Ausgabe 
2.9.1869
 
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Iahresvcrsammlttng

des mittelrheiiilscheii Verbandes fruwilliger Feuerwehren zu Gießen am 5. k. MtS.

Tagesordnuilg:

7389) In der Frühe Empfang und Gclcitung der Gäste zur Festballe (Os- wald's Garten). 9 Uhr: Begrüßung der Gäste durch die Vertreter der Stadt und der unterzeichneten Feuerwehr in der Festhalte; sodann Besichtigung der Aufstellung in der Turnhalle. Halb 11 Uhr: Aufstellung des Festzuges auf der Neuen Anlage; Zug über den Scltersmeg, durch die Sonne, über den Brand, durch die Braugasse, die Hauptstraße, die Neustadt zum Festplatz. Halb 121 Uhr: Uebung der unterzeichneten Feuerwehr daselbst. 1 Uhr: Tafel im Einhorn. Halb 3 Uhr: Commandantenberathung daselbst. Im Uebrigen Gelage mit Concert in der Festhalle

Karten zur Festhalle (für Nichtfeuerwehrleutc) sind von nächstem Montag bis Samstag zum Preise von 12 fr. für Herren und 6 fr. für Damen zu haben bei den Herren: Ehr. Leo, Seltersweg, Louis Gail, Mäusburg, Georg Stieb er, Neustadt, Fritz Winter, Wallthor. An der Kasse fasten Herrcnfarten 15 fr. Die Ausstellung in der Turnhalle, bezüglich deren Reichhaltigkeit wir aus die freisamtliche Bekanntmachung in voriger Nummer d. Bltts. Bezug nehmen, ist für Jedermann Sonn­tag den 5. und Montag den 6. f. M-, von 26 Uhr Nachmittags, und Dienstag den 7. von Vormittags 712 Uhr und Nachmittags 26 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet 6 fr.

Die meisten Ausstellungsgegenstände sind käuflich.

Montag den 6. f. Mts-, Nachmittags, findet die Probe der ausgestellten Spritzen auf dem Festplatz statt.

Man bitter angelegentlich, die Karten zur Festhalle schon vor dem Feste zu kaufen, da alsdann die unangenehmen Stockungen an der Kaffe mehr vermieden werden. Der Kasse gegenüber ist eine Garderobe angebracht-

Unsere auswärtigen Kameraden halten wir der Freundlichkeit unserer Mitbürger bestens empfohlen.

Gießen, am 27. August 1869.

Das Commando der freiwilligen städtischen Feuerwehr.

Wohnmigs-Bermiderniig.

7398) Seit dem 1. September d. I. wohne ich im vonn-Gasthaus zum Adler", parterre. Lehrer W. P l a u t.

7385) Lumpen und Knochen, sowie Ma- fulatur-Bücher, verschriebenes und Zeitungs- Papier kaust Meyer Rothenberger, Neuenweg.

7380) Schriftliche Arbeiten, Buchführung, französische und englische Corrcspondenz, and) lateinische Copien werden pünktlichst besorgt. Näheres bei der Exped. d. Bltts.

7379) Ein junger Mann wünscht in sei­ner freien Zeit fick) mit Schreiben zu be­schäftigen. Näheres bei der Exped. d. Bl.

7399) Agenten

für den Verkauf unseres unübertrefflichen Ce­nt ent,-um Thonwaaren, Porzellan etc. auszu­bessern , werden gesucht für Giessen und Umgegend.

F. E. Dietrich & Cie., Dresden.

7371) Ein braves, mit fluten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen, das gehörig kochen kann, wird gegen einen Lohn von 70 bis 80 fl. auf Michaeli oder früher zu miethen gesucht. Näheres bei der Exped. dieses Blattes.

7367) Ein Kindermädchen wird gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.

7383) (Einige Lehrmädchen werden in ein hiesiges Putzgeschäft gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts.

7366) Ein Dienstmädchen wird zum so­fortigen Eintritt gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts»

Photographie.

7361) Ein tüchtiger Gehülst und- ein Laufjunge oder Mädchen gesucht von

H- L. Perger, Photograph und Maler.

Die Mai»-Zeitung in Darmstadt,

Orßnn ber deutschen Fortschrittspartei in Hessen, durch die Gunst des Publikums getragenes unb in erfreulichem Maße so weit und zahlreich verbreltetes Organ empfiehlt fick) zur gefälligen Benutzung von Inseraten bestens. Der Utnstand, daß dieselbe in täglicher Ausgabe erscheint, fast in jedem Orte Hessens und den angränzenden Ländern in mehreren Exemplaren gehalten wird, durfte wohl dte beste Bestätigung sein, daß dieMain-Zeitung" die günstigsten Chancen für 1 Ol

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bietet

Wir berechnen die einfache Petit-Zeile oder deren Raum nur mit 3 fr. südd. Wahrung und gewähren entsprechenden Rabatt bei erheblichen ober oft wieberholten Annoncen.

