soll erst nach Abreise des Vicekönigs von Aegypten angetreten werden.
München, 28. Mai. Der Magistrat hat mit Einstimmigkeit beschlossen, daß der zur Oberaufstcht des gesummten Volksschulwesens der Residenzstadt neu anzustellcnde Schulrath kein Geistlicher sein dürfe.
Wien, 28. Wai. Die von hiesigen officiösen Organen ausgesprochene Erwartung, daß von Sei- ten Italiens volle Genugthuung für das in Livorno auf den österreichischen Generalkonsul Inghirami und den k. k. Oberstkämmerer Grafen Crenneville verübte Attentat gegeben werde, wird von den italienischen Blättern gemäßigter Richtung mit der Erklärung beant- wertet, daß die gewünschte Genugthuung nur in der gerichtlichen Verfolgung der Verbrecher bestehen könne. Die neuesten Nachrichten aus Livorno bestätigen, daß Graf Erenneville, der einen Dolchstoß ins Gesicht erhielt, nur dadurch dem Tode entging, daß sich der Generalkonsul Inghirami zwischen ihn und die Attentäter stürzte. Inghirami empfing in Folge seiner Intervention einen Dolchstich in die Brust und verschied kurz darauf. Vor der herbeieilenden Polizei entflohen die Mörder und Graf Crenneville wurde aus dem Hafen, wo das Attentat erfolgte, nach seiner Wohnung geleitet. Die „Gazette di Venezia" bezeichnet das Erscheinen Crenneville's in Livorno als eine „thörichte Provokation"; eine nur geringe Ueberlegung hätte dem Manne, der in dieser Stadt dieselben Erinnerungen hinterließ, wie Haynau in Brescia, sagen müssen, daß er nicht wohl thue, wenn er sich dorthin begebe, wo er vor zwanzig Jahren Todesurtdeile und Kerkerstrafen über die patriotischgesinnten Männer verhängte und die italienrsche Jugend auf den öffentlichen Plätzen mit österreichischen Stockprügeln regalirte. Der Vertreter der Stadt Livorno im italienischen Parlament sagte in Bezug auf das Attentat, Graf Crenneville habe als Militär- und Civilgouverneur der im Mai 1849 von den Oesterreichern erstürmten Stadt eine Reihe von Grausamkeiten verübt, welche nur ein „Andenken von Blut und Ruche" zurücklassen konnten. Daß der schonungslose Unterdrücker der nationalen Bestrebungen jetzt auf den Straßen und Plätzen Livorno's zwei Tage lang herumspazirt sei, habe als eine Herausforderung erscheinen müssen, deren „natürliche Frucht" das Atientat gewesen sei. Die Erklärung des Ministers des Innern im Parlament, daß die Polizei von Livorno, als sie die tiefe Aufregung bemerkte, welche die Promenaden Crenneville's hervorriefen, denselben vor den Gefahren gewarnt hat, denen er sich durch eine Verlängerung seines Aufenthaltes ausfktzen werde, findet auch von anderer Seite Bestätigung. Der Reichskanzler Graf Beust ist durch das Ereigniß in Livorno sehr unangenehm berührt worden. Die bisher mit gutem Erfolg eingeleiteten freundschaftlichen Beziehungen zwischen Wien und Flo- renz werden zwar durch diesen fatalen Zwischenfall keine Störungen erleiden, ober die Diskussionen, die in den italienischen Blättern über das Attentat geführt werden, könnten leicht durch die Wiederaus- srischung der Erinnerungen an die Periode der österreichischen Gewaltherrschaft in der Masse des italienischen Volkes die alten Antipathieen wieder Hervorrufen, welche durch die Abtretung Venetiens und den Sieg der liberalen Principien in Oesterreich glücklicher Weife in den Hintergrund gedrängt wurden. Für den coiistitutioneUen Kaiser Franz Joseph sollte jenes Ereigniß eine Mahnung sein, aus seiner Umgebung Männer zu entfernen, deren Name allzu eng mit der Geschichte einer unheilvollen Epoche verknüpft ist.
Wie»,, 29. Mai. Heute Abend um 9 Uhr ist der Vicekonig von Aegypten angekommen. Derselbe wurde am Bahnhofe von dem türkischen Botschafter, dem Generaladjutanten des Kaisers, dem Landes- commandirenten und einer Ehrenwache empfangen und stiig in der Hofburg ab. — Das „Wiener Tagblatt bezeichnt als politischen Zweck der Reise des Vicekönigs von Aegypten, die europäischen Mächte auszufordirn, den Suez-Canal für immer als neutral zu erllaren.
