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1707) Ein Mädchen wird alsbald in Laufdienst gesucht vonWittme Kretz, wohn­haft bei Herrn Kaufmann Frech.

werden zum Waschen u- Färben angenommen zu sehr billigen Preisen bei

(1666) M- Heß, Lit. A. Nr- 64.

§ Jeden Bandwurm

entfernt binnen 2 bis 4 Stunden vollstän-' dig, schmerz- und gefahrlos; ebenso Ncher beseitigt auch Bleichsucht und Flechten und zwar brieflich

Voigt,

Arzt zu Croppeustadt (Preußen).

Theater in Gießen.

1736) Freitag den 5. März. Abonnement suspendu.

Zum Benefiz für Herrn Hagen: Die Kunstreiter auf der Messe, oder:

Der Jongleur in und äusser dem Circus.

Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abthei- lungen von Pohl.

Hieraus:

Die drei Dorfmusikanten.

Lebende Bilder in 4 Tableaux.

W. 5tcm, Director.

Telegraphischer Schiffsbericht,

mitgctheilt von Chr. Wallenfels Jun.

Das

Das

Das

nach New-Aork,

9.

10-

13.

Den 6. März Dampfer Atalanta von Havre i Liberia Liverpool

Westphalia Hamburg Union Bremen

" 7. April Baltimore Baltimore.

1726) Wegen Auskünften und Passagen beliebe man sich an Obigen zu wenden, ebenso wegen Wechsel zum Tagescourse auf Amerika.

Angckommen in New-Bork:

Hamburger Postdampfschiff Hammonia, Reisedauer 12 Tage,

Bremer Weser, 12

Angekommen in Baltimore r

Bremer Postdampfschiff Baltimore, Reisedauer 20 Tage.

Angckommen in Havanna und New-Orleans:

Hamburger Postdampfschiff Bavaria, Reisedauer 18 Tage.

Abgehend :

Theater-Notiz.

Aus sicherer Quelle erfuhren wir, daß Freitag den 5. d. Mts. das Benefiz des Herrn Hagen stattfindet, und daß derselbe den vielseitig ausgesprochenen Wünsche«, denJongleur,große Posse mit Gesang und Tanz", zu geben, nachgekommen ist. (Zum Schlüsse der Vorstellung:Die drei Dorfmusikanten, lebende Bilder in 4 Tableaux".) Der Jongleur" steht hier in einem zu guten Andenken, so daß eine weitere Anpreisung unnöthig ist. Durch neue schlagende Couplets und einen großen Chinesentanz, arrangirt von Herrn Stotz, sehen wir einem genußreichen Abend entgegen. Da die Posse nur Einmal gegeben wird, können mir Herrn Hagen mit Recht ein volles Haus versprechen, und wünschen demselben viel Glück- Mehrere Theaterfreunde.

Börseimachrlchteu.

2. März 1869.

Preuss. 472% Obi. 93%

Frankf. 372% Obi. 81%

' Nass. 4,;2°/o Obi. 94

Kurh. 40/0 Obi.

Hess. 40/g Obi. b. Roths. 9O»/2

i 31/2o/o do. do. 85%

1 Bayer. 5«,'o Obi. 102

47r0/g 1jährige 95%

4'/2o/o %jährige 95'/2

; Würtemb. 4l 2o.'o Obi. 93%

Baden 4%% Obi. c. E.L. 93 7, Oestr. 50 0 b. R. 593,4

5% National 57 >/g

5% Metall. Obi. 45%

M. steuerf. 537/8

I Amer. 6°/q 1882r Bds. 86% 6O/o 1885r 84%

Prioritäten.

50/0 östr. F. St. E. B. 310% Lud wigsh.-Bexbach 161 % Max bahn 108%

Bayer. Ostbahn 127 %

Hess. Ludwigsbahn 138% 3% östr. Stsb.-Prior. 55% 3% östr. s. Lombard. 47 7g 30/0 Livorneser 35% Toscaner 56%

Frankf. Hypoth.-Bank 93 Frankf. Vereins-Kasse 973/4 5°/o Elisabeth-Prior. 75% do. II. Emiss. 74%

Wechsel.

Amsterd. k. S. 99% Augsb. k. S. 100 Berlin k. S. 104% Bremen k. 8. 97 Cöln k. 8. 104% Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 104% London k. S. 119% Lyon k. S. Paris k. 8. 94% Wien k. 8. 96% Disconto 3',2% G.

Geldsorten.

Pr. Cass. Sch. 1 44%-45 Div. Cass.-A.

