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Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr- Chr. Pietsch) in Gießen.

zwar Ende dieses Monats beendigt sein. Das Schiff soll unmittelbar darauf seine Rückreise nach Europa antreten; es wird etwa im September in den hei­mischen Gewässern erwartet.

Kassel, 23. März. Als Urheber der bekannten Proklamationen sind, gutem Vernehmen nach, der kurfürstliche Hofstaatssecretär Preser und ein hoher Cabinetsbeamter ermittelt. Preser und Plaut sollen in Leipzig unter falschem Namen zusammengetroffen sein. Die Ausdehnung des Hochverraths-VerfahrenS auf das kurfürstliche Hospersonal zu Prag ist wahr- scheinlich.

Leipzig. Wie dieLeipz. Ztg." erfahrt, sind am Hofe von Darmstadt Mittheilungen eingetroffen, denen zufolge Ihre Mas. die Königin Victoria von Großbritannien die Absicht hat, im Laufe des be- vorstehenden Sommers ihre Tochter, die Prinzessin Alice von Hessen, zu besuchen. Die Königin würde auf Vieser Reise auch einen Besuch in Gotha abstatten.

Stuttgart, 20. März. Neuester Verfügung zufolge toiro eine Anzahl der würtembergischen 3n- fanterieoffiziere (aut jeder Garnison 2 Stabsoffi- ziere, von jedem Linienrcgiment 2 Hauptmänner, jedem Jägerbataillon 1 Hauptmann) in preußische Garni- sonen commandirt, zur weiteren Ausbildung im Dienst nach preußischen Vorschriften. Die Betreffenden wer- den in 8 Tagen abgehcn und bis Mitte Junr aus-

Darmstadt, 17. März. Da« heute erschienene I ! Großhcrzogliche Regierungsblatt Nr. 14 enthält:

I. Bekanntmachung Großherzoglichen MinsteriumS i der Innern, die Einführung eine« dreijährigen Lehr- curfe« an den Großherzoglichen Schullehrer-Semi- narien zu Friedberg und Bensheim betreffend. Die­selbe lautet: Da rin zweijähriger LehrcurS, wie solcher seither an drn Großherzoglichen Schullehrer- Seminarien zu Friedberg und Benrhcim bestanden hat, nach den vorliegenden Erfahrungen nicht hin­reicht, um den Zöglingen, neben einer auf religiös- siitlicher Grundlage beruhenden gediegenen Charakter- bildung, eine gründliche wissenschaftliche und praktische Berufsbildung zu gewähren, wie solche zur erfolg- reichen Versetzung des Amtes al« Volksschullehrer erforderlich ist, so ist dir Einführung eines dreijäh­rigen Lehrcurse« an den genannten Schullehrer- Seminarien beschlossen worden und wird solcher von Ostern laufenden Jahre« an in's Leben treten. Auf die bereits früher in die Seminarien eingetre­tenen Zöglinge hat die neue Einrichtung hinsichtlich der Zeitdauer des Seminarbesuch« keine rückwirkende Kraft und erfolgt deren Entlassung nach den bisher bestandenen Normen. Auch bei der neuen Einrich­tung kann solchen Seminaristen, welche sich, bei tadellosem Verhalten durch Befähigung, sowie durch Fleiß und Eifer besonder« auszeichnen, schon am Ende des zweiten Jahres ihre« Seminarbcsuch« die Theilnahme an der Entlassungsprüfung auSnahmS- weife gestattet werden. Die Seminaristen werden auch fernerhin in den AnstaltSgebäuven, soweit die- ses der vorhandene Raum gestattet, unentgeltlich Wohnung erhalten, e« kann denselben aber auf An- suchen durch die Großherzogliche Direction ve« Schul- lehrer-SeminarS auch gestattet werden, unbeschadet der Aufsicht und DiSciplin, außerhalb der Anstalt zu wohnen. ,

II. Bekanntmachung Großherzoglichen Mi niste- rium« de« Innern, die Ergebnisse der Verwaltung der Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke betreffend.

III. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 24. October v. Jahr« gericth Carl Orlemann au« Mannheim in der Nähe der Ntzeinmühlen bei Mainz in Gefahr, im Rhein zu ertrinken. Auf feinen Hülferuf eilten die Schiffer Johann Zin- kel von Mainz, Sebastian, Carl und Jo- seph Becker von Oestrich und der Brückenwärter Johann Köhl von Nierstein in einem Nachen herbei, zogen Orlemann aus dem Wasser und per- brachten denselben unversehrt an's Land.

Zufolge Allerhöchster Entschließung Seiner König­lichen Hoheit de« Großherzogs wird dieses hiermit iu Anerkennung de« menfchcnfreundlichen und muth- vollen Benehmens der genannten Personen, neben der erfolgten Verleihung einer Geldprämie an die- seloen, zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

IV. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministe- riumS des Innern, den Vicinalwegbaufonds für die Provinz Rheinhessen betreffend.

V. Bekanntmachung der Großherzoglichen Com- Mission für Post-Angelegenheiten, bieEinrichtung von Postexpcditionen zweiter Klasse zu Großen-Buseck und Groß-Karben betreffend.

Mit dem 16 v. M. sind in Großen-Buscck und Groß-Karben Postexpeditionen in Wirksamkeit ge-

Armee, wird eine aus höheren Militärs aller Waffen gebildete Commission in Berlin zur Berathung for- tificatorischer Aenderungen und Neuanlegung von Bcfestigungswerken in dem Bereiche des norddeutschen Staatengebietes zusammenberufen werden.

Berlin, 23. März. Reichstag. Die erste Plenarsitzung des Reichstags wurde heute Nachmittag durch den früheren Präsidenten Simson eröffnet. Es fand die Wahl eines interimistischen Schriftführers und die Verloosung der Mitglieder in die Abthei- lungen statt. . Die Wahl des Präsidenten wird mor­gen vorgenommen. Das Haus war nur schwach besetzt.

Berlin,25.März. (Nordd eutsch er Reich S- tag.) Die Plenarsitzung beginnt um 12 Uhr. Prä- sident Simson theilt als eingegangen mit: Gesetze über die Aufhebung der polizeilichen Beschränkung der Eheschließungen und über die Verwaltung des Bundesschulvcnwesens. 182 Abgeordnete sind anwe- send, daher erfolgt bi? Präsidentenwahl.

Beim ersten Wahlgange werden 171 Stimmen abgegeben. Davon erhalten Simson 158, Stolberg, Forckenbcck, Waldeck, Schwerin je 1; 9 Zettel sind unbeschrieben. Simson ist somit zum Präsidenten gewählt. Er nimmt dankend die Wahl an.

Beim zweiten Wahlgange wurden 172 Stimmen abgegeben, darunter 7 weiße Zettel. Es erhalten davon 159 Stimmen der Herzog von Ujest, v. ] Forckenbcck und v. Bennigsen je 2, v. Ttolberg- ! Wernigerode und Löwe je 1. Herzog von Ujest ist somit zum ersten Vicepräsidenten gewählt und nimmt Vie Wahl an. _ ,

Beim Dritten Wahlgange werden 158 Stimmen abgegeben, 10 Zettel sinv ungültig. Es erhalten v. Bennigsen 128 und Löwe 20 Stimmen; v. Ben­nigsen ist somit gewählt unv nimmt an. E« folgen nunmehr vie Schriftführerwahl und Wahlprüfungen.

Das Haus beschließt sodann, den Gesetzentwurf wegen Abänderung des Etats von 1868 in der Schlußbcrathung zu erlevigen; Referent ist v. Böckum- Dolffs. Abgeorvn. v. Rabenau beantragt, Urlaubs­gesuche, welche sich auf die Mitgliederschaft von Ein- zel-Landtagen stützen, nicht zu bewilligen. Dieser Antrag wird abgelehnt. Graf Bethusp-Huc kündigt einen Antrag an, worin gefordert wird, daß die gleichzeitige Einberufung des Reichstags unv der Einzei-Lanvtage vermieven werde. Nächste Sitzung Samstag. Tagesordnung: Der Gesetzentwurf bezüg- lich Abänderung der Etats und der Antrag Twe- sten-LaSker auf Aenverung der Geschäftsorvnung.