Vermischtes.
Gicsicn, 31. Mai. Heute Vormittag 11 </2 Uhr traf S. Jt. H. der Großherzog, welcher feit mehreren Tagen in Friedberg verweilt, jn Begleitung des Großh. Oberstattmeisters Freih. v. d. (Sapaitn und des Großh. Flugelabjut >nten Major v. Kuchler, in hiesiger Stadt ein. Allelhöchstderselbe verfugte sich sofort nach dem Brand, auf welchem die hiesige Garnison ausmalschirt war, jnjpicirte hierauf die Truppen und die Gaserne und kehrte dann ohne weiteren Aufenthalt mittelst ErtrazugS um halb 1 Uhr wieder nach Friedberg zuruck.
Darmstadt, 25. Mai. Durch allerhöchste Decrete vom 13. 1. M. geruhten bcS GroßherzogS Königliche Hoheit, den Ergänzungsrichter bei dem Friekensgeiicht Wöllstein, Jakob Jungk 1. auf sein Nachsuchen unter Verleihung des Ritterkreuzes 2. Glaffe des Verdienstordens Philipps des Großmuthi- gen und unter Anerkennung feiner langjährigen treu geleisteten Dienste zu eutlaffen und zu seinem Nachsolger den Kaufmann
Earl Blum daselbst zu ernennen. — Durch Allerhöchstes Dekret vom 19. l. M. haben Ee. König!. Hoheit der Großher- jvg den Landgerichts-Assessor Otto von Zangen in Alsfeld zum Landrichter in Ulrichstein zu ernennen geruht.
Berlin. Der Proceß gegen den v. Zastrow wird, wie der „Publ." meldet, in der letzten Sitzung des Schwurgerichts vor den Ferien zur Verhandlung kommen, und der Stadt- gerichtSdirector DeliuS dabei den Vorsitz übernehmen. Die Recherchen wegen der Ermordung Corny'S sind jetzt, soweit sie den Maler v. Zastrow belresfen, als resultatlos eingestellt worden.
Coburg, 27. Mai. Gestern hatten wir hier daS gewiß seltene Schauspiel, daß der regierende Fürst des Landes in seinem Hoftheater vor circa 1200 besonders dazu eingeladenen Personen au« Stadt und Land, vom höchsten Adel bis herunter zum Unterosfizier, als Darsteller auftrat. Wie schon berichtet, fand am gestrigen Abend eine „theatralische Vorstellung im Herzog!. Hoftheater" mit Minna von Barnhelm statt, wobei die Besetzung folgende war: Major v. Tellheim: Herzog Ernst; Minna v. Barnhelm: Miß E Barnard; Graf v. Bruchsall: Hr. v. Schrabisch, preußischer Major; Franziska: Frau v. Ruttenstein; Just: Hausmarschall v. Wangenheim; Wachtmeister Werner: Emil Devrient; der Wirth: v. Sommerfeld, preußischer Oberlieutenant -, eine Dame in Trauer: Frau v. Schrabisch; Feldjäger: Flügeladjutant v. Branconj; Riccaut de la Marliniöre: Oberhofmarschall v. LöwenfclS; erster und zweiter Diener: die Lieutenants Blomeyer unv Schneidewind. Herzog Ernst hatte bereits im letzten Winter auf dem Residenzschloß in Gotha bei enger begrenzten Räumlichkeiten und Einladungen diese Vorstellung veranstaltet, und die Eoburger muffen ihrem Landessürsten eigentlich dafür Dank wissen, daß er ihnen Gelegenheit geboten, ihn wenigstens auf den Brettern, die die Welt bedeuten, handelnd gesehen zu haben.