Der Abonnementsprcis berMain-Zeitung" ist für Darmstabt fl. 1. 12 fr. pro Quartal, auswärts mit betr. Postaufschlag.

Sie (srvedNwn der ,,Main-Zeitnng".

Telegraphischer Schissshericht, mitgelheilt von Ehr. Wallenfels Jun.

Angekommen in New-Tjork:

Das Hamburger Postdampfschiff Silesia, Reisedauer 9 Tage 9 Stunden. Bremer Deutschland, 11

Abgehend:

Den 4. September Dampfer Weser von

>, Aleppo

n 8. H Cimbria

" n Qbio

« tr fi Bellona

ff£? Frankfurt

" 2o. » Saxonia

Wegen Auskünften unb Passagen wende man

Bremen nach New-Norf.

Liverpool

Hamburg

Bremen Baltimore.

Havre New-Norf.

Bremen 9iew-Orleaus.

Hamburg ,,

sich flef. an Obigen.

Telegraphischer Bericht, mitgetbeilt von dem Haupt-Agenten (? W. Dietz.

Das Postdamvfschiff des 9tordd. LloydHansa", am 14. August von Bremen abgegangen, ist am 28. August, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork ange­kommen.

Das Postdampfschiff des Norbd. LloydBerlin"', am 11. August von Bremen abgegangen, ist am 28. August, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in Baltimore ange- fommen.

Das Postdampfschiff des Nordd. LloydUnion* , am 19. August von Newyork abgegangen, ist am 30. August, 5 Uhr Morgens, wohlbehalten in Southampton, unweit Cowes, eingetroffen und hat um 8 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt.

:ad)tinig.

agcn bleibt mein niafl unb Tienstag iinodj ben 15. (5tp;

M. Lcbulüof, ;m Btbbaus.

guten Ztllllnissttt rr erben für bie tals auf Miceli Idungea habend»

loschen kauft pihenberger.

ien= und Kurz- rt fch'-n d'utt 9, im Hause des

tzatzcnftcin.

[er, welcher NN ,, btioanberl lst-

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kll, 5nfiintdi(' tclö.

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Feuilleton.

D i e ll a in f n l o f t.

Novelle von Theobor König.

(Fortsetzung.)

Berthold bewegte sich inzwischen unftät und mißmuthig umher, denn es #ar ihm, als wäre ihm plötzlich der Boden unter den Füßen verloren gegangen.

Er hatte, obgleich er sein Auge vorsätzlich der Thatsache verschlossen, wie bereits gesagt, schon die Bemerkung gemacht, daß Hyacintha seine Gesellschaft jeder anderen vorzog, hatte in ihrer unschuldigen Zuneigung zu ihm eine Glück- seligkeit gefunden, über die er w.ver näher nachdenken, noch dem eigenen Herzen Rechenschaft zu geben wagen mochte.

Wie standen die Sachen hingegen jetzt?

(Sari durfte sich nur ein wenig angegriffen suhlen, nur im Geringsten ein wenig ihrer Pflege bedürfen und seine Benbold'ö Anwesenheit war eben so gänzlich vergessen, als ob er gar nicht existirte!

Der junge Mann beginn plötzlich, sich von Zweifeln und Eifersucht gequält zu fühlen, und mußte sich zum ersten Male vor dem eigenen Herzen eingestehen, daß er den namenlosen Protego seiner Tante Mathilde wirklich unb wahr­haft liebe.

* »

Der Baron pflegte mit Hyacintha und seinen beiden Söhnen allabendlich einen Spazierritt zu machen.

Es war einige Tage nach den oben erzählten Ereignissen.

Bergen ritt mit seiner heiter plaudernden Pflegetochter voran und in einiger Entfernung folgten die Brüder.

Der nur schmale Weg führte in mannigfachen Biegungen durch dichten Wald-

Jch mochte eine Frage an Dich richten, Berthold," sagte Earl, als an einer 'solchen Krümmung des Pfades das dichte Laubwerk die Brüder von den Boranreitenden trennte.Liebst Da Hyacintha?'*

Berthold hielt, über das Plötzliche dieser Frage stutzend, unwillkürlich sein Pferd an.