Pr. Friedrdor. 9 57-58 Pistolen . . 9 45-47 doppelte 9 44-46

Holl. fl. 10 St. 9 54-56 Ducaten . . 5 35-37 20 Frankenst. 9 28%-29% Engi. Souver. 11 52-56 Russ. Imper. 9 45-47 Doll, in Gold 2 26%-27%

Anlehenelooee.

Kurh. 40 Thlr. Loose 561 2 Nassau fl. 25 b. Roth. 36% Gr. Hess. fl. 50 b. R. 164% Gr. Hess. fl. 25 b. R. 40% 40 0 bayr. Präm. Anl. 4% badische Loose 104% Badische fl. 35 Loose 55% 1858t Prioritätsloose 163% 1860t Loose 85% 1864t 122%

Acllen.

I Frankf. Bank 125%

1 Oester. Bank 716

I Creditact. 285 | | Datmet. Bankact. 288

Feuilleton.

Unirr dem Schicksal.

Eine Geschichte aus dem Leben von Edmund Frank.

(Schluß.)

Ich würde Dich, glaube es mir, Adeline, nie, unter keinen Um° stänven verlassen, wenn mich etwas Anderes wie Strafgefangenscbast "während einer langen Reihe von Jahren erwartete und damit gänzliche Trennung von Dir, unter Verhältnissen, die jenes Mitgefühl der Welt für Dich ausschließen würden, welches diese der einzigen ^Schwester eines Todten nicht verweigern wirb.

Ich kenne die Welt, meine theure Adeline.

Säße Dein Bruder im Zuchthause, so würde Dir dies in ihren Augen für Dein ganzes künftiges Leben ein Brandmal aufrrücken, Todtcngeruch aber geht schnell an ihr vorüber.

So lebe denn nun wohl- Wir haben uns ost darüber unterhalten, was nach dem Tode folgen werde oder richtiger gesagt, Du pfleg, "test mir reizende Bilder vom jenseitigen Leben zu entwerfen, ich hin­gegen Deine unschuldige Leichtgläubigkeit zu belächeln.

Run, ich werbe ja jetzt erfahren, ob Deine Theorie ober die mei. nige die richtige war.

,Jch hoffe, es gibt noch eine andere Welt, in welcher es so einge- richtet ist, daß die BanquierS nicht all bas Geld und ihre Commis "all das Gehirn haben.

Es freut mich außerordentlich, daß Du an Madame Thalheim eine Freundin gefunden hast.

Sie ist Dir sicherlich treu, wirb aber natürlich gegen einen um fein Geld betrogenen Banquier und eine durch das Versprechen großer ",Summen zur angestrengtesten Thätigkeit aufgestachelte geheime Polizei nichts auszurichten vermögen.

Einer von diesen Polizisten saß, als ich hierhersuhr, in demselben Wagen mit mir und rauchte von meinen Cigarren.

Dessen ungeachtet bin ich der Madame Thalheim um Deinetwillen wahrhaft dankbar. _

,Es gehört eine Frau von Muth und Entschlossenheit dazu, um sich als die Freundin eines ganz verlassen dastehenden Mädchens zu be- kennen, über deren einzigen Bruder die Welt den Stab gebrochen hat.

Noch einmal Adieu, meine einzige, geliebte Schwester.

,Meine Hanv würde das Pistol noch sicherer abvrücken, könnte dies neben Deinem Grabe geschehen.

Nimm die letzten Küsse

Deines

Gustav."

Ich weiß nicht, wie lange ich mit diesem furchtbaren Briefe in der Hand so dagesessen hatte, als Martha in's Zimmer gestürzt kam und vor dem Aus- drucke meines Gesichts erschrocken zurückfuhr.

Aber Herr Du mein Gott!" rief sie entsetzt aus.

In demselben Augenblicke hörte ich lautes Klopfen an die HauSthür und eine Stimme, die mich bei Namen rief. . r ,LQ .

Ich winkte der Köchin, die Thur zu offnen, vermochte jedoch selbst auch nicht ein einziges Glied zu rühren.

Im nächsten Augenblicke schon schallte das Zimmer von Menschenstimmen und dem lauten Gebell eines Hundes wieder-

Bevor ich gänzlich die Besinnung verlor, sah ich noch Capitän Theobald's Gesicht dicht über mich hingebeugt, auch vernahm ich, ohne im Stande zu fein, den Sinn feiner Rede zu verstehen, die Stimme eines ältlichen Herrn, den ich Palmer nennen hörte.