Das Aquarium in Berlin. (Berlin, 13. Mai — Schluß.) In besonderen Behältern ringS um diese lebendige Welt ifeiurn leben verschiedene andere Vögel, Amphibien, Fische u. s. w., umgeben von luftig wachsenden Pflanzen und plätscherndem, stets sich erneuendem Wasser. Aus den Felsspalten ranken üppige Pflanzen heraus, auf den Felsabsätzen erheben Blatipflanzen ihre Schilde — alles ist im Kleide der Natur. Da finden wir auch den Aufenthalt der Schildkröten, dieses faulen Geschlechts mit den freundlichen Augen. Aber wir muffen weiter, uns loSreißcnd von diesem Salon der Naturkunde. Ein halbdunkler gewölbter Gang nimmt uns auf, in welchem zu beiden Seiten die GlaSbehälter uns entgegenleuchten, von oben her erhellt. Aber,zur linken Hand scheinen sie uns ganz aus Gold gemacht, so erglänzt im Wiederschein deS Lichtes der Abglanz der Goldfische. Es reihen sich hier aneinander die Fische des SüßwafferS. Unter ihnen fehlen nicht die flinken Florellen, die Karpfen, der Stör, nicht die kleinen Zklei, nickt die Aalthiere, unter denen sich die Aale durch ihre Erscheinung im Wasser und ihre Bewegungen gerade nickt sehr appetlterregend ausnehmen. In jenem Behälter aber schwimmen Frösche, und darunter der Vullenfrosch, der ein Vergnügen daran zu finden scheint, sich aufzublasen, alle vier Beine von sich zu strecken und auf der Fläche deS Wassers auszuruhen. Gegenüber in den Gemächern unter Laubwerk und am Wasser läuft die flinke Bachstelze hin und wieder, und in der Stille des Grünen webt hier die Nachtigall in Einsamkeit ihren Liebesgesang. Ein Schritt noch, und wir stehen in einer Hatte, der sogen. Polargrotte. Felsen und hängende FelSarme umgeben uns. Eine Treppe führt hinab in den Grund deS Schachtes, plätscherndes Wasser aber begleitet uns, von Fels zu Fe!« das Geländer der Treppe übersprudelnd, bis in den Grund. Diese Wasser erziehen die Fischchen in künstlicher Zuckt. Unten aber füllt ein Wasserbecken den Raum unter der Treppe au«. Dort hat ein Biberpaar feine Wohnstätte erhalten und befindet sich unter den Bausteinen außerordentlich wohl. Wir schreiten weiter. Die Flusse scheinen sich in das Meer ergießen zu wollen, beim hier in den Behältern deS langen gewölbten FelsgangeS treffen wir die Fische an, welche theilS im Flußwasser, tHeils im Meerwaffer zu leben gewohnt sind. Allda begegnen wir auch dem Krebsgeschlecht. Da sehen wir den fünfen Palämon die Wasser durcheilen, den schwerfälligen Hummer, den langbeinigen Leptopus und den muthigen Taschenkrebs. Jetzt gelangen wir zur Betrachtung deS Lebens der Nordsee, und wenn wir die Fische hier nicht benennen, wollen wir doch jene Actinien, jene See-Anemonen nicht unberücksichtigt lassen. Fast mit Unrecht hat man diesen lebenden Wesen den Namen See-Anemonen gegeben, den Namen dieser freundlichen Blume, die uns zu den Osterfeiertagen begrüßt als eines der ersten Kinder des Lenzes. Jene See-Anenionen haben nickt Duft, nickt Glanz; ihre Blüthe bilden lebende.Glieder, ihre Staubfäden tausend durcheinander arbeitende, lebendige, wurmartige Fäden und Arme. Wir scheuen uns sie zu berühren, und doch sehen wir sie gern an. Die Organisation dieser wunderbaren thierischen Gebilde fesselt uns, weniger die Farbenpracht , welche dieser Scheinblüthe vielleicht zur Nahrung verhilft. Brehm hatte schon in Hamburg gerade auf diese Kinder der See sein Augenmerk gerichtet, die dem Küstenbewohner selbst nicht einmal allzu bekannt sind, und er hat auch für das Berliner Aquarium Sorge getragen, daß es an Reichhaltigkeit in dieser Glaffe hinter keinem andern zurückstehe. Und so sehen wir denn die Actinien in bunter Fülle in den Kästen ihr Leben fristen. Daneben können wir dem Bau des Schwammes lauschen, die Korallen leben und wirken sehen, die Muscheln und Schnecken beobachten und Zeuge sein, wie die Würmer des Meers ihr häßliches Spiel treiben. Doch genug. In immer abwechselnder Anordnung durchwandern wir nacheinander die Wassergefilde