Königsberg, 20. März. Commerzienrath Ste­phan ist aus dem Ausschuß des deutschen Handels- tages ausgeschieden; gleichzeitig hat vaS Vorsteher- amt der Kaufmannschaft seinen Austritt aus dem Handelstage erklärt.

Danzig. Nach hier eingegangenen Nachrichten werven die an der königl. Schrauben-Korvette Bineta im Dock zu Schanghai vorgenommenen Reparatur- Arbeiten früher, als man Anfangs erwartete, und

bleiben.

Stuttgart. Auf der Geißlinger Steige IN Würtemberg ist am 20. März ein großer Güterzug verunglückt. Sämmtliche Wagen, meist mit Getreide für Frankreich und mit Hopfenstangen beladen, wur­den zertrümmert, 5 Condukteure sind tobt, einem mußten die Hopfenstangen, die ihn gespießt hatten, am Leibe abgesägt werven; der Lokomotivführer und Heizer kamen mit dem Leben davon, da sich Loko­motive, Tender und ein Güterwagen losgerissen hat­ten. Wäre das Unglück nur wenige Minuten später geschehen, so wäre auch der Personenzug verloren gewesen.

Karlsruhe. DieKrh. Ztg." veröffentlicht die Antwort des Ministeriums des Innern auf den Protest de« Erzbischofs von Freiburg gegen das Schulgesetz. Dieselbe lautet: Euer Erzbischöfliche Excellenz haben es für Ihre Pflicht gehalten, mit Schreiben vom 18., eingekommen am 21. d. M., an Großherzogl. Staatsministerium, welches uns von dieser hohen Stelle übergeben wurve, gegen das in Nr. 15 ves Regierungsblattes vieseS Jahr verkün- diate Gesetz über den Elementarunterricht vom 8. März d. I., als eine Verletzung kirchlicher Rechte enthaltend, Verwahrung einzulegen. Wir bedauern die Mißverständnisse, welche vieses Gesetz bei Eurer Excellenz hervorgerufen hat. Dasselbe unterstellt ven Religionsunterricht durchaus der Leitung der Kirchen und schließt dieselben so wenig von ver Einwirkung auf das Volksschulwesen aus, daß es ven OrtS- pfarrer zum gesetzlichen Mitgliev ver localen Schul­behörde erklärt. Im Uebrigen kann dem Protest gegen ein verfassungsmäßig erlassenes Gesetz eine rechtliche Wirkung nicht beigelegt werven.

Wie», 21. März. In ver heutigen Sitzung des Unterhauses ging eine Zuschrift des Finanzmini- I steriums ein, welche behufs Beseitigung de« DefintS folgende Gesetzentwürfe ankündigt: über einen Ver­kauf von Domänen im Betrage von 25 Milionen, über die Aufnahme von 20 Millionen auf die schwe- bende Staatsschuld, über eine Gebührenerhöhung der Lotteriegewinnste, und cnvlich über die Umwandlung der fundirten Staatsschulv in eine Rentenschulv und Kapitalsteuer.

Wie«, 23. März. In der heutigen Herren- Haussitzung sind Graf Thun und die Bischöfe nicht anwesend. Cardinal Rauscher und Genossen erklären in einer Zuschrift an ven Präsiventen, daß sie in Folge des Votums vom letzten Samstag nicht im Stande seien, an den Verhandlungen des Herren- Hauses länger Theil zu nehmen. Hierauf folgt die Specialdebatte unv die Annahme des Ehegesetzes in zweiter und dritter Lesung mit einigen von der Regierung acceptirten stylistischen Abänderungen mit allen gegen 17 Stimmen.