Ich bin der Meinung," entgegnete er ausweichend,wir lieben sie Beide. wäre ja auch sonderbar, wenn wir es nicht thätcn."

Du mißverstehst mich absichtlich!" rief Earl ungeduldig.Ich meinte ob Du sie liebst mit jener Liebe, die der M>nn für das Weib empfindet?"

, Nicht mehr wie Du, sicherlich," antwortete Berthold in sarkastischem Tone.

''fUber ich, ich liebe Hyacintha wirklich so," sagte Earl, mit seiner ganzen gewohnten Offenheit.

Wollte Papa nur in eine Verbindung zwischen uns willigen, ich würde sie schon Morgen heirathcn."

Vorausgesetzt natürlich doch, Hyacintha selbst wäre damit einverstanden," fiel ihm Berthold gereizt infl Wo t.

Das ist selbstverständlich," antwortete der altere Bruder,Du aber"

Bist kein Erbe und hast daher gar nicht an Lieben und Heirathcn zu denken," ergänzte der junge Militär bcn Satz mit Bitterkeit.

Za wohl, Du hast ganz recht, ich kann Hyacintha nicht heirathcn, selbst wenn unser Vater nichts dawider hätte."

Wenn Du das aber weißt, Bruder, ist es dann wohl recht von Dir, Dich überhaupt um ihre Liebe zu bewerben?" sagte Earl ernst.

Eine Frage, die ich Dir mit vollem Rechte zurückgeben könnte," entgegnete der jüngere Bruder in stolzem Tone, doch nicht ohne Verlegenheit.

Du kannst es nicht," sagte Earl,denn es ist Dir nur zu wohl bekannt, daß ich mich niemals um Hyacintha'S Liebe beworben habe, weder durch Blicke, noch durch Worte oder Thaten.

Mein Geheimniß, das außer mir selbst einzig und allein unserem Vater bekannt ist, liegt in meinem Herzen begraben und wird dort verborgen bleiben, bis die Zeit kommt, wo ich ihr meine Hand anbieten darf, vorausgesetzt, daß eine solche Zeit überhaupt noch einmal kommt.

Du aber, Berthold, nein wirklich, Du spielst eben jetzt ein grausames Spiel mit dem armen Mädchen."

Du hast zu solchen Reden durchaus nicht das geringste Recht?" rief Berthold ungestüm.

Ich habe kein Unrecht gegen Hyacintha im Sinne.

Wenn ich gern in ihrer Nähe bin, mich gerne mit ihr unterhalte, nun, so beweist das doch noch eben gar nichts mehr, als daß ich kein so fischblütiger Stoiker bin, wie Du.

Ist es denn übrigens Deine Absicht, mir Vorwürfe zu machen?

Wenn ich das wüßte, so"

Er brach plötzlich verwirrt ab, denn sein Gewissen mahnte ihn zum Schweigen.

Es kann Deiner Wahrnehmung doch nicht entgangen sein, daß sie Gefühle der Zärtlichkeit für Dich zu hegen beginnt, B.rthold," sagte Earl milde.

Wie, und das wagst Du noch zu sagen, nach dem, was gestern vorge- fallen? rief der jüngere Bruder in plötzlich aufgestagelter Eifersucht mit Bitter­keit aus.

Thorheit! entgegnete Earl erröthend,das arme Kind würde den alten Fido ebenso mitleidig uud theilnehrnend behandelt haben, wenn er plötzlich krank geworden wäre.

Sie ist einmal das weichherzigste Wesen in der Welt.

Offen und ehrlich gesprochen aber, Bruder, auf diese Weise darf es schlechter­dings nicht weiter gehen!

Ich stehe unserer Cynthia gegenwärtig als ältester Bruder gegenüber und werde nicht zugeben, daß von Dir oder sonst irgend Jemandem, mag er sein, wer er will, mit ihren Gefühlen Tändelei getrieben wird.

Wenn Du Dich also nicht entschließen kannst und willst, Deine auffälligen Aufmerksamkeiten gegen unsere Adoptivschwester für die Zukunft cinzustellen, so halte ich es für meine Pflicht, unseren Vater auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die Dein uns Allen sonst so sehr lieber Besuch tcm Frieden und Glücke der armen Hyacintha droht."

Berthold besaß von Natur ein hitziges Temperament und die Gerechtigkeit der Vorwürfe seines Bruders verliehen diesem nur einen um so schärferen Stachel für ibn.

Er brach in einen Strom aufgebrachter Reden aus, die von seinem Bruder lebhaft, doch in bedeutend weniger kcästigen Ausdrücken, erwidert wurden.

(Fortsetzung folgt.)