deS atlantischen OceanS, der Ostsee u. s. w., und gelangen endlich an daS Mittelmeer. Ihren natürlichen Verhältnissen nach sind diese Meere entsprechend im Platz angeordnet, und besonders der Ocean ist in seiner Einrichtung mit ragenden Klippen und hohen Uferfetfen und malerischer Beleuchtung ein kleines Eabinetsstück geworden. Neben der Ausstattung der GlaSbehälter mit immer fließen- dem, perlendem Wasser, der schönen Beleuchtung von oben her, der entsprechenden üppigen Pflanzenvegetation, den kleinen Versteck : und FelSblöcken zum Aufenthalt und Tummeln der Thiere ist auch die FassungSmauer, der ganze Raum, die Gänge, in denen alle diese Naturherrlichkeiten aufgespeichert sind, in gleich großem und gutem Geschmack hergestellt. Wie schon oben bei der Erdschichtgrotte die kleine Seitenabsicht für die Geologie hervortrat, sp wird diese Idee fortgesponnen durch die Ge- sammtheit der Gänge, der Räume, die alle al« FelSgrotten, Höhle, Schachte u. s. w. behandelt worden sind. Da finden wir die Basalte am Meer gleichsam der Schichtung auf der Insel Staffa nachgeahmt, da finden wir die Tropfsteingrotte
von Iserlohn abgebildet mit wirklich Iserlohner Stalaktiten, da finden wir die eigenthümlicken Kalksteinformationen Nordamerika'« wiedergegeben, und endlich beschließt, al« gleichsam krönende Gabe, die Nachbildung der blauen Grotte von Eapri dieses Labyrinth der Naturdarstettung. — Nachdem wir alle« das geschaut und nun den empfangenen Eindruck bedenken, fällt es uns auf, wieviel mehr wir gesehen, als was ein Aquarium im engsten Sinne des Wort« bieten durfte. Wir haben hier nicht ein Aquarium, ein Stück Wasserleben durcheilt, nein, wir sind gleichsam von dem Quell mit seinen Forettest aus- wandernd, durch den Birken- und Erlenhag, voll singender Vögel, schlüpfender Eidechsen und Schlangen, hindurchgeeilt am Rande des Backes und Flusses, wo die Enten und Wasser- Hühner scheu den Schritt des Wanderers fliehen; wir kamen an den Wohnungen der Menschen vorüber, wo der Haushahn uns begrüßte, bie Schwalbe zwitscherte; wir sahen den seebildenden Fluß mit trägem Lauf und seine Uferbewohner, die Frösche, und sckauten die Fische ihre Spiele im Wasser treiben; endlich trieben wir auf das Meer hinaus, an den Felsen des NferS vorüber, und sahen sinnend in die klare Tiefe hinab, all die Wunderthiere und - Wesen dort -. .ten wahrzunehmen — ein leiser Wind führte uns weiter und weiter, und endlich fanden wir uns wieder in jener azurnen Grotte deS deutschen Maler« und Sängers. Was nur im Wasser lebt, und nur am Wasser sich aufhalt und an den Ufern fein Leben fröhlich da- hinfließen sieht, was die Wasser einengt und ihnen Lauf und Stätte gibt, wa« endlich das Wasser wirkt im tausendjährigen Tropfenfatt, wir überschauen eS in kurzer Spanne Zeit — eine reiche Lebre.
Ein Stück Paris. Es ist ein schöner Frühlings-Nachmittag, die Pariser eilen zu Pferd, zu Wagen, zu Fuß hinaus vor die Thore, e« ist wie eine Völkerwanderung. Schon vor den Festungswällen sind beide Seiten der Fahrstraße dicht mit Reihen von Stühlen besetzt, in der grellen Sonne sitzen die Menschen dickt gedrängt, mitten im Staub, nur um die Wagen zu begaffen. Endlich wird'S freier, wir sehen da« Bou- logner Hölzchen, der Spiegel de« See's tritt hervor, Schwäne kreisen, die freie grofje Natur puppt sich nach und nach heraus an« dem Häusermeer der Hauptstadt. Auf einmal nimmt da« Wagenfähre« gewaltige Verhältnisse an. Die Wettrennen sind zu Ende, die Zuschauer kommen zurück. Welche Masse, welche Pracht! In vier Reihen fahren die Wagen nebeneinander hin im scharfen Trab, und anderthalb Stunden haben wir sie so an uns vorbeiziehen lassen. Dann war es aber lange noch nicht zu Ende. Herrliche Pferde, glänzende Geschirre, Kutscher nut Puderperrücken und Zöpfen (das ist aber ein Jrrthurn, der Kutscher von 1869 hat gewiß keinen Zopf, der hinter ihm im Wagen Sitzende leider noch attzuhäufig); Vierspänner mit