormonen gehörte und 10 Thaler werth war. Der Krieg dauerte fast vier Jahre, kostete 300 Men­schenleben und gegen 40 Millionen. Im Jahre 1864 gab eS den Krieg mit den Cheyennes und Siour, welcher ungefähr ein Jahr dauerte, 1000 Menschenleben und 60 Millionen Thaler kostete. Ursache: Die Cheyenne« waren -fälschlich an­geklagt worden, ein Pferd im Werthe von 50 Thaler gestohlen zu haben, und man hatte den Siour, dem bestehenden Ver­trage zum Trotz, eine Eisenbahn durch ihr Land gebaut, ohne sich vorher mit ihnen ins Vernehmen zu setzen. Der Krieg mit den Cheyennes endete im Herbst 1865, der mit den Siour aber dauerte, bis kürzlich die Friedens-Commission einen Ver­trag mit ihnen abschloß. Der Krieg mit den Cheyennes brach im Jahre 1867 von Neuem aus und dauerte 7 Monate, mit einem Verluste von 300 Menschenleben und 10 bis 15 Millio­nen. Grund: Die Zerstörung ihres Dorfe« durch unsere Trup­pen. Die Jndianerkriege am Stillen-Meere haben während der letzten 20 Jahre 300 Millionen gekostet. So ergibt es tS sich, daß seit 40 Jahren die Kämpfe mit den Indianern 1000 Millinen Thaler verschlungen haben, nnd sie fast in allen Fällen sehr leicht hätten vermieden werden können. Gewiß empfiehlt sich unter diesen Umständen der Antrag Grant«, durch Beseitigung der jetzigen Willkühr und Einführung eines festen Systeme« in der Behandlung den Jndianerkämpsen ein Ende zu machen, bei denen fein Ruhm zu holen ist, die nut zur Brutalisirmig der Betheiligten beitragen und überdleß da« Land finanziell ruiniren.

(Ende eine« Spielers.) Vor Kurzem wurde, wie die H. V. 3tg.* erzählt, in Wien eine Persönlichkeit zu Grabe getragen, welche ein eben so stürmische« als interessan­tes Leben hinter sich hatte. Der Verstorbene, Stanislaus Ritter v. Czemlinski, gehörte einer altadeligen, in Polen reich­begüterten Familie an. Er hatte sich nach einer abenteuerlich verlebten Jugend im Jahre 1862 an die polnische Jnfurrection angeschloffen, sich hier durch persönliche Tapferkeit ausgezeich­net, mußte jedoch später nach Oesterreich fluchten, wo er nach Olmütz iniernirt wurde. Nach seiner Freilassung begab sich EzemlinSki mit einigen Tausend Rubeln, die ihm noch von seinem enormen Vermögen geblieben waren, nach Deuschland, besuchte die Spielbank in Wiesbaden, wo er sein Glück am grü­nen Tische versuchte. Fortuna war ihm hold; et spielte abwechselnd in Homburg, Wiesbaden, Baden-Baden mit solchem Glücke, daß er in 'kurzer Zeit in den Besitz von fast zwei Millionen Thaler gelangte. Doch wandte ihm Fortuna plötzlich den Rücken und mit noch rapiderer Schnelligkeit, al« er gewonnen, verlor er nun nicht nur alle« gewonnene Geld, sondern auch sein Vermögen. Vom Verzweiflung erfaßt, schoß er sich in die Brust, wurde jedoch gerettet, doch kränkelte er von da ab. Czemlin«ki kehrte hierauf nach Wien zurück, wo er, von allen Mitteln entblöst, auf # ba« Krankenlager geworfen wurde und in einer elenden Kammer in der Roßau starb.

Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Ehr. Pietsch) in Gießen.