Adeline hat den Brief ihres Bruders niemals zu lesen bekommen.

Ich hatte die Gardinen ihres Zimmers sich bewegen sehen, und zwar war es ihre Hand gewesen, welche diese leise ein ganz klein wenig gelüftet.

Gleich darauf war an der HauSthür die Zeitung abgcliefert worden.

In ihrer angstvollen Aufregung hatte sie wohl selbst in einer ihr sonst so gleichgültigen Gattung von Lectüre Zerstreuung gesucht und als Doris mit dem Frühstückögeschirr in'S Zimmer trat, saß ihre junge Herrin in einer Ecke dessel­ben, während das einen Artikel über den Selbstmord ihres Bruders enthaltende Zeitungsblatt vor ihr aus dem Boden lag.

Die Augen des jungen Mädchens starrten wild vor sich hin und die Hände wühlten in den langen Locken ihres braunen Haares.

Das Angstgeschrei der tövtlich erschrockenen Dienerin verursachte einen Auf. lauf von Menschen vor dem Hause, durch welche Herr Palmer und Kapitän Theobald sich nur durch Anwendung von Gewalt Bahn zu brechen vermochten.

Die beiden Herren hatten, bevor sie zu mir kamen, die arme Adeline auf ihr Bett getragen.

Sobald ich mich hinreichend gesammelt hatte, ging ich hinüber und fand das junge Mädchen nun still und unbeweglich däliegenv.

Die großen Augen waren weit geöffnet und furchtbar glänzend, daS todten. bleiche Gesicht völlig verändert und jede Spur von Schönheit aus demselben verschwunden.

Ohne jemals auch nur ein einziges Wort zu sprechen, lag sie so viele Tage unbeweglich da, bis sich endlich eines Morgens, als ich eben an ihrem Lager saß, leise ihre Lippen öffneten und sie matt die Worte hervorhauchte:

Gustav und ich."

Es waren die einzigen, Vie sie während sehr langer Zeit sprach!

Capitän Theobald hatte, wie sie es verheißen, sein Schicksal und das ih. rige am Morgen noch jenem letztem Abende, den ich mit ihr verbracht, erfahren, Venn sie hatte, nachdem ich sie damals verlassen, noch sogleich an ihn geschrieben.

Das Billet, welches der Capitän mir auf meine Bitte zeigte und das ihn tief erschüttert hatte, lautete wie folgt:

Lieber Theobald!

Ich kann nimmermehr jemals Ihre Gattin werden, nicht, weil ich Sie nicht liebe, sondern eben weil Sie mir so unendlich theuer sind, daß ich es nicht über mich vermöchte, in eine Verbindung zu willigen, welche Sie der jetzt an meinem Namen hastenden Schande mit theil- hastig machen würbe.

Das Entsetzliche wird bald genug der ganzen Welt bekannt werden, Sie aber müssen es zuerst erfahren, damit Ihnen die Gefahr erspart bleibe, Ihren ehrenhaften Namen mit einem geschändeten in einem und demselben Athem aussprechen zu hören.

Ich sende Ihnen Jbren Brief zurück.

Kein Mensch auf Gottes weiter Erde darf jemals auch nur ahnen, daß die Schwester eines Diebes die Geliebte und auscrwählte Braut des Capitän Theobald gewesen ist.

Adelin e."

In dyn geistigen Zustande des unglücklichen Mädchens ist seit jenen schreck­lichen Tagen kaum die allergeringste Veränderung eingetreten.

Körperlich völlig gesund, ist sie die sanfteste und ruhigste aller Wahnsinnigen.

Sie spricht nur selten, streift meistens, still vor sich hin lächelnd, unbeschäf. tigt in den Gärten der Privat-Jrrenanstalt, in welcher sie sich befindet, umher und ist der erklärte Liebling nicht nur der Kranken und aller Pflegerinnen, son­dern auch des Directors des Instituts, dem sie von den Behörden übergeben wurde, sobald sie durch eine Sanitäts. Commission für unheilbar erklärt wor- den war.

Bisweilen, wenn der Trieb der Beschäftigung sie überkommt, versorgt man sie mit Goldpapier und schmalem Band.

Sie verfertigt dann aus diesem Material sehr zierliche Rosetten, mit denen sie Alles vom Dotier herab beschenkt.

Ist aber die Vertheilung vorüber, so pflegt sie die beiden letzten Rosetten lächelnd bei Seite zu legen und dabei die Worte vor sich hin zu flüstern:Für Gustav und mich."