Reitern, denen die schweren Goldlitzen um den Kopf schlagen, so folgt sich's ununterbrochen. Was ist das für ein reicher Vierspänner, fremde Typen, eine starke Frau? Ah, die Königin von Spanien! So in einer fremden Hauptstadt als lausende Nummer in der Wagenreihe hinrotten, wenn man einen Escorial und eine Alhambra fein genannt hat, das ist bitter.' Ungalanter Prim! Und dann, wie wunderbar, eine Bourdon in Paris! Wieder Jockeys von außerordentlicher Eleganz. Das ist die Fürstin Metternich. Aber der junge Herr, der ihr gegenübersitzt, kann nur ein Habsburg fein. Es ist Karl Ludwig. Wie er lacht, wie die Fürstin scherzt, welche Wiener Fröhlichkeit in dem Wagen! Eine erschreckende Aehnlickkeit mit dem armen Ferdinand Mar fällt in die Augen und verfinstert daS Gemüth. Aber sie haben nicht an ihn gedacht, und sie haben recht, man kann nicht ewig trauern. — Mit bewunderungswürdiger^ Geschicklichkeit hat sich diese große Wa- genmaffe seit einer Stunde im großen Trab erhalten. Jetzt stockt sie endlich einmal. Aber warum macht denn daS so viel Aussehen? WaS rennt das Volk? Ah, wieder Jockeys und grüne Vorreiter! Es ist Napoleon. Al!' feine Macht hilft ihm nichts, er bleibt mit stecken. Und er sollte die Bewegung allein aufhalten können! Ebenso wenig, daS ist ein einfaches Rechenerempel. G« war eine interessante Gelegenheit, den berühmten hochstehenden Mann mit Ruhe zu betrachten. Da sah es eher nach Queretaro au«. Die großen Unternehmungen, die großen Ereignisse haben sich den Zügen gewaltig ausgeprägt. Aber da ist keine Spur mehr von einem Emporkömmling. Die zwanzigjährige Regierung über ein große« Volk hat rhm, während er alt geworden ist, daS volle Gepräge der Majestät verliehen. Diesem Mann sieht man eS an, daß er durch ein einziges Wort ganz Europa in Blut baden kann. Wir haben in Europa noch die Kunst zu lernen, aus einem Menschen mehr als einen Menschen zu machen. Wir erzählen uns Märchen von Königen am Gange« in goldenen Palästen; wie mögen sich Knaben am Missouri Märchen erzählen von den großen Potentaten an der Spree und Seine, die nach ihrem Witten ganze Nationen in Bewegung setzen! Altes Europa!
» Eine merkwürdige Operation. Gin Mann au« Kiedrick, bei Eltville, litt bereit« vier Tage an einer inneren Verblutung. Erst am fünften Tage wurde von den Angehöri, gen des Patienten ein Arzt, und zwar Hr. Dr. Michel, praktische Arzt zu Eltville, confultirt Während der verflossenen vier Tage war jedoch die Krankheit derart vorgeschritten, daß nach Aussage dc« Arztes das Leben des Kranken in großer Gefahr schwebe. Rasche Hülfe war unbedingt erforderlich; aber welche? Von Herrn Dr. Michel wurde dem Patienten Blut eingeflößt, da« au« einer Ader des 25jährigen Sohne« des Kranken genommen worden war. Der Erfolg ist ein günstiger gewesen und das Leben des Kranken soweit außer Gefahr.
— (Einfluß der Umdrehung der Erd'e auf die Form der Baumstämme.) Nach den Beobachtungen von GH. Müsset bildet der Durchschnitt der Baumstämme niemals einen Kreis, sondern stets eine Ellipse, deren große Achse immer nahezu mit der Richtung von Ost nach West zusammen- fällt. Genauere Bestimmungen mit Hül e der Bussole ergaben das interessante Resultat, daß dieselbe mit dem Ost - und Westpunkte denselben Winkel bildet, wie die Ebene der Ellipnk mit der Aequator - Ebene. Muffet schließt daran«, daß die Umdrehung der Erde auf die Form der Baumstämme einen Einfluß ausübt.
*** Der Bürgermeister eines Orte« erließ folgende Bekanntmachung : „ES ist ist zu den dießseitigen Ohren gekommen, daß da« Vieh in den Ställen mit brennenden Gigarren und Pfeifen gefüttert wird, waS künftighin mit 30 fr. bestraft werden soll."
#*# Richtige Rechnung. Kaufmann: EckämeN Sie sich, Sie können nicht einmal richtig abbiren! E»m- miS: Aber subtrahiren. Wenn ich Ihr Gelb von Ihnen I abziehe, — bleibt Null.
Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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