Paris. DerLiberty zufolge hätte der Kaiser vor einigen Tagen in besonderer Audienz den öfter- reichischen Capitän Baron Obenaus-Felsachag, Sohn des ehemaligen Gouverneurs des Herzogs von Reich­stadt, empfangen, welcher gegen 120 Gegenstände,, tie ehevem dem Sohn Napoleon« I. angehörten, dem Kaiser überbrachte. Diese Gegenstände sollen dem Musde des Souverains im Louvre einverleibt wer­den. Man glaubt, daß die sterblichen Reste des Herzogs von Reichstadt im nächsten Jahre von Schön­brunn nach Paris gebracht werden sollen.

stadt, Leiser; am 4. Januar: der pensionirte I Steueraufseher Weber zu Butzbuch.

Darmstadt, 23. März. Mit dem Ablaufe dieses Monats erlischt, wie dieK. Z." erinnert, die Gültigkeit der früheren einzelnen Landes-Post- marken dergestalt, daß vom 1. April d. I. weder ein Umtausch noch eine Erstattung der dann werth- | los gewordenen Marken und Freicouverts erfolgt.

Darmstadt, 24. März. Von den Zollparla­mentswahlen sind als definitiv entschiedene bekannt: in Mainz der nat.-lib. Candidat Bamberger mit 6048, Offenbach der nat.-lib. Canv. Kugler mit 8779, Bingen-Alzey der nat.-lib. Cand. Metz mit 10,382 Stimmen; Darmstadt der lib. - conserv. Cand. Obersteuerrath Fabricius mit einem Mehr von 286 Stimmen, unv in Worms ebenfalls der conservative Canvidat, Regierungsrath Pfannebecker beite conserv. Canv. sind aber für Ven Eintritt Hessens in den norddeutschen Bund.

Darmstadt, 25. März. Der Vertrag mit der hessischen Ludwlgsbahn Betreffs der rheinhessischen unv Starkenburger Bahnen wurde, ebenso wie der Staatsvertrag mit dem Hause von Erlanger und Söhne bezüglich der oberhesstschen Bahnen, vom Ab- georvnetenhause, unwesentlich abgeändcrt, mit großer Majorität genehmigt.

Darmstadt, 26. März. Nachdem tie Eisen- bahnverträge von zweiter Kammer genehmigt sind, ist vie erste Kammer der Stände auf den 3. April I einberufen.

Darmstadt. Gelegentlich des Geburtstags des Königs von Preußen ist Prinz Heinrich von Hessen in der Preußischen Armee zum Obersten avancirt.

Berlin, 20. März. Unter dem Vorsitze des Generals v. Moltke, Chefs des Generalstabes der

treten.

VI., VII., IX., X., XI. Uebersicht der für das Jahr 1868 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden der Kreise Groß-Gerau, Bingen, Neustadt, Wimpfen und Alsfelv.

VIII. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreis- amts Erbach, die Erhebung einer Umlage in der israelitischen ReligionSgemeinve zu Michelstadt für das Jahr 1868 betreffend.

XII. Uebersicht der für das Jahr 1868 geneh­migten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israelitischen Religionsgemeinden des Kreise« Bensheim.

XIII Concurrenzerö ffnungen. Erledigt sind: die erste evangelische Mädchenschulstelle zu Pfungstadt im Kreise Darmstadt, mit einem jähr­lichen Gehalte von 582 fl. 25i/2 fr., nebst einer Vergütung von 20 fl. für Heizung ve« SchullocalS; - die evangelische Schulstelle zu Burgbracht, tm Kreise Büvingen, mit einem Gehalte von 300 fl. 31 fr., nebst einer Vergütung von 17 fl. für Heizung des SchullocalS unv Holzfuhrlohn; dem Herrn Fürsten zu Jfenburg-Birstein steht da« Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.

XIV. Gestorben: am 24. October 1867 der zweite Lanvgerichtsviener bei dem Lanvgerichte Michel-